Frust, vom frechen Ferkel so langsam zur jagenden Wildsau

  • Bzgl Handfütterung:
    Eigentlich musst du nichts weiter tun als die Ration, die der Hund normalerweise drinnen ausm Napf bekommt, draußen zu füttern als Belohnung.

    Bei uns wars aber leider dann doch nicht so einfach. Ich musste unser Mädchen 24 Std hungern lassen, bis sie das Futter interessanter fand, als die Hasenfährten aufm Feld, von denen wir hier sehr sehr viele haben.
    Unser Süße hört normalerweise 1A. Aber wehe da ist ne Wildspur, dann ist sie mind zwei mal pro Gassigang weg, bzw nicht mehr abrufbar. Daher sind wir auch auf Schleppleinentraining umgestiegen und auf Handfütterung, weil nichts anderes sie aus ihrem "Wahn" holt, wenn sie auf Spurensuche ist.

    Ashanti bekommt normalerweise zwei mal am Tag Futter, einmal mittags, einmal abends.
    Nachdem wir sie 24 Std hungern lassen mussten (hat mir echt das Herz gebrochen :sad2: ), war sie am nächsten Tag geil genug auf das Futter. Ich musste es in einer Tupperdose mitnehmen, und sie jedes mal bei erfolgreichem Rückruf einmal reinschlabbern lassen. Da wir im Wechsel alle paar Tage BARF, (Frischfleisch)Dose und ein kaltgepresstest TroFo (mal ab und an) füttern, war das draußen dann echt n bissl umständlich und zum Teil auch echt ne kleine Sauerei an der Hand *lol*
    Aber die Mühe lohnt sich.
    Mittlerweile füttern wir nur noch die Mittagsration draußen, da das meistens auch die Zeit für die ganz große Runde ist. Ich richte allerdings das Training auch ein bissl danach aus. Ein Hund soll ja mit vollem Magen nicht direkt nachm Füttern rumtoben. Also machen wir alle actionreichen Übungen zu Anfang, dann gehts zur Nasenarbeit über und zum Schluss werden die ruhigen Übungen, wie "Platz", "Bleib", "Fuß", Aufmerksamkeitsübungen und allgemeine Leinenführigkeit geübt.
    Die letztere Phase braucht Ashanti eigentlich nicht, weil sie das Grundgehorsam astrein beherrscht, aber wie streuen es hier und da immer wieder ins Training ein, vor allem auch, weil es super zum Runterkommen ist. Und wir mischen die Übungen auch immer mal wieder, bauen etwas um in den Abläufen usw. So gewöhnt sie sich dann nicht an einen bestimmten Ablauf.
    Die Abendration bekommt Ashanti wieder normal daheim aus dem Napf. Damit verhindern wir, dass sich Ashanti den Luxus aus Frauchens Hand gefüttert zu werden, nicht allzu sehr angewöhnt, und evtl später rummäkelt, wenns wieder aus dem Napf gibt.
    Ich kenne nämlich tatsächlich einen Hund, der nach wochenlanger Handfütterung plötzlich den Napf nicht mehr mochte. War ja auch allzu bequem aus Frauchens Hand das Futter zu bekommen *lol*

  • Ein Training hätte bei mir folgende Aspekte:

    Impulskontrolle im Alltag, ausbauend in spezielle Situationen
    Rückruf festigen
    Ernsthafte Arbeit aufbauen, nicht mit Futterdummy sondern richtigen schweren Dummies,damit daraus eine Arbeit wird. Die Anlagen sofern sie vorhanden sind sollten genutzt werden dann klappt vieles besser.
    Verharren und vorstehen immer und immer wieder belohnen.

    Nachlässigkeit ist ganz normal, das gehört meiner Meinung nach zum Leben ;)
    Wichtig ist nur dass man es irgendwann merkt und wieder mehr macht, und sich bewusst ist dass es nicht das Problem des Hundes ist ;)

  • So viele tolle Tippy, da gibt es eigentlich nix mehr hinzu zu fügen.

    Aber du solltest dir nochmal bewusst machen, dass all diese Dinge nichts am eigentlichen Jagdtrieb ändern! D.h. wenn Wild direkt vor euch aufspringt, wird sie vermutlich trotzdem hinterher gehen. Das viele gemeinsame Training wird jedoch bewirken, dass ihr eine gute Bindung zueinander bekommt und das ist das entscheidende: Dann kommt sie nämlich auch wieder zurück, und zwar ruckzuck, ohne stundenlange Ausflüge.

    Es gibt also auch etwas, woran du an dir arbeiten musst: Lerne, die Körpersprache deines Hundes zu lesen. Immer, permanent. Lass sie nie aus den Augen. Und wenn du den Eindruck hast, sie wird wuschig, unruhig, nervös, die Nase geht vermehrt: Dann nimm sie frühzeitig an die Leine, so lange, bis sie wieder entspannt ist.

    Ich habe selbst eine wirklich begabte und hochintelligente Jägerin. Und neben dem ganzen Auslastungsgedöns ist meine allererste Regel, sie IMMER zu beobachten. Ich schalte unterwegs nicht einfach ab und bummele vor mich hin und lasse sie auch nur so rumzockeln. Funktioniert nicht und wenn meine Gedanken abschweifen, kann ich jede Wette halten, dass es keine Minute dauert, bis Roxy weg ist. Jeder kleine Abstecher ist zu 90% auf meine Unaufmerksamkeit zurück zu führen. Das heißt auch, dass man lernen muss, seine Umwelt wahrzunehmen. Unsere Sinne sind nicht mit denen des Hundes zu vergleichen. Trotzdem: Gegend mit den Augen absuchen, die Ohren auf Empfang und bewusst die Gerüche wahrnehmen.

  • Zitat


    Das viele gemeinsame Training wird jedoch bewirken, dass ihr eine gute Bindung zueinander bekommt und das ist das entscheidende: Dann kommt sie nämlich auch wieder zurück, und zwar ruckzuck, ohne stundenlange Ausflüge.

    Da muss ich jetzt doch mal Einspruch erheben!
    Ich würde mal behaupten, dass die Bindung meiner Hündin zu mir echt gut ist. Trotzdem ist sie, WENN sie weg ist, auch wirklich lange weg.
    Ich denke schon, dass das eben auch rasse(mix)abhängig ist und nicht unbedingt an mangelnder Bindung liegt.

    (Ansonsten hastdu natürlich Recht, dass gemeinsames Training die Bindung festigt. :smile:)

  • Zitat

    Da muss ich jetzt doch mal Einspruch erheben!
    Ich würde mal behaupten, dass die Bindung meiner Hündin zu mir echt gut ist. Trotzdem ist sie, WENN sie weg ist, auch wirklich lange weg.
    Ich denke schon, dass das eben auch rasse(mix)abhängig ist und nicht unbedingt an mangelnder Bindung liegt.

    (Ansonsten hastdu natürlich Recht, dass gemeinsames Training die Bindung festigt. :smile:)


    Ja, du hast schon recht. Ich wollte das nicht generalisieren, sondern wollte eher zum Ausdruck bringen, dass eine gute Bindung dazu beitragen kann, dass der Hund flott wieder da ist oder ganz hart gesagt, dass er überhaupt einen Grund hat, zu seinem Menschen zurückzukehren. Gerade auch, weil viel gemeinsame Aktivität da ist und Frauchen eben nicht "langweilig" ist. Vielleicht sollte ich es umdrehen: Bei einer schlechten Bindung ist der Hund eher mal komplett verschwunden, wie wenn er stark an den Besitzer gebunden ist. Meine Hündin ist sonst auch ein Mimöschen und hängt mir am Rockzipfel. Trotzdem: Wenn der Jagdtrieb mit ihr durchgeht, ist sie auch ohne Frauchen ziemlich selbstständig unterwegs (das kleine Aas). :D

  • wenn eure bindung noch besser wird, und du besser auf wild achtest, kannst du einen funktionierenden abbruch hinkriegen..

    das ist die sekunde, in der dein hund was wahrnimmt und den kopf anhebt und der schwanz ruhig wird ... wenn du genau in dem moment den abbruch brüllst ( den du vorsichtig und spielerisch aufbaut hast dann) kannst du den münsterländer stoppen... und dann anleinen und entspannt stehenbeiben, bis der hund ruhiger ist wieder.

    bei meiner großen hat das volle 5 tage gedauert, bis sie das mit dr handfütterung für wahrhaftig angesehen hat damals ud anfing, meine wünsche zu befolgen...

    wenn du nur feuchtfutter füttern willst, kannst du dir futtertuben bestellen und da dasfutter reinfüllen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!