Knurren in der Dunkelheit
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Hallo ihr Lieben! Ich habe einen zweijährigen Schäfermix Rüden , der in der Dunkelheit Leute anknurrt. Nicht alle sondern nur Männer zwischen ( geschätzt) 25- 35Jahren und südländisch aussehend ( hier wohnen viele Türken, Portugiesen etc.) Der Hund kommt aus dem Tierschutz aus Spanien und hat auch schlechte Erfahrungen gemacht. Im Hellen gibt es keine Probleme. Ich habe jetzt schon öfter gelesen, dass dies bei Hunden "normal " sei und auch im Hundesportverein sagte man mir dies. Nur: wie gehe ich souverän damit um???
Also erst dachte ich an verbieten.... Dann wurde mir gesagt ich solle kommentarlos und ruhig weitergehen und den Hund nicht beachten. Eine ande Variante wäre das "Schau" und dann wenn er mich anguckt ein Leckerlie. Ich würde es am Liebsten so machen: Hund knurrt, anleinen, absetzten lassen und die Person die er angeknurrt hat ansprechen. Nur da besteht die Gefahr, dass der nächste Mensch um die Ecke kommt und wenn er an der Leine festgebunden ist und jmd. Kommt des Weges ist er megaunsicher....
Ach ja: nein ich habe keine Angst im Dunkeln und auch nicht vor den besagten Personen gehabt. - Vor einem Moment
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Zitat
Dann wurde mir gesagt ich solle kommentarlos und ruhig weitergehen und den Hund nicht beachten.
So mach ich es. Aber nur in Situationen, die ich einschätzen kann und nicht als "bedrohlich" einstufe, also wenn die "komische Person" keinerei Interesse am Hund hat und ein ruhiges Vorbeilaufen absolut möglich ist.ZitatEine ande Variante wäre das "Schau" und dann wenn er mich anguckt ein Leckerlie.
Ist bei uns z.B so, wenn wirklich "bedrohliche" Personen auftauchen, Betrunkene oder pöbelnde Halbstarke oder sonstwas. Also je höher die "Gefahr" für den Hund, desto länger fordere ich seine Aufmerksamkeit und desto besser wird er belohnt.ZitatIch würde es am Liebsten so machen: Hund knurrt, anleinen, absetzten lassen und die Person die er angeknurrt hat ansprechen.
Da wär ich mir unsicher. Wenn der Hund knurrt, weil die Bedrohnung weggehen soll, würde ich nicht die "Konfronntation" suchen, jedenfalls nicht in Situationen wo der Hund eh unsicher ist. Ich würde den Hund dazu bringen, den Abstand zum grusligen Menschen zu vergrößern und dann ruhig weitergehen. (Dennoch würd ich deine beschriebene Methode in entspannten Situationen mit Helfern üben, damit der Hund erstmal eine Idee bekommt, wie das laufen soll und wird und er nicht ins kalte Wasser springen muss, wenn er sich gerade "aufgeregt" hat)Bei uns ist es z.B. so, dass Bokey pünktlich zur Zeitumstellung im Dunkeln fremdelt. Er entfernt sich nie weit von mir, also seh ich sofort, wenn er sich unwohl fühlt. Dann gibt es ein Abbruchsignal, er schaut mich an und es gibt dann eine Alternativhandlung, wie eben Seite wechseln oder rankommen. Mittlerweile entspannt er sich augenblicklich auf das Abbruchsignal hin und läuft im Idealfall sogar einen leichten Bogen um seltsame Dinge. Sobald die furchtbare Situation vorüber ist, lade ich ihn auf ein kleines Laufspiel ein, wo er sich den kurzen Stress mal eben abrennen kann oder es fliegt ein Leckerchen nach vorn.
Das hat sich so bei uns bewährt. Und wenn ich daran denk, wie er, als er hier ankam (aus Ungarn) ALLE Menschen, besonders Männer, richtig gruselig fand, dann hat er sich um 99% gedreht

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Mein Hund hat im Dunkeln gegenüber manchen Leuten auch Unsicherheiten und dann knurrt er etc.
Ganz ehrlich? Der Hund muss eigentlich nicht lernen, keine Angst vor anderen Leuten zu haben, sondern er muss lernen, dass er bei dir sicher ist.
Ich habe diesen ganzen Quatsch auch durch mit: korrigieren, ignorieren.
Seit ich -- in entsprechenden Situationen, noch bevor er richtig reagiert -- meinem Hund freundlich mitteile "ist okay" und mich dann im weitergehen automatisch so platziere, dass ich meinen Hund etwas abschirme (das musste ich ein bisschen üben, mittlerweile ist es eine automatische Bewegung über die ich nicht mehr nachdenke) -- ist das Problem kaum noch existent.
Allerdings ging damit auch ziemlich viel Beziehungsarbeit einher. Mittlerweile weiss er, dass ich ihn grundsätzlich vor ihm unangenehmen Situationen schütze oder ihn da zumindest heraushole und er verlässt sich auf mich. Derzeit ist es so, dass er erst zu mir schaut, um zu sehen, ob ich die gruselige Person auch gesehen habe. Ich bestätige, sage es ist okay und dann ist alles schick. Sollte ich die Person mal nicht gesehen haben dann knurrt er leise und macht mich aufmerksam. Das ist okay und ich bedanke mich dafür -- und dann geht es weiter wie oben beschrieben.
Ich denke, wichtig ist, dass man seinen Hund möglichst gut kennenlernt und dann entsprechend auf das eingeht, wo er unsicher ist und ihn in solchen Situationen konsequent schützt (auch wenn aus unserer Sicht vielleicht gar kein Schutz nötig erscheint).
Als Korrektur in solchen Situationen gibt es bei uns allerhöchstens mal ein leises Räuspern meinerseits. Das reicht mittlerweile auch -- zu Anfang nützt das allerdings noch nichts. Erst muss er sich bei seinem Hundeführer sicher fühlen.
Die beschriebene Entwicklung dauerte bei uns knapp 2 Jahre, und ich habe keinen Hund aus dem Süden. Allerdings wäre es wohl etwas schneller gegangen, wenn ich das erste Jahr nicht auf die Trainer gehört hätte.
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Meine Halbstarke macht das auch.Ihr ist es allerdings wurscht wer da gerade angestiefelt kommt.
Ich laufe mit ihr einfach weiter mit entsprechendem Kommando,welches ich etabliert habe für Situationen wo sie sich nicht zu kümmern hat.Klappt gut.
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Danke für deine Antwort! Wie hast du den das Abbruchsignal aufgebaut? Ja am Anfang war es bei ihm auch so- er kannte nichts weil er in nem Verschlag gehalten wurde... :/ nun geht es schon ganz gut. Vorher hab ich auf nem Hof gelebt, da waren nicht so viel Fremde aber in der Stadt...
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Ganz ehrlich? Der Hund muss eigentlich nicht lernen, keine Angst vor anderen Leuten zu haben, sondern er muss lernen, dass er bei dir sicher ist.
Ich habe diesen ganzen Quatsch auch durch mit: korrigieren, ignorieren.
Seit ich -- in entsprechenden Situationen, noch bevor er richtig reagiert -- meinem Hund freundlich mitteile "ist okay" und mich dann im weitergehen automatisch so platziere, dass ich meinen Hund etwas abschirme (das musste ich ein bisschen üben, mittlerweile ist es eine automatische Bewegung über die ich nicht mehr nachdenke) -- ist das Problem kaum noch existent.
Allerdings ging damit auch ziemlich viel Beziehungsarbeit einher. Mittlerweile weiss er, dass ich ihn grundsätzlich vor ihm unangenehmen Situationen schütze oder ihn da zumindest heraushole und er verlässt sich auf mich. Derzeit ist es so, dass er erst zu mir schaut, um zu sehen, ob ich die gruselige Person auch gesehen habe. Ich bestätige, sage es ist okay und dann ist alles schick. Sollte ich die Person mal nicht gesehen haben dann knurrt er leise und macht mich aufmerksam. Das ist okay und ich bedanke mich dafür -- und dann geht es weiter wie oben beschrieben.
Ich denke, wichtig ist, dass man seinen Hund möglichst gut kennenlernt und dann entsprechend auf das eingeht, wo er unsicher ist und ihn in solchen Situationen konsequent schützt (auch wenn aus unserer Sicht vielleicht gar kein Schutz nötig erscheint).
Als Korrektur in solchen Situationen gibt es bei uns allerhöchstens mal ein leises Räuspern meinerseits. Das reicht mittlerweile auch -- zu Anfang nützt das allerdings noch nichts. Erst muss er sich bei seinem Hundeführer sicher fühlen.
Die beschriebene Entwicklung dauerte bei uns knapp 2 Jahre, und ich habe keinen Hund aus dem Süden. Allerdings wäre es wohl etwas schneller gegangen, wenn ich das erste Jahr nicht auf die Trainer gehört hätte.
dem kann ich absolut zustimmen. -
Mhmm ich habe das Kommando " weiter" wenn er zum Beispiel nicht zu anderen Hunden soll oder am Rad wenn er was sieht.... Könnte ich das auch dafür nehmen?
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genau das der Hund sich bei mir sicher fühlen sollte das habe ich auch gedacht!! Ich lasse ihn aber nie von fremden anfassen usw. Also ich versuche ihm einen Schutzraum zu geben. Nun ich habe gelesen, dass dieses Knurren eine Warnung ist, die an das Alphatier gerichtet ist und der Hund daraufhin erwartet, dass ich reagiere....das Problem ist Juri sieht aus wie ein Schwarzer Wolf. Menschen haben auch im hellen Angsr und wechseln die Seite - im Dunkeln ist auch schon mal jmd. Weggerannt obwohl er angeleint war
die Sache ist halt: die Menschen die mir Entgegenkommen sind schon unsicher und er merkt das ja
für mich ist halt DIE Frage: ist ein " es ist okay" nicht eine Bestätigung für das Verhalten des Hundes? -
Ich habe als Kommando "Komm mit". Das habe ich von Welpe an bei ihr benutzt. Situationen die sie spannend findet,ich aber nicht möchte das sie hin geht (andere Menschen,andere Hunde,Katzen...was weiß ich) wurde mit dem Kommando belegt und dick Party gemacht,damit ich spannender bin als das wo sie gerne hin möchte.
Sie kennt es von klein auf und ist eins meiner sichersten Kommandos. Das hat sich tief eingebrannt

Ich versuche bevor der Hund knurrt,zu reagieren. So weiß Hund das ich alles unter Kontrolle habe und er sich nicht kümmern muss.
Ich würde auch nicht säuselnd meinem Hund sagen "ist schon okay" ausser er hat es gelernt und weiß was man möchte.Muss dazu sagen,das ich einen recht achtsamen Hund habe,die sich wirklich schön orientiert.Das ist bei meiner anderen Hündin schon schwieriger.
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Zitat
genau das der Hund sich bei mir sicher fühlen sollte das habe ich auch gedacht!! Ich lasse ihn aber nie von fremden anfassen usw. Also ich versuche ihm einen Schutzraum zu geben. Nun ich habe gelesen, dass dieses Knurren eine Warnung ist, die an das Alphatier gerichtet ist und der Hund daraufhin erwartet, dass ich reagiere....das Problem ist Juri sieht aus wie ein Schwarzer Wolf. Menschen haben auch im hellen Angsr und wechseln die Seite - im Dunkeln ist auch schon mal jmd. Weggerannt obwohl er angeleint war
die Sache ist halt: die Menschen die mir Entgegenkommen sind schon unsicher und er merkt das ja
für mich ist halt DIE Frage: ist ein " es ist okay" nicht eine Bestätigung für das Verhalten des Hundes?Mir fällt dazu spontan folgendes ein:
Es ist schwer zu beschreiben, irgendwie habe ich es mir im Laufe der Zeit halt -- teilweise intuitiv --erarbeitet. Aber vielleicht ein paar Grundregeln an die ich mich gelernt habe zu halten:
-- andere Leute und deren Unsicherheiten oder auch Distanzlosigkeiten interessieren mich nicht. Mich interessiert mein Hund. Mein Verhalten ist immer dem Hund angepasst. Ich trainiere meinen Hund, ich erziehe nicht unser Umfeld.
-- was das Knurren bedeutet: ich meine es kommt drauf an. Zu Anfang war es sicher nicht als Aufmerksam-machen an mich gerichtet, sondern als Warnung an den bösen Feind. "Alphatier" bin ich ja erst dann, wenn ich mich auch so verhalte, also zuverlässig Führung und Schutz biete. Heute ist das leise Knurren ein Aufmerksam-Machen, das an mich gerichtet ist. Das hört sich aber auch anders an als das frühere Knurren. Nach deiner Beschreibung gehe ich davon aus, dass dein Hund noch nicht soweit ist, dass er sich auf dich verlässt. Er kommuniziert dann also nicht mit dir sondern mit der gruseligen Person.
-- zu dem "ist okay". Das muss eigentlich früher kommen, nicht wenn die Kaskade schon los getreten ist. DU siehst den bösen Feind vor ihm. Du machst ihn darauf aufmerksam und sagst gleichzeitig "ist okay". ich hatte mein Aha -Erlebnis einmal in folgender Situation. Mein Herr Jagdhund trottelt gerne mit der Nase am Boden -- tief versunken in seine Geruchswelt -- vor sich hin. Oft merkt er nicht, wenn von hinten ein Hund kommt -- und je nach dem, wie der andere Hund sich annähert, kann es schon sein, dass er das nicht toll findet. Irgendwann habe ich angefangen ihn darauf aufmerksam zu machen "hinter dir!"-- und dann entweder den Kontakt zu erlauben oder ggf, auch den anderen Hund abzublocken, je nach Situation. Als ich das erste Mal die "bewundernden Blicke" meines Kleinen gesehen habe (die passt auf, die seiht die Gefahr vor mir und kümmert sich darum) -- da war mir klar, was ich tun muss um meinem Hund ein Gefühl der Sicherheit zu geben.
Ich kann dir nur raten: begreife es als Prozess in dem ihr beide gemeinsam lernt. Ich weiss, es ist nervig und manchmal möchte man einfach, dass er Hund "funktioniert". Vergiss das Problem, akzeptiere es als etwas mit dem ihr erst mal leben müsst -- und konzentriere dich auf die guten Seiten deines Hundes. Und fange an, das was ihn gruselt, von ihm fernzuhalten. Unaufgeregt, nicht verbal, sondern durch deine Körpersprache. Manchmal reicht schon eine kleine Drehung oder eine Schwerpunktverlagerung des Oberkörpers. Manchmal muss man vielleicht auch energisch einem anderen Hund oder auch einem Menschen entgegentreten.
Mittlerweile bin ich für mein kleines Köterchen hier der strahlende Held, Er vergöttert mich. Aber das war ein langer gemeinsamer Weg.
Mir halt mal jemand gesagt: Verantwortung heisst, freundlich und souverän zu antworten, bevor der Hund fragt. Da ist was dran.
- Vor einem Moment
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