Richtige Korrektur

  • Hallo zusammen,

    Gibt es Videos in denen gezeigt wird, wie man einen Hund richtig korrigiert, wenn er nicht reagiert?
    In allen Büchern habe ich immer nur gelesen wie man ein Kommando aufbaut, aber es steht nirgendwo wie man richtig korrigiert, wenn der Hund nicht so reagiert wie es beschrieben wird. In Büchern und Videos steht ( bzw. sieht man) ja immer nur das alles sofort funktioniert. Mich würde interessieren, wie man richtig eingreift, wenn der Hund was völlig anderes macht, obwohl man den Aufbau genau befolgt.

    LG
    Andrea

  • Naja, es kommt auf die Situation drauf an, von was reden wir denn hier?

    Ach und von der Hundepersönlichkeit hängt es natürlich auch ab.

  • Zitat

    Mich würde interessieren, wie man richtig eingreift, wenn der Hund was völlig anderes macht, obwohl man den Aufbau genau befolgt.

    Also ich warte entweder, dass der Hund sich was anderes ausdenkt und das "Fehlverhalten" abbricht oder ich setz nen Marker für "Chance verbaut" oder ich breche die gesamte Situation ab. Je nachdem in welcher Situation der Hund was "falsch" gemacht hat. Dann denk ich kurz drüber nach, warum er was anderes gemacht haben könnte und veränder dann einfach die Umgebung und probiers nochmal.

    Also wenn du sowas meinst, vielleicht hast du ja ein konkretes Beispiel. Richtig eingreifen in Situationen, wo der Hund was völlig falsches zeigt, kann ich nicht, dafür ist mein Hund zu unsicher und aufgeregt.

  • Ich meine keine bestimmte Situation, nur ganz allgemein. Nehmen wir mal das Clickern. Aufbau wurde befolgt, klappt super. Aber dann kommt der Moment in dem der Click den Hund mal so gar nicht interessiert. Was tun?
    Die Hundepersönlichkeit entspricht am ehesten " sturer Bock". Aber äußerst charmant. Also kein lauter, aggressiver Hund. Eher der " sag Bescheid wenn was wichtiges gibt, solange chill ich noch ne Runde" Typ. Beim arbeiten mit Dummy ist er sehr konzentriert. Leinenführigkeit ist Top. Lernfähigkeit und - wille ist vorhanden. Aber wenn er mal auf den ich hab kein Bock Modus schaltet weiß ich mir keinen Rat mehr.....

    Markerwort und Abbruch bei Fehlverhalten mach ich. Aber selbst da ist er manchmal out of order.
    Sollte ich das dann solange durchziehen bis es klappt? Beim letzten Mal habe ich nach 30 minuten abbrechen müssen, weil mein Trainingspartner schon festgefroren war.
    Ich habe Hundebegegnungen geübt. Dazu hat sich meine Freundin mit Hund postiert und ich habe die ruhige Annäherung trainiert. Bei jedem nach vorne gehen, gab es das Markerwort und ich bin umgedreht. Hab ihn absitzen lassen, seine Konzentration wieder auf mich gelegt und das ganze von vorne. Gelobt solange er ruhig war. Beim ersten Anzeichen von Spannung, same procedure. Aber wie gesagt, nach einer halben Stunde ging es nicht mehr.

    LG
    Andrea

  • Zitat

    Aber wenn er mal auf den ich hab kein Bock Modus schaltet weiß ich mir keinen Rat mehr.....

    Klingt nach "selbstgesetzten Pausen" vom Hund. Hast du mal "So denkt ihr Hund mit" von Nina Miodragovic gelesen? Da find ich das ziemlich gut beschrieben :smile: Wenn der Hund nicht mehr selbständig in den "ach ja wir arbeiten hier ja eigentlich"-Modus zurückkommt, war die vorherige Trainingsarbeit evtl. zu lang und zu selten erfolgreich.

  • Zitat

    Aber wie gesagt, nach einer halben Stunde ging es nicht mehr.

    Da würde bei mir auch nix mehr gehen...

    Trainingszeit verkürzen.

    Reagiert der Hund nicht mehr auf den Klick, dann ist beim Aufbau was falsch. Der Hund könnte überfordert sein, der Trainingsschritt falsch gewählt, die Belohnung nicht ausreichend attraktiv, die Umgebung die falsche, die Trainingslänge nicht passend...

    Beim Klickerntraining gibt es die "Technik" des Minuten-Trainings. 1 Minute Training, 1 Minute Pause, 1 Minute Training, 1 Minute Pause...

    Manche machen da bis zu fünf Durchgängen. Heißt, der Hund hat effektiv fünf Minuten trainiert. Meiner Erfahrung nach ist das für eine intensive Trainingsession zuviel, ich mache gerne drei Minuten insgesamt, weil die Hunde dann schon ziemlich platt sind im Kopf. In dieser Minute versuche ich bei einfachen Übungen eine Belohnungsrate von mindestens 12 zu erreichen, besser mehr.

  • Eigentlich achte ich sehr darauf, das ich Balu nicht überfordere. Aber vielleicht habe ich was übersehen. Ich werde mir nochmal den Ablauf genauer vor Augen führen. An den Zeiten liegt es, glaube ich, weniger. Die Trainingseinheiten halte ich nach dem Fiasko mit meiner Freundin sehr kurz und werde die Phasen langsam ausdehnen. Während dieser halben Stunde des Grauens habe ich zwar auch immer Pausen eingelegt und gewartet bis Balu wieder entspannt war und konzentriert. Erst dann haben wir wieder einen Versuch gestartet. War aber wohl noch zu viel, oder?

    Ich muss nochmal genau schauen ob sich irgendwo Fehler bei mir eingeschlichen haben.

    Danke erstmal. Ich werde mich nichmal melden wenn ich rausgefunden habe was ich da verbocke.
    Ich brauche wohl mehr Geduld und bessere Nerven.......ist manchmal ganz schön schwer. :tropf:

    LG
    Andrea

  • Mich würde das ehrlich gesagt auch mal interessieren, weil ich mir dieselbe Frage auch schon oft gestellt habe. Meist unterbreche ich bei Nicht-Befolgen kurz oder wende einen neuen Befehl an, aber so wirklich sinnvoll erscheint mir das auch nicht. Weil zB das Unterbrechen nicht so viel Sinn macht, wenn der Hund ohnehin nicht gehorcht, genauso mit einem anderen Kommando...
    Wie genau führt man denn dieses "falsch" ein? Ich sage das zwar auch immer, aber ich habe nicht das Gefühl, dass meine Hündin das wirklich versteht.

  • Zitat

    Ich habe Hundebegegnungen geübt. Dazu hat sich meine Freundin mit Hund postiert und ich habe die ruhige Annäherung trainiert. Bei jedem nach vorne gehen, gab es das Markerwort und ich bin umgedreht. Hab ihn absitzen lassen, seine Konzentration wieder auf mich gelegt und das ganze von vorne. Gelobt solange er ruhig war. Beim ersten Anzeichen von Spannung, same procedure. Aber wie gesagt, nach einer halben Stunde ging es nicht mehr.

    LG
    Andrea


    Gerade das ist nun keine Situation für eine Korrektur!
    Wenn er nach vorne geht, ist der Abstand zu gering, dann hat er Stress und kann nicht mehr lernen!
    Aber das hast Du ja schon selber gemerkt!
    Solange Du so weitermachst, wird es keine Fortschritte geben!
    Also wieder ein paar Schritte zurück und erst den Abstand verkürzen, wenn er eine ganze Weile bei dem größeren Abstand ruhig bleibt.

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