Wie korrigiere ich verschiedene Verhaltensweisen

  • Hallo zusammen,

    ich habe in den letzten Tagen/Wochen sehr viel hier gelsen und versucht, meinen Hund verstehen zu lernen.

    Vorab:
    Snoopy ist ein 1 1/2 Jahre alter Australian Shepherd - Jack Russel Mix und hat dementsprechend Temperament.
    Wir haben ihn aus einem privaten Haushalt übernommen, wo es ihm augenscheinlich wirklich nicht gut ging und man sich des Hundes scheinbar entledigen wollte.
    Snoopy hatte anfangs panische Angst vor fremden Menschen (speziell Männer, obwohl er in einem Haushalt von 2 Frauen groß wurde). Diese Angst hat sich weitestgehend gelegt, auch wenn ihm Männer nach wie vor nicht geheuer sind und er sich oft nicht nähert.
    Sobald man sich bewegt hat, hatte er Angst und wenn man etwas in die Hand nahm (z. B. die Gaben beim Essen), ist er sofort ängstlich weggerannt. Wir gehen davon aus, dass er schlechte Erfahrungen in jeder Hinsicht gemacht hat.
    Mir war von anfang an klar, dass es nicht leicht sein wird und dass gerade eine solche Rassenkombination viel Arbeit, Auslauf, usw benötigt, aber das nehme ich gerne in Kauf, denn ich sehe, wie sehr uns dieser Hund liebt und vor allem lässt er einen immer wieder spüren, wie dankbar er ist. In der vorigen Familie war er überflüssig und zu anstrengend. 2 Frauen, 3 Kinder, 3 Katzen und zwischendrin dieses Energiebündel.


    Nun zu den "Problemen", bei denen ich keine Ahnung mehr hab, wie ich sie angehen soll:
    - In der Wohnung ist Snoopy ein wirklich lieber Hund. Er schläft brav in seinem Körbchen, wartet beim Fressen, bis ich ihm den Napf "freigebe" usw. Sobald es jedoch an der Tür klingelt, hab ich keine Chance mehr. Er bellt los, rennt gegen die Tür und spielt verrückt. Ich habe bereits versucht ihm beizubringen, dass er beim Klingeln in sein Körbchen gehen soll bzw. dass ich ihm dafür danke, dass er mich darauf hingewiesen hat und ich jetzt die Situation übernehme usw. Mitlerweile sind wir soweit, dass er sich, sobald es klingelt, vor die Schlafzimmertür setzt, ich ihm die Tür öffne und er wartet, bis der Besuch auf dem Sofa sitzt und erst dann wieder das Schlafzimmer verlässt. Gäste werden generell angebellt, das legt sich aber nach 2 minuten wieder, wenn er merkt, dass das Verbellen nicht hilft. Gibt es hier evtl. noch eine Methode, die ich trainieren kann oder können wir die Situation so bewältigen, wie wir das bereits tun?

    - Unsere Nachbarn haben ebenfalls Hunde und unser Garten grenzt an 3 andere Grundstücke. 2 davon ebenfalls mit Hund, der dritte Hund wohnt 3 Häuser weiter. Die 2 angrenzenden Hunde werden mal angebellt, mal ignoriert, aber sobald sich der dritte Hund "einmischt" und beginnt zu bellen, dreht Snoopy völlig ab. Dann kann ich ihn weder zurückrufen, noch kann ich mich dann zwischen ihn und das "Geschehen" stellen. Er ist einfach so flink, dass ich so schnell garnicht hinterher komme. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er in einem Tunnel ist und drumherum überhaupt nichts mitbekommt, selbst wenn man ihn anstupst. Wenn man das macht, wird er teilweise sogar ein wenig böse und fängt an zu knurren. Ich bin dann so perplex, dass ich in dieser Situation nicht weiß, wie ich reagieren soll. Könnt ihr mir hier etwas raten?

    - Geräusche lösen bei ihm Panik aus.
    Egal ob Gewitter, Feuerwerk oder die umfallende Gieskanne bei Nachbar im Garten. Die alltägliche Geräuschkulisse scheint er nicht als normal anzusehen. Auf Anraten unserer Tierärztin haben wir es mit Bachblütentropfen versucht, aber auch die scheinen nichts zu bringen. Bei lauten Geräuschen wie Gewitter, verzieht er sich unters Bett und kommt erst dann wieder vor, wenn absolut nichts mehr zu hören ist.
    Kann man den Hund irgendwie sensibilisieren oder ihm helfen, mit diesen Ängsten umzugehen?

    - Das allergrößte problem, ist das Gehen an der Leine. Hier bin ich mitlerweile am Verzweifeln.
    Mein Vater würde gerne mit ihm gassi gehen, kann dies aber nicht, da er körperlich nicht mit ihm klar ist.
    Snoopy wiegt zwar nur 15 kg, hat aber Kraft wie ein 50 kg Hund.
    Er bekommt regelmäßig RICHTIG Auslauf (sprich 2 Std oder länger ohne Leine rennen und spielen), wird auch geistig (in Form von Zielobjektsuche) gefordert und sollte somit recht ausgeglichen sein, jedoch hat bisher keine Übungsmethode Erfolg gehabt. Die Vorbesitzer haben mit ihm keinerlei Training gemacht und sozialisieren war für sie ebenfalls ein Fremdwort.
    Wir haben bereits versucht stehenzubleiben, wenn die Leine gespannt wird, sind einige Schritte rückwärts gegangen, haben die Leine zum Üben woanders eingehangen, als zum "schnellen Geschäft erledigen" usw. Aktuell versuchen wir nach einer Methode von Bina Lunzer (Video auf Youtube) ein wenig besser an der leine zurecht zu kommen.
    Anderen Hunden gegenüber ist Snoopy sehr freundlich, spielt auf der Wiese gerne mit ihnen usw, sobald er jedoch an der Leine ist, wird grundsätzlich jeder Hund angebellt und er stellt sich auf die Hinterbeine. Das Bellen klingt dann auch nicht nach Spielaufforderung, sondern hat einen drohenen Unterton (ich jedenfalls bilde mir ein, das rauszuhören). Ich versuche dann das Geschehen mit meinem Körper abzuschirmen und ihn anders zu beschäftigen, aber bisher ohne Erfolg. Hier wäre ich über Hilfe mehr als dankbar..... ich weiß einfach nicht, was ich noch versuchen soll.

    Ich weiß, vieles auf einmal, aber ich wollte nicht für alles einen extra Thread aufmachen, da es zu den Themen ja schon einiges gibt, ich jedoch mit meinem Latein am Ende bin.

    Viele Grüße
    Danny

  • Auf die Schnelle, weil es mir leidtut, dass du bisher keine Ratschläge bekommen hast. Ich kann das auch alles näher beschreiben... nur jetzt habe ich gerade nur wenig Zeit.

    1. Mir scheint es, dass er Angst vor den Besuchern hat... schon mal mit einschleimen versucht? Besuch wirft ihm Leckerlis hin?
    Beim Bellen bei Türklingel-Sachen gibt es verschiedene Möglichkeiten... das kommt immer sehr stark auf die Motivation des Hundes an...
    Möchtest du das noch genauer beschreiben?

    2. Nun ja... Anstupsen würd eich in so einer hohen Erregungslage vermeiden, denn du bist kurz davor, ihn an eine Übersprungshandlung heranzuführen - an die rückgerichtete Aggression.
    Auch hier müsstest du die Hunde mit etwas Porsitiven verknüpfen, ganz so wie die Besucher in deiner Wohnung.
    Zeigen und Benennen wäre ein tolles Tool (http://chakanyuka.de/wissen/zeigen-und-benennen.html; ginge theoretisch auch bei Menschen...) oder aber du trainierst es so, dass du ihme in Umorietierungssignal beibringst, um ihn aus der Situation zu führen:
    http://markertraining.de/das-umorientierungssignal/
    (Das ist der schnellere Weg, allerdings wird der Hund sich so nicht mit dem Auslöser auseinandersetzen. Sofern es das einzige Problem mit Hunden ist, ist das aber wahrscheinlich der für dich beste Ausweg)

    3. Ich habe auch so einen Kandidaten hier gehabt. Sobals es gedonnert hat, hat er versucht sich zu verkriechen (bei Feuerwerk oder Schussgeräuschen war es noch schlimmer). Ich habe in die Angst hineingeclickt. Also mit einem bereits konditionierten Clicker einfach reingeclickt. Das hat zunächst gar keine offensichtliche Wirkung gezeigt, er wollte natürlich auch keine Belohnung, aber mit der Zeit hat er das Positive des Clickers mit den Geräuschen verbunden.
    Auch Social Support gab es von mir. Das ändert zwar nichts an der Angst, aber ich war üräsent für ihn.
    Auf kurz oder lang wurde aus ihm ein Hund, der sich bei auftretenden Gruselgeräuschen an mich gewandt hat und durch das Clickern wurde es so gut, dass er heute relativ entspannt auf der Couch liegt. Draußen im Freilauf läuft er nicht mehr weg, sondern kommt zu mir oder bleibt zumindest stehen und orientiert sich um zu mir, damit ich ihn anleinen kann.

    Zweite Möglichkeit wäre ganz gezielt schrittweise zu desensibilsieren. Die Gruselgeräusche auf Band aufnehmen (bzw. fertig kaufen) und so leise wie irgendmöglich abspielen, dabei wird gespielt, gefüttert, alles was er gerne hat - wenn er nur leicht aufgeregt ist, ist das okay für ihn.
    Merkst du, dass er sich entspannt, kannst du mit der Lautstärke hochgehen...

    Und dann gibte snoch das Thundershirt.
    http://www.hundetrainerblog.de/erziehung/sylv…bei-hunden.html


    4. http://www.clicker-doggies.de/wp-content/gal…etely_leash.jpg
    Oder denkst du, dass es am Stress selbst liegt?


  • Vielen Dank für die Antwort und die Zeit, die du dir genommen hast :)

    Ich versuche es ein wenig genauer zu beschreiben:
    1. Wir haben in der Tat so ziemlich die offensichtlichsten Sachen versucht. Der Besuch hat ihn völlig ignoriert, hat ihm leckerlies hingeworfen, hat extra leise gesprochen und sich wenig bewegt, mit seinem Spielzeug geworfen usw.... bei einigen Besuchern reagierte er darauf auch schnell recht positiv und hat sich an den jeweiligen herangetraut. bei anderen hingegen beruhigt er sich garnicht und bellt munter weiter.
    Sobald es klingelt hat man das gefühl, es wird ein schalter umgelegt. auch wenn ich ihn aus der Situation "ablöse", wird das bellen nicht weniger und auch in seinem Körbchen bleibt er nur für kurze Sekunden, auch wenn ich das dann immer mehr als überschwänglich lobe.
    Er hat ja wirklich Angst vor so ziemlich allem, daher denke ich auch, dass er Angst vor den Besuchern hat und diese verbellen möchte.

    2. Sobald er im Garten so aufbrausend wird, ist er nicht mehr "greifbar" (also im sinne von: ich komme dann garnicht mehr zu ihm durch). Die Links schaue ich mir zu Hause mal genauer an....danke schonmal dafür :)

    3. Dass er sich an mich wendet, macht er schon SEHR gut. Wenn die Geräuschkulisse beginnt, sitzt er als erstes zwischen meinen Beinen und lehnt sich an mich. Er folgt mir dann auf Schritt und Tritt und ich glaube, dass er schon weiß, dass ich ihm Sicherheit biete. Das sehe ich, bei den aufgeführten Probleme, mit als das geringste. Ich denke auf Dauer wird das auch immer besser. Das mit der Geräusch CD haben wir (in Zusammenarbeit mit unserer Tierärztin) bereits ausprobiert, aber da ist er zu pfiffig......er weiß genau, wie die Geräusche herkommen (auch wenn wir ein anderes Gerät zum abspielen nutzen, es immer woanders hinstellen usw). Da läuft er nur Schwänzchenwendelnd durch die Wohnung und interessiert sich nicht dafür.

    4. Ich gehe davon aus, dass es am Stress liegt. Er ist SEHR gelehrig.....lernt absolut schnell und WILL lernen. Aber hier stoße ich an meine Grenzen. Auch die Lehrerin in der Hundeschule ist ein wenig ratlos. in ruhigen Situationen funktioniert alles gut, aber im "normalen" Alltag leider nicht. Wir gehen schon täglich aufs Feld, damit er mal stressfrei spazieren gehen kann, aber das ist eben nicht so oft möglich, wie ich es gern hätte.

    @ CorinnaS: Snoopy ist jetzt seit Oktober bei uns. Da war er 7 Monate alt und hatte weder erziehung, noch sozialisierung erfahren. Wir haben schon wirklich viel mit ihm gearbeitet und jeder, der den Hund nur vom Jahresende 2012 kenn, sagt, dass er sich wirklich zum positiven entwickelt hat.

  • Zu Punkt 2 von Kareki: Evtl. könntest Du dem Hund im Garten eine leichte 1-Meter-Leine anlassen, ohne Schlaufe, damit er nirgends hängenbleiben kann. Dann, wenn er sich im Garten aufführt, weil der andere Hund kläfft, hingehen, die Leine aufnehmen (damit Du den Hund nicht anfassen mußt, und der nicht im Übersprung nach Dir schnappen kann), und mit Kommendo (z.B. "komm mit!") einfach mit wegnehmen von dem Hund. Wenn Du ein bißchen Abstand erreicht hast, und Dein Hund wieder ansprechbar ist (wichtig!), dann laß ihn evtl. absitzen, gib Leckerli o.ä., und guck mit ihm zusammen zum anderen Hund hin. Leckerli, wenn Ruhe ist, NEIN und etwas weiter weggehen, wenn er kläfft. Sodaß er quasi lernt, Ruhigsein ist erwünscht, und wenn ihm der Andere zu nah ist, kann er auch weggehen statt zu kläffen, also als Alternative.

    Dein "2 Stunden ohne Leine rennen und Spielen": kann es sein, daß das einfach für den Hund zu viel ist? Diese Rassemischung sollte als erstes lernen, sich entspannen zu können. Bewegung ist wichtig - aber Rennen und Spielen (je nach Spiel) können den Hund zusätzlich aufpushen, sodaß er überhaupt nicht mehr in der Lage ist, runterzukommen. Ich würde ihn schon täglich ne Runde rennen lassen, aber doch viel mehr Ruhigsein üben - Gehen an der Leine, und Spiele, die ihn eher runterfahren als zu pushen: Suchspiele, Nasenarbeit, Unterordnung, Tricks lernen, wo er halt sein Hirn einsetzen kann und nicht sinnlos rumrennen kann. Er hat ja draußen eh schon Streß, weil er nicht viel kennengelernt hat, der äußert sich im Rennen (Bewegung = Streßabbau), aber gleichzeitig kann das Rennen ihn noch hochpushen, weil´s selbstbestätigend wirkt. Rennen ist toll..... Lieber mehrere ruhige Spaziergänge einstreuen, auf denen gemeinsam "komische" oder unbekannte Dinge angesehen und erforscht werden. Du wirst sehen, danach ist der Hund platt und schläft viel besser als nach 2 Stunden nur rennen/Spielen! Geh z.B. mit ihm in der Straße neben dem Marktplatz spazieren. Setz Dich auf ne Bank und seht euch das Treiben an. Da gibt´s so viel zu gucken und zu verarbeiten - mehr braucht der nicht für den Spaziergang. Anschließend daheim schlafen lassen, um das alles zu verarbeiten.

    Du schreibst, er kann mit Männern nicht, obwohl er bei Frauen aufgewachsen ist. Ich tendiere eher dazu, zu sagen, weil er nur bei Frauen aufgewachsen ist. Such Dir gezielt männliche Freunde, die einfach mal was Tolles mit dem Hund machen könne (aber was Ruhiges, das ihn nicht erschrecken kann). z.B. Leckerli wegrollen lassen, die der Hnd dann fangen/suchen darf o.ä. Oder laß gezielt den Napf abends von Deinem Freund hinstellen o.ä. Positive Erlebnisse mit Männern stellen, sodaß der hund lernt, er hat auch von Männern nichts zu befürchten.
    Ansonsten weiß ich nicht, ob er wirklich schlechte Erfahrungen machen mußte, oder nur einfach nichts kennengelernt hat, weil die keine Zeit hatten, sich zu kümmern. Wenn der z.B. beim Essen aus der Küche ausgesperrt wurde, weil er genervt hat, ist es kein Wunder, wenn er keine Gabeln kennt. Bei 3 Kindern ist es auch wahrscheinlich, daß ab und an einem was runtergefallen ist. Wenn der Hund nicht vorsichtig an solche Lärmkulissen schon beim Züchter gewöhnt wird, kann es sein, daß diese Geräusche ihn geängstigt haben, und er deswegen bei Euch noch vorsichtig reagiert hat. Da muß nichtmal was Böses passiert sei. (ein seriöser Züchter sozialisiert auch auf Lärm; und ein "Züchter", der seinen Hund in so ne Familie gibt, die eh schon zu viel Action haben, kann net seriös sein...Also wahrscheinlich net an Lärm gewöhnt worden.)

    Ich finde, so wie Du beschreibst, wie Ihr mit dem Hund umgeht, hört sich das schon ganz vernünftig an, Abblocken gegenüber anderen Hunedn, wenn er bellt, und so. Das mit dem Bellen beim Klingeln - nun ja, Ihr habt ne Kombinaton aus 2 Rassen, die gerne wachen und bellen *gg Aber einfach konsequent dranbleiben wie bisher, find ich ne gute Idee. Wichtig: nicht alle 2 Wochen was Neues austesten, sonst ist der Hund komplett verwirrt. Längere Zeit dabeibleiben.

    Nicht aufgeben - wenn der Hund nicht viel kennengelernt hat als Welpe, hat man später ein ganzes Stück mehr Arbeit, aber es ist hinzukriegen. Habt einfach Geduld, nehmt Euch eine Baustelle nach der anderen vor, net alles gleichzeitig. Und evtl. notiert Ihr einfach, was Ihr schon erreicht habt. Das hilft manchmal, wenn man dasitzt und denkt "Ey, das wird niiiie was" - dann kann man seine bisherigen Erfolge schwarz auf weiß sehen, und merkt, daß man doch schon ganz schön was erreicht hat..... ;-)

    Wenn Ihr z.B. beim Spazierengehen an Hundebegegnungen arbeiten wollt, "überseht" das Ziehen erstmal, und arbeitet nur an diesen Begegnungen. Sonst verzettelt Ihr Euch, und der Hund bringt alles durcheinander, weil er 7 Baustellen gleichzeitig nicht verstehen kann. Dies darf er net, da soll er anders, aber er ist doch eh schon im Streß, weil er noch nix kennt - und schon ist er auf 180, und in dem Zustand kann er sich dann gar nix mehr merken. Ist wie bei ner Prüfung: ein Schuß Adrenalin, und man hat auf einmal alles vergessen, was man tagelang sorgfältig gelernt hatte.... *gg

    Und wenn Ihr z.B. am "anständig laufen ohne zu ziehen" arbeitet, und dann kommt ein anderer Hund entgegen, dann schließ das Üben sofort mit nem einfachen SITZ o.ä. (und Leckerli) ab, wo Du sicher bist, der Hund macht´s auf die Distanz noch, und dann fertig. Weil wenn der Hund dann wegen des anderen näherkommenden Hundes hochdreht, ist weiterüben sinnlos. Dann erst beim nächsten Spaziergang weitermachen.


  • Danke für deine Antwort :)
    1. das ist eigentlich mein normales Verhalten. So handhabe ich das momentan nurnoch, weil ein Laufen ohne Leine im Garten zurzeit nicht möglich ist. Allerdings haben wir dann immer eine 5 Meter Leine, so dass er alles erkunden kann.

    2. Vielleicht hab ich mich beim gassi Thema ein wenig falsch ausgedrückt. Ich gehe in der Regel große Runden spazieren. Dabei lasse ich ihn dann auch mal von der Leine, damit er mal rennen kann. er rennt also nicht ausschließlich 2 Stunden durch die gegend. Mal gehen wir zum schwimmen an den teich, mal durch den wald usw..... das spielen besteht bei ihm in der Regel aus seinem Ball oder seiner Frisbee.

    3. ich denke, dass es eher die schlechten erfahrungen mit männern sind, denn bei einigen hat er absolut keine angst. sowohl mein vater, mein bruder, mein freund, cousin usw.... können alle mit ihm gassi gehen (gesetz dem fall, er zieht sie nicht weg), mit ihm spielen. Er sucht bei ihnen auch schutz. ich denke nicht, dass es noch ein generelles problem ist, sondern dass bestimmte männer etwas an sich haben, was ihn an etwas erinnert. das ist aber nur mutmaßung. beim spazieren gehen spaziert er mitlerweile sehr entspannt an männern vorbei. das wäre im winter undenkbar gewesen.

    ich komme mir dabei manchmal wirklich hilflos vor und möchte dabei doch alles richtig machen.
    ich hätte damals niemals ohne den hund dort weg fahren können. Ich wusste, dass es viel arbeit ist, aber das war ich für ihn bereit auf mich zu nehmen.
    Danke für deine lieben worte.....das beruhigt mich sehr.

    Meine nächste Frage wäre jetzt übrigens gewesen, in welcher reihenfolge wir die "Probleme" am besten angehen sollen, weil alles auf einmal nicht funktionieren kann *g*

    lg Danny

  • Ich glaube, er hatte bis dahin nie oder nur wenig Kontakt mit anderen Hunden.
    Vielleicht kannte er diese nur vom spazieren gehen, aber als ich ihn das erste Mal bei einem anderen Hund schnüffeln lies und er mit ihm spielen durfte, sah er mich erst an, als wisse er nicht, was ich von ihm erwarte.
    Mag sein, dass es nur Einbildung ist, aber für mich kam das in dem Moment so an.
    Wenn ich den Artikel lese, kann ich durchaus einige Verhaltensweisen wiedererkennen. Andere dagegen garnicht.
    Was ich auch in Frage stelle ist, ob man ihn nicht zu früh von seiner Mutter getrennt hat. Ich habe noch nie einen Hund gesehen, der so den Körperkontakt und die Liebe sucht. Egal wo ich mich aufhalte....er muss IMMER körperkontakt haben. Und wenn ich auf dem Sofa sitze, er mit dem Kopf auf meinem bein liegt und im Stehen einschläft....... oder die Pfoto liegt auf meinem Fuß usw.

    lg Danny

    ps: Gerade auf das Thema bezogen, würde ich mich über eine ausführliche Antwort freuen

  • Es müssen nicht alle Symptome auch auftauchen... aber an der Lernleistung bzw. dieses Zurückfallen, das ist ein relativ deutliches Indiz. Der Hund wird von alleine nicht einfach verstehen, dass das alles "halb so wild" ist... man muss diese Hunde dann unterstützen.

    Anhänglichkeit ist dagegen eine individuelle Sache. Ich habe einen gut sozialisierten Hund zur Pflege da, der liebt Körperkontakt. Mein deprivierter Rüde ist zwar verkuschelt, aber bei Weitem nicht so (Hatte keinen ausreichenden Kontakt zur Mutter, keine Geschwister, kein Kontakt zur Menschen, lief quasi nur im Hinterhof herum)...

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!