Probleme mit dem neuen Hund

  • Hallo,
    meine Freundin und ich haben uns einen neuen Hund angeschafft, der uns zur Zeit Probleme macht. Bei unserer Kleinen, namens Sia, handelt es sich um eine 1,5 Jahre alte Parson-Russel Hündin.
    Um vielleicht ersteinmal etwas zu ihren Lebensumstäden vorher zu sagen: Sie lebte bis wir sie zu uns genommen haben immernoch bei der Züchterin, die sie nicht verkauft bekommen hat, da die kleine nicht zur Züchtung geeignet ist. Das ganze auf dem Land.
    Sie wohnt mittlerweile bei uns in der Stadt, direkt an einer stark befahrenen Straße.
    Die Probleme, die wir mit ihr haben sehen wie folgt aus:
    Sobald sie nach unten getragen wird, die Treppen sind zu schmal, glatt und steil zum selber runterlaufen, fängt sie an panisch zu zittern und beginnt direkt aus der Haustür raus zu blockieren. Sobald man sie ein Stück weiterträgt hört das Zittern auf und sie läuft als wäre nichts gewesen.
    An anderen Stellen beim Gassigehen blockiert sie, für uns ohne ersichtlichen Anlass, indem sie sich setzt oder hinlegt und weigert weiterzugehen. Meistens funktioniert hier ignorieren und sie "mitziehen", da sie dann die Blockadehaltung aufgibt und wieder mitläuft, als wäre nichts gewesen.
    Meine Fragen an die Gemeinde:
    Woher kann diese panische Angst kommen, die sich so schnell wieder legt?
    Woran kann diese Blockadehaltung liegen?
    Habe mitunter den Eindruck, dass sie zumindest bei letzterem versucht ihre Grenzen zu testen. Generell weiß ich auch, dass der Hund Zeit zum sich eingewöhnen braucht, aber dazu lässt sich sagen, dass mit Ausnahme beschriebener Probleme keinerlei Probleme aufgetreten sind und sie sich schnell an das neue Zuhase gewöhnt hat.
    Bestimmt gab es ähnliche Fälle hier schonmal im Forum.. Trotzdem hoffe ich auf Hilfe und Ratschläge.
    Vielen Dank schonmal.

  • Hallo!

    Also ich bin auch völliger Hundeneuling und kann daher nur bedingt "helfen", wenn überhaupt. Aber ich dachte, wir Ahnungslosen müssen uns ja unterstützen :)))

    Das mit dem Blockieren an der Treppe klingt sehr nach Angst. Die lindert man leider nicht, indem man den Hund trägt und somit ein Vermeidungsverhalten fördert (bei Menschen funktioniert das mit Ängsten übrigens genauso :book: )
    Ich schreibe überhaupt nur, weil unsere Hermine am Anfang auch Angst vor Treppen hatte. Sie kannte einfach keine Treppen. Ist ein Bauernhofkind. Nun weiß ich nicht, ob deiner Treppen kennt, oder vielleicht nur auf einem flachen Hof gehalten wurde. Wir haben es einfach Schritt für Schritt so gemacht, dass wir ein paarmal vor ihr Treppen hoch- und runtergelaufen sind, damit sie sieht, dass es nichts Schlimmes ist. Dann haben wir sie von Stufe zu Stufe gesetzt (erstmal an einer kleinen Treppe mit 6 Stufen). Erst hoch, das ist für Hunde einfacher, scheint mir. Irgendwann saß sie dann unten und wir standen mit Leckerli in der Hand oben. Nach ein paar Versuchen und zwischendurch immer mal wieder Von-Stufe-zu-Stufe-setzen hat sie dann zögernd damit begonnen, die Treppe selbst hochzulaufen. Nun wird es von Tag zu Tag besser. Runter lief es genauso, aber da brauchte sie länger für.
    An der Leinengeschichte arbeiten wir selbst noch ...

    Vielleicht hilft dir das :)

  • Hallo,

    erstmal Glückwunsch zum Familienzuwachs.

    Zitat

    Woran kann diese Blockadehaltung liegen?

    Kann sehr viele Gründe haben. Hat sie das an der Leine laufen denn überhaupt beim Vorbesitzer gelernt?

    Zitat

    Woher kann diese panische Angst kommen, die sich so schnell wieder legt?

    Vielleicht einfach zu viele Umwelteinflüsse? Wie lange ist sie denn schon bei euch? Ein Hund braucht immer erst eine Zeit um wirklich anzukommen.

    Zitat

    Sobald sie nach unten getragen wird, die Treppen sind zu schmal, glatt und steil zum selber runterlaufen, fängt sie an panisch zu zittern und beginnt direkt aus der Haustür raus zu blockieren. Sobald man sie ein Stück weiterträgt hört das Zittern auf und sie läuft als wäre nichts gewesen.

    Warum trägst du/ihr sie nicht allgemein ein Stück weiter? Ich denke das ist wirklich totale Unsicherheit.

    Zitat

    An anderen Stellen beim Gassigehen blockiert sie, für uns ohne ersichtlichen Anlass, indem sie sich setzt oder hinlegt und weigert weiterzugehen. Meistens funktioniert hier ignorieren und sie "mitziehen", da sie dann die Blockadehaltung aufgibt und wieder mitläuft, als wäre nichts gewesen.

    Ich würde sie jetzt nicht unbedingt hinterherschleifen wollen :/ Ich hab das bei meiner Hündin so gemacht, dass wenn sie sich hingelegt oder abgesetzt hat, ich langsam los gelaufen bin (wirklich laufen) und immer entweder den Namen gerufen hab oder geklatscht hab und so zum spielen aufgefordert habe, dann stand sie immer sofort auf und war wieder dabei. So verknüpft sie: Hinsetzen bei Spazieren gehen = Langweilig, Mitlaufen = großer Spielspaß.

    ich musste das nur 4-5 Mal machen, dann ist es nie wieder passiert.

  • Ich vermute mal, daß dein Hund da auf dem Lande nicht sehr viel kennengelernt hat, darum wird sie jetzt Probleme mit dem Geräuschpegel, der in einer Stadt herrscht, haben.
    Ich würde sie ins Auto packen und an eine Stelle fahren wo viel Trubel ist und viel Autoverkehr herrscht, aber nicht mit dem Hund aussteigen.
    Laß sie vom Auto aus alles beobachten, dort wird sie sich sicher fühlen. So wird sie sich an die Geräuschkulisse in der Stadt langsam gewöhnen.

  • Zitat

    Ich vermute mal, daß dein Hund da auf dem Lande nicht sehr viel kennengelernt hat, darum wird sie jetzt Probleme mit dem Geräuschpegel, der in einer Stadt herrscht, haben.
    Ich würde sie ins Auto packen und an eine Stelle fahren wo viel Trubel ist und viel Autoverkehr herrscht, aber nicht mit dem Hund aussteigen.
    Laß sie vom Auto aus alles beobachten, dort wird sie sich sicher fühlen. So wird sie sich an die Geräuschkulisse in der Stadt langsam gewöhnen.

    Ich wäre da vorsichtig den Hund direkt allen alltäglichen Reizen auf einmal auszusetzen. Auch wenn er dann im Auto ist, so ist zum Einem die Gefahr groß, dass es einfach zu viel Reize auf einmal sind, und zum Anderen, dass der Hund im blödesten Fall noch das Auto mit Stress negativ verbindet, woran man dann später wieder arbeiten muss.
    So was schleicht sich mal ganz schnell ein, ohne dass man es merkt.

    Ich würde genau umgedreht anfangen. Anfangs in relativ reizarmer Umgebung anfangen, damit der Hund sich in aller Ruhe auch mal was anschauen oder erschnüffeln kann. Wenn er vorher wenig alltäglichen Reizen wie Autos, Radfahrer, Skater usw. ausgesetzt war, dann ist das ja alles neu und evtl. beängstigend für ihn.
    Also den Reiz anfangs minimieren, vielleicht auf verkehrstberuhigten Straßen gehen. Wahrscheinlich kennt der Hund ja auch andere Dinge noch nicht wie Menschen mit Kinderwagen, Rolläden an Fenstern, zufallende Autotüren usw.
    Gib dem Hund eine Chance in aller Ruhe seine neue Umgebung wahrzunehmen und auch das Eine oder Andere zu erkunden. Wichtig dabei ist, den Hund in solchen Situationen nicht ansprechen oder beruhigen wollen. Damit fördert man die Ängstlichkeit noch. Bleib einfach ganz cool, bleib vielleicht einfach nur mal stehen, damit er in Ruhe guggen kann, oder gehe langsamer.
    Dreht er zu sehr auf, dann entferne dich kommentarlos von der Reizquelle, nicht hecktisch sondern ganz ruhigen Schrittes ohne dem Hund irgendwelche Aufmerksamkeit zu geben.
    Nur so kannst du ihm Sicherheit und ein "Alles ist ok und ganz normal" vermitteln.
    Und wenn ihr eine beängstigende Situation gemeistert habt, dann darf man natürlich auch mal Loben oder n Leckerchen geben. Das positive Bestätigen nachdem der Hund sich beruhigt hat und wieder cool ist, wird gern vergessen.
    Es lohnt sich auch mal darauf zu achten, ob der Hund in solchen Situationen Blickkontakt zu dir aufnimmet. Wenn ja, dann bestätige auch das mit Leckerchen. Dann lernt der Kleine, dass das Kontakt aufnehmen zum Herrchen/Frauchen was tolles ist, und du hast die Möglichkeit ihm weitere Signale zu geben. Auch für späteres Training ist das super hilfreich. ;-)

    Wir hatten selbst so einen Not-Junghund, der noch nie irgendwelche Alltagsdinge erlebt hatte. Jedes davonflatternde Blatt im Wind, raschelnde Plastiktüten usw hat Angstbellen hervorgerufen.
    Da wo es ging, hab ich sie langsam herangeführt, sodass die unsichere Hündin mal schnuppern konnte. Wo das nicht ging, sind wir eben einfach ganz normal dran vorbei gegangen ohne dass ich sie weggezogen habe, immer so dass sie genug Zeit hatte wahrzunehmen, was da grad das Geräusch verusacht.
    Meistens gab es jedes neue komische Ding genau einmal, danach war sie beim nächsten mal schon sogut wie tiefenentspannt.

  • Weg des Treppenproblems:
    Da kann man so Anti-Rutsch-Matten zurecht scheiden, oder Auto-Fußmatten (sind oft billiger), wenn einen die Optik nicht stört.
    Manchmal gibts auch bei Al...oder Li.... Angebote mit Treppenstufen-Teppich im 15ner Pack für kleines Geld.
    Und dann kannst los gehen mit Treppenlaufen-Übungen. N Leckerchen auf jeder Stufe wirkt manchmal Wunder ;-)

  • Zitat


    Habe mitunter den Eindruck, dass sie zumindest bei letzterem versucht ihre Grenzen zu testen.

    Ich hätte mehr geschrieben aber da du dich 3 Tage nicht in deinem eigenen Thread gemeldet hast lass ich das. Ich denke man sollte sich schon mal beteiligen ;), wenn man Fragen stellt.

    Speziell obiger Satz ist mir aufgestoßen. Von diesem Denken solltest du dich schnellstens verabschieden. Die Maus ist vollkommen überfordert. Was glaubst du, wenn du es schön ländlich ruhig hast, nicht viel kennengelernt hast und dann kommste in die Großstadt Hamburg. Dir kann man das noch logisch erklären aber dem Hund?

    Die Lütte braucht Zeit und Geduld. Das blockieren scheint mir Reizüberflutung zu sein und das sie zittert, wenn sie einfach hochgehoben wird und ne steile Treppe runtergetragen wird verwundert mich auch nicht.

  • Die Treppe würde ich wohl auch tragen, aber trotzdem versuchen, dass sie sie irgendwann laufen kann. Also erst mal die andere Richtung von unten nach oben versuchen. Gaaaaaaaaanz viel Zeit lassen, auf die Treppenstufen setzen und warten. Jeden schritt in die richtige Richtung belohnen. Wenn sie Leckerlis nimmt, damit, oder mit ruhigem stimmlichen Lob.

    Draußen würde ich ihr ebenfalls Zeit lassen. Das hat nichts mit Grenzen austesten zu tun und du solltest hier sehr viel Geduld haben. Das Erfolgserlebnis ist für den Hund sehr viel größer, wenn er etwas selbst schafft, als wenn er einfach weitergezogen wird.
    Geh in die Richtung in die ihr wollt etwas vor wenn sie sich wieder hinsetzt oder hinlegt und geh in die Hocke und warte.
    Kommt sie irgenwann zu dir, lob sie durch ruhiges Streicheln und geh dann weiter. Blockiert sie wieder, das gleiche Spielchen von vorne.

  • Erstmal Danke für die vielen Antworten.
    Wir haben dem Hund ratschlaggemäß Zeit gegeben. Viele Sachen sind deutlich besser geworden. Es wird an der Reizüberflutung gelegen haben. Meisten läuft Gassigehen mittlerweile problemlos ab. Sie blockt nurnoch wenig und wird von Tag zu Tag mutiger. Ausnahme bleibt das Areal direkt vor der Haustür, was ihr nach wie vor angst macht.
    Selbst mit den Treppen hat sie sich mittlerweile soweit angefreundet, dass sie sie zT selbst hochläuft. Runter weigert sie sich, vermutlich weils zuhause sicherer ist ^^; wird aber auch nicht genötigt diese abwärts zu gehen, da sie rutschig sind und keiner möchte, dass der Hund das komplette Treppenhaus runterkracht.

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