• Hi ihr lieben und einen wunderschönen guten Morgen. :smile:
    Letzte Woche bin ich mit meiner Hündin unsern täglichen Feldweg gegangen. Auf der einen Seite ist bepflanzter Acker und auf der anderen Seite Baumbewuchs.

    Da meine ja Jagd führe ich sie an der Leine.
    Nun war es aber so das wir dort lang gingen und ich sah schon von weitem ein Reh weg laufen, ist ja auch ok. Wir gingen schließlich weiter und nichts ahnend stand direkt vor uns auf einmal ein Reh Kitz, sie dachte wohl meine Hündin ist ihre Mutter oder keine Ahnung.
    Es ging blitzschnell und meine Hündin hatte sie in Ihren Fängen, ich konnte beide noch rechtzeitig trennen, so das dies kleine schreiend schnell wieder in den Bäumen verschwand.
    Blessuren trug keiner beider Tiere davon, da habe ich sofort nach geschaut.

    Nun ist es so das ich irgendwie innerlich ständig mit einem Puls von 800 durch die Gegend renne mit der Angst es passiert irgendwo noch mal.
    Und meine Hündin in höchster Wachsamkeit nach jedem späht was sich nur bewegt.
    Im Moment haben wir echt viel Wild was noch nie davor war, wir sehen ständig sehr nah Hasen, Rehe kreuzen unseren Weg und Sonntag hatte ich eine komplette Wildschwein Familie in der Nähe vor mir.
    Vielleicht haben die Jäger auch im Moment Urlaub- keine Ahnung, aber so schlimm war es noch nie.
    Nun führe ich sie ja an einer 10 m SL, übe den Rückruf was auch schon super klappt, dennoch gehen mir Gedanken durch den Kopf wie:

    Nun geht sie ja an der 10m SL was ist wenn dann doch auf einmal blitzschnell was vor ihr auftaucht ( schon passiert da führte ich sie aber an einer 2m Leine ), so schnell kann doch niemand reagieren. Da reagiert man dann panisch und macht sich Vorwürfe.

    An der 2m Leine möchte ich sie auch nicht dauerhaft führen, sie soll ja auch mal rennen können.
    Wenn sie an der 10m SL läuft und ich rufe "steh" bleibt sie auch stehen wenn sie Hasen sieht, dann schicke ich sie ins Sitz, aber es kommt ja doch einmal der Tag wo vielleicht ein Hase oder ein Reh Kitz ihr direkt ins Maul springt.
    Ich weiß das man nicht jede Situation planen kann, ich gehe ja schon vor rausschauend, aber seit dem Vorfall denke ich an jeder Ecke lauert was das kann doch nicht so weiter gehen.

  • Zur Zeit herrscht Brut- und Setzzeit, das heisst, die Jaeger haben keinen Urlaub, aber das Wild (und auch die "lieben",haeufig nachlaessigen und verantwortungslosen Hh) sind unter starker Beobachtung! "Keine Ahnung" - stimmt, ja, du hast keine!
    Und da du deinen Hund auch an der SL nicht im Griff hast, (wie viele andere auch), wuerde ich dir dringend vorschlagen, entweder weiter SL UND Maulkorb zu verwenden, oder dir in dieser muehsamen Zeit andere, weswntlich weniger "gefaehrliche" (fuers Wild!!!) Wege zu suchen, und ganz energisch das absolute Abbruchsignal zu trainieren! Aber (noch) nicht in einem Wildpark, sondern vorerst zuhause, in der "Stubendressur", iim Garten, in umzaeuntem, sicherem Gelaende!!! Erst wenn das bombensicher sitzt, kannst in einem Wildpark den Gehorsam bei Wildsichtung ueben! Wenn du Wildschwein-Rotten begegnest, sieh zu, dass du verschwindest, denn DAS ist fuer euch beide lebensgefaehrlich, vor allem, wenn die Sauen Frischlinge fuehren!
    Abgesehen davon, versuche deinen Hund durch vernuenftige, geistige Ersatzbeschaeftigung auszulasten und abzulenken!

    Liebe Gruesse
    Gini, Rodin & Primo

  • Zitat

    Zur Zeit herrscht Brut- und Setzzeit, das heisst, die Jaeger haben keinen Urlaub, aber das Wild (und auch die "lieben",haeufig nachlaessigen und verantwortungslosen Hh) sind unter starker Beobachtung! "Keine Ahnung" - stimmt, ja, du hast keine!
    Und da du deinen Hund auch an der SL nicht im Griff hast, (wie viele andere auch), wuerde ich dir dringend vorschlagen, entweder weiter SL UND Maulkorb zu verwenden, oder dir in dieser muehsamen Zeit andere, weswntlich weniger "gefaehrliche" (fuers Wild!!!) Wege zu suchen, und ganz energisch das absolute Abbruchsignal zu trainieren! Aber (noch) nicht in einem Wildpark, sondern vorerst zuhause, in der "Stubendressur", iim Garten, in umzaeuntem, sicherem Gelaende!!! Erst wenn das bombensicher sitzt, kannst in einem Wildpark den Gehorsam bei Wildsichtung ueben! Wenn du Wildschwein-Rotten begegnest, sieh zu, dass du verschwindest, denn DAS ist fuer euch beide lebensgefaehrlich, vor allem, wenn die Sauen Frischlinge fuehren!
    Abgesehen davon, versuche deinen Hund durch vernuenftige, geistige Ersatzbeschaeftigung auszulasten und abzulenken!

    Liebe Gruesse
    Gini, Rodin & Primo


    Also Schleppleine UND Maulkorb find ich jetzt ehrlich gesagt etwas übertrieben, also ich mein ein wenig Eigeninitiative zum Überleben sollte beim Wild schon vorhanden sein.

    Wenn ich weiss, dass viel Wild unterwegs ist, nehm ich die Schlepp in die Hand und wickel auf wenn der Hund näher bei mir ist, so reduzier ich die Gefahr, dass Wild erwischt wird.

    Mit den Wildschweinrotten stimmt schon, die KÖNNEN gefährlich werden, flüchten, wenn sie können, aber auch sehr schnell.

    Bezüglich der Auslastung... Hast du einen richtigen Jäger Zuhause sitzen? Bei denen ist das nicht ganz so einfach( mal davon abgesehen, dass ein wild lebendes Tier nicht weniger jagt, nur weil es jeden Tag jagen geht)

  • Kauf dir doch einfach noch eine 5m Schleppleine, ist auf Wegen wo hohes Gras an den Seiten ist während der Brut und Setz Zeit besser.
    Die 10m Leine kannst ja einfach in nen Rucksack packen, für Stellen die übersichtlicher sind.

    Oder, da dir soviel Wild über den Weg läuft, Radfahren. So hast den Hund bei dir am Fahrrad und kommst schneller zu den übersichtlicheren Stellen hin.

    Ansonsten üben, üben, üben :).

  • Also ich würde einem Hund, der auch zufasst und evtl. tötet, in wildreichen Gebieten unbedingt einen Maulkorb zum Schutz der Jungtiere aufziehen, weil die oft halt nicht wegrennen, und zwar einen maßangefertigten aus Draht. Ich hatte mal eine Katzenkillerin (= der Abgabegrund, der mir verschwiegen worden war), die griff so schnell zu bei einer jungen Katze im hohen Gras (angeleint, wohlgemerkt!), dass meine nächste Amtshandlung die Anschaffung eines Maulkorbes war.

    Selbst an einer 2m-Leine kann sich ein guter Jäger noch einen jungen Hasen oder ein ganz kleines Kitz greifen, und wenn die erst mal - im wahrsten Sinne des Wortes - Blut geleckt haben, kannst Du meist einpacken mit Antijagdtraining & Co., die wollen dann echte Beute.

    Caterina

  • sabarta ....
    Ich habe seit Jahren "echte" Jagdhunde zuhause sitzen, ich weiss, dass es nicht gerade einfach ist mit diesen.

    Aber das berechtigt niemanden, leger und gedankenlos mit seinem Hund in 10m Entfernung durch die Gegend zu stolpern und durch die 10m keine Einwirkungsmoeglichkeit mehr auf den Hund zu haben. Und auch wenn so etliche Jungtiere Nestfluechter sind, haben diese bei einem stoebernden, findenden und blitzschnell zupackenden Hund keine Ueberlebenschance!!! Wenn man einmal ein sterbendes Kitz schreien gehoert hat, vergisst man das nie wieder, glaub mir. Man hat sehr, sehr lange Albtraeume!
    Nein, keiner meiner Hunde hat jemals Wild gerissen, aber ich bin in einer Jaegerfamilie aufgewachsen, daher ist mir so etwas nicht gerade fremd! Und fuer Hunde, die blitzschnell zupacken, gehoert ein Maulkorb, auch wenn die sonst Leidtragenden "nur" Kitze, Junghasen, Jungvoegel von Bodenbruetern sind. Oder die TE geht in Gegenden, wo kaum oder gar kein Wild zu finden ist. Was aber nur eine Verschiebung des Problems, und keine echte Loesung ist, denn arbeiten muss/sollte sie trotzdem mit dem Hund am Gehorsam,- und es gibt Voegel, die mehr als nur eine Brut im Jahr haben.

    Liebe Gruesse
    Gini, Rodin & Primo

  • Guten Morgen,


    als erstes war sie nicht an einer 10m SL die kam erst später zum Training zum Einsatz.
    Sie lief neben mir demzufolge lief ich auch NICHT gedankenlos und verantwortungslos durch die Gegend. Aber es ging so schnell und entschuldige wenn ich das sage aber ich habe damit nicht gerechnet, Oh sorry. Bin ich jetzt verantwortungslos?

    Des weiteren wer sagt das ich meinen Hund nicht unter Kontrolle habe, das finde ich persönlich schon ein starkes Stück. Wenn mir Wild auf einmal unvermittelt vor die Nase kommt, hat das für mich in keinster Weise etwas damit zu tun. Aber ich kann ja mal fragen ob sie sich vorher anmelden.
    Mal ehrlich es wird so dargestellt als ob ich völlig bam bam und pfeifend durch die Gegend laufe.
    Mein Hund hat nicht dauerhaft die 10m SL zur Verfügung, wenn ich einen engen unübersichtlichen Weg habe nehme ich sie kurz, und gehe WACHSAM den Weg entlang.

    Warum sollte ich meinem Hund einen Maulkorb verpassen?! Das finde ich jetzt arg übertrieben. Es ging hier eigentlich vielmehr darum wie ich meinen Puls von 800 den ich nun habe wieder runter zu bekommen um auf ein entspanntes Spazieren gehen zu kommen.
    Und nicht darum das ich angeblich meinen Hund nicht unter Kontrolle habe und verantwortungslos bin.
    Oder ist mein Hund jetzt eine fleischende böse Bestie?! Ey mal ehrlich lass mal die Kirche im Dorf bitte.

    Ich nehme die 10m SL um es zu trainieren, wenn ich sie dauerhaft neben mir haben würde, brauche ich keine SL und es auch nicht zu trainieren. Und steinigt mich was passieren wird aber wenn die Förster/ Jäger den Bestand so halten würden wie es sein sollte wäre das Wild auch nicht so nah am Menschen. Aber dafür hagelt es nun sicher auch Vorwürfe.

    Das ich vor einer Wildschwein Rotte weg muss das ist selbst mir bewusst, man mag es kaum glauben, aber wenn sie ein Stück weiter vor mir auftauchen geht selbst mir die Muffe.

    Es ging nur darum wie kann ich für mich ein entspannteres Spazieren gehen wieder hinbekommen ohne Angst haben zu müssen aus jeder Ecke kommt was geschossen.

  • Guten Morgen Leute,
    jemand er seinen Hund an einer 2 Meter Leine führt als verantwortungslos zu bezeichnen, halte ich auch für reichlich überspitzt. Und einen angeleinten Hund im Wald oder auf dem Feld auch noch einen Maulkorb zu verpassen sehe ich gar nicht ein. Sollte bei einem angeleinten Hund ein wie von der TS geschilderter Vorfall passieren das ist das einfach Pech. Irgendwo muss ich die Balance zwischen Naturschutz und Hundehaltung finden. Und ich bezweifle stark dass die Anzahl der von ANGELEINTEN Hunden gerissenen Tiere besonders groß ist.

  • Zitat

    Guten Morgen Leute,
    jemand er seinen Hund an einer 2 Meter Leine führt als verantwortungslos zu bezeichnen, halte ich auch für reichlich überspitzt. Und einen angeleinten Hund im Wald oder auf dem Feld auch noch einen Maulkorb zu verpassen sehe ich gar nicht ein. Sollte bei einem angeleinten Hund ein wie von der TS geschilderter Vorfall passieren das ist das einfach Pech. Irgendwo muss ich die Balance zwischen Naturschutz und Hundehaltung finden. Und ich bezweifle
    stark dass die Anzahl der von ANGELEINTEN Hunden gerissenen Tiere besonders groß ist.

    :gut:
    Ganz meiner Meinung. Natürlich ist das furchtbar, wenn der Hund da zupackt, und man das selbst auch noch mit ansieht - und das würde meiner auch nicht tun, ohne entsprechende Konsequenzen meinerseits! Ich steh ja bei sowas nicht daneben und feuer den Hund noch an!

    Aber ganz verhindern wird man das nicht können, wenn die Viecher schon hergehen, sich auf den Weg stellen und dann noch ein Schild "hier bin ich" hochhalten - dann können sie auch gleich den Backofen und ein Glas Preiselbeeren danebenstellen... ;-(

    Das Einzige, was man selbst als Hundehalter dagegen tun kann, daß sich sowas wiederholt, ist Training: Radius verringern (je näher der Hund bei Dir, desto besser kannst einwirken, ein Ruf auf größere Entfernung wird eher ignoriert), Impulskontrolle, Rückruf, Konzentration auf den Hundeführer, ein "Nachfragen" etablieren (sprich, daß der Hund Dich erst angucken muß, bevor er die Freigabe kriegt, frei oder an der Schlepp gesichert zu laufen), um einfach besser im seinem "Hirn" *gg präsent zu bleiben, á la: "Freund, ich hab Dich immer im Blick" oder so.

    Und natürlich, ganz wichtig, ein absolutes Abbruchkommando, das dann auch durchzusetzen ist, notfalls körperlich.

    @TS: wenn Du dazu Ideen brauchst, schreib ich Dir gern noch was dazu - aus der Erfahrung mit meinen Jägerchen heraus, was da so geholfen hat. Ist ein ganzes Maßnahmenpaket, hilft bestimmt, aber letztlich ganz rauskriegen wirst den Jagdtrieb damit nicht - ist ja schließlich angeboren.... Aber es hilft ja schon, wenn man den Hund bestmöglich unter Kontrolle hat.

    PS: einmal ist es mir mit Frieda passiert - sie schnuffelt im Gebüsch, ich denk, sie sucht ne Pieselstelle (inzwischen kann ich das besser lesen....) - und zack, hatte sie nen Igel im Schnabel. An der 2-Meter-Leine.....
    Zu meiner Entschuldigung: es war dunkel, ich hatte den net gesehen im Busch. Da half nur noch eines: Hund festhalten, Lefzen reindrücken, und "AAAAAAUS!" Sie hat dann tatsächlich losgelasse, hatte in paar Stacheln im Maul und der Nase (hat sich net dran gestört), und Igelchen lebte noch, der war eingerollt und lief anschließend schnell davon.

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