Zwei Fragen ...
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Hallo!
Wir haben seit Sonntag unsere kleine Zwergspitz-Dame Hermine. Sie ist jetzt 3 Monate alt und trotz Lesens eines Erziehungsratgebers für Hunde habe ich mal 2 aktuelle Fragen:
1.: Wie viel Kauspielzeug braucht so ein Welpe? Sie hat so ein Seil, das sie sehr mag. Aber wir nehmen das weg, wenn wir nicht damit spielen, weil das so in unserem Buch steht (damit sie merkt, dass das Spielzeug uns gehört und nicht ihr, und damit wir das Spiel beginnen und beenden können). Manchmal kaut sie dann an ihrem Körbchen oder ihrer Hundedecke rum (es ist aber immer jemand zuhause, sie ist also nie allein). Braucht sie mehr Spielzeug zum Kauen? Sollen wir nur das wegnehmen, was sie am liebsten hat, und ihr den Rest zur Beschäftigung lassen? Oder ist es in Ordnung, wenn sie Körbchen und Decke ankaut?
2.: Sie ist schon gut sozialisiert zu uns gekommen, hat keine Berührungsängste mit Menschen und anderen Hunden. Aber seit gestern Abend fängt sie doch an zu bellen, wenn Hunde am Fenster vorbeigehen. Als wir nachts nochmal draußen waren, ist sie nacheinander vor 2 anderen Hunden weggelaufen. Ich kann mir nicht erklären, woran das liegt. Und in der Wohnung soll sie natürlich nicht bellen. Wir wohnen in einem hellhörigen Berliner Neubau

Vielleicht habt ihr Tipps oder Ideen für mich! Danke schonmal

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1. Ich finde, dass ein junger Hund durchaus ein beliebtes Spielzeug zur Verfügung haben darf, ein Kuscheltier oder ein Spielseil oder ein Gummiknochen zum drauf rum kaufen. Junge Hunde erfahren ihre Umwelt über das Maul/die Zähne und da die Zahnung ja bald bevor steht, sind Kauartikel schon wichtig, eben auch, damit der Hund sich nicht an Körbchen und Decken oder anderen Dingen vergreifen muss.
Kauknochen, Kaustäbchen - also alles, was komplett gefressen werden darf, würde ICH zur Verfügung stellen. Solange der Hund drauf rumkaut, gut, wenn er es nur irgendwo rum liegen lässt, weg damit.Zum Spielen oder Üben würde ich Spielzeug nehmen, das nur dann zum Einsatz kommt und gerade, wenn es am schönsten ist, wieder weg gepackt wird. Dann bleibt der Hund motiviert und das Spielzeug bleibt etwas Besonderes.
2. Der Spitz ist ein sehr bellfreudiger Hund. Ihm das Bellen abzugewöhnen halte ich für sehr schwer. Eventuell geht nur, das Bellen abzubrechen, indem man ihm eine Alternative anbietet. Kurz melden ist ok, auf Dein Kommando hin sollte aber Ruhe sein und dann wird er zum Beispiel als Alternative auf seine Decke geschickt und bekommt dort eine Belohnung, wenn er ruhig ist.
Ebenso könnte man ihm das Bellen auf Kommando beibringen, dann kann es eventuell leichter sind, das Bellen auch wieder zu stoppen.
Darauf achten würde ich auch in Besuchersituationen und von Anfang an dem Hund ruhiges Verhalten beibringen, wenn es an der Tür klingelt, so dass er erst gar nicht lernt, zur Haustür zu laufen und dort Besucher anzumelden.
Ihr solltet ihm vermitteln, dass ihr euch um "Gefahrenabwehr" kümmert.
Dazu gehört auch, dass der Hund einen festen Liegeplatz an einer strategisch möglichst ungünstigen Stelle in der Wohnung hat und lernt, auf Kommando dort hin zu gehen und Ruhe zu bewahren. Also mal eine Bewegungseinschränkung zu erfahren. Das verhindert zu sehr hoch pushendes Verhalten und entstresst den Hund. -
Zitat
.......Wir wohnen in einem hellhörigen Berliner Neubau ;)....
...und dann schafft Ihr Euch nen Spitz an? Na denn mal viel Spaß..... *gg
Aber im Ernst: bei mir daheim liegt auch Spielzeug rum, zumindest diese Fadenknochen/Zerrseile oder wie immer man die bezeichnen mag. Das schont die Teppiche und Decken, und die Hundis können die Zähnchen pflegen -is wie Zahnseide *gg und sie tragen sie gerne rum, zerren damit zusammen oder knabbern dran.
Also man muß nicht immer buchstabengetreu alles umsetzen, was in den Büchern steht...
Diese Empfehlung ist ein Relikt aus Zeiten, als man noch an einen Rangordnung Hund-Mensch glaubte, sodaß man mit dem Besitz des Spielzeugs als Frauchen/Herrchen zeigte, daß man quasi der Chef ist, der einteilt, wann gespielt wird. Hab ich net nötig - mein Hund erkennt auch so, daß man meine Kommandos befolgen sollte, weil ich sie schlicht und ergreifend durchsetze (also konsequent auf der Ausführung bestehe). Dazu brauch ich kein Schild á la "ich bin hier der Chef!" ;-), sondern Autorität hat man einfach, wenn man souverän und zuverlässig immer gleich reagiert, und eben konsequent ist. Dann kann man sich das (virtuelle) "Ich bin Chef"-Schild sparen...

Es kann evtl. passieren, wenn ein Hund daheim Spiezeug zur freien Verfügung hat, daß Du dann draußen weniger Möglichkeiten hast, ihn auf Dich konzentriert zu kriegen, weil selbst wenn Du das Teil dann mitnimmst und ein Spiel anbietest - er hat´s ja eh den ganzen Tag und ignoriert´s dann draußen, weil es Aufregenderes gibt. Das wäre z.B. ein sinnvoller Hintergrund zu solchen Empfehlungen.... Aber das ist abhängig vom Hund. Wenn der Hund draußen eh für Leckerli alles tut, zurückkommt etc., ist es egal, wenn er das Spielzeug daheim rumliegen hat.
Mein Bossi hat aber z.B. anfangs gar kein Leckerli genommen unterwegs als Bestätigung für den Rückruf - "keine Zeit, muß alles erkunden" ;-) Den hab ich dann mit Spielzeug gekriegt, weil er dann mit mir zusammen spielen konnte (Zerrspiel oder Apportieren), und das fand er noch viel toller als andere Hunde/Leute etc., während er für Leckerli sich nicht hatte abrufen lassen anfangs. Daher hatte er in dem Zeitraum erstmal kein Spiele daheim. Heute haben sie es wieder, aber ich spiele auch heute nur draußen mit ihnen damit. Sozusagen als Kompromiß... Weil Zerrseil allein zum Kauen ok - aber Spielen mit Fraule is superdupertoll..... und das gibt´s eben nur draußen, damit Hund auf mich fokussiert ist und sich gerne abrufen läßt, weil er weiß, das kriegt er zur Bestätigung.Außerdem - und den Grund würde ich auch als sinnvollen akzeptieren: es könnte passieren, daß ein Hund anfängt, sein Spielzeug als seine Ressource zu verteidigen. Dies sollte nicht vorkommen, denn die Aktion "etwas hergeben" betrifft auch z.B. mögliche Giftköder oder ekliges Zeugs unterwegs, das er nicht aufnehmen bzw. problemlos wieder hergeben soll aus Sicherheitsgründen. Also muß er lernen, im Zweifel alles, was er hat, auch wieder herzugeben, ohne es dem Menschen gegenüber zu verteidigen (und das noch gerne, weil es sonst nicht zuverlässig klappt! Also über Tauschgeschäfte o.ä. mit Superleckerli.).
Sollte also ein Hund anfangen, seine Ressourcen (und dazu gehören neben Spielzeugen auch Futter, sein Fraule/Herrchen, Körbchen u.v.a., je nach Hund) zu verteidigen (und sich evtl. mit anderen Hunden zu prügeln dafür), das wäre dann der Moment, wo ich kein Spielzeug mehr zur freien Verfügung geben würde, getrennt füttern würde, jedem sein festes Körbchen zuweisen würde mit dem Verbot, das jeweils andere zu betreten etc., und natürlich extrem daran arbeiten würde, dies alles wieder problemlos vom Hund anvertraut zu bekommen - aber das ist dann ne andere Baustelle... Wenn der Hund aber keine Ressourcen verteidigt, sehe ich das für mich als überflüssig an. Klar, man kann´s als Vorsichtsmaßnahme umsetzen, aber - naja, ich fänd´s übertrieben.... -
Vielen Dank ihr beiden :)
Jetzt habe ich allerdings ein bisschen Angst bekommen, weil ich nicht wusste, dass Spitze bellfreudig sind
Hatte mich zwar vorher belesen, aber das stand nicht dabei ... hmmmm ich schätze, durch gute Erziehung ("Aus", "Nein", "Körbchen", usw.) wird sich das sicher in den Griff kriegen lassen. Naja, in nächster Zukunft ist auf jeden Fall für uns Anfänger Hundeschule angesagt ...Ihr Seil lasse ich der kleinen Hermine jetzt liegen. Kauknochen (zum Aufessen) liebt sie auch, aber wir wissen nicht genau, wie viel mal ihr davon geben darf ...
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Zitat
Ihr Seil lasse ich der kleinen Hermine jetzt liegen. Kauknochen (zum Aufessen) liebt sie auch, aber wir wissen nicht genau, wie viel mal ihr davon geben darf ...Ich habe Rinderhautknochen und da frisst Amy auch so ca. 1 Woche hin. Den bekommt sie so alle 1,5 Wochen einen neuen. Also so ca. 2 im Monat.
ZitatJetzt habe ich allerdings ein bisschen Angst bekommen, weil ich nicht wusste, dass Spitze bellfreudig sind
Nicht alle Spitze sind so, auch wenn sie immer so hingestellt werden. Meine Mutter hatte selbst einen Spitz 17 Jahre lang, die war total lieb und hat fast nie gebellt, auch der von den Nachbarn.
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Ich habe zur Zeit einen 8,5jährigen Mittelspitz als Pflegehund.
Er hat bisher immer seinen Kopf durchgekriegt und muss bei mir nun etwas umlernen.
Anfangs hat er alles und jedes verbellt. Nun ist es deutlich weniger geworden. Er macht noch ein Riesen-Palaver, wenn es mal an der Tür klingelt, aber ich bekomme ihn ruhiger, indem ich diesen "sch-" Laut benutze, den die ganzen Hundeflüsterer immer benutzen.
Es ist tatsächlich so, dass der Spitz dadurch erkennt, ich habe die "Gefahr" wahrgenommen, und eher bereit ist, mit dem Bellen aufzuhören.
Wenn er schnell mit dem Bellen aufhört und - zB der Hund oder Mensch, der der Auslöser dafür war, an uns vorbei ist, lobe ich ihn.
Überhaupt ist er ein Hund mit einem sehr großen "will to please". Er lernt gern und schnell, ist unterwegs sehr aufmerksam und fragt mich sehr oft, wie es nun weiter geht.
Er drängt sich ab und zu in die Rolle als Rudelführer, ist aber dann tatsächlich - ich hätte es nie geglaubt, wenn ich es nicht selbst erleben würde - richtig glücklich und erleichtert, wenn er seinen Willen NICHT durchbekommt.
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