Aggression in der ersten Läufigkeit

  • Hallo,

    unsere Hera (Bullmastiff) ist nun etwas über 7 Monate und das erste Mal läufig.

    Wir haben noch zwei andere Hunde (englische Bulldoggen, m und w, beide kastriert), mit denen sie immer super klar kam. Es wurde zusammen gespielt, gefressen, gekuschelt usw. Hin und wieder wurde sich mal "angezickt", aber nie schlimm mit Verletzungen etc.

    Nun ist es seit knapp einer Woche, seit wir die Läufigkeit bei Hera bemerkt haben, so, als hätte man bei ihr einen Schalter umgelegt.

    Sie geht unsere kastrierte Hündin immens an. Aus dem Nichts (Hündin lag in der Sonne und hat gedöst) attackiert sie sie. Am Samstag ist das Ganze eskaliert - Hera hatte sich in Sammys Nacken verbissen und sie kräftig geschüttelt. Wieder aus dem Nichts. Es war weder Futter noch Spielzeug noch wir involviert, sodass ich Neid oder Eifersucht ausschließen kann.

    Wir hatten immense Probleme die beiden zu trennen. Selbst zwei Eimer kaltes Wasser haben nichts gebracht.

    Sammy haben wir sofort zum TA gebracht, der die beiden schlimmsten Bisslöcher mit Penicillin versorgte. Ebenso bekam sie schon die erste Laserbehandlung gegen die kommenden Blutergüsse.

    Hera blieb derweil mit meinem Mann im Garten und bekommt heute, wenn sie wieder nach Hause kommen, gleich einen Maulkorb verpasst.

    Gibt sich das nach der Läufigkeit wieder?

    Wie gesagt, vorher gab es bis auf die normalen Zickereien, die nie irgendwie blutig ausgingen, sondern nur laut und mit viel Gekeife waren, nie irgendwelche Probleme zwischen den beiden... Bin total verzweifelt...

  • Hera, die Kriegsgöttin. Entschuldige, bei dem Namen musste ich schmunzeln :)

    Ich kenne das von meiner alten Hündin, sie war brav wie ein Lamm, aber wenn sie läufig war und dann anderen Hündinnen begegnet ist, dann hat es mächtig geknallt, danach war wieder alles gut.

    Ich habe das immer als eine Art "Alphahündinnen"-Verhalten gesehen, als würde sie der anderen zeigen wollen, wer der Boss ist, was aber nur mit dem Hormonen zusammen hang. Da meine Hündinnen ein Einzelhund war, habe ich nichts großartig dagegen unternommen.

    Wie sieht es denn bei euch aus, willst du sie auch kastrieren lassen, ich meine da deine anderen beiden schon kastriert sind, oder wie habt ihr euch das gedacht? Ist sie nur gegen die Hündin aggressiv oder im Allgemeinen zur Zeit?

    Ich würde sie jetzt erstmal während der Läufigkeit nicht mehr unbeaufsichtigt zusammen lassen, ich meine, dass es zwar wohl etwas häftig war, aber ich würde es nicht unbedingt riskieren, dass soetwas passiert, wenn ich nicht dabei bin.

    Eurer ziehen und zerren, beim Auseinanderbringen, könnte das ganze natürlich noch in der Situation verschlimmert haben. Mein jetziger Hund verbeist sich erst recht, wenn ich mit "Gewalt" versuche sie von etwas weg zu bekommen (bei uns ist das jetzt nur am Spielzeug ausgemacht), dafür lernt sie aber ein Abbruchsignal, welches sie auch in solchen Situationen beherrschen muss. Ich habe einen Absoluten Jagdhund, aber sie jagt nicht, was ich wohl nur dem Abbruchsignal zu verdanken habe. (Nur katzen hasst sie so sehr, dass ihr alles egal ist).

    Wie alt ist denn eine zweite Hündin? Wo war der Rüde in dieser Situation?

  • Plötzliche Aggression gegen Artgenossen kann bei der Läufigkeit auftreten, das ist nichts ungewöhnliches. Gerade rund um die Stehtage können massive Aggressionen gegen andere Hündinnen gezeigt werden.
    Es wurden Beobachtungen gemacht, dass häufig in den Tagen der Scheinträchtigkeit eine Art "Wiedergutmachungsverhalten" folgt, bei dem die Hündinnen sich wieder sehr sozial zeigen.

    Auch kann es sein, dass sich das Verhalten in weiteren Läufigkeiten etwas abschwächt. 7 Monate ist für so einen großen Hund mM sehr früh für die erste Läufigkeit und wenn man bedenkt, was hormonell da auf einen charakterlich noch nicht gefstigten Hund einprasselt, da wundert es nicht, dass die nicht mehr ganz richtig ticken in dem Moment.

  • Danke für eure Antworten, nun bin ich etwas beruhigt.

    Unser Rüde war beim Übergriff im Samstag dabei und wollte auch mit druff, aber ihn konnten wir zurückhalten.

    Hera hat auch gegen die alte, unkastrierte Hündin meiner SchiMu (in deren Garten das Ganze stattfand) Aggressionen gezeigt - nur die ältere Labbidame (knapp 9 Jahre) lässt sich das von so nem Dreikäsehoch nicht bieten und hat ihr ziemlich unmissverständlich klar gemacht, dass sie das zu unterlassen hat :)

    Uns gegenüber zeigt sie keinerlei Aggressionen. Auch gegenüber dem Rüden nichts Ernsthaftes. Mal kleinere Kabbeleien, aber bei Weitem nicht so boshaft wie gegenüber Sammy.

    Wir wollten auch Hera kastrieren lassen. In den ersten Tagen der Läufigkeit haben wir dann gesehen, dass sie sich sehr gut selbst säubern kann (Sammy konnte das anatomisch nicht und es sah bei uns immer aus, als würden wir kleine Kinder häuten *Augen roll*). Daher hatten wir überlegt, ihr diesen Eingriff nicht ohne medizinische Notwendigkeit (wie bei Sammy damals, sie hatte eine vereiterte Gebärmutterentzündung) zuzumuten. Und *schwupps* am nächsten Tag beginnt sie mit ihren Attacken *seufz*

    Mein Mann ist zum Glück zur Zeit zu Hause und schmeißt unser Nebengewerbe, sonst wäre es mir auch nicht wohl, die beiden unbeaufsichtigt zu lassen.

    Wir werden morgen mit beiden zum TA gehen (Sammy zur Nachkontrolle und Hera zur allgemeinen letzten Vorsorgeuntersuchung). Vielleicht gibt's ja was homöopathisches, um Heras Hormonspiegel wieder gerade zu rücken... Zwei Wochen können noch ziemlich lang sein... Und dann werde ich auch klären, wie es mit einer Kastra aussieht. Wären dann ja noch knappe 4 Monate hin, bis es möglich wäre.

  • Ich persönlich (nicht falsch verstehen bitte) würde meine Hündin niemals wegen so einem Vorfall kastrieren lassen.

    Es ist wie wir schon gesagt haben, normal. Wieso soll ich meine Hündin kastrieren lassen, wenn Sie etwas völlig normales tut?

    Außerdem würde ich meine Hündin niemals vor dem 3. vollendetem Lebensjahr kastrieren lassen, die Hormone sind so wichtig für die geistige und körperliche Entwicklung. Klar wenn etwas definitive für die Kastra, wie bei deiner Sammy, spricht, dann macht man das auch früher, aber rein aus so einem Grund, würde ich es noch nicht tun.

    Wer weiß, vielleicht war es ja nur dieses eine Mal, weil sie die Hormone noch gar nicht kannte? Vielleicht macht sie das bei der zweiten Läufigkeit gar nicht?

    Zitat

    aber bei Weitem nicht so boshaft wie gegenüber Sammy.

    Ein Hund ist nicht boshaft. Er bzw. Sie hat immer einen bestimmten Grund, du weißt ja nicht, was vielleicht sonst alles vorfällt, wenn du nicht dabei bist? Vielleicht hat sie es auch gar nicht "böse" gemeint und wollte etwas zu grob spielen und ihr habt es dann noch aufgeschauckelt? Aber wenn dein Rüde auch drauf wollte, dann frage ich mich, was Sammy wohl in deren Augen getan hat. Oder wollte er gegen Hera gehen?

    Zitat

    Wir werden morgen mit beiden zum TA gehen

    Die Meisten TAs raten zur Kastra, weil es praktisch ist und weil sie damit Geld verdienen. Traurig aber wahr! Ich habe 4 Mal den TA gewechselt, bis ich endlich bei einem angekommen war, der mir keine Kastra aufschwatzen wollte. Alle immer "ja und dieser Zitzentumor" blablabla, das Risiko wir nur um 0,00 irgendwas % gesenkt, sehr toll wegen sowas einen Hund unnötig operieren zu lassen.

    Klar ist es einfacher, wenn eine Hündin kastriert ist. Man muss nicht so aufpassen, sie sind nicht zickig, zeigen weniger "Auffälligkeiten"(die meistens völlig NORMAL! sind, nur als Auffälligkeiten betitelt werden) und natürlich ist eine kastrierte Hündin leichter Abrufbar, in dem Fall, wenn eine nicht kastrierte Hündin läufig ist und gedeckt werden möchte.
    Trotz allem würde ich mich gegen eine Kastra entscheiden. Amy ist auch nicht kastriert, sie ist derzeit auch läufig und wir haben vor ein paar Tage einen nette Damen mit unkastriertem Rüden getroffen, sie fand es sehr gut, dass ich Amy nicht kastrieren lassen habe, auch wenn ihr kleiner total wahnsinnig wurde. Nicht viele HH sind so, aber das ist mir egal.

  • Auch wenn du kastrieren willst - egal aus welchem Grund - würde ich das bei einer so großwüchsigen Rasse nicht so früh kastrieren lassen. Ich würde ihr Zeit lassen erwachsen zu werden. Zeigt sich in den kommenden Läufigkeiten, dass sich dieses Verhalten und die Aggression gegen die andere Hündin wiederholen, würde ich darüber nachdenken.

    Du musst bedenken, die Hündin wäre in 4 Monaten gerade mal 11 Monate alt, ein Molosser noch in den Kinderschuhen.

  • Zitat


    Du musst bedenken, die Hündin wäre in 4 Monaten gerade mal 11 Monate alt, ein Molosser noch in den Kinderschuhen.

    das sehe ich auch so.
    beim nächsten mal könnten die attacken jedoch auch schlimmer ausfallen, da die hündin körperlich ebenso gereift ist...
    ich würde mir gedanken machen, ob es euch möglich ist während der läufigkeit die hunde zu trennen.
    etwas zu denken gibt mir, dass auch ohne läufigkeit leichte auseinandersetzungen da sind. unter hündinnen ist das nicht witzig..und könnte sich durchaus auch steigern.
    wie sieht es während der läufigkeit denn generell mit anderen hunden aus? reagiert sie auf diese im moment ebenso?
    sie kommt/ist auch gerade in der pupertären phase..
    und evtl ist sie dadurch auch eher auf kollisionskurs.
    generell bin ich gegen frühkstrate, da diese nicht mehr "reifen" und vermeintliche aggressionen dadurch gar geschürt und gefestigt werden können. gerade bei hündinnen, welche schon das potential in frühem alter dazu mitbringen, könnte es sehr kontraproduktiv sein.
    ich würde mir die weiteren schritte nicht nur mit einem tierarzt abgleichen. dazu braucht ihr sicherlich auch die erfahrungswerte von mehrhundehaltern mit ähnlicher problematik.
    ich kenne fälle, in denen so eine hündin gar wieder abgegeben werden musste, da sie im verlauf andere zum haushalt gehörende hündinnen schwer verletzte, je älter sie wurde. kastra hin oder her. da stimmte schlicht die konstellation nicht.
    ihr müsst das thema sehr sensibel überdenken.

  • Man muss auch bedenken, das sich das Verhalten durch eine Kastra verstärken kann. Dadurch, dass die weiblichen Hormone wegfallen, können solche Hündinnen deutlich rüdenhafter werden. Das kann auch nach hinten losgehen.

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