• hey!
    hat jemand erfahrungen mit epilepsie beim hund? bei meinem besteht der verdacht, er hatte heute nachmittag einen anfall wobei die TA meinte das es auch eine leichte vergiftung oder ein eingeklemmter nerv sein könnte.. aber die wahrscheinlichkeit leigt bei 90%... :( gibt es da einschränkungen? oder kann ich wie gewohnt sport mit ihm machen usw? LG

  • Ich habe 13 Jahre einen Hund mit Epilepsie gehabt.

    Ich habe mit diesem Hund alles gemacht. Körperlich gibt es da keine Einschränkungen. Durch medikamentöse Einstellung haben wir auch die Anzahl der Anfälle so halbwegs in den Griff bekommen.

    Da die Anfälle aber ohne Vorwarnung plötzlich kommen habe ich auf einige Dinge natürlich achten müssen:
    - Im Grundstück rückwärts fahren nur wenn ich genau wußte wo der Hund sich gerade aufhält.
    - Keinen Sport machen, wo der Hund über hohe Hindernisse balancieren muß.
    - Nicht allein schwimmen lassen, nur in meiner unmittelbaren Nähe.
    - Allgemein im Wald und Feld den Radius des Hundes soweit begrenzen das ich ihn immer sehen kann.
    - Treppen immer hinter dem Hund hoch und vor dem Hund runter laufen.

    Das sind so die Verhaltensregeln, die mir spontan einfallen.
    Ansonsten war dieser Hund agil und sportlich wie jeder andere Hund und für alles zu begeistern.

    Noch ne kleine lustige Geschichte. Wenn meine Frau oder ich nach Hause kamen haben wir aus Sicherheitsgründen nach dem Öffnen des Tores den Hund ins Auto verfrachtet und sind erst dann mit Hund rückwärts ins Grundstück gefahren. Tina lebt schon seit 5 Jahren nicht mehr. Aber diese Verhaltensregeln sind so in Fleisch und Blut übergegangen, wir machen es bei Susi heute noch so. Und Susi ist der gesündeste Hund den ich jemals hatte.

    Noch eins, wenn der Hund einen epileptischen Anfall hatte, so war er absolut bewegungsunfähig da die gesamte Motorik versagte. Nach ca 10 Minuten war der Anfall vorbei, der Hund sprang auf und hatte einen unglaublichen Bewegungsdrang. Eine Vergiftung sieht anders aus, da springt der Hund nicht nach 10 Minuten wieder wie ein Flummi durch die Gegend.

  • Hallo Philine,

    wenn ich in deiner Vorstellung richtig gelesen habe, geht es um deinen Bersennenmix oder?

    Ich weiß nicht wie der Anfall ausgesehen hat und eine Vergiftung, sollte die TÄ herausfinden können.
    Ein Anfall sieht grausam aus und man denkt der Hund stirbt, doch es ist wichtig ruhig zu bleiben und alle Gegenstände wegräumen, die den Hund verletzen können. Epilepsie hat viele Gesichter im, Anfallsmuster, Dauer und Stärke.

    Nach einem "ersten" Anfall kann man noch nicht mit Sicherheit Epilepsie diagnostizieren und muss somit abwarten, ob es weitere Anfälle gibt. Nach dem zweiten Anfall wird mit einer Ausschlussdiagnostik begonnen. Vorab können die TÄ ein Notfallmedikament ... Rektaltuben oder Tropfen ( Diazepam) mitgeben.

    Wenn du dich informieren möchtest, schau bitte ins oder melde dich gleich dort an: http://www.epiforum.de

    LG Sabine

  • Wenns tatsächlich Epilepsie ist, kannst sicherlich (fast) alles mit dem Hund noch machen - aber man sollte alles meiden, was Streß verursacht, denn dieser kann Anfälle auslösen. Also vielleicht nicht unbedingt Turniersituationen für nen Agility-Hund oder so, könnt ich mir vorstellen. Oder den Streß, wenn der Hund bei einem unbekannten Hundesitter von heute auf morgen 2 Wochen bleiben müßte, weil Du in Urlaub willst ohne ihn. Anstrengende Familienfeiern, wo alle Kinder dem Hund am Hintern hängen *gg So Zeugs halt... ;-)

    Mein Schwesterherz hat nen Epilepsiehund, und ich krieg die Anweisung "kein Streß" immer, wenn ich den mal da hab.

  • Hallo!

    Natürlich wünsch ich dir erstmal, dass dein Hund keine Epilepsie hat.
    Berichte doch bitte, wenn du mehr weißt. :smile:

    Meine Hündin hat seit ca. zwei Jahren Epilepsie und ist seit einem Jahr (unter Medikation mit Phenoleptil) anfallsfrei.
    Ich traile mit ihr, wir machen Agility und auch sonst ist sie ein absolut aktiver Hund, dem man keine Nebenwirkungen des Medikaments anmerkt (was aber ja leider nicht heißt, dass es keine gibt).

    Falls es bei deinem Hund wirklich diese Krankheit sein sollte, kannst du hier gerne noch mehr Infos und Erfahrungsberichte erhalten und nochmal genauer nachfragen.

    Übrigens kann/konnte ich bei meiner Hündin keinen Zusammenhang zwischen Stresssituationen und Anfällen feststellen.

  • Zitat

    Übrigens kann/konnte ich bei meiner Hündin keinen Zusammenhang zwischen Stresssituationen und Anfällen feststellen.

    Deswegen habe ich die "verschiedenen Gesichter" einer Epilepsie angeschnitten und bei unserem Fussel ist der Zusammenhang Stress - Anfall eindeutig und jede Sportart die ihn hochdrehen würde, wäre somit fatal.

    Der Link, den ich angegeben habe, beinhaltet mehr Informationen und Hilfe von Betroffenen, als man in diesem Forum bieten könnte. ;)

    Ich drücke natürlich auch die Daumen das es keine Epilepsie ist!

    LG Sabine

  • Zitat

    Deswegen habe ich die "verschiedenen Gesichter" einer Epilepsie angeschnitten und bei unserem Fussel ist der Zusammenhang Stress - Anfall eindeutig und jede Sportart die ihn hochdrehen würde, wäre somit fatal.

    Hey, ich wollte damit auch nur darauf hinweisen, dass der Zusammenhang bestehen kann (wie bei euch), aber nicht muss (wie bei uns) und dass die Epilepsie eben diese verschiedenen Gesichter haben kann. ;)

  • Wenn es sich wirklich um Epilepsie handelt, wird sich je nach Krankheitsverlauf nicht mehr die Frage stellen, ob man Sport machen kann...

    Unser Rüde wurde 1,5 Jahren nach seinem ersten Anfall eingeschläfert und an Sport war schon lange nicht mehr zu denken. Aber gottseidank gibt es viele Hunde, die richtig eingestellt, ein Leben ohne größere Einschränkungen führen können, ich drück euch die Daumen!


    Grüße
    Marina

  • hey!
    entschuldigt meine verspätete antwort ich war mit der arbeit so beschäftigt.
    er hatte in der nacht zu sonntag einen weiteren anfall, also etwas über 2 wochen nach dem ersten. ansonsten gibt es nichts neues zu berichten, ich bin jetzt am gucken wo ich am besten zur diagnostik hingehe.. ich werde wohl mit einem Großen Blutbild anfangen, dann einmal den bewegungsappperat abchecken lassen und dann weitersehen.
    Gruß

  • Mein American Border Collie (3,5 Jahre) hat seit 2 Jahren Epilepsie und hat ca. 1 - 2 Anfälle pro Woche mit unterschiedlicher Intensität.
    Auf der rechten Körperseite sind durch die Anfälle bereits dauerhafte neurologische Ausfallerscheinungen (peripheres Sehen beim rechten Auge ist eingeschränkt, rechter Hinterlauf setzt manchmal aus) aufgetreten.
    Wir haben ihn vom Blutbild, als auch neurologisch untersuchen lassen.
    Gegenwärtig bekommt er morgens und abends 1 1/4 Luminal (Phenobarbital).
    Wir machen z.Z. die BH - Ausbildung und beginnen eventuell ab Sommer diesen Jahres mit einem THS - Einsteigerkurs.
    Die Teilnahme bei letzterem liegt aber nicht an meinem Hund, sondern an mir. Kann sein, daß ich diesen Sommer noch eine mehr oder weniger große OP vor mir habe und diese die weitere Jahresplanung beeinflusst.
    Unsere behandenden Tierärzte empfehlen sogar ausdrücklich eine sinnvolle Betätigung, u.a. auch sportlicher Natur. Richtig dosiert, kann es die Anfallsneigung sogar reduzieren.
    Nicht nur Überforderung kann epileptische Anfälle hervorrufen, sondern auch Unterforderung.
    Unsere Trainer im Verein wissen darüber Bescheid, daß mein Border Epilepsie hat und an den Tagen der Anfälle, bzw. eventuell auch danach wird nicht trainiert. Selbst wenn er frühmorgens einen ganz leichten Anfall hat und er danach augenscheinlich topfit ist, lassen sie uns nicht mitmachen.
    Ist eben so...
    Heute morgen haben wir besprochen, daß wir frühestens im kommenden Jahr die Prüfung angehen wollen und ich eventuell im kommenden Herbst die Sachkundeprüfung machen werde.
    Für die BH - Prüfung mit meinem Hund bekomme ich ein ärztliches Gutachten mit den neurologischen Einschränkungen, damit diese bei der Prüfung keinen unnötigen Punktabzug verursachen.
    Aber weiter trainiert wird auf jeden Fall. Ob wir die Prüfung im kommenden Jahr, oder ein Jahr später machen, ist mir völlig egal. Mein Hund braucht nicht nur genügend körperliche Aktivität, sondern auch Kopfarbeit.
    Es wäre aber grundverkehrt einen epileptischen Hund jegliche (sportliche) Betätigung aus Angst vor weiteren Anfällen vorzuenthalten.
    Meiner bekommt auch Anfälle nach 2 - 3 "Faulenzertagen".
    Zum Thema Hunde und Epilepsie gibt es eine gute Website: http://www.epilepsie-beim-hund.de/

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