Gespenster der Nacht - Lösungsansätze gesucht

  • Hmmm...i.d.R. ist es ja keine Situation in der sich der Hund wohlfühlt ;)
    also brauchst du eine Alternative bzw. der Hund.

    Hast du "schau hier" schon belegt...sonst such dir halt was anderes aus und
    mach das im alltäglichen Training zu einem Marker. Der Hund kann so aus
    der Situation bzw. "aushalten" lernen.

    OK, eine andere Möglichkeit wäre natürlich rigoroses Schönfüttern...wenn der
    Hund denn hierauf anspricht oder bewusstes Ignorieren durch Ablenkung ( was ich
    nicht weiss :roll: ).

    Oh, vergessen...ist Futter überhaupt ein Stimulus?

    Grüße
    Mäusemama

  • Futter, dafür stirbt die Ziege :lol:

    aber wie verhält es sich beim Schönfüttern?
    ich meine, mein Endziel soll ja nicht sein, Luna dauerhaft abzuklenken
    sondern ihr zu helfen, nicht so hochzufahren im Dunkeln
    da uns die Dunkelheit nun lange begleitet wochentags

    Kontrollieren kann ich sie sonst schon durch dauerhaftes bei mir halten, aber das bringt ja auch nichts, wenn ich Freilauf gewähren möchte

    oder denke ich da nur falsch?

  • Ich arbeite bei sowas immer zweigleisig. Zum Einen ganz klar über Gehorsam (Abbruch) und zum Zweiten in dem ich verbal die Situation beim Fixieren schon kommentiere und verbal als harmlos einstufe. Da ich nicht weiß, wie du das zuhause/in geschlossenen Räume arbeitest, weiß ich allerdings nicht, ob das ein Weg für euch wäre, denn dort fängt das bei uns an.

    Ganz am Anfang hab ich bei Anschlagen immer mit Satoo zusammen nachgeschaut und gesagt "ist okay/ist gut", war ja meist auch nix, Tonfall war dabei völlig relaxed. So konnte er lernen, Wichtiges vom Unwichtigen zu unterscheiden und vor allem konnte ich so das "ist gut" schön mitkonditionieren. Draußen hab ich das genauso gemacht bzw. mache es heute noch immer: Menschen (bei denen ich weiß, die sind ihm suspekt), Geräusche, Gegenstände werden mit "ist gut" vorab kommentiert. Orientiert er sich daraufhin um (dabei reicht es mir völlig, wenn er schnüffelt, die Umorientierung zu mir ist für mich unerheblich, Hauptsache er lässt das Unheimliche aus den Augen), kommt Lob. Fing er trotzdem an, nach vorne zu gehen bzw. gab das Fixieren nicht auf, kam der Abbruch.


    Was den Freilauf angeht: bist du vielleicht zu ungeduldig, weiß ja nicht wie lange du schon direkt an der Sache arbeitest? Eventuell wird es aber nie ein Hund, der Situationen/Menschen fachkundig einschätzen kann.

  • Besser kann es ja nicht sein :D
    Ertragen lernen und aushalten sind die Zauberwörter...und mit ein wenig Training wird
    sich der Hund bei Sichtung von Gespenstern dir zuwenden und sie anzeigen ;)

    Mit ein wenig mehr Übung wird sie dann Alternativverhalten zeigen und ihre eigene
    deeskalierende Lösung anbieten.

    Viel Erfolg !

    Mäusemama

  • einfach fragen, was ihr wissen wollt
    ich hab ja nix zu verheimlichen - wäre ja auch doof, wenn ich gerne Lösungsansätze hören würde

    Zitat

    Da ich nicht weiß, wie du das zuhause/in geschlossenen Räume arbeitest, weiß ich allerdings nicht, ob das ein Weg für euch wäre, denn dort fängt das bei uns an.

    Wenn ich mit in der Wohnung bin, hört Luna nach 2 Wuffs auf, bzw. lässt sich leicht zurecht weisen, weil ihr klar ist, dass ich die Situation im Griff habe
    sowie sie sich auch auf ihren Platz schicken lässt, wenn wer an der Tür ist.

    Im Auto lässt sie sich ebenso zurecht weisen mit Worten, wenn ich dabei bin und bei Gastgebern kommt sie halt nur mit, wenn ich weiß, dass die Leute, die da sind, sie in Ruhe lassen und ich ihr einen Eckplatz an meinem Stuhl zuweisen kann, wo keiner vorbei kommt.

    So entgehen wir Situationen, wo Madame böse werden könnte.
    Wobei es auch nur bei ihr bekannten Orten ist. In der Eisdiele etc. gibts keinerlei Probleme.

    Zitat

    Orientiert er sich daraufhin um (dabei reicht es mir völlig, wenn er schnüffelt, die Umorientierung zu mir ist für mich unerheblich, Hauptsache er lässt das Unheimliche aus den Augen), kommt Lob. Fing er trotzdem an, nach vorne zu gehen bzw. gab das Fixieren nicht auf, kam der Abbruch.


    ist eine Sache, die für mich ganz gut klingt, wäre eine Chance wert, es so zu versuchen :)

    aber was machst du danach? den Hund bei dir halten oder wie läuft es bei euch weiter, wenn er nach dem Abbruch das Fixxieren wieder anfangen will?

    Zitat

    Was den Freilauf angeht: bist du vielleicht zu ungeduldig, weiß ja nicht wie lange du schon direkt an der Sache arbeitest? Eventuell wird es aber nie ein Hund, der Situationen/Menschen fachkundig einschätzen kann.


    ich habe die Hunde die Strecken eigentlich immer frei, was im Hellen ja auch nie ein Problem ist

    sie kann auch gerne alle Menschen ignorieren und in großem Abstand dran vorbei gehen, würde mich ja auch gar nicht stören, solange sie halt ansprechbar bleibt

  • Hi Manu,
    ich würd evtl. auch in die Richtung Zeigen und Bennenen gehen, nicht damit du "schön fütterst", sondern weil du dir damit eine Verhaltenskette und später einen schnelleren Abbruch shapen kannst.
    Wenn du über markieren des Verhaltens was Luna in dem Moment zeigst ihre Aufmerksamkeit kriegst (weil ja Futter kommt nach dem Marker), steigt mit der Zeit die Motivation, dass sie sich entweder selber zu dir orientiert oder du sie mit einem Signal zu einem Alternativverhalten kriegst.
    Wichtig wäre eine hohe Markerrate gerade am Anfang. D.h. sobald sie irgendwie ein Gespenst anzeigt: markern und belohnen. Viele arbeiten mit benennen des Gespenst, muss man aber nicht. Ich machs ohne bei unseren Geistern :D

    Viel Glück!

  • Sorry hat was länger gedauert, Hund wollte raus.

    Ich behalte ihn zum jetztigen Zeitpunkt noch bei mir bzw. im nahen Umfeld und erst, wenn der Mensch passiert ist, kriegt er wieder die volle (Schlepp-)Leine zur Verfügung. Das Vertrauen ist noch nicht hundertprozentig zu ihm da und ob er je ein Hund wird, der souverän einschätzen kann, steht in den Sternen, aber ich wage es eher zu bezweifeln.

    Hab mich vorhin wahrscheinlich etwas zu ungenau ausgedrückt, was den Zeitpunkt des Abbruches angeht, entschuldige. Abbruch gab es bei mir erst, wenn er nach vorne in die Leine ging und der viel dann auch nicht nett aus sondern war eher massiv. So dass Satoo daraufhin keinen wirklichen Bock mehr hatte, das in der gleichen Situation noch einmal zu testen. Das Fixieren und Beobachten vorher haben wir zugelassen, damit er sehen konnte, was der Mensch da macht und die Situation somit einzuschätzen lernt. Inzwischen braucht er das Beobachten auch nicht mehr, sondern verlässt sich auf mein Urteil.

  • Du kannst sie immer gerne haben *lach*

    Ok, Abbruch erst spät und massiv wäre nicht wirklich mein Mittel der Wahl, denn das finde ich unfair.

    Ich mag reagieren, bevor sich der hund so rein gesteigert hat, dass ich so scharf reagieren muss ;)

    gesendet von unterwegs, daher nur in Kurzfassung

  • Ich war die Nacht wohl etwas unorganisiert beim Schreiben, es fehlen wichtige Infos zum Einsortieren. Entschuldige nochmals :ops: Es gibt hier verschiedene Stufen des Abbruchs, das reicht vom verbalen Verbieten bis hin zu körperlichem Einwirken (keine Schläge oder dergleichen), diese Stufen werden der Situation und dem Verhalten von Satoo angepasst.

    Dass ich so spät abbreche liegt daran, dass ich gegen Wachen und Schützen nix habe. Er darf beobachten, zum guten Teil auch fixieren (wenns nicht grad andere Hunde sind); bellen und knurren sind solange erlaubt bis ich die Situation als normal bewertet habe, bewerte ich selbst die Situation als nicht ganz koscher darf gerne weiter geknurrt und gebellt werden; nach vorne gehen ist bis auf wirkliche Notsituationen definitiv nicht erlaubt. Ist in meinen Augen nicht unfair, sondern das unerwünschte Verhalten fängt einfach erst spät an.

    Jetzt kommen die verschiedenen Stufen des Abbruchs ins Spiel. Wenn er mit bellen und knurren nicht aufhört, obwohl ich die Situation als harmlos eingestuft habe, kommt ein verbales Verbot (meist drohend und ermahnend ausgesprochen), wird darauf nicht reagiert wird körpersprachlich solange zurückgedrängt/mit den Augen bedrohlich fixiert bis Ruhe ist. Soweit hat es erstmal nur drinnen funktioniert, draußen war daran anfangs gar nicht zu denken: Satoo sah den anderen Reiz, knurrte unterschwellig, versteifte sich und war schon in der Leine. Der Abbruch war dann massiv, weil Satoo für leisere Töne gar nicht mehr ansprechbar war und das Verhalten von Satoo auch massiv war. Im ersten Schritt wurde also erstmal geklärt, dass das blinde und unüberlegte Nachvornegehen völlig indiskutabel ist.
    Am Anfang der nächsten Stufe sah das so aus, dass er nicht mehr blind nach vorne ging, aber weiterhin den "Feind" im Blick behielt und am knurren blieb. Das Fixieren/Beobachten hab ich ignoriert (ist ja gewünschtes Verhalten und nach meiner Erfahrung wird Ignorieren von vielen Hunden als stille Zustimmung aufgenommen; zu diesen Hunden gehört auch Satoo). Auf das Knurren, obwohl ich die Situation als ungefährlich eingstuft habe, habe ich wie drinnen reagiert: verbal verbieten, notfalls körpersprachlich zurückdrängen.
    Momentan sind wir in der Phase, dass ich das Umorientieren vom Reiz Mensch weg, egal wohin Hauptsache weg vom Reiz, verbal bestätige. Das Umorientieren belohne ich extra, weil ich es als positiver als das Anstarren empfinde - ich habe zwar nix gegen das Beobachten aber noch besser finde ich das Umorientieren. Allerdings ist momentan noch nicht dran zu denken, dass er sich völlig entspannt umorientiert. Eine, in Satoos Augen, falsche Bewegung/falsches Geräusch reicht aus, um die volle Aufmerksamkeit auf den anderen Menschen zu richten und das Beobachten wieder aufzunehmen.
    Die nächste Stufe wäre, dass ihm meine Einschätzung ausreicht, um völlig entspannen zu können und ihm dann der andere Mensch völlig egal wird. Das werden wir auch auf jeden Fall noch erreichen.
    Ob er aber jemals selbst die Einschätzung treffen werden kann, wer harmlos ist und wer nicht, und er dann selbst ohne Hinweis von mir das Beobachten dran geben wird, das weiß ich momentan noch nicht, bin aber eher skeptisch.

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