Eingreifen oder abwarten?

  • Hallo meine Lieben,

    wie ihr wisst, hab ich meine Roka erst seit einem Monat.
    Wir haben bisher ein paar Hundebegegnungen gehabt, Roka verhält sich aber sehr unterschiedlich.

    Manchmal winselt sie und drängt um zum anderen Hund zu gelangen, manchmal knurrt sie schon von Weitem, manchmal bellt sie den anderen Hund an.
    Einmal saßen wir auf einer Bank als zwei kleine "Möpse" auf uns zu kamen, Roka hat sich zuerst hinter der Bank versteckt, dann sprang sie auf die Bank und hat sich hinter mich gedrängelt, da hat einer der Möpse angefangen zu bellen. Dieses Verstecken habe ich bei mehreren Hunden erlebt, auch welche die sehr sehr friedlich waren und sie nur beschnuppern wollten. Bei zwei anderen Hunden hat sie auch ganz kurz Nase an Nase geschnuppert und dann angefangen zu winseln....

    Was meint ihr? Soll ich eingreifen und sie an der Leine von den anderen Hunden fernhalten oder soll ich sie auf die Hunde zugehen lassen und abwarten wie sie reagiert?
    Und wenn sie Angst hat, ihr Schutz geben und mich von dem Hund entfernen? Wenn sie winselt, sie zu dem Hund hinbringen? Und wenn sie knurrt?!?

    Roka ist in einem Tierheim im Freien mit anderen Hunden aufgewachsen und mir wurde mitgeteilt, dass sie sehr unterwürfig den anderen Hunden gegenüber war. Wir werden ab dem 5.Januar einen Junghundkurs in der Hundeschule besuchen, aber trotzdem würde ich gern ein Paar Ratschläge haben, wie ich mich in welcher Situation verhalten sollte, vorallem da ihr Verhalten so unterschiedlich ist gegenüber anderen Hunden.

  • Hallöchen,

    Ich handhabe das sehr unterschiedlich.
    Ich habe aber sowieso einen nur sehr bedingt verträglichen Hund.
    Da ich ihn aber nun auch schon 1 Jahr habe, kann ich ihn recht gut einschätzen & erkennen wie er den anderen Hund findet (ist bei ihm leider meist sehr deutlich zu erkennen :lol: )

    Ich würde das deinen Hund ganz allein entscheiden lassen so weit das möglich ist.
    Wenn sie anzeichen macht, dass sie gerne mit dem anderen Hund spielen will, warum nicht?
    Solange die anderen HH nichts dagegen haben, spricht doch im Prinzip nichts dagegen :)
    Wenn du aber merkst, sie möchte nicht, dann würde ich auch das respektieren und mit ihr weitergehen.

    Dieses Verstecken würde ich zulassen, aber nicht bestärken indem ich tröste oder Ähnliches.
    Wenn du sie auch erst einen Monat hast, muss sie wahrscheinlich auch erst mal noch "ankommen" und schauen in wie weit sie sich auf dich verlassen kann in unangenehmen Situationen.
    Beobachte einfach ihr Verhalten und vertraue deinem Gefühl, jedoch würde ich nicht zu überfürsorglich werden. :smile:


    LG

    Anna

  • Ich würde meinem Hund niemals die Führung überlassen. Alleine schon weil die
    meisten Hunde das gar nicht wollen und froh sind, wenn man ihnen die Regelung
    abnimmt.

    Was möchtest du denn? Einen Hund der fiepend zu anderen Hunden hinzerrt? Der
    irgendwann anfängt zu kläffen, aus Überforderung weil du ihm nicht die Entscheidung
    was zu tun ist abnimmst? Oder einen Hund der dir folgt und sich vertrauensvoll deiner
    Führung anschließt?

    Hört sich jetzt ziemlich provozierend an, ist aber so. Man schafft sich seine Leinenpöbler
    selber, auch wenn die meisten doch lieber die Schuld beim Hund suchen.
    Parallel würde ich einem so unsicherem Hund aber positive Begegnungen mit Artgenossen
    ermöglichen. Das halte ich für sehr wichtig um das Selbstvertrauen zu stärken. Wenn
    du keine geeigneten Hunde kennst ist der Besuch eines Hundevereins oder einer Hunde-
    schule ratsam, da können geeignete Hunde ausgewählt werden.

  • Das was du beschreibst klingt nach einem so instabilen / unsicheren Hund, dass es fahrlässig wäre, nicht zu handeln. Und zu Hunden hinlassen würde ich sie nur, wenn du dir sicher bist, dass das gut sozialisierte, ruhige und souveräne Vertreter sind. Ansonsten kann sowas auch kippen und dann wirds ne Lernerfahrung.

  • Du solltest entscheiden, unabhängig davon, ob dein Hund fiept, bellt oder knurrt... Sorry, aber wo kommen wir denn hin, wenn ich das Fiepen zum Anlass nehme, den Hund gewähren zu lassen?
    Der Hund soll doch ruhig an deiner Seite warten und deiner Entscheidung vertrauen, oder nicht?

    Und das geht nur, in dem DU regelst!

    Dafür solltest du mit der Zeit auch in der Lage sein, Situationen einzuschätzen und deinem unsicheren Hund Kontakt mit sicheren Hunden ermöglichen.

  • An der Leine, sollte man Hunde ja generell nicht machen lassen.
    Ich habe das so verstanden, dass sich das generell auf Kontakt bezieht, nicht nur an der Leine, dementsprechend fiel auch meine Antwort aus.

    Sie fragt doch ob sie ihren Hund von anderen fern halten soll, oder ob Kontakt zugelassen werden sollte.
    Da ist meine Antwort doch immer noch ja, Kontakt zwischen Artgenossen sollte gegeben sein.
    Dass sie das selbst entscheidet wann es passt oder nichts ist ja wohl vorrausgesetzt.
    & wenn der Hund doch unsicher ist dann hilft es doch nicht wenn ich ihn dauernd von anderen Hunden fernhalte, verstärkt das nicht noch eben diese Unsicherheit?
    Deswegen meinte ich, dass man sie doch machen lassen sollte, wenn eine positive Erfahrung in Sicht ist.
    Dass ich den Hund nicht zu dem Hund lasse, der nervös auf und ab springt oder ihr von Weitem schon die Zähne zeigt, macht ne positive Erfahrung doch eher unwahrscheinlich und ist deswegen doch durchaus einleuchtend, selbst wenn der eigene Hund winselt und hin möchte. Dann gehe ich weiter und gut ist.
    Also ich habe es so gelernt in der Hundeschule, dass man den Hunden ein Gefühl von Sicherheit vermittelt, indem man quasi der "Fels in der Brandung" ist. Also wenn es dem Hund zu viel wird und er sich zu mir zurückzieht, dass ich ihn dann gewähren lasse und anderen Hunden dann signalisiere, dass jetzt schluss ist. Klar entscheide ich, mit welchem Hund mein Hund in Kontakt kommt, das war mir klar. :smile:

    Kann aber ja auch Unsinn sein :schweig: Ich hab's nur so gelernt und kann dann natürlich auch nur das weitergeben.

    LG

  • Vor allen Dingen muss sie lernen, dem Hund Sicherheit zu geben. Das mag sich jetzt just an Hundebegegnungen zeigen aber das Verhalten ist symptomatisch für Unsicherheit die in Gegenwart eines souveränen Menschen zu dem der Hund eine gute Bindung hat nicht auftreten sollte.

    Da geht´s jetzt erst mal nicht drum Einzelsituationen zu managen, wenn da der Mensch auch unsicher wird, dann lieber lassen, bis man eben die angesprochene potentiell negative Lernerfahrung sicher vermeiden kann. Lieber grundsätzlich am Vertrauen arbeiten, grundsätzlich an der Bindung arbeiten und lernen, mit der Angst des Hundes umzugehn.

    Und dann sucht man sich, wie ebenfalls angesprochen, einen ruhigen, souveränen Hund mit dem man in aller Ruhe aufbauen kann, dass andere Hunde total in Ordnung sind.

    Zu Hunden lassen oder nicht ist an der Stelle Symptombekämpfung, die das Problem nicht lösen kann.

  • Hallo Dorsa!

    Du scheinst einen sehr unsicheren, ängstlichen Hund zu haben, der aber gerne Hundekontakt haben möchte. Damit dein Hund sicherer wird braucht er zum Einen viel positiven Kontakt zu anderen Hunden. In erster Linie Kontakt zu Hunden die ruhig und sicher sind und vor denen dein Hund sich nicht ängstigt.
    Zum Zeiten ist es sehr wichtig, daß dein Hund lernt, daß er dir vertrauen kann. Dafür ist es sehr wichtig, daß dein Hund die Erfahrung machst, daß d u ihr alle ungeliebten Hunde "vom Hals" hältst. Also keinen Kontakt an der Leine. Hunde die sie bedrängen wegschicken. So kann sie die Erfahrung machen, daß sie die Situation mit anderen Hunden nicht regeln muß, sondern du das für sie tust. Hundekontakte im Moment also nur mit ausgewählten Hunden. Keine Sorge, daß hört sich jetzt sehr kompliziert an, aber mit der Zeit lernst du deinen Hund und andere "zu lesen" sowie die Hunde ein eurer Umgebung kennen.
    Super finde ich, daß du schon sehr bald mit ihr zur Hundeschule gehst. Sprich die Problematik dort ruhig an. Der Trainer/in wird dir da bestimmt gute Ratschläge können. Viele Hundeschulen bieten paralell auch Einzeltraining an. Dort wird dann nur mit deinem Hund trainiert. Oftmals auch dort wo ihr wohnt und spazieren geht. Da kann der Trainer/in dir dann vorort und in deinen alltäglichen Situationen zeigen wie du richtig handel kannst.

    LG

    Franziska mit Till

  • Vielen Dank, Leute, für eure hilfreichen Beiträge.

    So zusammengefasst, soll ich also als aller erstes die Bindung zwischen mir und ihr stärken. Sie soll lernen, dass sie mir als Rudelführer vertrauen kann und ich die Situation für sie klären werde und das ganze ohne sie verhätscheln.
    Aggressive und unruhige Hunde abwehren und bei friedlichen Hunden sie mal tun lassen, aber mit offenen Augen um falls nötig eingreifen zu können.

    Was die Unsicherheit und Nervösität angeht, das liegt sicherlich daran, dass sie erst seit einem Monat hier ist. Aber wenn ich bedenke, wie schnell sie Fortschritte macht, wie sie von Tag zu Tag entspannter wird, bin ich mir ganz sicher, dass wir auch dieses Problem bald von der Welt schaffen werden. :)
    Ich werde weiterhin berichten, wie sie sich bzw wie WIR UNS so schlagen.

  • Zitat

    Vielen Dank, Leute, für eure hilfreichen Beiträge.

    So zusammengefasst, soll ich also als aller erstes die Bindung zwischen mir und ihr stärken. Sie soll lernen, dass sie mir als Rudelführer vertrauen kann und ich die Situation für sie klären werde und das ganze ohne sie verhätscheln.
    Aggressive und unruhige Hunde abwehren und bei friedlichen Hunden sie mal tun lassen, aber mit offenen Augen um falls nötig eingreifen zu können.

    Was die Unsicherheit und Nervösität angeht, das liegt sicherlich daran, dass sie erst seit einem Monat hier ist. Aber wenn ich bedenke, wie schnell sie Fortschritte macht, wie sie von Tag zu Tag entspannter wird, bin ich mir ganz sicher, dass wir auch dieses Problem bald von der Welt schaffen werden. :)
    Ich werde weiterhin berichten, wie sie sich bzw wie WIR UNS so schlagen.

    :gut: Genau so! :smile:

    LG

    Franziska mit Till

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