Beisshemmung trainieren - wie vorgehen?
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Guten Morgen zusammen
Ich bin hier schon länger fleissige Leserin, da mir Eure Beiträge zeitweise sehr geholfen haben oder mich zumindest beruhigt haben, dass nicht nur unser Balou ein Monsterchen sein kann

Nun bin ich aber nicht mehr weitergekommen und hoffe, dass Ihr vielleicht einen (oder mehrere ) gute Tipps habt.
Wir haben unseren Labbi (Rüde) seit Dezember 2012 und er ist jetzt fast 4 Monate. Nach einigen (gefühlte unendlich vielen) Nächten mit Schlafmangel haben wir ihn daheim stubenrein bekommen. Auch auf Sitz, Platz und Bring hört er schon ziemlich gut (da hat geholfen, dass Labbis einfach nur verfressen sind und dazu noch sehr gelehrig) :keks:
Der Kleine macht uns unendlich viel Freude. Aber vor allem eine Sache ist recht stressig und auch seeeehr schmerzhaft: Sein Schnappen.
Ich weiss nicht, wie ich ihm beibringen kann, dass er das mit meinen Armen lassen soll. Auf das Kommando Aus hört er beim Apportieren super. Er bringt das Teil bis vor die Füsse und lässt es bei Aus fallen.
Bellen beim Zubeissen war ein Tipp: klingt bei mir einfach blöde und ich kann es nicht (bin ja auch kein Hund). Das gleiche denkt wohl auch mein Hund, da er mich dann nur doof anguckt und fröhlich weiterknabbert.

Hand / Arm wegziehen ist ne schlechte Idee, da das dann nur noch schmerzhafter wird.
Laut "Au" schreien oder lautes Jammern interessiert ihn wenn überhaupt nur kurz (Arm bleibt im Mund) und dann geht es weiter.
Spiel unterbrechen habe ich auch schon oft probiert, bringt nichts. Ebenso das kurze "Wegbringen" ins andere Zimmer (Türe ist offen, durch das Hundegitter kann er uns zwar sehen, aber nicht zu uns) damit er runterfahren kann. Ignorieren habe ich auch schon versucht....snüfffffff......mir fallen keine Ideen mehr ein

In der Hundeschule hat es grössere Probleme, da unserer "nur" schnappt und nicht wie ein anderer Hund schon beim Leineanlegen richtig fest zubeisst. Aber mich stört es eben trotzdem :denken:
Habt Ihr noch Ideen oder muss ich einfach weiterhin Geduld haben?
Für Eure Hilfe schon jetzt lieben Dank
Daniela & Balou
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Hi,
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Kannst du die Situationen in denen das Beißen vorkommt mal näher beschreiben? Kommt das nur im wilden Spiel vor? Und wie sieht das "Bringt nichts" beim Spiel unterbrechen genauer aus? Was macht er dann?
Ist nicht Jedermanns Sache, aber ich bin in Sachen Beißhemmung ein Freund klarer Taten. Ich habe selbst viel zu lang mit Rumgequietsche, Kontaktentzug und Spielabbruch unklar rumgehampelt, anstatt Welpi einige Male kurz und sehr deutlich klar zu machen, dass ich kein Kauspielzeug bin.
Viele Grüße
Frank -
Manchmal kommt das Beissen im Spiel, dann stehe ich wortlos auf und höre auf mit ihm zu spielen, ignoriere ihn. Es passiert aber auch nach dem Gassigehen. Oft ist er danach müde, aber manchmal dreht er dann erst richtig auf, wie wenn er überdreht wäre, aber wir haben davor beim Gassigehen nichts anderes gemacht - zumindest aus unserer Sicht - als bei den Malen, wo er müde ist und sich hinlegt und schläft

Ein scharfes Aus habe ich auch schon ein paar Mal probiert. Er schaut mich dann immer grossäugig an und macht gemütlich weiter. Bin etwas ratlos, da sonst das Aus auch gut funktioniert, ausser eben in dieser Situation. Er ist dann einfach "unerreichbar".
Es gibt aber auch Momente (seeeeehhhhhhhhrrrr vereinzelt), da merkt er, dass wohl was nicht gut ist und tappselt mir hinterher. Da habe ich dann wieder Hoffnung, die sich bei nächsten Spiel aber leider wieder zerschlägt *mpfh*Man sagt ja immer, dass Du Hund nur reagiert und der Fehler beim Herrchen / Frauchen liegt, also grübel ich rum, was ich falsch mache...
Lieben Gruss
Daniela -
Im Grunde geht es nur um das richtige Timing, wird er zu wild frierst du ein und oft bietet der Hund dann eine Alternative, hält kurz inne, oder guckt dich fragend an , das kann man ruhig und sanft loben, dann sollte er was bekommen, wo er richtig reinhacken kann, also ein Tau oder ähnliches, hiermit kann man auch super das Aus üben.
Das Beissen nach dem Spaziergang ist nichts Seltenes, Bandit hat dann immer seine Leine getragen.
Gib ihm was, was er tragen darf und überleg , ob der Spaziergang vielleicht zu lang oder zu anstrengend war. -
Ein Aus braucht nicht scharf ausgesprochen werden, ein Aus kann ganz konfliktfrei und freundlich geübt werden.
Dein Hund kann und darf ohne Druck erzogen werden, das funktioniert oft besser
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Zitat
Manchmal kommt das Beissen im Spiel, dann stehe ich wortlos auf und höre auf mit ihm zu spielen, ignoriere ihn. Es passiert aber auch nach dem Gassigehen. Oft ist er danach müde, aber manchmal dreht er dann erst richtig auf, wie wenn er überdreht wäre, aber wir haben davor beim Gassigehen nichts anderes gemacht - zumindest aus unserer Sicht - als bei den Malen, wo er müde ist und sich hinlegt und schläft

Klingt für mich ein bisschen nach "nach müde kommt blöde". Klappt denn das Abbrechen des Spiels? Also wird er dann ruhiger oder dreht er dann gerade erst recht durch?
Zum Spaziergang: versetz dich mal in die Haut des kleinen Kerls. Für den ist vermutlich immer noch die ganze Welt ein riesengroßer Abenteuerspielplatz auf dem es tausend Dinge zu bestaunen gibt. Auch wenn in euren Augen nichts außergewöhnliches passiert ist, kann es sein, dass der Welpe Dinge erlebt hat, die ihn ziemlich angestrengt haben. Es kann also schon sein, dass er einfach überdreht ist.
Hast du mal probiert, dir in so einer Situation den Kerl zu schnappen und dich mit ihm auf seinen Platz zu setzen und ihn festzuhalten und einfach ruhig zu streicheln, bis er einschläft?
Viele Grüße
Frank -
Vielen Dank für Eure Antworten.
Werde mal versuchen, ihn genauer zu beobachten, wann er nach dem Spaziergang aufdreht und wann nicht. Wenn ich das Spiel unterbreche, in dem ich aufstehe, ist er meistens etwas verdutzt und hoppelt mir dann nach (um doch das Spiel weiterzuspielen), wenn ich abbreche und mich abdrehe, aber in der Hocke bleibe, wird er noch wilder.
Manchmal geht aber dem Beissverhalten auch kein Spaziergang oder ein Spiel voraus. Dann kommt er einfach an und hüpft aufs Sofa und geht gerade in die Offensive (nehme an es ist sein Art uns zu sagen, dass jetzt spielen toll wäre).
Wir versuchen, nicht zu viel, aber abwechslungsreich zu spielen, wie Hütchenspiele, Suchspiele oder kurzes Apportierspiel. Aber diese "Aufforderung" ignorieren wir und schieben bzw. heben ihn dann konsequent vom Sofa, egal wie oft er es probiert. Erst wenn er dann "runterfährt" wird gespielt.
Probiere nun nochmal, ihn bei mir zu halten, bis er ruhiger wird bzw. einschläft. Beim letzten Mal gab es dafür von ihm Kratzer...aber auch das schaffen wir noch mit dem kleinen Racker

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Ich würd das Spielen auch reduzieren, wenn ich höre was du alles machst...
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Hallo Luna79,
für einen 4 Monate jungen Hund scheint mir das auch ein klein wenig zu viel, was du da machst.
Vielleicht kommt der Kleine nach dem Gassi, nach der Spielrunde nicht richtig zur Ruhe. Dass er jetzt schon so viele Kommandos lernt ist zwar gut, aber zu viel Übungen am Tag lassen den Kleinen nicht zur Ruhe kommen.
Er muss unbedingt lerne wann Schluss ist mit Spiel. Denn da sehe ich momentan die meisten Schnappsituationen.Beobachte mal dein eigenes Verhalten, wenn er mal wieder übertreibt und deinen Ärmel schnappen will. Bist du da auch lang genug und konsequent dran, das zu unterbinden? Ansich hört sich das schon ok an, wie du das abstellen willst. Mir erweckt sich aber der Eindruck, dass du nicht lang genug dran bleibst.
Das kann schon 20 oder 30 Versuche dauern mit "Aus" Kommando und dich einfach umdrehen und evtl weggehen.
Das wird der Kleine nicht beim ersten und zweiten mal verstehen, evtl vielleicht erst nach dem 20. Mal.
Und wichtig ist, sobald er etwasruhig ist und das Schnappen unterlässt, sofort n Lecker geben und loben, das aber ganz ruhig, nicht zu viel Party als Lob, sonst dreht er wieder auf.
Du musst einfach einen langem Atem haben und es immer und immer wieder machen und dranbleiben.
Irgendwann wird auch dem Kleinen das zu viel.Bleib dran und lass dich nicht nach wenigen Minuten unterkriegen. Das dauert alles seine Zeit mit dem Kleinen. Du schaffst das schon

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Und ich würde den Hund auf sein Kissen nach dem Spaziergang bringen, ihm etwas kleiens zum Knabbern gebe und ihn nicht mehr beachten.
Bei Schnappattacken würde ich sofort aufstehen, mich wegdrehen und die Hände über die Brust kreuzen (dann hat er nichts mehr, wo er reinbeißen kann.
Es klingt ein bisschen so, als knabbert dein Hund an dir rum und du wartest ab ob er dich auf irgendwelche Aktionen in Ruhe lässt. Stimmt das? oder liest es sich nur so?

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