Züchter oder nicht, ganz egal!!

  • Zitat

    Mal pro­vo­kant in den Thread geschmissen.
    Hat es denn Sinn, jedes Jahr Hunderttausende von Hunden aus anderen Ländern durch die Welt zu karren, oder unterstützt man damit auch indirekt Vermehrer in den betr. Ländern ?
    MMn tun wir Nordeuropäer das.

    Jein. Denn die meisten Hunde, die aus den Tötungen im Ausland kommen, sind Straßenhunde, ausgesetzte ehemalige Haus- oder ausgemusterte Arbeits-/Jagd-/Windhunde. Zumindest bei seriösen Orgas.

    D.h. die Hunde werden von der Straße geholt, mühsam aufgepäppelt und dann hergebracht, weil sie dort niemals aus den Tierheimen kommen würden. "Gebrauchthunde" zu adoptieren, ist meiner Erfahrung nach ein weitgehend zentraleuropäisches Konzept - in Südeuropa, Asien, Amerika ist das ziemlich unüblich.

    Klar, wenn die Orgas mit Tiervermehrern zusammen arbeiten, um deren Würfe als arme Straßenhunde zu verkaufen, dann schon - daher gilt auch hier, wie bei ALLEN Arten der Tieranschaffung: Augen auf, was man da holt.

    Aber daran, zB ausgemusterte Greyhounds aus Irland zu holen, bevor sie dort ersäuft werden, da kann ich beim besten Willen keine Vermehrerunterstützung sehen.


    Und zu dem anderen aufgekommenen Thema: Wer argumentiert, die Gesetze sind schuld und nicht die Käufer, der kann auch beruhigt Teppiche kaufen, die von Fünfjährigen in 16-Stunden-Tag-Arbeit angefertigt wurden - denn ich kann ja nichts dafür, dass die Gesetze in Indien nicht besser sind.
    Ich als mündiger Konsument habe IMMER eine Mitverantwortung für die Umstände, unter denen mein gekauftes Produkt erzeugt wurde.

    murmel - danke für deine Beiträge. Ich finde sie sehr anschaulich.

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    Mal pro­vo­kant in den Thread geschmissen.
    Hat es denn Sinn, jedes Jahr Hunderttausende von Hunden aus anderen Ländern durch die Welt zu karren, oder unterstützt man damit auch indirekt Vermehrer in den betr. Ländern ?
    MMn tun wir Nordeuropäer das.


    Nein, macht es nicht.
    Auf jeden importierten Hund kommen tausende neue.
    Ich halte ueberhaupt nichts davon Hunde herzukarren, das loest in keinster Weise das Problem.

    Helfen tut man indem man Organisationen unterstuetzt die Vor Ort fuer Kastraprogramme und Aenderung des bestehenden, nicht vorhandene Tierschutzes kaempfen, nicht indem man Hunde im Rahmen des Tierschutztourismus herkarrt. Von den Krankheiten die importiert werden mal abgesehen.

    Es ist aber nunmal gerade modern "Arme Hunde aus Toetungen oder Strassenhunde" zu kaufen.
    Eben die besser Art des Tierschutzes weil die Hunde es ja hier in den TH so gut haben. ;)
    Um mal beim Beispiel Irland und Greyhounds zu bleiben.
    Aendert das Kaufen (also Geld bezahlen) von Hunden etwas an der Einstellung der ehemaligen Besitzer?
    Nein, die machen halt jetzt Kohle damit dass andere ihre Hunde kaufen, wuerde sich keiner finden, wuerden sie ihre Hunde wieder genauso ersaeufen.
    Das naechste Jahr wird ein Neuer gekauft, irgendein bloeder Tierschuetzer wird ja auch fuer den irgendwan Geld geben.
    Das aendert nichts an der Ursache.
    Das Toeten muss unter Strafe gestellt werden, die Leute muessen zur Rechenschaft gezogen werden und nicht alles gekauft werden was man retten kann.
    Das ist genauso schwachsinnig wie Vermehrern die ausgedienten Zuchthuendinnen abzukaufen. :dead:

  • Von den Haltern kaufen geht gar nicht, klar. Das ist genauso, wie die Welpen zu kaufen.

    Aber was ist denn - bei den Greyhounds - die Alternative dazu, die ausgesetzten Hunde in ein Tierheim zu bringen und weiterzuvermitteln? Draußen rumlaufen lassen? Einschläfern? Dann könnte man sie auch gleich von den Besitzern ertränken lassen.
    Ich find's gut, wenn Auffangstationen geschaffen werden, wo Leute ihre Tiere hinbringen können, anstatt sie umzubringen. Daran kann ich nichts Schlechtes sehen. Menschen, die ihre Hunde (oder Pferde) nur als geldbringende Rennmaschine sehen, werden sie auch nicht in Rente nehmen, nur weil die Tierheime und Auffangstationen wieder abgeschafft werden.
    Natürlich sind Gesetzesänderungen vonnöten, aber aus D kaum erreichbar.

    Was den Auslandstierschutz angeht, finde ich durchaus, dass Aufklärung und Kastrationsaktionen vor Ort die einzig sinnvolle Lösung ist. Ich kann auch nicht verstehen, warum alle Welt so scharf auf Auslandshunde ist, zumal diese Tiere oft nicht wenig Probleme mitbringen, sehr ängstlich sind oder Jäger, aber da diese Hunde häufig keine Konkurrenz für die Kandidaten in dt. Tierheimen darstellen, weil sie vom Typ oder von ihren Problemen ganz anders sind, finde ich es nicht dramatisch, sich so einen Hund zuzulegen.

    Die Adoption eines Straßenhundes ist nicht Ursache unkontrollierter Hundevermehrung (wie beim Vermehrer), es ist nur ein Symptom dafür. Aber wenn die Vermittlungsgebühr den Mitarbeitern vor Ort hilft, ein bissel Geld reinzukriegen, warum nicht? Das ist allemal besser, als einen Keller-Welpen zu kaufen.

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    Mal pro­vo­kant in den Thread geschmissen.
    Hat es denn Sinn, jedes Jahr Hunderttausende von Hunden aus anderen Ländern durch die Welt zu karren, oder unterstützt man damit auch indirekt Vermehrer in den betr. Ländern ?
    MMn tun wir Nordeuropäer das.

    Dazu interressiert mich auch was,ich weiß nur wie es bei uns in den THs und Orgas aussieht.

    Nehmen die Auslandshunde wirklich den Platz für Inlandshunde weg oder wäre es nicht so das die THs merklich leerer wären wenn die "Ausländer" nicht hier wären?

    Hier im Umkreis sind die THs voll mit Auslandshunden,kaum einer kommt hier aus Deutschland. Orgas haben hier auch fast nur "Ausländer" sitzen,wenige von Privat.

    Ich persönlich finde es auch nicht gut wenn alle möglichen Hunde aus dem Ausland hier hin gekarrt werden,weil es das Problem in den entsprechenden Ländern nicht ändert und ich habe auch schon gehört das speziell für THs in Deutschland die Auslandshunde produziert werden und somit recht jung hier hin gebracht werden.

    Ein Th hier hat fast nur Spanier im Alter zwischen 6-12 Monaten hier sitzen.

    Andersrum finde ich es nicht verwerflich wenn auf Nachfrage die hunde wirklich aus der tötung geholt werden.
    Eine Orga hier fährt in die Tötungsstationen und THs und holt die Hunde raus wenn Abnehmer da sind,sonst müssen die da bleiben. Finde ich besser oder hab ich nen Denkfehler?

  • Wenn Hunde extra produziert werden, um hier verkauft zu werden, ist das sicher zu verurteilen.
    Ich kenne eine Auslandsorga, mit der wir zusammenarbeiten, und die bräuchten das gar nicht - da werden immer mal wieder trächtige Straßenhündinnen aufgegriffen, die dann im Auslands-TH ihre Welpen kriegen und die werden dann gelegentlich nach D transportiert. Alternative: Die Hunde auf der Straße lassen oder für's Leben im spanischen/ungarischen etc Tierheim.

    Natürlich ist es noch besser - aus Hundesicht - wenn der Hund nur von festen Interessenten den Ort wechseln müsste, andererseits ist es aus Haltersicht aber schon riskant, einen Hund herzuholen, von dem er nur ein Foto kennt, ohne den Charakter wenigstens ein paar Mal erlebt zu haben. Daraus werden dann oft Rückläufer.

    Was 'den Platz wegnehmen' angeht - die meisten TH werden von gemeinnützigen Vereinen unterhalten. Anders als viele Leute denken, ist das keine staatlich finanzierte Serviceleistung an Leute, die ihren Hund abgeben wollen.
    Wen oder was die TH aufnehmen, ist erstmal Träger-Entscheidung - aufnehmen müssen die TH gar nichts, es sei denn, es gibt wie oft Abkommen mit der Stadt/Gemeinde, dass Fundtiere oder Wegnahmen dort aufgenommen und betreut werden.

    Aber für einen TS-Verein rechnet es sich auch mehr, einen spanischen Welpen aufzunehmen, der nach zwei, drei Wochen gegen Abgabegebühr vermittelt ist, als (zum Beispiel) einen 6-jährigen, leinenaggressiven Schäferhund, den Omi abgeben möchte, weil sie nach Männes Tod nicht mehr klar kommt, und der dann acht weitere Jahre im TH sitzt. Soll nicht heißen, dass solche Hunde nicht auch Hilfe verdient hätten, im Gegenteil, aber in der Realität brauchen Tierheime halt auch Geld, von Ruhm und Ehre kann man nicht leben.

  • Danke Wolfgirl.

    Ich selber würde mir keinen Hund aus dem Ausland hierher bringen lassen. Bekannte haben das gemacht und sind eigentlich völlig überfordert mit dem Hund und dem Hund tät es wesentlich besser irgendwo anders hin zu kommen aber nu... lernen tun sie trotzdem nichts draus und würden das sofort wieder so machen in der Hoffnung diesesmal Glück zu haben...

  • Zitat

    Ich selber würde mir keinen Hund aus dem Ausland hierher bringen lassen.

    Zitat

    Meine Kleine kommt aus Spanien genauer gesagt aus Valencia und wurde von unserem hiesigen Tierheim rübergeholt und vermittelt.


    :???: Oder sind rüberholen und herbrigen zwei grundverschiedene Tätigkeiten?

  • Ja. Denn ein Hund, der hier im TH sitzt, den kann ich kennenlernen und danach entscheiden, ob wir zusammenpassen.

    Rüberholen bedeutet (vereinfacht ausgedrückt) - Bild sehen, Mail hinschreiben, und dann kommt der Hund zu mir. Und ob wir zusammen passen, seh ich dann.

  • Ok, wenn damit dieser Aspekt gemeint ist, dann ok.
    Andererseits kann ich auch erst nach einer gewissen Eingewöhnungsphase feststellen, ob es tatsächlich klappt.
    Und wenn man es mit der Orga klärt, was mit dem Hund passiert, wenn es absolut mit den anderen nicht klappt, ist es schlußendlich egal, ob er direkt aus dem Ausland kommt oder den Umweg über ein dt. ZH nimmt.
    Denn ich kann noch so oft mit dem betreffenden Hund gassi gehen, ich weiß trotzdem nicht ob es dann zu Hause funktioniert. Das stellt sich erst nach Wochen raus.
    Und als meine Lütte kam, war ich heil froh, daß ich "meine" Orga hinter mir wußte. (War in diesem Fall eine dt. Orga und ein dt. Hund)

  • Ja, das stimmt schon - komplett ausschließen kann man's nicht. Das 'Nicht-Zurechtkommen' kann ja auch bei einem Welpen eintreten, den man schon mit ein paar Tagen beim Züchter kennen gelernt hat. Aber die Wahrscheinlichkeiten sind halt größer, denke ich - wie der aktuelle Fall hier im Forum, wo der importierte Hund Angst vor Herrchen hat und offenbar auch vom Kind gestresst ist.
    Sowas hätte man bei einem Vorbesuch doch gemerkt, nehme ich an.

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