eigentlich eine super Hündin, aber .....

  • Hallo zusammen,

    da ich neu im Forum bin, habe ich mich erstmal eine Weile durchgelesen.

    Ein paar Dinge kommen mir sehr bekannt vor. Ich möchte aber nicht in vorhandene Threads eingreifen, daher mein neuer Beitrag - hoffe ist OK so :ops:

    alsooo:
    Meine 5jährige Rumänin kam vor 2 Monaten zu mir. Sie war anfangs sehr verschüchtert/ängstlich, hing mir dauerhaft am *Rockzipfel* .... das legte sich aber nach 3 Tagen.
    Ich kann problemlos an ihren Futternapf, sie frißt sehr vorsichtig aus der Hand, mit Handzeichen und *nein* bleibt sie von zB Leckerlis auf dem Boden weg. Sie sitzt oder liegt dann wartend in ca. 1m Abstand, bis ich ihr das Leckerli erlaube. Klappt auch, wenn ich aus dem Raum gehe.
    Wobei die Kommandos sitz/platz noch nicht 100% perfekt sitzen.

    Ihr derzeitiges Lieblingsspiel beim Gassi ist es, runden Leckerli hinterher zu stürmen. Sie schaut mich immer mit großen Augen an, als ob sie mich auffordern wollte, ein Leckerli zu werfen/kugeln.
    Sie kommt liebend gern kuscheln und tobt draußen ausgelassen - inzwischen an der Leine.

    Sooo und jetzt näher ich mich meinem 1. Problem:
    Wie gesagt, sie sucht (gern) Augenkontakt. Nach ca. 2 Wochen klappte es an der Schleppleine super, dass sie beim kleinsten rufen sofort angestürmt kam. Also habe ich mich knapp 2 Wochen später erstmals getraut, die Leine ab zu machen. Auch da hörte sie super und kam sofort!!
    Aber dann ..... ich weiß nicht was sie (meist auf einer bestimmten Wiese) immer in die Nase bekommt. Die Nase wird in die Luft gereckt, und sie wird absolut taub!! Hört kein Stück und ich konnte ihr 2x je einige Minuten nachlaufen (nicht rennen!), bis ich an ihr dran war und anleinen konnte. Beim 2.Mal lief sie über eine Straße, zum Glück kam kein Auto. Seither habe ich sie nicht mehr abgeleint - nur noch auf für uns sicheren Wegen.
    Trotz den vorherigen Erfolgen ist alles wie weg. Selbst mit Zug- oder Schleppleine muss ich ziehen, damit sie zu mir schaut bzw. zu mir kommt, da die Nase noch immer hoch gestreckt wird und die Ohren dann wieder taub werden. Also Namen rufen oder (eigentlich) gewohnte Kommandos bringen nichts. OK teilweise schaut sie mal zu mir, aber egal ob ich sie rufe, oder mich umdrehe und weg gehe ....... sie geht ihren Weg weiter !!

    Laufe ich beim spielen zB frontal auf sie zu, liegt sie umgehend platt bäuchlings und schielt mich an. Aufstehen erst, wenn ich es ausdrücklich sage.
    Bei Fuß (zB Gehweg) klappt perfekt! Sie läuft ein Stück hinter mir bzw. gleichauf mit mir.
    In der Wohnung legt sie sich seit ca. 3 Wochen auf den Rücken - alle Viere weit weg gestreckt - *Frauchen kuschel mich*

    Bisher brachte Spielzeug keinerlei Abhilfe. Aportieren unmöglich. Sie holte in der Wohnung einmalig den Dummy und brachte ihn in ihren Korb. Also ging ich hin und nahm in raus, um ihr zu zeigen *mir sollst ihn bringen* .... das wars. Sie rennt nicht mehr hinterher da sie absolut zurücksteckt, sobald ich ihr was weg nehme. Das verbindet sie wohl mit negativ - *darf ich nicht haben, Frauchen nimmt es mir ab*

    Kurz und knapp: wie könnte es wieder klappen, dass sie auf rufen wieder sofort kommt?

    Problem 2 ist nicht sooo dramatisch - inzwischen:
    Kommt ein (egal welches) Zweirad, laufe ich zwischen ihr und dem Gefährt. Sie bekommt ein Leckerli vor die Nase, schielt zwar noch zu ihrem *Jagdobjekt*, bleibt aber inzwidchen ruhig und bekommt danach das Leckerli.
    Bei anderen Hunden läuft es ähnlich, ausser dass ich sie dann (weg vom anderen Hund) das Leckerli jagen lasse.
    Klappt immer besser :)
    Grundsäztlich versteht sie sich bisher mit allen Hunden, aber manch Besitzer möchte eben keinen Kontakt zu fremden Hunden.

    Problem 3:
    Besuch in der Wohnung!
    Sie akzeptiert keinen Besuch. Auch hier habe ich sie inzwischen so weit, dass sie in ihrem Korb liegen muss oder mit mir mitlaufen, aber sobald Besucher sich bewegen, laufen oder sogar reden ... knurrt sie wie verrückt.
    Muss zB jemand mal ins Bad, dann nur mit Voranmeldung bei mir ;)
    Dann hocke ich vor ihr, Leckerli vor die Nase und wenn sie ruhig blieb, darf sie es haben.
    Aber das dauerhafte Knurren stört, und ich traue ihr da nicht über den Weg, wenn mal jemand (ohne mich als Schutzschild) durch die Wohnung läuft.

    sooo hoffe ich habe euch nicht total zugetextet .... Trennung der Probleme wäre auch OK :)


    LG

    Cindy

  • Als wir unsere Hündin geholt haben nachdem sie ca 2 Jahre in einer Pferdebox gesperrt war und total abgemagert war es ähnlich.
    Anfangs total anhänglich und hat super gehört und je sicherer sie wurde, desto weniger hat sie auf mich geachtet und war auch bei der ersten interessanten Kleinigkeit weg.
    Genauso das Problem mit dem BEsuch.

    Nach 1 Jahr sind wir jetzt soweit, dass wir wirklich Besuch haben "dürfen"...
    Aber sie läuft inzwischen super ohne Leine und hört auf's Wort... wir mussten nur wieder komplett von vorne Anfangen zu üben...

    Keine große Hilfe aber vielleicht macht es etwas Mut, dass es nicht ungewöhnlich ist :-)

  • Das konnte ich auch beobachten. Je sicherer sie werden, desto "aufmüpfiger" bzw. selbstbewusster werden sie. Jetzt fängt das Training an!
    Rückruf an der Schleppleine, lernen wie man sich im Haus benimmt usw.
    Ich denke, das wird erstmal noch schlimmer bevor es besser wird.
    Ich glaube, wir machen den Fehler, dass wir zu rücksichtsvoll sind am Anfang. Wir denken, ach die armen Tiere sind so ängstlich und schüchtern und schwupps haben sie raus, wie sie die "Chefs" sind (ist jetzt etwas übertrieben)
    Das wird schon werden, sie müssen so viel neues lernen, da muss man Geduld haben.

  • Ich denke dass das normal ist, deine Hündin ist jetzt 2 Monate bei dir und hat sich jetzt wohl richtig bei dir eingelebt :)

    Ich würde an deiner Stelle erst Mal den Freilauf streichen, nur noch Schleppleine und dann damit den Rückruf wieder konsequent üben. Ist deine Hündin verfressen? Dann schnapp dir super Leckerlies wie Fleischwurst, Käse usw. und übe damit.
    Bei meiner Hündin hat es auch geholfen die Bindung zwischen uns zu stärken, d.h. gemeinsames Arbeiten, Spiele usw. Meine Hündin liebt zum Beispiel den Futterbeutel, wir haben in ihrer "ich höre mal garnicht Phase" ihre gesamte Futterration über Futterbeute und sonstiges Arbeiten auf den Spaziergängen verfüttert. So musste sie sich ihr Futter erarbeiten und hatte dabei richtig Spaß.

    Warum lenkst du sie von anderen Hunden ab? Du schreibst doch dass sie freundlich ist, bellt sie sonst an der Leine und Jagd Fahrradfahrer?

    Zum Thema Besuch kann dir bestimmt jemand noch bessere Tips geben, aber ich würde zur Sicherheit für dich und für deinen Besuch den Hund falls möglich mit Leine auf seinem Platz sichern, alles andere wäre mir dann zu riskant.

    Ich finde deine Hündin hat sich für die 2 Monate schon ganz schön gut bei dir eingelebt, erwarte nicht zu viel, es sind ja erst 8 Wochen. Viel Glück :)

  • hmmm ...

    könnt ich fast raus lesen, dass ich gar nix (gravierendes) falsch mache - *nur* zu hohe Erwartungen habe?

    Hatte ja anfangs mit Training super geklappt .....

    Hab mir die Tage eine Pfeife angeschafft, als Unterstüzung .... naja DAS Training hat erst begonnen ....

    Nu erstmal Gassi - da fängt eine Dame mit jammern an ;)


    LG

    Cindy

  • Zitat

    Ist deine Hündin verfressen?


    oh jaaa - darum arbeite ich viel mit Leckerli bzw. ihrem Trockenfutter - immer dabei :D

    Zitat

    Warum lenkst du sie von anderen Hunden ab? Du schreibst doch dass sie freundlich ist, bellt sie sonst an der Leine und Jagd Fahrradfahrer?


    jaaaa sie machte riesen Sätze, bellte wie verrückt und stieg an der Leine .... denke sie wär Fahrrädern nachgejagt mit schlimmen Folgen. Das klappt zum Glück immer besser. Sie bleibt *bei Fuß* und zieht nicht mehr zum Fahrrad, Motorrad, Roller/Scooter.

    Und wegen der Hunde:
    Wir haben wie gesagt Hundehalter, die wünschen absolut NULL Kontakt beim Gassi bzw. an der Leine .... also halte ich sie von diesen Hunden fern.

    Zitat

    für deinen Besuch den Hund falls möglich mit Leine auf seinem Platz sichern


    wird auch so gemacht :D .. immer mit Kurzleine

  • Wir haben selbst seit kapp 2 Monaten einen kleinen Ausländer und wir bemerken ebenfalls, dass er jetzt nach einiger Zeit der Eingewöhnung immer selbstsicherer wird und manchmal eigene Wege einschlagen will. Da hilft nur Geduld und Spucke, das wird schon. Bei uns funktioniert der Rückruf übrigens auch am besten mit Fleischwurst, oder Käse :smile: .

  • Ich würd das auch eher positiv sehen.
    Sie ist jetzt nicht mehr so ängstlich u unsicher u darum wird sie halt 'aufmüpfig' (um bei dem wort zu bleiben).
    Hat auch grad schon jmd gesagt, es sind erst 8 wochen! Offenbar habt ihr ja schon eine ganze menge zusammen geschafft, u alles auf einmal geht halt nicht! Mach dir mal keine allzugroßen sorgen, ich glaub das hält sich echt noch im rahmen.

    Das problem mit radfahrern od anderen hunden hab ich auch nicht verstanden.

    Den rückruf übe einfach noch mal ganz neu (mit schleppleine kannst du sie immer weiter weg lassen, sie kann aber nicht abhauen, u wenn du sie rufst u sie nicht kommt, kannst du sie einfach zurückholen -da findest du mit der suchfunktion einen ganzen haufen zeugs dazu).
    Vielleicht solltest du diese spezielle wiese in nächster zeit besser meiden u erst wo anders üben. Wenn rückruf oä halbwegs funktioniert könntest du's ähnlich machen wie bei hunden die andere hunde nicht mögen.
    Erst in großem abstand zur spezial-wiese üben (dort wo sie noch problemlos hört) u immer weiter dran gehen. Also zb 2 min 100m von der spezial-wiese entfernt üben, u als supa-tolle belohnung gehst du dann mit ihr zu der wiese u sie darf dort schnüffeln/toben/mit dir zusammen spielen/oä.

  • Zitat

    hmmm ... könnt ich fast raus lesen, dass ich gar nix (gravierendes) falsch mache - *nur* zu hohe Erwartungen habe?


    Das denke ich auch ;)

    Zu hohe Erwartungen im Allgemeinen vielleicht nicht, aber für den kurzen - und ja, der ist kurz! ;) - Zeitraum denke ich, seid ihr doch auf dem richtigen Weg. Konsequent weiter üben, hier sind ja schon ein paar Tipps gegeben worden.

    Unsere Tierschutz-Hündin hat zwei Jahre(!) gebraucht, um sich richtig einzuleben. Vorher hat die schlichtweg nicht begriffen, was Besuch überhaupt ist, dass es nichts gefährliches ist etc. Man darf immer nicht vergessen, dass es für uns zwar das Nomalste der Welt, für den Hund aber völlig neu und unnatürlich ist.
    In dem Fall mit dem Besuch würde ich den Hund aber sichern (Box, Maulkorb), wenn du das Gefühl hast, du hast sie nicht völlig unter Kontrolle.

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