Probleme bei der Erziehung (Aggresivität+Revierverhalten)

  • Hallo,

    ich habe ein paar Erziehungsprobleme mit meinem Hund, daher möchte ich euch mal um Rat fragen. Tipps werden gerne angenommen. Bitte aber konstruktiv.

    Erst einmal die Vorgeschichte. Ich habe einen 1 Jahr alten Aussierüden, ich habe ihn schon seit er ein Welpe ist. Er ist ein super Hund, kann massenweise Tricks und hört wirklich gut, ich bin wirklich zufrieden mit ihm, dennoch haben wir unsere Probleme, wenn ihr das jetzt lest bitte denkt euch nicht dass er ein Monster ist so wie sich das anhört, das sind halt nur die negativen Aspekte, positive gibt es viel mehr, aber da brauche ich ja keinen Rat. Also er hört wirklich gut und ich bin zufrieden, eigentlich…

    Fangen wir mal an mit Problem 1:
    Wenn wir draußen sind und uns ein anderer Hund entgegen kommt registriert er ihn, sobald ich ihn ins Sitz/Platz lasse oder ihn im Fuß vorbeiführe ist es kein Problem. Ich nehme ihn auch vorsichtshalber immer an die Leine. Jetzt kommt das ABER wenn sich die Hunde beschnüffeln ist es vorbei, meist wird er dann zornig und schnappt, oft geht’s auch gut, aber andere male dann gar nicht. Er war immer sozial verträglich und von einen auf den anderen Tag hat sich der Schalter umgelegt.

    Problem 2 gehört eigentlich noch zu Problem 1 wenn sie dann Spielen wird er ziemlich kernig, d. H. er zeigt einfach massives Hüteverhalten und schnappt den anderen in den Hintern oder in die Hinterbeine. Dann bellt er beim Spielen immer noch sehr massiv und lässt dies nicht unterbinden, dass hat er aber von Anfang an gemacht, er ist wohl einfach nur ein lauter Spieler. Das Problem was ich da sehe ist einfach dass er ich gar nicht unterwirft, wenn ein Hund zeigen will dass er stärker ist geht er drauf, wenn nicht ist alles gut und es wird gespielt.

    Das 3. Problem ist das er mit Welpen gar nicht klar kommt, dass kam auch vor ca. 2 Monaten erst. Bei Welpen kann ich ihn gar nicht abmachen, da er direkt aggressiv ist und auf sie (bösartig) draufgeht, obwohl er eigentlich ein lieber ist. Dazu muss ich sagen dass es bei allen Welpen ist, auch bei Junghunden von 6 Monaten. Und die ‚kleinen‘ müssen ihn noch nicht mal ärgern, schnüffeln oder sogar ignorieren genügt, wenn er die sieht ist es vorbei (außer wenn wir an der Leine vorbei gehen, aber ich will ja das er auch mal bedenkenlos ab zu leinen ist)
    Der Rückruf ohne Leine klappt auch super, aber wenn er einen Hund sieht und ich ihn rufe ist es so, dass er immer erst hinläuft bis ca 5 Meter vor der Person mit Hund und dann umdreht, wenn der Hund an der Leine ist kann ich mich auch auf meinen Aussie verlassen, aber wenn er ab ist wird erstmal geschnüffelt und das will ich halt nicht drauf an kommen lassen…

    Und jetzt kommen wir zum letzten Problem, das ist meiner Meinung nach das schlimmste.
    Er hat enormes Revierverhalten. Und zwar ich habe eine Wohnung und darüber wohnen meine Eltern, die sehen sich alle Täglich weil er auch immer oben ist wenn ich da bin, oder halt wenn ich mal weg bin nehmen sie ihn auch. Meine Wohnung ist aber sein Revier, d. H. wenn er im Zimmer ist und ich auch und dann jemand klopft bellt er, wenn ich dann die Tür aufmache knurrt er und bellt weiter, bei Fremden ganz schlimm, aber er macht es auch bei meinen Eltern und Freunden die er gut kennt. Ich kann machen was ich will, wenn ich ihn ins Körbchen schicke geht er immer wieder raus und auch wenn ich ihn konsequent rein schicke macht er da drinnen so ein getöse und kläfft das es unerträglich ist.

    Und dann noch an der Arbeit, er kommt täglich mit und daher sind wir halt den ganzen Tag zusammen und die Bindung ist auch stark da. Er liegt immer unter dem Tresen und dass ist dort sein Revier. Wenn andere Leute oder Tiere im Wartezimmer sitzen ist es kein Problem wenn er rauskommt, er checkt die Lage, holt sich von jedem seine Streicheleinheit und wenn ein Hund nicht so lieb ist dann geht er dem aus dem Weg. ABER wenn er Hund unter seinen Tresen kommt oder nur in die Nähe dann wird er aggressiv und greift denjenigen an. Selbst Hunde die er normal liebt. Ich kann sagen was ich will es bringt nichts. Hauptsächlich eigentlich Hunde, aber neulich musste unser Computer repariert werden und dann ist der Typ halt unter den Tresen gekrabbelt und dazu, die beiden kennen sich, weil er bestimmt einmal die Woche da war. Er hat ihn angeknurrt und geschnappt was er noch nie gemacht hat! Er hat ihn nicht erwischt, weil der Typ reichzeitig zurück konnte aber dass kanns nicht sein…
    Der Hund wird dann immer ins Büro gesperrt, weil wir es nicht drauf ankommen lassen können dass er jemanden verletzt. Ansonsten liegt er immer ganz souverän unter dem Tisch und ist völlig entspannt und ausgeglichen.


    Jetzt nochmal zu seinen Charakter. Er ist ganz und gar kein sensibelchen. Ich kann ihn die Schnauze zuhalten, am Halsband hochziehen und sonst was, was jeder Hund normal wehten würde. (Keine Vorwürfe, wollte es nur mal beschreiben) Man kann mit ihm alles machen. Wir haben schon mit der Rappelbüchse gearbeitet, interessiert ihn nicht, Spraycommander kein Kommentar, und das meine ich halt, er ist zu resistent, man kann ihn mit nichts ‚angst‘ machen und zeigen dass er es nicht soll.
    Und nur Loben und Leckerli zieht bei ihm auch nicht, gerade bei Problem 4.

    Habt ihr vielleicht noch eine Methode? (außer Hundeschule/-trainer, das weiß ich auch, werde ich auch bald machen, möchte nur eure Meinung hören.)

    Liebe Grüße

  • Hallo,

    ersteinmal WILLKOMMEN IM FORUM und in der Welt der Aussies ;)

    Zitat

    etzt kommt das ABER wenn sich die Hunde beschnüffeln ist es vorbei, meist wird er dann zornig und schnappt,


    Dieses Verhalten zeigt er aber nur an der Leine, oder?
    Das bedeutet für Dich, Leinenkontakte gar nicht erst zu erlauben.

    Ich gehöre zu den HH'n, die Leinenkontakte nicht zulassen. Oftmals zeigen Hunde an der Leine Aggressionen, selbst wenn sie im Freilauf verträglich sind. Es ist manchmal die Enge, die die Hunde nicht mögen. Individualdistanz ist nicht gegeben . Dago, ein Aussiemix, braucht eine sehr große Individualdistanz und die gewähre ich ihm auch.

    Zitat

    wenn sie dann Spielen wird er ziemlich kernig, d. H. er zeigt einfach massives Hüteverhalten und schnappt den anderen in den Hintern oder in die Hinterbeine. Dann bellt er beim Spielen immer noch sehr massiv und lässt dies nicht unterbinden, dass hat er aber von Anfang an gemacht, er ist wohl einfach nur ein lauter Spieler.


    Das ist ein typisches Aussieverhalten und das wirst Du nicht ändern können. Warum auch? Er ist ein Hütehund

    Zitat

    . Das Problem was ich da sehe ist einfach dass er ich gar nicht unterwirft,


    Auch das wirst Du nicht ändern können. Atti ist auch so ein Kandidat, der sich nur dann unterwirft, wenn er keine Chancen mehr sieht. Charakterstarker Hund

    Zitat

    Er hat enormes Revierverhalten.


    ist ebenfalls typisch für einen Aussie, allerdings sollte das ,was in der Praxis passiert ist, nicht passieren und da bist Du an der Reihe.
    Die beste Methode ist, vorausschauend zu arbeiten. Wenn Leute/Hunde in Eure Nähe kommen, rufe Deinen Hund zu Dir, lobe ihn und spiele mit ihm. Er merkt dann, Fremde kommen und Frauchen macht was Schönes mit mir.


    Zitat

    Der Rückruf ohne Leine klappt auch super, aber wenn er einen Hund sieht und ich ihn rufe ist es so, dass er immer erst hinläuft bis ca 5 Meter vor der Person mit Hund und dann umdreht, wenn der Hund an der Leine ist kann ich mich auch auf meinen Aussie verlassen, aber wenn er ab ist wird erstmal geschnüffelt und das will ich halt nicht drauf an kommen lassen…


    Da muss der Rückruf intensiviert werden. Bewafffne Dich mit Leckerchen oder Spielzeug und los geht es

  • Ich schließe mich der Vorschreiberin an!
    Für mich sind das alles absolut normale Verhaltensweisen, da muß dann eben gemanagt werden.
    So rassetypische Sachen lassen sich eben nicht komplett auslöschen.
    Ich habe Schäferhunde, einer davon hat Schutztrieb ohne Ende, aus dem kann ich keinen Goldie machen, also achte ich darauf und verhindere kritische Situationen.
    Der andere hätte wohl ein Goldie werden wollen. :D Dafür ist er eher unsicher, also muß ich da auf andere Sachen achten.

  • hallo erstmal und willkommen im forum :)

    Zitat

    Ich habe einen 1 Jahr alten Aussierüden

    dein hund ist noch recht jung und lange nicht "fertig", was seinen charakter angeht. es ist häufig der fall, das sich verhaltensweisen in der pubertät ändern, wenn hunde erwachsen werden. Einige der Probleme, die du beschreibst sind ziemlich aussie-typisch...

    Zitat

    Fangen wir mal an mit Problem 1:
    Wenn wir draußen sind und uns ein anderer Hund entgegen kommt registriert er ihn, sobald ich ihn ins Sitz/Platz lasse oder ihn im Fuß vorbeiführe ist es kein Problem. Ich nehme ihn auch vorsichtshalber immer an die Leine. Jetzt kommt das ABER wenn sich die Hunde beschnüffeln ist es vorbei, meist wird er dann zornig und schnappt, oft geht’s auch gut, aber andere male dann gar nicht. Er war immer sozial verträglich und von einen auf den anderen Tag hat sich der Schalter umgelegt.

    ohne euch jetzt live erlebt zu haben, würde ich mal sagen, er ist jetzt richtig im pflegelalter und macht einen auf dicke hose...
    warum lässt du ihn leinenkontakt aufnehmen? du sagst ja, wenn du ihn sitzen lässt oder im fuß dran vorbei gehst ists kein problem. ich würde ihm da nicht die gelegenheit geben stress anzufangen. ich nehme einfach mal an, du hast mittlerweile auch kein so gutes gefühl mehr, wenn er andere hunde beschnuppert, oder? das macht es auf dauer eher schlimmer...

    Zitat

    Problem 2 gehört eigentlich noch zu Problem 1 wenn sie dann Spielen wird er ziemlich kernig, d. H. er zeigt einfach massives Hüteverhalten und schnappt den anderen in den Hintern oder in die Hinterbeine. Dann bellt er beim Spielen immer noch sehr massiv und lässt dies nicht unterbinden, dass hat er aber von Anfang an gemacht, er ist wohl einfach nur ein lauter Spieler.

    direkt als hüteverhalten würde ich das nicht bezeichnen...ich kenne zumindest einige nicht hütis, die das auch ganz gerne machen...aber sehr nett ist es nicht, da hast du schon recht. ist er abrufbar beim spielen? wenn ja, ruf ihn, fahr ihn kurz runter (anleinen, ablegen, belohnen nicht vergessen ;) ) und wenn er sich beruhigt hat, kanns weiter gehen. meiner neigt da gelentlich auch zu, ich sehs eher als kontroletti...anderer hund rennt ihm zu schnell, läuft zu weit weg etc.
    das er laut sielt, finde ich persönlich nicht schlimm...ich kenne kaum aussies, die leise dabei sind ;)

    Zitat

    Das Problem was ich da sehe ist einfach dass er ich gar nicht unterwirft, wenn ein Hund zeigen will dass er stärker ist geht er drauf, wenn nicht ist alles gut und es wird gespielt.


    was meinst du damit? warum soll er sich fremden hunden unterwerfen?

    Zitat


    Das 3. Problem ist das er mit Welpen gar nicht klar kommt, dass kam auch vor ca. 2 Monaten erst. Bei Welpen kann ich ihn gar nicht abmachen, da er direkt aggressiv ist und auf sie (bösartig) draufgeht, obwohl er eigentlich ein lieber ist. Dazu muss ich sagen dass es bei allen Welpen ist, auch bei Junghunden von 6 Monaten. Und die ‚kleinen‘ müssen ihn noch nicht mal ärgern, schnüffeln oder sogar ignorieren genügt, wenn er die sieht ist es vorbei (außer wenn wir an der Leine vorbei gehen, aber ich will ja das er auch mal bedenkenlos ab zu leinen ist)
    Der Rückruf ohne Leine klappt auch super, aber wenn er einen Hund sieht und ich ihn rufe ist es so, dass er immer erst hinläuft bis ca 5 Meter vor der Person mit Hund und dann umdreht, wenn der Hund an der Leine ist kann ich mich auch auf meinen Aussie verlassen, aber wenn er ab ist wird erstmal geschnüffelt und das will ich halt nicht drauf an kommen lassen…

    kann ich so nicht viel zu sagen...könnte mir höchstens vorstellen, wenn du sagst, die welpen müssen ihn nichtmal nerven, um dieses verhalten hervorzurufen, dass er sich ihnen gegenüber einfach deutlich überlegen fühlt und sie das auch spühren lässt...schau halt, dass du ihn gut sicherst, damit sich das verhalten nicht festigen kann...ansonsten hoffe ich mal, dass ich mich nicht zu weit aus dem fenster lehne, wenn ich sage, dass das wahrscheinlich am alter liegt...wobei es auch hunde gibt, die einfach keine welpen mögen.

    Zitat

    Und jetzt kommen wir zum letzten Problem, das ist meiner Meinung nach das schlimmste.
    Er hat enormes Revierverhalten. Und zwar ich habe eine Wohnung und darüber wohnen meine Eltern, die sehen sich alle Täglich weil er auch immer oben ist wenn ich da bin, oder halt wenn ich mal weg bin nehmen sie ihn auch. Meine Wohnung ist aber sein Revier, d. H. wenn er im Zimmer ist und ich auch und dann jemand klopft bellt er, wenn ich dann die Tür aufmache knurrt er und bellt weiter, bei Fremden ganz schlimm, aber er macht es auch bei meinen Eltern und Freunden die er gut kennt. Ich kann machen was ich will, wenn ich ihn ins Körbchen schicke geht er immer wieder raus und auch wenn ich ihn konsequent rein schicke macht er da drinnen so ein getöse und kläfft das es unerträglich ist.

    das wiederrum ist sehr aussietypisch. reagiert er schon aufs klopfen, oder erst beim reinkommen? ich würde ihn erst in seinen korb schicken und dann die person rein kommen lassen. am besten übst du mit deinen eltern, dass sie klopfen und er schon beim geräusch in seinen korb geht. mein weg an der stelle wäre mehr belohnen (fürs im korb bleiben und ruhig sein) und weniger schimpfen, weil er aus seiner sicht ja völlig logisch handelt.

    Zitat

    Und dann noch an der Arbeit, er kommt täglich mit und daher sind wir halt den ganzen Tag zusammen und die Bindung ist auch stark da. Er liegt immer unter dem Tresen und dass ist dort sein Revier. Wenn andere Leute oder Tiere im Wartezimmer sitzen ist es kein Problem wenn er rauskommt, er checkt die Lage, holt sich von jedem seine Streicheleinheit und wenn ein Hund nicht so lieb ist dann geht er dem aus dem Weg. ABER wenn er Hund unter seinen Tresen kommt oder nur in die Nähe dann wird er aggressiv und greift denjenigen an. Selbst Hunde die er normal liebt. Ich kann sagen was ich will es bringt nichts. Hauptsächlich eigentlich Hunde, aber neulich musste unser Computer repariert werden und dann ist der Typ halt unter den Tresen gekrabbelt und dazu, die beiden kennen sich, weil er bestimmt einmal die Woche da war. Er hat ihn angeknurrt und geschnappt was er noch nie gemacht hat! Er hat ihn nicht erwischt, weil der Typ reichzeitig zurück konnte aber dass kanns nicht sein…
    Der Hund wird dann immer ins Büro gesperrt, weil wir es nicht drauf ankommen lassen können dass er jemanden verletzt. Ansonsten liegt er immer ganz souverän unter dem Tisch und ist völlig entspannt und ausgeglichen.

    finde ich ziemlich normal...warum muss dein hund es denn dulden, wenn sich jemand zu ihm unter den tresen gesellt? ich geh mal davon aus, dass der computer nicht allzu oft repariert werden muss, bringt ihn für die zeit ins büro und gut...dein hund hat sich einfach bedrängt gefühlt und ausweichen ging wahrscheinlich nicht. in so einer situation gehen die meisten hunde eher nach vorne...

    Zitat

    Jetzt nochmal zu seinen Charakter. Er ist ganz und gar kein sensibelchen. Ich kann ihn die Schnauze zuhalten, am Halsband hochziehen und sonst was, was jeder Hund normal wehten würde. (Keine Vorwürfe, wollte es nur mal beschreiben) Man kann mit ihm alles machen. Wir haben schon mit der Rappelbüchse gearbeitet, interessiert ihn nicht, Spraycommander kein Kommentar, und das meine ich halt, er ist zu resistent, man kann ihn mit nichts ‚angst‘ machen und zeigen dass er es nicht soll.
    Und nur Loben und Leckerli zieht bei ihm auch nicht, gerade bei Problem 4.

    ist auch nicht so ungewöhnlich...meiner tickt da ähnlich...aber ganz ehrlich, rappeldose und co machst dus eher schlimmer. du solltest ihm eher beibringen, dass du die situation im griff hast und er nicht einzuschreiten braucht, als ihn in seiner meinung, dass die situation gerade doof ist noch zu bestärken.
    jemand betritt dein zimmer = findet hund doof
    jemand betritt dein zimmer + er kriegt noch was rappelndes vor die füße geknallt = findet hund doof X 1000
    damit beweist du ihm quasi, dass er recht hat und dringend was tun muss...

    ich würde mit sehr viel ruhe rangehn und mir wirklich auch nen guten trainer suchen, der sich die sache vor ort anschaut und mit euch arbeitet...wir hier können alle nur spekulieren. aber ich schätze mal von seinem alter her, dass eure probleme sonst eher noch zunehmen werden...

    LG

  • Zitat


    ist auch nicht so ungewöhnlich...aber ganz ehrlich, rappeldose und co machst dus eher schlimmer.


    Das ist wohl wahr, damit erreicht man oft nur das Gegenteil und ich bin gar kein Freund dieser Hilfsmittel

  • Für mich Klingt das nach einem überforderten, jungen Hund, der einen Full-Time Job ausübt und dadurch gestresst ist.
    Wenn man als Halter den Spieß umdrehen würde und das übernimmt, was der Hund gerade macht, dann würde dieser sicher ruhiger werden. ;)

    (Sicherheit und Schutz gewähren, Außenreize regeln, Ruhe vermitteln und den Hund begrenzen, wenn es notwendig ist). =)

    Ich glaube nicht, dass Rappeldose und Co in diesem Fall helfen.

  • Zitat

    Für mich Klingt das nach einem überforderten, jungen Hund, der einen Full-Time Job ausübt und dadurch gestresst ist.


    Woran erkennst Du das? Ich erkenne einen jungen Aussie, der in gewissen Situationen die Welle macht.
    Die meisten "Probleme" sind für mich keine Probleme, sondern ein typisches Verhalten eines Aussies.

  • Zitat


    Woran erkennst Du das? Ich erkenne einen jungen Aussie, der in gewissen Situationen die Welle macht.
    Die meisten "Probleme" sind für mich keine Probleme, sondern ein typisches Verhalten eines Aussies.


    Sehe ich ähnlich, mein Aussie dürfte in dem Alter ganz ähnlich gewesen sein :roll: . Wobei das natürlich trotzdem hilft =)

    Zitat

    Außenreize regeln, Ruhe vermitteln und den Hund begrenzen, wenn es notwendig

    Ich fand es auch alles andere als einfach. Grisu ist ebenso ein Kandidat, den hättest du Vierteilen können in der Situation (oder ich oder der fremde Hund), der steckt alles so weg. Auf der anderen Seite aber extrem sensibel drauf reagierend, wenn ich unsicher werde, also "signalisiere" dass was nicht in Ordnung ist. Allzeit bereit sich bestmöglich fürs "Rudel" einzubringen :hust: . Ob das Rudel das will oder nicht... Druck, Strafe... nutzt nicht wirklich, da er dann eher sehr verständnislos reagiert. Bei Lucy (nicht-Aussie) kein Thema: klares Ja und Nein und dazwischen machen lassen. Bei Grisu (Aussie) in der Form schwer umsetzbar. Der reagiert um so vieles stärker auf das, was ich ausstrahle und das, was er gerade für "angemessen" hält... und hält sich im Zweifelsfall daran. Mein Mund sagt A, meine Körpersprache oder nur der Tonfall B, Grisu macht B.

    Damit hatten wir Ansatzpunkte: 1. er ist so (und das ist ja nun blöderweise nicht unbedingt das, was einem Aussie-Interessenten als erstes auf die Nase gebunden wird :roll: , ich war da, ganz ehrlich, schon etwas überrumpelt) und damit mussten wir einen anderen Weg finden, als ich es gewohnt war. Bei uns war das z.B. viel über Körpersprache, viele "non-verbale" Spaziergänge, ganz genau schauen, worauf reagiert er eigentlich? Und da ist auch das obige Zitat ganz passend: wenn Mensch signalisiert, alles im Griff zu haben, sehr viel Ruhe und Souveränität ausstrahlt (leider nicht immer mein Spezialgebiet) klappt es auch mit dem Aussie besser . Dazu auch akzeptieren, dass manche Dinge etwas mehr Management erfordern. Dass er eine relativ große Individualdistanz braucht, dass er aufbrausend ist, dass er sich unbedingt einbringen will und dazu neigt, dabei übers Ziel hinauszuschießen, dass er laut ist, dass er extrem schnell reagiert und umsetzt (das war glaub ich mein größtes Problem, Lucy dagegen kann man beim Denken zugucken, was einem etwas mehr Handlungsspielraum lässt...), dass er kompromislos ist, dass er jedes Fitzelchen, das ich ausstrahle, sofort umsetzt.

    2. konkret Alternativen finden, mit denen ich mich wohl fühle. Das ist der Punkt bei ihm: es funktioniert eh nur, wenn ich 100% authentisch im Alltag dahinter stehe. Damit kann eine Trainingsmethode sonstwie super sein, wenn es nicht meine ist, wird das nichts mit ihm. Wir machen es so: er darf mir Meldung erstatten: er bemerkt etwas (das ist dieses kurzes "starr werden" vor dem Orkan :hust: ) und dafür anfangs schon: whouw! Was entdeckt, prima! Mit etwas Glück kann man hier eine Party veranstalten und der Hund lernt: was entdeckt, Frauchen "melden", alles super! Grisu passt eh auf und behält alles im Blick, so ist er halt. Das habe ich versucht, positiv zu belegen und bei uns hat es mit der Zeit geklappt. Na ja, nur unser Weg. Aber (nur) so klappt es hier bei uns problemlos mit dem Freilauf. Was er dadurch nicht gelernt hat, ist selbständig solche "Situationen" gelassen zu lösen. In der Stadt, bzw. in sehr belebter Umgebung leine ich ihn daher nicht ab. Aber hier bei uns ist es so kein Problem, wenn ein pöbelnder Hund, ein Reiter, ein Walker, ein Reh... auf uns zukommt. Er beobachtet kurz und wirft mir dann zumindest einen fragenden Blick zu oder kommt gleich zu mir. Wichtig ist beim Aufbau das Timing: wenn Hundi schon "explodiert" ist, ist es eh zu spät, noch irgendwas zu wollen. Absichern, auch mal ein deutliches "Nein!" darf dabei auch mal sein (im Ansatz seines Verhaltens, wenn man den Party-Moment eine Millisekunde verpasst hat und in der Hoffnung, die Party kann im Anschluss doch noch steigen)

    3. wirklich Management und dabei konkrete Situationen suchen und Entspannung üben. Er hat ein Problem mit etwas, also suchen wir im Wohlfühlabstand einen Ort, an dem wir nur beobachten können. Auch hier wird zuwenden zu mir belohnt, aber es geht mehr darum, dass er merkt, er braucht sich gar nicht auseinander setzen. Im Zweifelsfall (Auslöser kommt auf uns zu), gehen wir rasch weiter und ich belohne ihn dafür, dass er mit aus der Situation geht. Wenn ich ihn machen lasse, brauch ich mich nicht wundern, wenn er es auf seine Weise "löst".

    Ich muss dazu sagen, ich bin wirklich ein Wattebauschwerfer und löse Probleme gerne "nett", so dass alle Beteiligten sich dabei bestenfalls nur wohl fühlen... Mein Problem. Bei einem Aussie kann ein klares Grenzen setzen und deutliches Auftreten (nicht Rappeldose und sondern durch die eigene Ausstrahlung) sicher Wunder bewirken.

    Auf dem eigenen Grundstück machen wir es so, dass Besuch ihn erst mal nichts angeht (bzw. haben es so gemacht, mittlerweile ist er da sehr entspannt). Ich bin ohne ihn schauen und begrüßen gegangen, habe ihn aber durchaus dafür gelobt, dass er mich aufmerksam gemacht hat. Mir etwas mitteilen, ist super, das ist so ziemlich unser Problemlösungsansatz. So hab ich Zeit zum reagieren und mich zu ordnen und ihn zu loben und Ruhe rein zu bringen. Und ihm scheint es auch zu liegen.


  • Im

  • Zuerst einmal ein großes Danke für die netten Ratschläge, ich kenne es von den meisten Foren immer nur dass gleich drauf gehauen wird und man keine Möglichkeit hat irgendetwas zu erklären und dementsprechend keinen vernünftigen Tipps bekommt. Also Danke!

    Es ist einfach so wenn man Leute so fragt ist ihr Hund perfekt und hat keinerlei Probleme, dann denk ich mir auch immer 'wieso dann meiner?' Wobei das natürlich vollkommener Quatsch ist, jeder Hund hat Probleme und die Besitzer mit den meisten geben es eh nicht zu.

    Gut das mit den Hunden werde ich machen, rechtzeitiger Rückruf, keinen Leinenkontakt und besser dem Hund deutlich machen was ich von ihm will.

    Jetzt nochmal zu der Praxis. Ihn ins Büro sperren ist ja auch keine gute Lösung, da geht man dem ja nur aus dem Weg. Kann ich dem Hund denn irgendwie verdeutlichen das es NICHT sein Revier ist? Also das immer noch ich das sagen habe? Da er halt recht stur und nicht sensibel ist ist es sehr schwer...
    Wenn ich ihn einen anderen Platz herrichte ist es das gleiche Problem, sein Revier. Ich müsste nur das enorme Revierverhalten etwas in den Griff bekommen. Er reagiert ja auch Zuhause so stark weil es einfach sein Revier ist.

    Mit Stress würde ich es nicht unbedingt in Verbindung bringen, nur die direkte Konfrontation. Hund liegt entspannt auf seinem Platz, er klopft, Hund reagiert weil jemand in seinen Bereich eindringt. Es ist jetzt nicht so das er die ganze Zeit angespannt auf seinen Platz liegt, nach dem Motto "gleich kommt jemand..."

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