neuer Begleiter!?

  • Hallo!
    Mein Hund ist vor zwei Jahren im Alter von fast 14 Jahren gestorben. Er war für mich der beste Freund und einfach nur einzigartig. Ich war 11, als ich ihn bekam, bin also mit ihm groß geworden und wir waren ein Herz und eine Seele. Er war bis ins hohe Alter noch sehr fit, man sah ihm sein Alter auch gar nicht an. Er ist dann aber aufgrund eines Lungenhochdrucks schnell gestorben. Jeder der seinen Hund auch gehen lassen musste, kennt sicherlich diesen Schmerz. Es war und ist so furchtbar und ich vermisse ihn so sehr. Jetzt sind schon zwei Jahre her, anfangs verkroch ich mich in meinem Zimmer, lag den ganzen Tag nur im Bett, war wie gelähmt. Dann zwangen mich meine Eltern wieder in die Uni zu gehen, den Alltag aufzunehmen, was auch gut war. Die ganze Zeit sprach ich aber nicht über den Tod meines Hundes, mir graute es immer Leute zu treffen, die einen darauf ansprachen. Anderen Leuten, die mich nicht darauf ansprachen, erzählte ich auch nichts. Und dann waren die Leute(Freunde), die keinen Draht zu Tieren hatten und diese Trauer nicht nachvollziehen konnten.
    Ich habe mich viel um mein Pferd gekümmert, die Beziehung zu ihr wurde immer enger, was vorher nie so extrem war. Ich hatte manchmal das Gefühl, das ich mich jetzt an ihr festklammer, da sie das einzige vertraute Tier noch für mich ist,mit dem ich auch aufgewachsen bin. Ich dachte ich habe den Tod meines Hundes in den zwei JAhren verarbeitet, es drängte sich sogar Anfang des JAhres der Wunsch nach einem neuen Begleiter auf. Ich bin einfach viel in der Natur unterwegs, aber ohne Hund macht es einfach nur halb so viel Spaß. Wir wollten aber nichts überstürzen, ließen uns Zeit und nun haben wir seit drei Tagen einen 10 Wochen alten Welpen im Haus. Und bei mir herrscht nun völliges Gefühlschaos und mir geht's schlecht wie lange nicht mehr. Als wir zu den Züchtern fuhren und uns die Welpen anguckten, hatte ich kein Problem damit, an dem Tag an dem wir ihn abholten, wollte ich das schon gar nicht mehr. Ich habe aber nichts gesagt, mein Freund freute sich schon so sehr und eigentlich wollten wir es doch auch. Aber nun ist es so, dass ich nur noch traurig bin, das Erziehen, das Gassi gehen erinnert mich nur an meinen alten Hund und es tut so weh, dass er nicht mehr da ist. Ich merke, dass ich seinen Tod noch längst nicht überwunden habe, ich wünschte mir so sehr, dass ich an die schönen Zeiten denke, aber ich hab alles in den zwei JAhren scheinbar verdrängt. Es tut mir so unendlich leid für den kleinen Knirps, dass ich es einfach nur schrecklich finde, ihn ins Haus geholt zu haben, ich mache mir wahnsinnige Vorwürfe, komme mir so verantwortungslos vor. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele alte Gefühle wiederhochkommen und mich wieder so lähmen. Ich hoffe so sehr, dass der Kleine doch auch einen Platz in meinem Herzen kriegen kann und ich mich ihm öffnen kann. Hat jemand von euch ähnliches erlebt? Wie war es für euch einen neuen Begleiter ins Haus zu holen!?
    Traurige und verzweifelte Grüße :sad2: , Saskia

  • so erlebt habe ich es selbst noch nicht wie du es beschreibst, obwohl wir schon einige hunde (und andere tiere) gehen lassen mussten.
    wenn deine gefühle so hoch kommen, denke ich hast du in der zeit zuvor nicht wirklich trauern können...
    das ist völlig normal.
    du wirst sehen, dass es sich bessert und du dich mehr und mehr deinem neuen welpen öffnest.
    da er erst drei tage bei euch ist, beduetet dies noch gar nichts.
    lasse ihn dein herz erobern..
    du wirst sehen dass es nur seine zeit braucht.

  • Hallo Saskia,

    ich war vor ca. 9 Monaten in der gleichen Situation.

    Ich hatte immer meine Hündin Tini, aber durch einen schrecklichen Unfall starb sie dann in meinen Armen. Ich konnte ihren Tod nie verarbeiten. Dann vor 9 Monaten bat mich eine Freundin mit ihr zu einem Züchter zu fahren, da sie sich einen Welpen holen wollte und ich doch mehr Ahnung habe als sie. Als wir dann dort waren, gab es zwei Welpen Timmy, den Hund meiner Freundin, und eine Hündin. Ich streichelte einfach nur die Hündin und dann sagte mir die "Züchterin", dass eh niemand die Hündin wolle und sie krank sei und deswegen bald getötet wurde. Ohne darüber nachzudenken was das bedeutet habe ich die Kleine gepackt und einfach mit nachhause genommen. Mein Freund war absolut geschockt, weil er nicht damit rechnete und ich? Ich war genauso überfordert wie du, plötzlich waren alle Gefühle, die ich lange verdrängt habe wieder da und ich musste mich damit auseinandersetzen. Das Würmchen war noch viel zu jung. Der Tierarzt sagte auch, dass die beiden nie im Leben älter als 6 Wochen waren, laut "Züchterin" (wohl eher Vermehrer) waren sie 12 Wochen. Auf jeden Fall hat die Kleine viel geweint und war total ängstlich und weil ich sie nicht so leiden sehen wollte, habe ich angefangen sie wie ein Känguru mit einem Beutel rum zu tragen und habe mich immer zu ihr gelegt. Ich habe einfach nicht mehr darüber nachgedacht. Anfangs hatte ich echt Angst, dass ich damit Tini verraten könnte :/

    Aber jetzt? Ich liebe die Kleine über alles und ich weiß, dass Tini froh wäre, dass ich Amy gefunden habe.

    Eigentlich wollte ich dir damit nur sagen, irgendwann kommt der Punkt, wo du den oder die Kleine liebst. Du wirst den anderen Hund NIE vergessen, aber es wird dir leichter fallen. Wer weiß, vielleicht hat dein "alter" Hund dir das kleine Würmchen ja geschickt um dich aufzumuntern? :smile:

    Du schaffst das :gut:

  • Hallo Saskia,

    deine Situation kann ich sehr gut verstehen.
    Ich war damals 7 als Baffy als Welpe einzog und mich (uns) 16 Jahre begleitete. 2008 mussten wir sie gehen lassen.

    In der Zwischenzeit ist viel passiert. Ich zog in eine eigene Wohnung und hatte wegen Ausbildung etc. keine Möglichkeit einen Hund zu halten. Mein Traum war es immer in das Elternhaus zurück zu ziehen und dort auch wieder einen Hund haben zu können.
    Vor knapp 2 Jahren kam dieser Traum endlich näher, wobei noch lange nicht an umziehen zu denken war. In diesem Jahr war es endlich soweit und seit 8 Wochen ist klein Frieda hier.
    So viele Leute haben mich (und meinen Dad) inzwischen schon angesprochen: Ist das die neue Baffy? Sogar die Tierärztin wo wir früher schon waren.
    Mich nervt diese Fragerei einfach, aber nach ein paar Malen habe ich gelernt drüber zu stehen.
    Für mich ein mein "Hundeleben" hat ein neuer Abschnitt begonnen, den ich in vollen Zügen genieße. Frieda gegenüber wäre es nicht fair sie mit Baffy zu vergleichen. Sie trinkt hier aus dem alten Napf von Baffy, was mich anfangs traurig gemacht hat, mich aber heute mit stolz erfüllt. Ebenso wenn Frieda an Plätzen im Büro liegt, die Baffy schon als ihre Lieblingsplätze ausgewählt hat.
    Baffy hat mir als Kind soviel gegeben, vor allem als sich meine Eltern getrennt haben, war sie da.

    Versuche dem Welpen eine Chance zu geben einen Platz in deinem Leben und Herzen zu bekommen. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben.

    Ich wünsche dir viel Kraft.

    Liebe Grüße
    Vreni

  • Hallo,
    also meine Yorkiehündin musste ich im Januar diesen Jahres einschläfern lassen.
    Somit war meine Chihuahuadame völlig alleine.So kam es,dass mein Mann und ich uns noch einen zweiten Chihuahua kauften.Das klingt jetzt so als wenn ich meine Hündin ersetzen wollte,so war es aber nicht.
    Ich wollte meiner Hündin ihre Trauer nehmen,sie fraß nicht mehr,war demotiviert.Als der Kleine dann bei uns war,hatte sie wieder Freude,fraß und spielte immer mit dem Kleinen.Ich beachtete den Kleinen 3 Tage lang nicht weil ich nur noch an meine tote Nelly gedacht habe.
    Aber:Er war so tollpatschig,so drollig,das ich immer mehr schmunzeln musste und ihm eine Chance gab.Heute lieben wir uns heiß und innig.Ganz anders als bei Nelly.Sie war ein Hund,der so liebevoll,zärtlich und so viel Lebensfreude ausstrahlte,sie war einfach mein Omchen.(habe das Einauge ;) bekommen,da war sie neun)Will sagen:Mir wurde bewusst,dass kein Hund meine Nelly ersetzen kann.Für mich war sie einzigartig.Hab mir ihren namen tattowieren lassen.Aber meine anderen Hunde liebe ich auch,nur eben auf eine andere Art und Weise.
    Ich vergleiche sie auch nicht mehr.Und Schuldgefühle wegen des Welpen musst du nicht haben.Du verrätst sie nicht.Deine Hündin wäre sicher froh dich wieder lachen zu sehen.Gib ihm die Chance dir zu zeigen wie liebenswert er ist.Der Welpe kann nichts dafür.
    Alles Liebe

  • Hallo!
    Vielen Dank für eure lieben Antworten. Es hat mich doch sehr aufgebaut eure Geschichten zu lesen und mir gezeigt, dass es nicht nur mir so geht und dass ihr das auch geschafft habt. Teilweise konnte ich auch sogar Parallelen ziehen zu eure erfahrungen, wie zum Beispiel von den Nachbarn angesprochen zu werden... Für mich ist es nach wie vor eine Überwindung mit dem Kleinen rauszugehen und andere Menschen zu treffen. Ich hoffe, das legt sich bald. Wann kam bei euch so der Punkt, als "es so langsam ging"?
    Also tausend Dank euch erstmal!
    Liebe Grüße,
    Saskia

  • Zitat

    Wann kam bei euch so der Punkt, als "es so langsam ging"?

    Bei mir hat es wirklich sehr lange gedauert, weil ich mir immer noch Vorwürfe wegen des Todes meiner ersten Hündin gemacht hab. Erst nach so ca. einem Monat konnte ich es richtig akzeptieren.

  • Suche hier im Forum doch einmal nach Threads zum Thema "Welpenblues".
    Selbst ohne eine Vorgeschichte wie bei dir, kommen viele Neu-Welpen-Besitzer in den ersten Tagen an ihre Grenzen und habe extreme Zweifel. Dazu kommt, dass man mit Welpe dann kaum schläft... und und und :) Wenn dann noch die Erinnerungen an deinen "Seelenhund" dazukommen, dann ist das sicher nicht leicht.

    Sicher kommen bald immer wieder Punkte, wo es wunderschön und vielleicht auch ganz anders mit dem Welpen wird, als mit deinem früheren Hund. Und wo du das genießen kannst. Ich wünsch dir alles Gute. Bin mir aber sicher, der Welpe wird bald auch ein Trost für dich sein, weil er dich braucht, dich aufmuntert und dich zum lachen bringt :)

  • Trauer verläuft in verschiedenen Phasen, vielleicht googlest du mal "Trauerprozess" oder "Trauerphasen", da gibt es einiges zu lesen und vielleicht hilft es dir ein wenig beim Verstehen deiner Gefühle weiter.

    Alles Gute für dich

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