• Hallo Zusammen,

    wir haben seit ein paar Tagen einen Zweithund und ich bin mir nicht sicher, wie ich am Besten das Thema Futterneid angehe. Ersthund (Rüde, 10 Monate alt) hatte hier eigentlich immer was zum Kauen zur Verfügung. Da ich wusste, daß unser Neuzugang (Hündin, 5 Jahre) sehr futterneidisch ist, habe ich das schon Tage vor ihrem Einzug weggeräumt.

    Fressen ist nicht so das Problem, ich füttere beide Hunde getrennt...aber Kauartikel *seufz* Ich hab es mit Kauwurzeln probiert, weil ich dachte, das ist nichts zu essen. Aber auch hier endet es damit, daß sie beide hat, er keine. Bislang hab ich probiert, sie daran zu hindern, es ihm wegzunehmen. Wenn sie doch hinging, hab ich beide Wurzeln wieder weggesperrt....ist das der richtige Weg? Oder hat jemand eine bessere Idee?

    Danke & liebe Grüße

    Petra

  • Ich wüprde es nicht so machen.
    Einfach weil das weitere Aggression auslöst.
    Die Hunde zeigen das verhalten ja "bloss" weil sie nicht Vertrauen und Futter bzw. andere Ressourcen eben Wichtig für ndie Hunde sind. Und die werden eben nicht nmit Konkurrenten bzw. Individuuen geteilt denen man nicht traut!
    Wenn Mensch nun also anfängt da auch noch nen Konflikt rein zusetzen, hat der Hund ja noch nen Konflikt zu bearbeiten den er nicht vernünftig lösen kann.
    Deswegen würde ich auch beim normalen Fütter NICHT vermeiden sondern das ganz gezielt üben!

    1. Regeln!
    Zusammenleben braucht IMMER Regeln! Jedenfalls ein paar die einen sicheren rahmen darstellen indem sich jeder frei bewegen kann.
    Beim fressen können das z.B. sein:
    1. an den Napf des anderen wird NICHT gegangen solange der Andere das nicht freigegeben (also vom Napf weggegangen ist) hat. (Gleiches gilt AUCH für Kauteile, wenn beide Hunde ihrs aufgegeben haben würde ich das einsammeln so das man nicht in die Bredullie kommt solange das noch nicht ganz Sicher ist ;) Gleiches gilt für Kauwurzeln oder ggf. auch Spielzeug!)
    2. Angefangen zu Fressen wird auf ein Signal, hat einfach den Vorteil das du in Ruhe die Näpfe fertig machen, an die Futterplätze stellen kannst und die Hunde dann zu ihren Plätzen gehen und viel ruhiger fressen können, ohne Stress vorher durchs drängeln und co.
    3. Beim Fressen wird nicht neben den Näpfen gestanden und rumgehibbelt odernin der Küchentür. Das macht nur Stress und Druck und die Enge an der Tür kann da echt nach hinten los gehen.
    Deswegen würde ich die Hunde auf ihre Plätze schicken und sie dann zum fressen rufen.

    Die Regeln kannst du überprüfen indem du am Anfang beim Fressen dabei stehst. Heißt sobald du merkst das Näpfe, Kauteile dergleichen dem anderen ausgespannt werden sollen, hingehen, den Störenfried da weg nehmen und zu seinem eigenen Napf geleiten, sowas.
    Nach und nach kann man sich dann zurück ziehen.

    Beim Fressen würde ich auch am Anfang darauf achten die Näpfe nicht direkt nebeneinander zu stellen, sondern am Anfang Abstand lassen (schau einfach wo sie ruhiger fressen kann) und langsam nach und nach immer ein Stückchen weiter zusammen.
    Auch mit Leckerlies kann man das so machen. Abstand zwischen den Hunden lassen und dann eben auch verteilen - ohne eine feste Reihenfolge.
    Außerdem Vertrauensfördernde Maßnahmen und Zeit ;)

    Achja und ich würde NICHT Schimpfen und keinen Stress machen. Einfach mit nem Abstand arbeiten und langsam abbauen.

  • Ich kann dir sagen wie wir das machen. Beide Hunde sind futterneidisch, wobei Jules da die deutlich Überlegene ist, sowohl mental, als auch körperlich.

    Futter gibts zusammen in einem Raum, ich bleibe aber dabei. Jules hat es schon versucht und Lilly nicht mehr an ihr Futter gelassen. Solange sie weiß, dass ich da bin traut sie sich das nicht.

    Kausachen gibts nur von mir und dürfen nicht geklaut werden. Da sie damit ja etwas länger beschäftigt sind, und ich keine Lust habe die ganze Zeit daneben zu stehen, kommt Jules in ihre Box. Kausachen sind bei uns deutlich kritischer, als das normale Futter, bei Kausachen würde Lilly auch nicht nachgeben. Da Lilly schneller frisst, muss Jules in der Box fressen. Sollte mal was nicht aufgefressen werden, kommt es sofort weg. Es bleibt nichts liegen.

    Spielzeug gibts hier auch nur nach Zuteilung, bis auf wenige Ausnahmen. Zum einen, weil die Hunde das gerne zerkauen und ich nicht ständig neu kaufen möchte, zum anderen um nichts zu fördern. Was rumliegt sind zwei Bälle, die mag Jules so gerne, eine Kauwurzel und ein Stück Geweih. Lilly interessiert sich aber null für die Wurzel und das Geweih, deswegen geht das. Die Bälle sind für Lilly auch nur interessant, wenn wir mitspielen, von alleine würde die sich keinen holen.

    Da das bei eurer Hündin scheinbar anders ist, würde ich erstmal rigoros alles wegräumen. Sie ist ja noch recht neu und muss erstmal eine Bindung und Vertrauen aufbauen. Später kannst du dann nochmal probieren, ob du die Kauwurzel doch liegen lassen kannst. Grundsätzlich würde ich aber versuchen, dass sie gar nicht erst klaut, das ist besser, als ihr das Zeug dann immer wegzunehmen.

  • Meine sind zwar nicht so futterneidisch, aber Bungee würde sich nie trauen zu fressen
    wenn Sandro ihn scharf anschaut. Also füttere ich Hintern an Hintern, das geht prima,
    wer fertig ist verläßt die Küche.
    Mit Kauartikeln geht jeder auf seinen Platz und frißt da. Ich sorge dafür, dass nicht
    gestört wird. D.H. Kausachen gibts nur unter Aufsicht.

  • Danke Euch :-)

    @ Sabine, Hintern an Hintern hatte ich auch versucht. Das klappte auch, nur blöderweise frisst sie so schnell, daß sie dann doch versucht hat, an sein Futter zu kommen. War vermutlich falsch, aber ich wollte, daß die beiden erstmal stressfrei essen können.

    Spielzeug geht komischerweise. Tau wird geteilt, die geliebten Plüschtiere verwaltet sie zwar, aber er darf auch mal eins ausleihen. Seit sie hier ist, will er sowieso nicht mehr allein mit den Plüschis spielen sondern mit ihr.

    Kausachen sind eben echt das Problem hier...zumal er hat eine gute Portion Biber abbekommen hat und ohne Kaukram alles mögliche annagt.

  • Zitat

    Kausachen sind eben echt das Problem hier...zumal er hat eine gute Portion Biber abbekommen hat und ohne Kaukram alles mögliche annagt.


    Das müssen die Gene sein. ;) Was denkste, warum das Zeug bei uns rumliegt. Jules hat da auch schon andere Dinge probiert.

    Btw. Ich bin neugierig, gerne auch in deinem Fotothread, oder per PN...woher kommt sie, wie habt ihr sie gefunden, und wo sind die Bilder?

  • Hihi, vermutlich...unsere Garderobe sieht nicht mehr wirklich gut aus...ansonsten hat er noch einen Holztritt in der Küche, der vermutlich nicht mehr erwachsenenbelastbar ist!

    PN ist unterwegs :-)

  • Naaa gut, weil ich gerade nen Augenblickchen Zeit habe, bevor meine Hunde ihr Training haben, schreib ichs nochmal nieder. Ich möchte ja nicht Scnhuld sein wenn du nicht Schlafen kannst! ;)

    Zitat

    Hintern an Hintern hatte ich auch versucht. Das klappte auch, nur blöderweise frisst sie so schnell, daß sie dann doch versucht hat, an sein Futter zu kommen. War vermutlich falsch, aber ich wollte, daß die beiden erstmal stressfrei essen können.

    Das schlingen kommt ja vorallem auch daher, weil Hund besonders viel abbekommen muss...
    Hintern an Hintern ist dann offensichtlich noch zu nah dran, wenn es schlingt und sich dann direkt umdrehen kann um im anderen Napf zu stibizen. Ich würde den Abstand nochmal vergrößern. Vielleicht am Anfang eine Küchenecke für den einen, den anderen in die andere Ecke und du dazwischen die eben die Napftauschaktionen verhindern kann. Mit einem "OK" kannst du z.b. auch auflösen wenn der andere den Napf aufgegeben hat. Muss aber nicht.
    Am Anfang steht man halt wirklich lange in der Küche beim Fressen dabei, aber es wird sich nach und nach entspannen und man kann nach 1-2Wochen die Näpfe weit auseinander den Napf Meter für Meter wieder annähern. Immer wieder Zeit dazwischen lassen und abblocken und zum Napf schicken wenn vorher Tauschaktionen vorgenommen werden sollen. (Sozusagen Nichtautorisierte Tauschaktionen werden unterbunden :D )
    Erst steht man dazwischen, später reicht nur noch dahinter zu stehen und sich dann nach wieder einiger Zeit langsam der Küchentür zu nähern, irgendwan steht man dann vor der Küche und Schlussendlich guckt man nur mal rein bis man gar nicht mehr gucken muss.

    Auf die Art und Weise habe ich einigen Neidern schon die Ruhe beim Futtern in der eigenen Gruppe beigebracht bzw. kann man, wenn man es üben will das Ganze auch ausdehnen auf wechselnde Hunde und unbekannte Hunde. Aber mir reicht das zu weit, da ich es völlig okay finde und es für mich einfach dazu gehört. Es muss nicht immer alles mit jedem geteilt werden.
    Nur in der eigenen Gruppe ist das Anstrengend und Nervig wenns ständig Stress gibt. Deswegen habe ich meine 5 Neider soweit ganz gut im Griff und Essenfassen geht ohne Theater, wo aber einer der Terrier bei den Katzen etwas Zickig ist, sind Leckerlies beim Training - die Katzen kommen dann immer an und wollen auch :P

    Zitat


    Spielzeug geht komischerweise. Tau wird geteilt, die geliebten Plüschtiere verwaltet sie zwar, aber er darf auch mal eins ausleihen. Seit sie hier ist, will er sowieso nicht mehr allein mit den Plüschis spielen sondern mit ihr.


    Na das ist doch schonmal klasse!
    Wesentlich Schlimmer sind nämlich Ressozurcenneide wenn es sich ausdehnt auf Spielzeug, auf Taschen,Jacken und Menschen, Liegeplätze. Und noch viel anstrengender ist es wenn Hunde nicht nur vor Artgenossen verteidigen sondern auch vor Menschen!

    Zitat

    Kausachen sind eben echt das Problem hier...zumal er hat eine gute Portion Biber abbekommen hat und ohne Kaukram alles mögliche annagt.


    Hm, wenn er das kauen braucht fürs alleine bleiben (oder braucht er das auch so?) würde ich die beiden auseinander packen in der Zeit. So das es nicht zu Streit kommen kann, wenn du nicht genug Zeit hast um auf zu passen. Ansonsten würde ich mich mit in den Raum setzen und diese Regeln durchsetzen und das auch langsam abbauen.
    Fürs Alleine bleiben, würde ich entweder andere Räumlichkeiten, den Hunden beibringen das die Ruheplätze für den anderen Tabu sind, mit Boxen arbeiten. Das geht alles.
    Es ist sogar ganz oft so das es keinen Streit gibt - auch um Ressourcen wo es sonst Streit gibt, wenn man selbst nicht anwesend ist! ;)
    Es liegt oft auch an der Anwesenheit des Menschen das gezickt wird... da muss man immer ein bisschen gucken.

    Du wirst auch nicht immer aufpassen müssen, ich würde es nur wirklich trainieren und in den sauren Apfel beissen und es langsam, Schrittweise üben, nicht vermeiden.
    Also auch ruhig Leckerlies aus der Hand füttern oder Kauteile festhalten, die Arme WEIT ausbreiten (das genug Platz ist, wenn der Platz schon ausreicht) und beide gleichzeitig kauen lassen oder Leckerlies nehmen lassen.
    Oder eben Hunde im Abstand absitzen lassen und ohne eine bestimmte Reihenfolge Leckerlies geben. Also 1.kriegt - 2.kriegt. 2.kriegt 1. kriegt 2.kriegt 1.kriegt 1.kriegt 1.kriegt 2.kriegt.. so in der Art das die lernen das aus zuhalten, genug Abstand ist und man dann nach und nach den Abstand verringern kann.
    Außerdem kann man Bindungs und Vertrauensfördernde Tricks machen mit zwei Hunden zusammen und so Scherze.
    Nach und nach kriegt man das wirklich in den griff, man muss sich nur in den Hintern beissen und es auch Trainieren! Langsam und in Ruhe! Und BLOSSSSS keinen Stress machen oder Ärger wenn einer zickt! Sondern trennen, raus aus der Situation und mit etwas Abstand wieder aufbauen und den nächsten Schritt noch abwarten lassen.

    Liebe Grüße
    Nina

    (nicht ganz soooo ausführlich, aber nun gut)

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