Bellen und Wachen
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Liebe DFler,
ich schreibe um diese Uhrzeit, weil mich ein Problem nicht schlafen lässt. Ich hoffe ich finde bei euch Rat.
Unser 8 Monate alter Aussiejunge macht sich eigentlich ganz hervorragend. Wir haben nur eine große Baustelle bei der ich mittlerweile einfach nicht mehr weiß was ich machen soll.Ich habe das Gefühl, dass Stuart einen unheimlichen Wachtrieb hat (oder einfach sehr unsicher ist???Altersbedingt???). Es äußert sich auf jeden Fall so, dass es ihm in fremden Umgebungen unmöglich ist abzuschalten und sich länger als ein paar Sekunden ruhig hinzulegen. Wir waren ein paar Tage mit ihm Campen und er hat tagsüber tatsächlich nur geschlafen, wenn wir beide mit ihm im Zelt waren. Erst nach ca 3 Tagen legt er sich kurz hin und döst. Ist aber bei jedem Geräusch wieder auf den Beinen und muss gucken gehen...
Zuhause in unserer Wohnung bellt er unheimlich oft wenn er draußen etwas hört - schreiende Kinder, Hunde, Vögel...
Bisher habe ich es so gemacht, dass ich immer "schluss" gesagt habe wenn er gebellt hat. Hat er aufgehört wurde er gelobt. Hat er von vornherein nicht gebellt und mich nur angeschaut wird er ganz doll gelobt. Das funktioniert im Großen und Ganzen auch ganz ordentlich, scheint mir aber nicht die optimale Lösung zu sein. Außerdem wird das Bellen schlimmer wenn ich zB auf dem WC und für ihn so kurzzeitig nicht zu erreichen bin. Und manchmal fängt er auch so unvermittelt so dolle an zu bellen, dass ich mich einfach total erschrecke. So zB eben gerade als ich schon eingeschlafen war und er wie ein Verrückter anfängt direkt neben mir vor dem Bett zu bellen. Ich habe mich so erschrocken, dass ich ihn richtig heftig angefahren habe. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich wirklich manchmal super impulsiv bin, aber ich versuche in der Regel ruhig und besonnen mit ihm umzugehen. In solchen Situationen gelingt mir das aber nicht.... Ich habe so ein schlechtes Gewissen, dass ich jetzt hier mitten in der Nacht den Tränen nahe am Rechner sitze...
Habt ihr vllt Ideen was ich wegen dem bellen in der Wohnung unternehmen kann?
Und was ich machen kann, damit er außerhalb der Wohnung auch etwas entspannter wird und nicht meint, uns immer im Auge behalten zu müssen?
Mich würde auch interessieren, woran dieses Verhalten genau liegt. Im Hundesportverein meinte ein Trainer wir müssten mehr mit ihm trainieren, damit er eine Aufgabe hat und sich nicht selbst welche sucht. Aber ich "arbeite" jeden Tag ein bisschen mit ihm. Wir machen so viel, dass ich das Gefühl habe, dass er nach den Spaziergängen gut ausgelastet, aber nicht vor Überforderung überdreht ist. Eigentlich will ich nicht noch mehr machen, denn ich habe nicht das Gefühl dass es ihm dann im Großen und Ganzen besser geht. Er bellt uns ja auch nicht an - was ja evtl darauf hindeuten könnte, dass er sich langweilt. Oder schätze ich das völlig falsch ein?Ich bin wirklich für jeden Hinweis und jeden Tipp dankbar. Tut mir leid, wegen des Romans. Ich hoffe ich habe nichts wichtiges vergessen.
Alles Liebe Franzi & Stuart
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Hallo,
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Hi Franzi,
an deiner Stelle würde ich mir weder wegen des allgemeinen Ansatzes noch wegen des sehr ehrlichen Ausrastens Sorgen machen. M.E. riechen Hunde schon, wenn wir uns anders fühlen, als wir uns verhalten. Du warst erschrocken und aufgeregt -- ich finds sogar gut, dass du das deinem Hund ehrlich und direlt vermittelt hast, du hast ihm damit m.E. vermittelt, es liegt an ihm und nicht an irgendetwas Schlimmem in der Umwelt.
Klar ist es besser, wenn du ihm vermittelst, seine Empfindungen beeinflussen Deine nicht, Letztere lassen sich nur durch echte Gefahr aus dem Lot bringen. Aber ich kenne echt wenige Menschen, die sich immer und überall so unter Kontrolle haben (und ich finds ehrlich gesagt auch gar nicht erstrebenswert).
Dein Hund kommt in die bzw. steckt schon in der Pubertät, da wird er deine Geduld noch verschiedentlich auf die Probe stellen. Die Pubertät ist für alle Beteiligten eine Achterbahn. Mach dir einfach klar, er braucht klare, gleich bleibende Grenzen, und ebensosehr braucht er klare, gleich bleibende Zuneigung -- dann kann imho nix schief laufen, auch wenn es zwischenzeitlich chaotisch wird

Liebe Grüße
Kay
P.S. Bei meinen Hunden hat es geholfen, dass ich sie ernst nehme, bevor ich dann Anweisungen gebe, z.B. -- Sirene tönt / irgendwas bewegt sich am Zaum -- Hund bellt -- ich sage "Oh, danke, Maus" und schicke sie erst danach auf ihren Platz. Muss nicht auf jeden Hund/Halter zutreffen :) -
Du hast mein vollstes Mitgefühl...
Ich habe hier auch zwei solcher Raketen sitzen. Am Anfang war es so schlimm, dass sie jedes Katzenprügeln, jeden Ruf nach seinem Hund, jedes Kinderlachen mit wildem Bellen quittiert haben, auch mitten in der Nacht.
Ich habe folgendermaßen reagiert: Wurde ich von ihnen wachgeschreckt wurde ich echt ungehalten! Ich habe sie drohend angeschaut, wenn möglich, Motte flog sofort im hohen Bogen aus dem Bett, ich hab sie beide ernsthaft angebrüllt. Ich hasse es, wenn ich mitten in der Nacht geweckt werde!! Ich schlafe eh schon prinzipiell sehr schlecht (Nebenwirkungen von jahrelanger Wechselschicht).
War irgendwas und ich lag im Bett, war also auch einigermaßen wach, habe ich die Quittierung entweder schlichtweg überhört (ok, Frauchen kümmert's nicht, ist also in Ordnung) oder mit "ist gut" kommentiert, bei uns ein "alles klar, ich hab's gehört/gesehen, ist nicht wichtig".Seit da an reagieren sie nur noch was heftiger, wenn die Omi sich wirklich richtig erschreckt (kann auch schon mal geträumt sein
) oder draußen der Fuchs schreit, der ist einfach zu selten da
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Hast Du mal die Rassebeschreibung vom Aussie angekuckt -- der hat nunmal nen gehörigen Wachtrieb.... Wegkriegen kannst das net, höchstens eben damit umgehen, wie schon beschrieben. "Wie - da ist was?" - Hund loben für´s Melden, nachgucken, "Alles ok" sagen und wieder hinsetzen. Weiterbellen unterbinden. Er darf melden, aber net Dauerkläffen. evtl. kannst ihm beibringen, einfach nur zu Dir zu kommen, statt zu bellen, indem Du, sobald er nach nem Geräusch bellt, ihn zu Dir rufst und ein Leckerli gibst. Irgendwann verknüpft er dann: "vorbeigehende Person = Leckerli bei Fraule", und läßt dann das längere Bellen, weil er ja zu Dir kommen muß, um das Leckerli abzuholen. Da muß man nur mit dem timing aufpassen - nicht Leckerli geben, während der Hund noch bellt, sonst verknüpft er "intensiv Melden = Leckerli" - und ist ja gerade nicht das, was man erreichen will *gg Wenn das so klappt, als nächsten Schritt evtl. statt zu Dir rufen, ins Körbchen schicken und das Leckerli dort hinbringen und geben, wenn der Hund ruhig ist. Wichtig: Du mußt selbst hören, was der Hund gerade meldet. Weil sonst hat man nämlich ganz schnell bei nem klugen Hund das Problem, daß er tagsüber immer wieder mal kläfft, weil er, wenn er kläfft, ja immer Leckerli kriegt. Also nur Leckerli geben, wenn Du selbst genau gehört hast, daß da echt was ist... (sonst heißt die Verknüpfung "Bellen = Leckerli"....*hilfe....)
So mach ich das mit meiner Biene auch - die hat auch das "Wachgen", als Pudel-/Pinscher-Mix auch noch von beiden Seiten mitbekommen.... *gg
Das mit dem Kläffen, wenn ich im Bett bin, kenn ich auch: ich tief am Schlafen, die Madame in meiner Halsbeuge zusammengerollt, draußen geht wer an der Wohnungstüre vorbei. Hund kläfft in voller Lautstärke, Fraule fällt fast vom Bett vor Schreck...... Immerhin liegt ja die Hundeline direkt neben dem Ohr.... *aua.... Dann gibt´s auch regelmäßig Ärger (ein Maulen "EEEEy-spinnst Du?" oder ähnliche Nettigkeiten
und nen Schubser), weil sowas brauch ich net. (Hab ich erwähnt, daß ich, wenn ich müde bin, eklig werden kann? *gg) -
Eine ehrliche, spontane Antwort auf ne "Frechheit" muss selbst mein Sensibelchen ertragen. So weit kann ich mich einfach nicht verbiegen und Hund ueberlebt das auch. Da wuerd ich mir jetzt keinen Kopf mehr drum machen.
Ansonsten faengt Hund mit 8 Monaten natuerlich an, mehr aufzupassen und das auch kund zu tun. Ignorieren oder grundsaetzlich abrechen fand ich auch nie passend. Ich habe das anfangs so wie Geordie gehalten. Hab kurz geguckt, was es wohl gibt und dann recht neutral irgendwas gesagt, a la: hab ich gesehen, ist ok, ist jetzt meine Verantwortung. Mit der Zeit wird unwichtiger Kram, wie der x. Passant dann auch weniger und irgendwann gar nicht mehr gemeldet.
Im Moment hat man nachts ja viele Fenster auf, Jugendliche haben Ferien streifen noch mal durch die Strassen... alles Punkte, warum Hund mehr hoert. Keine Ahnung, wie Du wohnst. Ich mache nur die Fenster "nach hinten raus" auf, um solche Stoereffekte zu minimieren. Wenn jetzt trotzdem wer bellt, dann gibts verbal was auf den Deckel und Hund gewoehnt sich in ein paar Naechten daran, dass er mehr hoert und das trotzdem nicht lauthals kundtun muss.
Wenn aber nachts richtig Alarm ist, den Unterschied in der Belle hoert man irgendwann, dann mach ich Festbeleuchtung und geh mit allen Hunden raus. Hundepraesenz kann auch mal hilfreich sein.
Das ist bei uns so der normale Kram, zwecks Wachen und Bellen. Geordy allerdings kann teilweise auch schlecht "los lassen". Der meint scheinbar, er muss abends noch alles unter Kontrolle halten. Dann liegt er im Garten und meldet mit einem Wuffer jeden Passanten. Wenn ich ihn dann reinhole und ihm sage, dass definitiv Feierabend und Freizeit ist, dann fallen dem im Sitzen die Augen zu und ratzfatz pennt der. Wenn Du den Eindruck hast, dass das so was ist, dann hilft vielleicht ein Ruhe-Ritual, ein Feierabend-Signal, auf den Platz schicken, irgend sowas.
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Klingt nach einem ganz normalen Aussie, der seiner Rasse entspricht.
Beim Loben für das Melden habe ich bei solchen Rassetypen immer ein wenig Bauchschmerzen, denn es kann sehr schnell passieren, dass die immer mehr aufpassen, weil sie denken, dass das ihr Mensch möchte, denn der lobt ja dann am Ende der Verhaltenskette. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er keine Ruhe finden kann, wenn Du nicht da bist - wie soll er seinen Job machen, wenn Du nicht anwesend bist um ihn in seiner Arbeit zu bestätigen? Und einen Beschäftigungsjunkie hat man sich bei solchen Hunden sehr schnell gestrickt. A propos: Ich finde nicht, dass ein Hund mit acht Monaten Beschäftigung braucht bzw. ich denke, dass die Alltagserziehung völlig ausreicht und der Rest sie meist eher überfordert...
Viele Grüße
Corinna -
Guten Morgen!
Vielen vielen Dank für eure lieben Antworten!! Ihr habt mir jetzt schon sehr geholfen.
Jedes Mal wenn ich dann doch nicht so geduldig bin wie ich es gern wäre bin ich drauf und dran ihm ein besseres Zuhause zu suchen, weil ich denke das ich alles falsch mache und sowieso ganz furchtbar bin... Ich hab den kleinen Wusel einfach sooo lieb und er ist sooo toll, aber manchmal könnte ich ihm echt das Fell über die Ohren ziehen.
Er is halt unser erster Hund und ich glaube, da schwingt einfach noch viel Unsicherheit bei mir mit. Ich möchte eben alles richtig machen...Habt ihr denn evtl noch Ideen dazu wie ich ihn dazu bringen kann etwas abzuschalten, wenn wir nicht bei uns in der Wohnung sind?
Vielen vielen Dank!
Franzi & StuartPs 1(immer wenn ich abschicken will erscheinen neue Posts): Das mit dem Wachtrieb weiß ich. Einmal Bellen is ja grundsätzlich auch ok. Mich stört halt nur wirklich dieses Dauerbellen, aber da scheint mein Ansatz ja grundsätzlich gar nicht so schlecht zu sein :)
Ps2: Ich wohne für den Wachtrieb eines Aussies völlig ungeeignet. Mitten in einem kleineren Wohngebiet mit Häusern à 21 Parteien (das kommt davon wenn man sich auf die Züchterin verlässt ("Neiiiin Aussies bellen nicht viel - ist Erziehungssache")).
Das was du bei deinem Geordy hast hat Stuart glaube ich wenn wir nicht zuhause, sondern iwo unterwegs, oder zu Besuch sind. Wie kann ich denn dann damit umgehen? Angenommen wir sind bei meinen Eltern im Garten? Einfach neben mich ablegen? Aber da kann ich ihn ja auch nich ewig liegen lassen...Ps3: Was würdest du denn statt dessen machen Corinna? Klar kann das sein, dass er lauter bellt weil niemand da ist der ihn belohnt, aber wie soll ich sonst vorgehen?
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Ich wäre nach wie vor dankbar für alternative Vorschläge...
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Hallo ihr lieben DFler.
Folgendes hat sich jetzt bei uns getan: wir haben jetzt unsere Taktik geändert und sich dazu übergegangen Stuart zu ignorieren wenn er anfängt zu bellen. Außerdem ist uns aufgefallen, dass er immer versucht sich zwischen uns (speziell mich) und das auslösende Geräusch zu stellen. Kann er das nicht und beachte ich ihn nicht wenn er bellt dauert es wirklich richtig lange, bis er wieder runterfährt. Ich überlege jetzt, ob folgendes gute Schritte wären:
1.: wenn er bellt ruhig auf seinen Platz schicken. Das bellen ansonsten ignorieren.
2. Grundsätzlich einen Ruheplatz zuweisen. Die Überlegung resultiert daraus, dass er grundsätzlich vor mir liegt. Sowohl wenn ich auf dem Sofa sitze, als auch wenn ich im Bett liege.Frage: macht das Sinn? Und wie weise ich im einen Ruheplatz zu? Einfach immer wenn er sich hinlegt auf seinen Platz im jeweiligen Raum schicken? Habt ihr in jedem Raum eine Decke, oder wählt ihr einfach einen Platz auf dem Boden?
So viele Fragen... :)
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Zitat
Folgendes hat sich jetzt bei uns getan: wir haben jetzt unsere Taktik geändert und sich dazu übergegangen Stuart zu ignorieren wenn er anfängt zu bellen. Außerdem ist uns aufgefallen, dass er immer versucht sich zwischen uns (speziell mich) und das auslösende Geräusch zu stellen. Kann er das nicht und beachte ich ihn nicht wenn er bellt dauert es wirklich richtig lange, bis er wieder runterfährt.
Logisch. Jetzt denkt er, Du bist zu dusselig, zu merken, dass da ganz was Wichtiges ist. Da muss er ja weiter bellen.Zitat
Ich überlege jetzt, ob folgendes gute Schritte wären:
1.: wenn er bellt ruhig auf seinen Platz schicken. Das bellen ansonsten ignorieren.
Bellen ignorieren wuerde ich nur in Erwaegung ziehen, wenn er Dich direkt anbellt, um Aufmerksamkeit/Beschaeftigung/sonstwas zu erhalten. Wenn da aber ein Ausloeser (Wachen) ist, musst Du uebernehmen, damit das Ding fuer ihn durch ist.
Ich mache das wirklich neutral. Gucken was da ist, das kommentieren und gut. Nicht in lobende Toene ausbrechen, keine Leckerchen. Und wenn Hund meint, rumzubellen, weil die xte Tuer klappt oder was weiss ich... dann gibts auch ein klares "Klappe", fuer eben genau das: Halt die Klappe! Aber auch dafuer gibts keine Leckerchen.Zitat
2. Grundsätzlich einen Ruheplatz zuweisen. Die Überlegung resultiert daraus, dass er grundsätzlich vor mir liegt. Sowohl wenn ich auf dem Sofa sitze, als auch wenn ich im Bett liege.
Die erste Wahl meiner Hunde ist auch in meinem Dunstkreis. Unterm Schreibtisch, vorm Bett, auf dem Sofa... das ist fuer mich kein Problem. Ob das bei Euch problematisch ist, weiss ich natuerlich nicht.
Meine Hunde haben auch keinen Ruheplatz und ich schicke sie nie auf ihren Platz, das ist mir persoenlich schlicht unsymphatisch. Es gibt halt "Feierabend". Das hab ich aber nie so direkt geuebt, sondern als Wort nach jeglichen Aktivitaeten benutzt. Sag ich Feierabend, endet alles. Kein Ball fliegt mehr, kein Clicker wird mehr betaetigt, Feierabend, Schluss, Aus, Ende eben. Immer. Da braucht hund sich nicht mehr die Beine ausreissen, sondern kann zur Ruhe kommen und sich ggf. hinlegen, wo er mag. - Vor einem Moment
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