Falsch verstandene Tierliebe

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    Wenn ein Hund wirklich leidet dann ist es natürlich die Pflicht des Besitzers ihn zu erlösen...aber diese Entscheidung sollte weder zu schnell getroffen werden..noch sollte man sie zu lange herauszögern. Man kann sich nur auf sein Gefühl verlassen um zu sagen wann die Zeit gekommen ist und das kann ich nur wenn ich ein Tier kenne und sein Verhalten deuten kann

    Aber ganz ehrlich - ich bin mir sicher dass viele, gerade in so einem Fall (man bedenke dass auch noch ein großer Teil der Mimik des Hundes fehlt) das nicht richtig beurteilen können. Man ist voreingenommen, liebt den Hund über alles, fühlt sich als Mörder usw, hat Angst vor der Zeit danach wenn der Hund nicht mehr da ist.

    Und viele erhalten solche Tiere - gerade unter großem Medienrummel - um öffentlich erstmal als Samariter da zu stehen.

    Schon alleine die Frage nach "Mord": Mord ist es doch immer wenn ich meinen hund einschläfere, ich entscheide über Leben oder Tod und ggf. nehme ich ihm das Leben, also ermorde ich ihn.

    Hier sprechen alle von der Regenbogenbrücke und von dem wunderschönen Land das dahinter existiert. Stirbt hier ein Hund, kommen so viele schöne tröstende Gedichte und Geschichten. Leider machen sich diese Gedanken die meisten erst wenn der Hund tot ist. Ich schaue mir diese Hündin an und lese dann die Geschichte von der Regenbogenbrücke. Ganz ehrlich, ich kann dann nicht verstehen warum man ihr das weiterleben trotzdem noch zumutet nur weil man "vermutet" dass sie ein glückliches Leben führen wird. Schließlich glauben wir doch alle daran dass ihr Leben nach dem Tod auf jeden Fall glücklich und schmerzfrei sein wird.

  • Marula, mal wieder ein super Beitrag :gut: kann ich nichts hinzufügen.

    Ich würde aber immer noch gerne von denen wissen, die zum einschläfern tendieren, wieso?

    Ein blinder Hund wird auch nicht eingeschläfert, nur weil er nicht mehr sehen kann. Ein tauber Hund darf auch weiter leben, Dreibeinchen auch - aber weil ihr der größte Teil der Schnauze fehlt, darf sie nicht mehr leben ?

    Sie frisst doch im Video - und mal ehrlich, so viele muten ihren Hunden OP's zu, mit Schmerzen (die ja auch zum Heilungsprozess dazu gehören) nur damit der Rüde nicht mehr so geil ist oder die Hündin nicht alles vollblutet.

  • Wir glauben alle daran, dass die Zeit nach dem Tod glücklich und schmerzfrei ist? :???:

    Der Hund lebt aktuell. Ich hätte ihn wahrscheinlich direkt nach dem Unfall einschläfern lassen, aber nun lebt er.
    Und anhand des Videos erkenne ich nicht, dass er so leidet, dass es unzumutbar wäre.

    Was ist denn nun ein Grund fürs Einschläfern? Warum sollte er ein Leben lang Schmerzen haben? Und warum sollen die schlimmer sein als andere Schmerzen, die man teils noch ein paar Jahre mit verschiedenen Therapien behandelt?

  • Zitat


    Was ist denn nun ein Grund fürs Einschläfern? Warum sollte er ein Leben lang Schmerzen haben? Und warum sollen die schlimmer sein als andere Schmerzen, die man teils noch ein paar Jahre mit verschiedenen Therapien behandelt?

    Mein Grund fürs Einschläfern ist, dass er - wenn er tot ist - GARANTIERT keine Schmerzen mehr hat. Nicht mehr und nicht weniger. Kein einziger hier sagt - der Hund hat AUF KEINEN FALL Schmerzen. Jeder hier sagt nur ES SIEHT SO AUS oder VERMUTLICH. Meine Meinung. Und das ist meiner Meinung nach kein Grund, dem Hund auf gut Glück ein weiterleben zuzumuten nur weil wir selbst denken, wir seien dann Mörder oder wir müssten ein schlechtes Gewissen haben oder so ein Quatsch. Das meine ich mit menschlichem Denken.
    Für mich wäre das krampfhafte weiterleben lassen purer Egoismus, aus welchem Grund auch immer.

    Anders gefragt - was sind denn die Gründe fürs NICHT einschläfern???
    Ich zähle mal die hier genannten auf:

    - Hund hat noch Lebensqualität (ist das zu 100% sicher ??????)
    - Ich will kein Mörder sein (anders gesagt - ich will kein schlechtes Gewissen haben ??????)
    - der Tierarzt sagt man kann da was machen (wisst Ihr wie viele Tierärzte gerne dieses Geld verdienen würden???? Und nein, die sagen das nicht einfach so geradeaus).
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  • ich kannte einen hund dem wurde der unterkiefer zertrümmert, hund war aufm grundstück während auf dem feld in der nähe ein rasenmäher steine aufwirbelte und einer eben den hund traf.

    mehrere ops in denen versucht wurde den kiefer wieder herzustellen, wochenlange schmerzen, teilweise zwangsernährung.
    der hund konnte ab da nur noch breiige sachen fressen, sabberte ununterbrochen...viel schlimmer waren aber die psychischen probleme.
    ängste, panikattacken, sie sass stundenlang in der ecke, wollte nimmer raus, wollte nimmer laufen...andere hunde wollte sie nicht mehr in der nähe haben.
    auch wenn dieser hund an manchen tagen fröhlich über die wiese lief, die meiste zeit wars eben nicht so.

    oder der hund der verkrüppelte hinterbeine hatte. lebenslang pampers tragen, sich quasi in die hosen machen, wundgescheuert sein, sich nicht so bewegen können wie man will.
    hier wird oft gesagt, man solle nicht wahllos hunde miteinander paaren die charakterlich und äusserlich nicht zusammenpassen, weil sie dann in einem konflikt stehen. sprich so würden gern, können aber z.b wegen anatomischen probleme nicht so.
    aber ein gelähmter hund ist dann was anderes...oder ein dreibeiniger hund. :???:
    ich glaub vor 1-2 jahren gabs den hund dem alle vier beine abgehackt wurden, der von tierschützern gerettet wurde und für dessen versorgung spenden gesammelt wurde.

    tut mir leid aber das ist für mich - und das ist meine meinung - einfach falsch und hats nichts mit tierliebe zu tun. da brauch ich auch nicht den hund persönlich zu kennen um das zu beurteilen.

    ein hund dem der oberkiefer fehlt, samt dem großteil seines riechapparats, der kaum noch fressen kann, der mit anderen hund kaum kommunizieren kann, soll ich für lebenswert halten. solch einen hund vergleicht man mit einer bulldogge, mops oder boxer. hier wird sich oftmals seitenlang drüber aufgeregt wenn ein hund kastriert wird, weils dann nimmer lebenswert ist, aber ein hund dem das halbe gesicht fehlt, hat lebensfreude, ist nicht eingeschränkt, hat keine schmerzen? :???:

  • Danke Tromba !!!!!

    Nochmal :gut:

  • Zitat

    Mein Grund fürs Einschläfern ist, dass er - wenn er tot ist - GARANTIERT keine Schmerzen mehr hat.

    WOW, was für eine qualifizierte Aussage.

    Danach müsste JEDER Hund, der Schmerzen hat (chronische, aufgrund einer Verletzung oder OP) eingeschläfert werden. Hoffentlich hat DEIN Hund nie Schmerzen in jungen Jahren - sein Leben endet dann vermutlich viel zu früh, weil er bei Dir lebt, die einen Hund mit Schmerzen einschläfern würde, damit er dann GARANTIERT keine Schmerzen mehr hat :/

    Natürlich versucht jeder vernünftige Hundehalter, Schmerzen bei seinem Tier zu vermeiden, zu verhindern. Doch manchmal dauert es halt einige Zeit, bis die Medikamente richtig eingestellt sind. Und in der Zwischenzeit lässt es sich oft nicht vermeiden, dass der Hund mal Schmerzen hat.


  • Danke so decke ich auch :gut:

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