Kontrollfreak: Welche Übungen helfen...?

  • Hallo liebe Leute :)


    Ich würde gerne Anregungen sammeln, um, wie der Titel schon sagt, Kontrollfreaks etwas zu bändigen.

    Wäre sehr gespannt und dankbar für Anregungen !


    Oder gibt es sogar schon einen solchen Thread?


    Zum Ursprung :


    Fina kontrolliert. Sie will stets den Überblick haben. Über mich, ggf. andere Hunde.
    Wenn mein Freund und ich uns auf einem Spaziergang trennen, ist das geheule gross, Fina quitscht dann richtig. Man merkt, das ist wirklich grosser Stress, weil sie nicht die Macht hat.
    Nun erscheint mir die Trennungsübungsetappe irgendwie noch etwas zu weit weg um mit dem Aufbau zu beginnen, muss da wohl kleiner anfangen - oder ?

    Wer hat Erfahrung mit den Kontrollfreaks ?


    Grüsse, Nina

  • hm grübel grübel :denken: ... wie ist das wenn du mit deinem Freund rumalberst, will sie dazwischen gehen, euch trennen, springt sie euch an?

    Generell würd ich sagen: alle strategisch wichtigen Positionen zu Hause madig machen (also so Sachen wie im Flur liegen und 2 Räume dabei entspannt beobachten können), dann natürlich runterprevilegieren, Kuscheln nur auf Kommando, nebeneinander sitzen nur auf Kommando, mal den Hund wegschicken, auf Abstand halten, Nachlaufen unterbinden, dann natürlich Ruheübungen - am Zaun/Pfahl anbinden weggehen, je ruhiger der Hund desto näher rangehen etc. pp. In den Hund reinlaufen, damit er (wieder) lernt, die menschliche Individualdistanz zu beachten, Hunde laufen uns niemals aus Versehen im Weg rum :D

    Bei uns ist es zum Beispiel auch so, dass besitzanzeigendes/imponierendes Verhalten "abgestraft" wird. So lernt der Hund "WIR machen was mit DIR und dein Kontrolle demonstrieren über Imponieren mit Spielzeug o.ä. bringt dir nichts."

    Dieses "Hund in den Hintergrund schieben" kannst du später natürlich wieder lockern.

  • Hm, ich mache das so:
    - wenn ich mir nur ein Glas Wasser hole oder im Arbeitszimmer etwas nachschauen will, schließe ich die Tür hinter mir
    - ich lasse den Hund bewusst mal ein paar Minuten nicht mit in einem Raum sein, z.B. mal beim Essen
    - ganz am Anfang mach ich so ziemlich immer genau das Gegenteil von dem, was Hund will (d.h. wenn Hund kuscheln will, wird nicht gekuschelt, beschäftigt er sich gerade selbst mit seinem Spielzeug oder so, dann will ich aber kuscheln, will er auf die Couch, darf er dann gerade nicht, sondern erst, wenn er sich irgendwo anders entspannt)
    - ich geh öfter kurz vor die Haustür (für eine Zigarette)
    - den Hund anbinden (wenn er sich da von selbst aus nicht raushalten kann) und ausgelassen mit einem der anderen Hunde toben
    - wenn ich mich mittags mal hinlegen muss, dann mach ich das ganz gern ohne Hunde im Schlafzimmer - dementsprechend ist die Tür zu


    Halt alles auf den Hund angepasst, manche brauchen mehr und länger, andere haben es ganz schnell raus... =)

  • Zitat

    hm grübel grübel :denken: ... wie ist das wenn du mit deinem Freund rumalberst, will sie dazwischen gehen, euch trennen, springt sie euch an?


    Jeb! Sie kommt dazwischen und will die Oberhand gewinnen, indem sie anfängt zu jaulen !
    Habe schon öfter mit meinem Freund "showgekämpft" um zu sehen was sie macht und wie


    Nachlaufen unterbinden, werde ich ab jetzt verstärkt machen!


    Was soll ich nocht sagen.... Man merkt ihr sofort an, dass sie gestresst wird, sobald mehrere Hunde aufeinmal umherlaufen. Zwei Hunde gehen grad noch so, aber +2, da fängt sie an rundherumzurennen, wirkt dabei wie in Trance, ist kaum ansprechbar, hört auch mein Rufen kaum noch - ist total im Stress.

    Wie kann ich da ansetzen?

  • Wir haben hier auch einen Kontroletti :) Allerdings kontrolliert sie nicht uns Menschen sonder die anderen Hunde, mit denen wir unterwegs sind und ihre beiden "Untertanen". Meistens allerdings tatsächlich nur draußen.

    Da fängt sie in der Regel an zu Mobben, weil sie nicht leiden kann, wenn einer schneller ist oder sich zu schnell bewegt :roll: Sie möchte eben alles unter Kontrolle haben.
    Wenn einer abhanden gekommen ist, kann ich sie zum Beispiel auch zum Suchen los schicken.

    Mobben will ich eigentlich nicht haben, allerdings ist es schwierig si zu erwischen. Rudelintern klappt es soweit bei uns schon ganz gut, da die Opfer zu mir kommen und Sicherheit fordern, die bekommen sie dann auch, da Kiki weiß, dass in meiner unmittelbaren Nähe nicht gemobbt wird. Mit fremden Hunden ist es etwas schwieriger, den kleinen Quirl erwischt man einfach nicht :dead:

    Kontrollieren ist denke ich soweit ok, wenn man sich die Eigenschaften zunutze macht und das gezielt von seinem Hund fordert bzw. ihn damit beauftragt. Wie bei uns zum Beispiel das Rückholen von Rudelmitgliedern.

    Generell ist es schon besser geworden, seit ich ihr gezeigt habe, dass ich durchaus in der Lage bin Situationen selber unter Kontrolle zu bekommen. Allerdings scheint sie da teilweise sehr perfekte eigene Vorstellungen von zu haben und manchmal glaube ich, dass ich ihren Ansprüchen da nciht genüge :headbash:


    Zum Kontrollieren im Haus/Wohnung könnte ich mir vorstellen, dass man den Hund auf seinen Platz schickt wenn man den Raum verlassen möchte.

  • Danke für deinen interessanten Beitrag.


    Was tut dein Hund wenn er Mobbt?

    Auf den Platz schicken : das tue ich. Bloss keift Madme dann von dort aus rum, beobachtet jede Bewegung des anderen Hundes. Lässt man sie, klebt sie am anderen Hund, bevorzugt am Gesicht, hat einen starren Blick (könnte sie auf den Mond schiessen^^).

    Draussen ist alles paletti. Das mit dem zurückholen funktioniert bei Fina auch, bloss ohne mein Befehl :pfeif:


    Hmmm....

  • Hm, was tut sie, also erst versucht sie unter lautem Getöse den anderen Hund zum Laufen zu animieren, wenn der dann in Panik flieht, wird er quer über die ganze Wiese gejagd :dead: Wenn der Fremde gelernt hat in so einer Situation zu Mutti zu lauen, ist ganz schnell schluss mit dem Spuk. Bleibt der Fremde stehen, versucht sie mit wilden Gesten und Gebell diesen wieder zum Weiterlaufen zu animieren.
    Ist der Fremde Hund selbstsicher, kommt Kiki garnicht erst auf die Idee es zu versuchen. Sie selber wird in der Regel auch nicht gemobbt.
    Unser Rüde scheint es allerdings sehr großartig zu finden, wenn Kiki kläffend hinter ihm her jagd, dann ist es für mich auch ok!
    Leider hat sie glaube ich nie gelernt so richtig zu spielen =/

    Wenn wir auf fremde Hunde treffen, kommt Kiki in der Regel erstmal an die Leine, da ich sonst keine Chance mehr habe :pfeif:

    Richtig gute Erfolge hatten wir bisher, wenn der Besitzer des Fremdhundes Kiki sehr deutlich klar macht (z.b. mit festen Schritten und nem lauten "hey"), das dieser Hund nciht gemobbt wird. Dann kommt sie sofort ganz devot zu mir geschlichen und dann ist auch Ruhe. Leider machen das so wenig Hundehalter, viele gucken leider immer nur zu :???:
    Wir haben das einige Male gezielt geübt und uns mit "Freiwilligen" getroffen, die das dann so umgesetzt haben. Das schöne dabei ist, dass der Fremde lernt -Mutti passt auf mich auf, wenn ich in Schwierigkeiten bin- und Kiki merkt, dass sie nicht der Nabel der Welt ist :hust:

    Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee zu der Wohnungssituation, ich bin sehr gespannt :)

  • Ich lese gerade "wer denken will, muss fühlen" und da geht es u.a. auch um Bindung.

    Gelesen habe ich, dass gerade Hunde die unsicher sind in ihrer Bindung zu ihrme Menschen, dieses auf den Menschen fixierte Verhalten gerne zeigen. Hunde deren Bindung sicher ist zu ihrem Menschen, sind neugierig, mutig und lösen sich ohne Probleme.

    Ich fand den Ansatz sehr interessant und nicht unlogisch, denn diese Erkenntnisse stammen schon aus der Humanpsychologie. Kinder deren Bindung zu den Eltern sicher ist, sind selbstsicherer, trauen sich eher Dinge zu, sind neugierig etc., als Kinder denen diese sichere Bindung fehlt.

    Darf ich mal fragen, wieviel Körperkontakt Du im Haus zu ihr hast? Bzw. lässt Du es zu?

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