Schleppleine Erfolgstories bitte

  • Hallo ihr Lieben.... Seit einiger Zeit trainiere ich mit meinem Juri ( angeblich Bardino Schäferhund Mix) mit der Schleppleine. Nun ich hab da mal ein paar Fragen: Wir gehen raus mit der Schlepp- ich wohne direkt am Wald :ugly: - auf den ersten 10 metern hat unser Jagdpächter Fasane angesiedelt... Da geht es also schon los. Hund rennt in Leine.... Quietsch, Renn hin und her.... Ich ziehe den Hund zurück sagen " Nein" und dann "ran" ... Wenn ich pech habe rennt er gleich wieder in die Leine ( von unzähligen Verletzungen möchte ich hier nicht berichten). Nun so geht es weiter. Wenn ich sehe das er angespannt ist, Rute hoch , Ohren hoch ... Dann mache ich das so wie meine Trainerin sagt: Räuspern, böse seinen Namen sagen, usw. ... Wenn er die Nase in der Luft hat dann hole ich ihn ran. Versuche es zumindest. Er ist ja nicht blöd :lol: bei "ran" weiß er das ich was gesehen habe oder bemerkt habe was er nicht bemerkt haben könnte und Renn los. Auch beim Rückruf das gleiche Spiel. Er bleibt stehen und guckt sich um- so nach dem Motto: ok was hat sie gesehen was ich nicht gesehen habe und kommt erst nach dem er sich vergewissert hat das da nix ist.
    Die Trainerin meinte ich solle verschiedene Strecken mit ihm gehen, das wäre besser. Ist es aber nicht. Auf einem 3 Stündigen Spaziergang am Wochenende treffen wir alle Jubeljahre mal jemanden. Er kann also auch nicht mit anderen Hunden unterwegs mal toben. Und überall ist Wild. Ich gehe also mit meinem Hund an der Schlepp und sehe für jmd außenstehend aus , als hätte ich Tourette.
    Kann dieses Training überhaupt jemals Erfolg haben?!? Bin langsam am verzweifeln. Ich muss dazu sagen, dass er was Rehe betrifft zwei Erfolgserlebnisse hatte- allerdings ohne Verletzung. Beides Kitze.. Die hat er immer wieder umgeworfen, weglaufen lassen umgeworfen... Wir haben auch Ziegenkitze zu denen ist er Super lieb, da macht er das auch. Und leckt die dann ab. wobei ich bei den Rehkitzen denke, dass er über kurz oder lang sie doch gemeuchelt hätte.
    Ich habe ihn seit er 6 Monate ist. Er kommt aus einer schlechten Haltung. Kam dann in eine Tötungsstation und wurde dort freigekauft. war dann hier in Pflege - die Frau von der Pflegestelle sagte sie sei nie mit ihm Gassi gegangen... Also war er da nur im Garten mit anderen Hunden... :/
    Meine Fragen: Hattet ihr Erfolg mit dieser Art von Schleppleinentraining? Ich brauche eine paar Erfolgstories sonst weiß ich auch nicht was ich machen soll mit diesem jagenden Vagabunden.

  • Ich hab eine tolle Erfolgsstory :smile:
    Ja, wir hatten Erfolg, aber nicht nur mit der Schleppleine, da musste schon etwas mehr her!

    Ich habe gleichzeitig einen Rüden und eine Hündin von einer Orga aus Ungarn bekommen (natürlich wars eine dumme Idee, aber die haben sich so schnell einen Platz in meinem Herzen geholt, und ich bereue es nicht, ist nur immer noch sau viel Arbeit)
    Mir wurde gesagt, die Hündin (4) hat keinerlei Jagdtrieb, der Rüde(1) mit Terrier drin wohl schon.
    Ich war mir sicher, mit Schleppleine und Training bekommen wir ihn hin, vor allem, wenn die Hündin nicht jagd.

    Tja, Pustekuchen!
    Die Hündin schreit vor Erregung bei jedem Tier, dass sie sieht, der Rüde ist nicht besser, und beide sind nur am Stöbern gewesen.Wir sind natürlich nur mit Schleppleine raus, aber ich war der festen Meinung, wir bekommen das niemals hin.
    Beide sind anfangs ständig in den Wald abgedriftet, haben sich um zig Bäume gebunden, sind dauernd in die Leinen gerast, haben Null auf mich geschaut und haben sich auch noch dauernd verknotet. :headbash:
    Ich war wirklich verzweifelt, eigentlich sollten beide am Ende Reitbegleithunde werden, aber wie soll das gehen?

    Ich habe dann Schritt für Schritt angefangen, zuerst habe ich mich drum gekümmert, dass beide auf ein HEY von mir aus dem Wald rauskommen, dann haben wir Blickkontakte geclickert, Orientierungsübungen gemacht, Impulstraining, viele Suchspiele gemacht.
    Mit dabei sind immer: Clicker, Discscheiben um einen Jagdversuch, den ich im ersten Moment erkenne abzubrechen (aber nur wenn man 100% sicher ist, dass er einer Tierspur folgt, hat bei meiner Hündin schon nach dem 1. Mal unglaublich geholfen), dann eine Pfeife und superleckeres Pfeifenfutter.
    Bin immer behängt wie ein Christbaum.

    All das hab ich von meiner Trainerin, 95% stammen aber aus Pia Grönings Buch "Antijagdtraining".
    Das Buch ist wirklcih ganz ganz toll, viele im Forum empfehlen es auch. Ohne das Buch wären wir nicht, wo wir sind!

    ZWISCHENZEITLICH sah es nicht so rosig aus:
    Der Übergang zum leinenlosen Gehen war schrecklich, ich war etwas zu mutig, mit dem Ergebnis, dass meine Hündin einmal über 30 Minuten weg war, mein Rüde jeden Spaziergang mehrfach für gut 10 Minuten. Bin dann sofort wieder zur Schleppleine und wir haben weitertrainiert.

    HEUTE nach acht Monaten sieht ein Spaziergang so aus:
    Beide gehen ohne Leine, meine Hündin klebt so an mir, dass ich sie oft übersehe und denke sie ist abgehauen, ich muss wirklich praktisch keine Angst mehr haben, dass sie stiften geht.
    Mein Rüde ist noch nicht ganz so gut wie sie, er spurtet hin und wieder kurz in den Wald, ich kann ihn aber jedesmal mit nur einem Pfiff sofort wieder rausholen.
    Aber unser Spaziergang wird nie so aussehen wie mit Hunden ohne Jagdtrieb.
    Wir machen sehr viele Unterordnungsübungen, Suchspiele, Blicke werden immer noch geclickert, die Pfeife und die Discscheiben werden immer dabei sein, und Orientierungsübungen gehören auch noch zum täglichen Programm.

    Ihr schafft das! Hier hats mit zwei Vollblutjägern aus schlechter Haltung geklappt, wieso nicht auch bei euch?

  • Ändern geht leider nichtmehr :(


    Achja, was ich noch sagen wollte, ich wohne hier aufm Dorf, und bin für meine Schleppleinen dauernd dumm angeredet worden.
    Das Beste war eine Frau, die meinte "Das ist jetzt aber der Höhepunkt des Leinenwahnsinns!", die mir dann aber erzählte, dass sie ihren Beagle nicht von der Leine lassen kann, weil er so stark jagt. :headbash:
    Hab ihr dann alles erklärt, aber viel blieb wohl ned hängen. Bis heute geht er an der Leine.
    Also nur Mut, auch wenn man wie ein Verrückter, von oben bis unten verknotet, mit Hilfsmitteln bepackt und wie ein Depp kommados rumschreit, weil der Kerl mal wieder irgendwo ist, du tust es für die Freiheit deines Hundes und die anderen Hundehalter haben in den meißten Fällen einfach keine AHnung, ist zumindest hier am Dorf so. ;)

    Und noch was, falls dich irgendwann, wie mich, die Schleppleine nervt, wenn sie ständig im Dreck ist un den halben Wald mitschleppt. Besorg dir eine Biothane Leine, die verknotet sich ned, wird nicht nass, schleppt nichts mit. Hat mir alles sehr erleichtert!

  • Wir machen seit längerem Schleppleinentraining. Einerseits um die Konzentration auf mich, die Bindung zu mir zu vertiefen und um Madame in jeder Lebenslage abrufen zu können.

    Wir haben damit an einem Ort begonnen, wo sie Null Reizen ausgesetzt war. Es gab keine anderen Hunde, keine anderen Menschen, weitestgehend auch keine fremden Geräusche...nichts, was mein Hundemädel hätte ablenken können. Vielleicht ist das bei euch der Knackpunkt.

    Das erste Mal an der Schleppleine habe ich eigentlich nur damit verbracht, mich mit dem Handling der Schleppleine auseinander zu setzen und habe meine Hündin ihr Ding machen lassen. Danach war ich kurz dabei den zweiten Schritt vor den ersten zu tun und wollte erst das Abrufen üben. Wenn aber keine Bindung da ist, der Hund also sich einen feuchten Dreck darum scherrt, ob du in rufst oder nicht, funktioniert das mit dem Abrufen auch nicht.

    Also habe ich erst einmal trainiert, dass der Hund auf mich aufmerksam wird. Ich hatte als Leckerli ihren heißgeliebten Käse dabei, Hundi an der Schleppleine, einen ruhigen, reizarmen Platz ausgesucht und dann gings los. Ich bin ein gedachtes Quadrat gegangen von 10x10m. Ich hab den Hund machen lassen, wonach es ihm beliebte und bin immer schön im Quadrat gegangen. An den Ecken blieb ich stehen, zählte im Geiste bis 100 und ging dann weiter. Um den Hund habe ich mich nicht gekümmert. Ich habe ihr nicht nachgesehen, sie nicht angesprochen, nicht beobachtet. Nach gefühlten 100 mal im Quadrat gehen wurde sie erstmals neugierig und sah mich an (ganz nach dem Motto: jetzt ist Frauchen aber ganz Ballaballa! Was zum Henker macht die da eigentlich?) Dem ersten Blickkontakt folgte sogleich die erweiterte Kontaktaufnahme mit dem Anstubsen an meine Hand... Hey Frauchen, siehst du mich eigentlich noch? Oh ja und wie ich sie gesehen habe. Ich habe sie gelobt, ihr ein Leckerli gegeben und bin dann wieder mein gedachtes Quadrat gegangen.

    Sie wuselte wieder schnüffelnderweise los, erinnerte sich aber plötzlich daran, dass ich so leckere Sachen in der Tasche hatte. Und siehe da, ich wurde beobachtet, erst aus der Ferne, dann aus der Nähe, dann angestubst und ich habe sie gelobt und sie bekam ihr Leckerli.

    Ich glaube wir haben an diesen reizarmen Ort 4 Wochen so gearbeitet und danach habe ich das Abrufen angeknüpft. Diese Trainingseinheit habe ich auch nochmal so 4 Wochen weitergemacht und bin dann eine Stufe weiter gegangen. Diesmal suchte ich einen Platz auf, der sehr wohl ab und an mal von anderen HH betreten wurde, mal Spaziergänger vorbei liefen...hier und da auch mal Fahrradfahrer den Weg kreuzten.

    Gleiches Prinzip...gedachtes Quadrat, erst wieder Bindung aufbauen,Aufmerksamkeit trainieren, Abruftraining anknüpfen. Das ganze auch über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen.

    Und dann die Krönung... wildes Gewusel...also sehr viel Reize. Da ist dann mit dem Quadratlaufen nicht so günstig, aber die Aufmerksamkeit und das Abrufen kann man dann schön trainieren. Alles was gut klappt wird belohnt (mittlerweile nicht mehr nur und ausschließlich mit Leckerli) alles was nicht funktioniert wird kommentarlos abgehakt, also weder belohnt noch bestraft, und halt wiederholt.

    Bei uns hats gedauert und bei Reizüberflutung klappts noch nicht so einwandfrei, aber wir bleiben dran.

  • Zitat

    Hallo ihr Lieben.... Seit einiger Zeit trainiere ich mit meinem Juri ( angeblich Bardino Schäferhund Mix) mit der Schleppleine. Nun ich hab da mal ein paar Fragen: Wir gehen raus mit der Schlepp- ich wohne direkt am Wald :ugly: - auf den ersten 10 metern hat unser Jagdpächter Fasane angesiedelt... Da geht es also schon los. Hund rennt in Leine.... Quietsch, Renn hin und her.... Ich ziehe den Hund zurück sagen " Nein" und dann "ran" ... Wenn ich pech habe rennt er gleich wieder in die Leine ( von unzähligen Verletzungen möchte ich hier nicht berichten). Nun so geht es weiter. Wenn ich sehe das er angespannt ist, Rute hoch , Ohren hoch ... Dann mache ich das so wie meine Trainerin sagt: Räuspern, böse seinen Namen sagen, usw. ... Wenn er die Nase in der Luft hat dann hole ich ihn ran. Versuche es zumindest. Er ist ja nicht blöd :lol: bei "ran" weiß er das ich was gesehen habe oder bemerkt habe was er nicht bemerkt haben könnte und Renn los. Auch beim Rückruf das gleiche Spiel. Er bleibt stehen und guckt sich um- so nach dem Motto: ok was hat sie gesehen was ich nicht gesehen habe und kommt erst nach dem er sich vergewissert hat das da nix ist.
    Die Trainerin meinte ich solle verschiedene Strecken mit ihm gehen, das wäre besser. Ist es aber nicht. Auf einem 3 Stündigen Spaziergang am Wochenende treffen wir alle Jubeljahre mal jemanden. Er kann also auch nicht mit anderen Hunden unterwegs mal toben. Und überall ist Wild. Ich gehe also mit meinem Hund an der Schlepp und sehe für jmd außenstehend aus , als hätte ich Tourette.
    Kann dieses Training überhaupt jemals Erfolg haben?!? Bin langsam am verzweifeln. Ich muss dazu sagen, dass er was Rehe betrifft zwei Erfolgserlebnisse hatte- allerdings ohne Verletzung. Beides Kitze.. Die hat er immer wieder umgeworfen, weglaufen lassen umgeworfen... Wir haben auch Ziegenkitze zu denen ist er Super lieb, da macht er das auch. Und leckt die dann ab. wobei ich bei den Rehkitzen denke, dass er über kurz oder lang sie doch gemeuchelt hätte.
    Ich habe ihn seit er 6 Monate ist. Er kommt aus einer schlechten Haltung. Kam dann in eine Tötungsstation und wurde dort freigekauft. war dann hier in Pflege - die Frau von der Pflegestelle sagte sie sei nie mit ihm Gassi gegangen... Also war er da nur im Garten mit anderen Hunden... :/
    Meine Fragen: Hattet ihr Erfolg mit dieser Art von Schleppleinentraining? Ich brauche eine paar Erfolgstories sonst weiß ich auch nicht was ich machen soll mit diesem jagenden Vagabunden.

    Das klingt alles ziemlich planlos für mich wenn ich ehrlich sein soll.

    Ich habe die Schleppleine anders verstanden - als Absicherung für den Fall der Fälle, oder genauer gesagt dieser genannte Fall ist zu 99%: Frauchen hat gepennt.

    Einerseits schafft sie mir die Möglichkeit entspannter zu sein, was aber nicht heißt, dass ich als Umgebungsscanner nicht "online" sein muss, ganz im Gegenteil.

    Zwei Dinge tragen bei den ganzen Übungen zum Erfolg bei:
    - Grundgehorsam
    - Impulskontrolle

    das ist was der Hund lernen muss. Und man kann sich natürlich zu Nutzen machen, dass unsere Hunde gnadenlos berechnend sind: was lohnt sich mehr? Der Kick beim Jagen oder doch Frauchens Kommandos zu befolgen?
    Das ist, was Frauchen lernen muss:

    - den Hund zu lesen
    - bei der Sache sein
    - den richtigen Moment zu erwischen - und der kann man manchmal sehr, sehr kurz sein.

    Es macht keinen Sinn den Hund am Anfang bei den Fasanen in die 10m-Leine brettern zu lassen. Aber man könnte sie gut zur Impulskontrolle nutzen.

    Es ist eine Leistung an kurzer Leine entspannt vorbeizugehen, es ist eine noch größere sich hinzusetzen oder abzulegen.

    Der Abruf sollte nie berechenbar sein für den Hund. Es geht nicht um das "warum ruft Frauchen mich her", sondern um das strikte Befolgen "Frauchen ruft, ich hab anzutanzen" - und wenn es nur ist, dass sie mir kurz übers Fell streicheln will, danach kann ich wieder abdüsen.

    Dann könntest Du noch anfangen das Jagdfieber Deines Hundes in geordnete Bahnen zu lenken: ZOS, Fährtensuche, Reizangel etc.
    Hund lernt: es gibt eine geniale Ersatzbeschäftigung, die mich auslastet. Zwar nach den Regeln, die Frauchen aufgestellt hat, aber cool. So ähnlich wie wenn Du ein Fitnessstudio aufsuchst.

    Mit so einer Beschäftigung rücken die Fähigkeiten, die Dein Hund hat - in eine andere Kategorie. Sie sind kein Fluch, deshalb musst Du auch nicht böse mit Deinem Hund reden, er macht soweit alles richtig worauf er von Natur aus programmiert ist.

    Dieses Programm ist gegeben - und Deine Aufgabe ist, es soweit anzupassen, dass es Deinem Nutzerprofil entspricht. In kleinen Schritten, sonst kommt es zu "Ausfällen im System", was bedeutet: Dein Hund düst ab: und tschüß. Jeder Erfolg, den er hat, macht es für Dich schwieriger.

    Um zu verstehen was da eigentlich im Hundegehirn passiert, schmöker doch mal in den Thread: "Bitte nicht zum Balljunkie erziehen".

    Ihr bekommt das schon hin, wirst sehen - aber es kann dauern:
    Ihr müsst aber alle drei Sachen: Gehorsam, Impulskontrolle, Auslastung gleichzeitg laufen lassen.

    Das eine Problem "Wildsichtung" greift in alle diese Bereiche. Du hast ne Trainerin, das ist super, löcher sie zu diesen Themen was das Zeug hält.

    Irgendwann wird die Schleppleine damit zu dem Ding, das sie eigentlich ist: eine dummer Strick, den man eigentlich gar nicht braucht, so ähnlich wie viele Versicherungen, die wir haben, aber nie in Anspruch nehmen müssen.....

    Und so liegt hier ne 15m-Biothane-Leine. Wozu? Ganz einfach, mein Hund hat ein sehr egoistisches Frauchen, dass auch mal gemütlich im "Offline-Modus" spazierengehen will........fotografierend und vor sich hin träumend.

    Und nein, ich bin kein Gassigänger, der halt mitgeht und der Hund macht sein Ding - aber wenn wir am Wochenende lange unterwegs sind, dient das auch meiner Erholung......

  • Wenn du mit so einer hohen Reizlage (Strecke mit Fasanen) anfängst und nur mit "Nein" und Zerren an der SL anfängst, wirst du gar nichts erreichen.

    Ich würde mich an deiner Stelle mal ins Antijagdtraining (gute Literatur: P. Gröning: Antijagdtraining) einlesen und nochmal bei Null anfangen.
    Auch hier spielt natürlich die SL eine wichtige Rolle.
    Die Impulskontrolle muss erstmal bei sehr geringer Reizlage geübt werden, so dass dein Hund die Chance hat, viel richtig zu machen und zu wissen, was du überhaupt von ihm willst.
    Er muss ein Alternativverhalten lernen, das er mit viel Training dann zeigen kann, wenn er Wild wittert.

    Viel Erfolg beim Training!

  • Zitat


    das ist was der Hund lernen muss. Und man kann sich natürlich zu Nutzen machen, dass unsere Hunde gnadenlos berechnend sind: was lohnt sich mehr? Der Kick beim Jagen oder doch Frauchens Kommandos zu befolgen?
    Das ist, was Frauchen lernen muss:

    - den Hund zu lesen
    - bei der Sache sein
    - den richtigen Moment zu erwischen - und der kann man manchmal sehr, sehr kurz sein.

    Mir mich war das das wichtigste am Schleppleinentraining überhaupt. Lernen, wie der Hund agiert und reagiert und wann ich eingreifen muss, wann ich es laufen lassen kann und wann der richtige Moment für mein Eingreifen ist. In den meisten Fällen ist das der springende Punkt, das Timing muss exakt passen und das muss man selbst an der Schlepp lernen.

    Und dann eben Alternativverhalten (Wild anzeigen und dabei zögern, später absitzen oder ablegen beispielsweise) herausarbeiten und adäquaten "Jagdersatz" suchen. Meiner hat nur mit der Nase gejagt, auf Sicht so gut wie gar nicht, also jagt er heute eben Gegenstände und Leckerlies. Das reicht ihm offensichtlich. Dass das nicht mit allen Hunden so einfach ist, ist leider so.

    Du musst ihn reizarmen Gegenden anfangen und so arbeiten, dass der Hund immer die realistische Chance hat, es richtig zu machen. Sonst baut ihr nur Frust auf beiden Seiten auf und kommt nicht weiter.

  • Hey vielen Dank erstmal für die tollen schnellen Antworten, Tipps und die Kritik. Juri und ich fangen ab dieser Woche Agility an ( stehe bei Mantrailing auf der Warteliste) und fangen in einen Hundesportverein noch mal in der Junghundegruppe an, obwohl wir in der Hundeschule schon Basis1 und 2 gemacht haben. Ich will langfristig mit ihm in einen Obedience Kurs. Ich finde die in dem Hundesportverein arbeiten einfach genauer- und das ist genau das was er braucht. Ich habe ab jetzt Urlaub und bin bei meinem Freund in der Stadt und der Bauernhof auf dem ich arbeite und lebe ist also in weiter Ferne. Schleppleinentraining klappt hier viel besser- hier kann ich besser mit ihm üben und er kann auch mal( allerdings mit Schlepp) toben. Ich werde hier mal einen ruhigen Ort suchen - das ist eine Super Idee. Bei uns auf dem Hof gibt es leider keinen Reizarmen Ort - überall sind Tiere - Nutz- oder Wildtiere halt. Ich habe versucht solche Orte zu finden, habe ihn sogar mit Schafzäunen ein Gebiet eingezäunt- die Konzentration hält 5 Minuten. :sad2: füttern tue ich ihn aus de Hand - und genau wenn er mich anschaut, dann wird er belohnt. Es ist vereinzelt auch so, dass er nach 10 Metern von alleine zurück kommt und natürlich belohnt wird, aber das ist eher selten so. Danke für eure schönen Geschichten!! Die haben mir Mut gemacht! :smile:

  • Oben hats ja auch schon jemand geschrieben, schau dir mal das Buch zum Antijagdtraining von Pia Gröning an, das ist im Prinzip auch gleichzeitig eine Anleitung wie man mit der Schleppleine sinnvoll arbeitet verbunden mit dem Antijagdtraining, ich glaube das würde euch wirklich helfen. Impulskontrolle, Alternativverhalten, haben ja auch schon mehrere erwähnt, sowas steht alles mit Übungen in dem Buch.

  • Hab 1 1/2 Jahre mit der Schleppleine Trainiert, bis der Abruf zuverlässig war. Grundgehorsam, Impulskontrolle und Alternativverhalten wurden ja schon genannt.

    Ich finde grad beim Grundgehorsam, der muss in Reizarmer Umgebung super sitzen. Ich hatte gerne zum Training meine gewohnte Wiese, wo ich jedes Hasenloch genau kannte und genau wusste wo Rehe eventuell versteckt sein konnten aufgesucht. So konnt ich mich ganz aufs Grundgehorsamkeitstraining Konzentrieren, weil ich genau wusste wo ich Ausschau nach Wild halten musste. Genauso wie beim Impulskontrolle Training, bin ich genau an den Stellen Spazieren gewesen wo ich genau wusste, das ich auf Wild treffe. Das Alternativ Verhalten wurd eben nebenbei aufgebaut, das es toller ist bei mir für Gehorsamkeit Leckerlie zu bekommen und jaaa... bei sehr gutem Verhalten geh ich auch mit meinem Hund auf die Pirsch schleich mich mit ihm zusammen an ein Wildtier ran und dann beobachten wir es, bis es flüchtet. Und ich lass ihn auch Wildtierfährten erschnüffeln, wenn wir von weitem ein Tier gesehen haben und es geflüchtet ist. <- Der teil klappt bei mir, weil mein Hund ne Mimose ist und niemals einem Wildtier durch Brennessel folgen würde.
    Ausserdem haben wir auch super Leckerlies. Hab ich keine dabei gibts ne ganze Handvoll Leckerlies , wenn er sich von Wild hat abrufen lassen. Bei mir ist immer toller, wie dem Wild hinterherzulaufen und dann am ende der Schleppleine nicht mehr weiter zu kommen und eh zu mir zurückgezogen zu werden, nur ohne Belohnung. Das klappt nach der sehr langen Schleppleinen Trainingszeit alles auch ohne Leine.

    Das Impulskontrolltraining konnt ich zur Anfangszeit immer nur so erst 50m, dann 100m, dann irgendwann 500m am stück machen, weil in dem Gebiet wirklich alle 10Meter Wildtiere hockten. Danach hab ich den Hund Hund sein lassen(Also mit Schleppleine gesichert) und nach vielen Monaten ging dann auch die ganzen 1000m ums Wildtiergebiet herum, das er auf Kommandos geschafft hatte zu reagieren, trotz ständiger Wildsichtung. Sogar irgendwann mit Fuß Kommando, obwohl ständig Hasen über den Weg in Sicherheit gehüpft sind.

    Nach 1 1/2 jahren klappt das jetzt eben auch ohne Leine. Trotzdem ist der Jagdtrieb nicht weg. Aber der Unterschied ist, wenn mal gejagd wird, lag es bisher immer an meinem versagen, weil ich die Situation falsch eingeschätzt habe(Oder das Wildtier zu gut versteckt war und ich dachte mein Hund fixiert das Wildtier 30m entfernt, dabei saß ein anderes nur wenige meter vor ihm im Gras...) und nachdem er zurück kommt brauch ich ihn nicht Anleinen, sondern kann normal weiter Spazieren gehen, als wär nie was gewesen.

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