Der Mensch als lästiges Anhängsel an der Leine...

  • Diese Hunde scheinen selbst unter den Speziellen noch speziell zu sein. Meine Freundin ist von ihrem mitten im spanischen Nirgendwo einfach adoptiert worden, ohne daß da Vorsatz oder gar Futter im Spiel waren. Der herrenlose Streuner hat aus irgendwelchen Gründen beschlossen, daß genau DAS von jetzt an sein Mensch ist - und damit war dann alles entschieden.

  • Zitat

    Diese Hunde scheinen selbst unter den Speziellen noch speziell zu sein. Meine Freundin ist von ihrem mitten im spanischen Nirgendwo einfach adoptiert worden, ohne daß da Vorsatz oder gar Futter im Spiel waren. Der herrenlose Streuner hat aus irgendwelchen Gründen beschlossen, daß genau DAS von jetzt an sein Mensch ist - und damit war dann alles entschieden.


    Das wollte ich damit auch sagen. Herdies sind da echt noch speziell :)

  • MarthasArko

    verständlich. Es sind nun mal haufenweise rechtliche Mythen im Umlauf, aber das ist auch gar nicht schlimm, denn von irgendwas müssen Anwälte schließlich auch leben. :D

    Das Thema Haftung bei solchen Gefälligkeiten - sei es Gassi gehen oder beim Kumpel die Waschmaschine anschließen- kann man nicht so einfach in einem Satz darstellen. Ich hab gerade einen Artikel dazu gefunden, wenn es dich interessiert:

    http://www.tierversicherung.biz/gallery/images…Fachbeitrag.pdf

  • Zitat

    Die ersten Versuche waren recht zögerlich und er hatte nicht so recht Lust zu mir zu kommen, aber beim letzten Trainingsdurchlauf hat es dann schon besser geklappt und er wirkte nicht mehr ganz so genervt davon, dass ich ihn bei seinem Spaziergang störe.
    Weiterhin hat es auch gut geklappt die Richtung zu wechseln, sobald ein anderer Hund kam. Es ist nur wichtig dabei die richtige Distanz abzuschätzen. Einmal habe ich zu lange gezögert. Dann stand er fest am Boden und ich könnte nur noch zusehen, dass ich ihn festhalte, bis der andere Hund vorbei war. Beim zweiten Mal konnte ich in eine andere Straße abbiegen

    Das hört sich doch schon gut an!
    Und ist doch klar, das so eine Änderung nicht von jetzt auf gleich klappt, braucht alles seine Zeit.
    Auch Dein Gespür für die richtige Distanz muss sich erst entwickeln!
    Ich finde es toll, was Du auf Dich nimmst, um einem Hund, der noch nicht mal Deiner ist, das Leben etwas angenehmer zu machen! :gut:

  • Zitat

    Dass der TS im Falle eines Falles für alles haftet, ist nicht richtig. In erster Linie haftet nämlich doch der Halter. Inwieweit der Gassigeher dran ist, hängt von den Umständen ab, ein gelegentlicher Gassigeher, der dem Halter einfach nur einen Gefallen tut, braucht in der Regel nichts zu befürchten, wenn er nicht gerade einen derart üblen Bockmist gemacht hat, dass man schon von einer vorsätzlichen Schädigung ausgehen muss.

    Das ist schon mal gut zu wissen. Vielen Dank für die Information. Auch wenn ich mir bisher bei dem Tier eher wenig Gedanken darum gemacht habe, dass irgendein schlimmer Schaden verursacht werden könnte, lässt mich das doch ruhiger mit ihm auf die Straße gehen.

    Der Hund bedeutet mir tatsächlich sehr viel. Ich bin aber auch kein Mensch, der einen Unterschied zwischen Mensch und Tier macht. Das Gefühl der Freundschaft zu ihm ist für mich genauso ausgeprägt wie das Gefühl der Freundschaft zu meinen "menschlichen" Freunden.

    Die Idee mit dem Spielzeug kann ich allerdings leider nicht umsetzen. Spielzeug haben beide Hunde mit denen ich zusammen lebe nicht. Der Briardmischling hat am Anfang, als er zur Familie dazu gestoßen ist, alles Spielzeug für sich beansprucht und immer wieder großen Streit angefangen, sodass Spielsachen abgeschafft wurden und als Alternative immer mal wieder alte Zeitungen, Kartons, Handtücher mit Knoten drin oder dergleichen Dinge, die nicht mehr benötigt werden, angeboten werden. Die dürfen an Ort und Stelle kaputt gespielt werden und wandern dann in die Mülltonne bevor großer Streit aufkommen kann. Generell wurde schon immer viel lieber mit Kartons gespielt, als mit Bällen, Stofftieren oder dergleichen. Das wurde eben wie erwähnt nur gehütet.
    Die Sache allerdings alles zu belohnen, was er richtig macht und sei es nur ein kurzer Blickkontakt wird von mir bereits durchgeführt. Ich lobe ihn regelrecht in den Himmel, auch wenn ich das Gefühl habe, dass ihn das nicht so recht interessiert, bzw. er nicht viel damit anfangen kann. Meist ernte ich dann, wenn überhaupt, einen verlegenen Blick und ein zögerndes Schwanzwedeln, dann ist der Moment aber auch schon wieder vorbei und wieder anderes wichtiger. Ich gebe aber trotzdem nicht auf. Möglicherweise braucht er ja einfach noch etwas Zeit, um zu begreifen, dass ich mich wirklich über jede Kleinigkeit freue, die er gut gemacht hat.

    Trotzdem auch hier noch einmal vielen Dank für die Ideen.

    Und an MarthasArko:

    Dir ebenfalls vielen Dank. Ich denke auch, dass Tiere intelligent genug sind sich ihre Freunde auszusuchen und die Grenzen, die er zieht respektiere ich natürlich. Er hat mich sicher sehr gern, aber zum absoluten Gehorsam und vollsten Vertrauen reicht es eben bei ihm nicht. Mit seinen geschätzten 10 Jahren und der ungewissen Vergangenheit erwarte ich auch eigentlich nicht, dass sich seine Hingabe einem Menschen gegenüber jemals noch in dem besprochenen Maße zeigt.

  • Hallo zusammen.

    Ich wollte mich noch mal wieder melden und berichten wie es so läuft.
    Mal gibt es mit dem Großen gute Tage wo er verhältnismäßig gut an der Leine läuft und auch hört ohne meine Befehle ständig zu hinterfragen. An wieder anderen Tagen zerrt er wieder wie blöd und hört mich zwar, aber hat einfach andere Dinge im Kopf als die Leine locker zu lassen oder zu mir zu kommen, wenn ich ihn rufe.
    Alles in allem zahlt es sich aber tatsächlich aus ihn mit laufen oder besser rennen zu belohnen und geduldig immer wieder zu loben, wenn die Leine locker gelassen wird.
    An Hunden geht es nach wie vor nur schlecht vorbei, wenn ich mal in die unangenehme Situation komme und nicht ausweichen oder umdrehen kann. Hier hatte ich überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre sich eine Gruppe mit Hunden zu suchen, mit der man regelmäßig gemeinsam spazieren geht. Vielleicht wird er dann ja irgendwann ruhiger, wenn er andere Hunde sieht. Ich habe hier im Forum einige solcher Beiträge gesehen. Vielleicht ist ja etwas in meiner Nähe dabei.

    Und auch hier noch einmal vielen Dank an alle für die Ratschläge und lieben Worte.

  • Das hört sich doch, gemessen an den Begleitumständen, schon nach "auf gutem Weg" an. Den wünsch ich euch auch weiterhin, und ein bißchen beneide ich dich schon um die Freundschaft zu so einem Traumhund - denn das sind so spezielle Tiere ja unbedingt!

  • Was ganz anderes noch, wenn der Große schon um die zehn, also ein älterer Herr ist: Kann es sein, daß sein Gehör/Augenlicht eventuell nicht mehr so perfekt sind und seine Tagesform auch davon abhängt?

    Daß er zum Beispiel bei gewissen Lichtverhältnissen wie Dämmerung oder Sonne von vorn nicht mehr ganz präzise sieht und deshalb lieber einmal mehr als einmal zuwenig "wacht"? Oder daß er dich tatsächlich manchmal nicht so gut hören kann, oder ihm die Gelenke schon ein bißchen wehtun, was er unter Adrenalin natürlich vergißt?

    Solche Kleinigkeiten haben ja oft schon lange Einfluß aufs Verhalten, bevor der Hund deutlich Schwächen zeigt.

  • Zitat

    Was ganz anderes noch, wenn der Große schon um die zehn, also ein älterer Herr ist: Kann es sein, daß sein Gehör/Augenlicht eventuell nicht mehr so perfekt sind und seine Tagesform auch davon abhängt?

    Daß er zum Beispiel bei gewissen Lichtverhältnissen wie Dämmerung oder Sonne von vorn nicht mehr ganz präzise sieht und deshalb lieber einmal mehr als einmal zuwenig "wacht"? Oder daß er dich tatsächlich manchmal nicht so gut hören kann, oder ihm die Gelenke schon ein bißchen wehtun, was er unter Adrenalin natürlich vergißt?

    Solche Kleinigkeiten haben ja oft schon lange Einfluß aufs Verhalten, bevor der Hund deutlich Schwächen zeigt.

    Über Gelenkschwierigkeiten habe ich auch bereits nachgedacht. Manchmal steht er nach längeren Spaziergängen sehr lange einfach nur herum und legt sich nicht hin, um sich auszuruhen.
    Ich teste noch wie weit er laufen kann ohne ihn zu über- oder zu unterfordern. Ist der Spaziergang zu kurz oder durfte er nicht rennen will er nicht zurück ins Haus. Anders herum zeigt er eben manchmal Verhalten, dass darauf hin deuten könnte, dass er Schmerzen hat, weil es zu viel war.
    Mittlerweile versuche ich um die Mittagszeit, bzw Nachmittagszeit herum einen langen Spaziergang, zwischen 40 und 60 Minuten, gelegentlich auch länger, zu machen, grade auch weil es dann hell ist und der Hund besser sehen kann. Im Dunkeln ist ja alles gruselig, egal ob man nun gut oder schlecht sieht. Da muss ich auch schon mal ganz vorsichtig an einen dunklen Erdhügel heran gehen damit er erkennt, dass es eben nur Erde ist und kein fremder Hund bei dem man ausrasten muss.
    Die restlichen Spaziergänge, vor allem auch in der Dämmerung und Dunkelheit sind deshalb eher kurz, damit er nicht ständig unter dem Druck steht ganz genau aufpassen zu müssen. Meist sind sie zwischen 15 und 20 Minuten, damit man genug Zeit hat sein Geschäft zu erledigen und vielleicht für eine kurze Trainingseinheit.

    Zum Gehör kann ich sagen: Schlecht hören kann er gut!
    Aber Scherz beiseite. Es ist schon ersichtlich, dass er mich gehört hat, wenn ich ihn rufe oder generell zu etwas auffordere. Seine Ohren zucken entweder kurz oder er wirft mir einen kurzen Seitenblick zu. Das sind beim ersten Mal rufen zunächst flüchtige Anzeichen, wenn ich dran bleibe, dann dreht sich auch schon mal ganz ein Ohr zu mir nach hinten oder er guckt sich zu mir um. Von daher gehe ich davon aus, dass er meine Aufforderungen einfach als sinnlos betrachtet und nicht hören will. Es macht nun mal einen intelligenten und selbstständigen Hund aus, dass er Befehle nicht einfach ausführt, sondern hinterfragt.

    Das zeigt sich auch vor allem bei den Versuchen ihn zu mir zu rufen. Hier mal ein Beispiel wie eine solche Trainingseinheit meistens abläuft:
    Beim ersten "komm" bleibt er einfach stehen. Wenn ich mich dann hin hocke und eine Hand ausstrecke, um nicht so von oben herab bedrohlich zu wirken und noch einmal rufe, zucken die Ohren nach hinten, er tappst zwei Schritte rückwärts und guckt mit einem verhaltenen Schwanzwedeln zu mir nach hinten. Dann folgt ein aufforderndes Kopfschütteln und kurzes, spielerisches Grummeln, um nun mich aufzufordern doch lieber weiter zu gehen. Beim nächsten Mal rufen kommt er dann allerdings meistens und der Spaziergang kann mit einem kleinen Spurt fortgesetzt werden.

    Aber egal ob er nun Schmerzen oder Probleme mit Gehör oder Sicht hat, es ist immer von seiner Tagesform abhängig wie gut oder schlecht er mit mir zusammen arbeitet. Ich versuche dann nach Möglichkeit darauf einzugehen und wenn ich merke, dass Training keinen Sinn macht, dann lasse ich es auch sein und lobe einfach nur, wenn er zufällig gewünschtes Verhalten zeigt.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!