Stubenreinheit vs. Angst vorm Halsband

  • Bevor ich zur eigentlichen Problematik komme, möchte ich ganz kurz was los werden. Lilli (Chihuahua-Mix) ist jetzt 7 Wochen alt und wurde mit 6 Wochen von uns aufgenommen. Das die Welpe zu früh von der Mutter genommen wurde, wissen wir bereits...aber als unwissende haben wir uns auf die Aussage des Züchters verlassen. Dieser meinte, es ist kein Problem, die Welpen schon mit 6 Wochen abzugeben...da sie ja bereits selbsständig gefressen haben und die Mutter eine Versorgung mit Milch nicht mehr zu ließ. Leider haben wir erst im nachhinein gelernt, das dies so falsch ist und rückgängig können wir es auch nicht mehr machen. Da wir den Fehler bereits erkannt haben, ist es auch nicht mehr nötig uns darauf hinzuweisen. In der Hoffnung auf erfahrungsgestützte Hilfe komme ich nun zur eigentlichen Problematik.
    Einen Welpen in diesen Alter Stubenrein zu bekommen ist sicherlich nicht einfach aber mit viel Geduld machbar. Da Lilli nicht ohne Leine raus soll, muss sie ans Halsband gewöhnt werden und da liegt das eigentliche Problem. Lilli hat Angst vorm Halsband und ist wie ausgewechselt wenn man ihr eins anlegt. Ausgewechselt heißt, sie zieht sich zurück in ihre Höhle, ist antriebslos und macht einen depressiven Eindruck. Inzwischen haben wir es mit viel Geduld geschafft, zumindest das Anlegen problemfrei zu gestalten. Als Leine benutzen wir erstmal eine dünne Schnur. Leider kann man Lilli draußen so gut wie garnicht zum bewegen animieren. Vielmehr sitzt sie auf der Stelle und winselt. Ein rufen bewegt sie zwar zum Ziel aber endet sofort mit winseln im Sitzen. Also auch draußen zeigt sie deutlich, das sie ein Problem mit dem Halsband hat. Naja, ein solches Verhalten ist nicht wirklich förderlich um einen Hund stubenrein zu bekommen.
    Wir lassen jetzt das Halsband immer länger angelegt und versuchen sie so viel wie möglich vom angelegten Halsband abzulenken...funktioniert aber nicht immer.
    Was machen wir falsch, bzw. Was können wir anders machen?

  • Was ist das denn für ein Halsband? Es sollte möglichst dünn, schmal und leicht sein, damit es (gerade bei einem so kleinen und jungen Hund) nicht zu störend ist. Ein möglichst leichtes Nylonhalsband wäre ideal.
    Wichtig auch, dass es richtig sitzt. Zwei Finger solltest du noch durch stecken können. Anfangs ist es vllt besser, es so locker wie möglich zu machen.
    Gib ihr ein Leckerli, während sie das Halsband umbekommt und anhat. Lenke sie dann ab. Spiel mit ihr, gib ihr etwas Leckeres, schmuse mit ihr, etc. Sie soll sich so nicht auf das Halsband konzentrieren, sondern auf irgendetwas anderes Schönes.
    Nach einer Weile müsste das gehen und anschließend auch mit einer Leine (ebenfalls schön leicht) weiter gemacht werden. Möglicherweise ist für den Welpen auch ein Geschirr angebrachter, aber ich würde sie definitiv erstmal ans Halsband gewöhnen.

    Stubenreinheit lässt allein schon die Blasenfunktion (Schließmuskel und so) nicht wirklich zu. Aaaaber natürlich ist es nicht total sinnlos, du musst bloß wirklich mit Wochen bis zum totalen Erfolg rechnen.
    Aber ist das mit dem Halsband gelöst, wird auch die Stubenreinheit kommen. Eins nach dem anderen... hier ist Geduld gefragt!

  • Denke der Welpe hat eher Angst, weil ihr unsicher/ungeschickt an ihr rumfrimmelt um das Halsband anzuziehen.

    Ihr werde ja bestimmt öfter mit dem Hund kuscheln. Zieht ihr dann das Halsband an und kuschelt und spielt dann mit ihr. Gebt ihr ihr normales Fressen und laßt in dieser Zeit das Halsband an.

    So verbindet der Hund positives mit dem Teil und gewöhnt sich schneller daran. Nur wenn der Hund ohne Aufsicht ist, würde ich es abmachen, ansonsten laßt es die erste Zeit auch in der Wohnung länger dran, damit die Gewöhnung besser klappt

  • Zunächst erstmal danke für die Tipps. Inzwischen machen wir Fortschritte. Lilli geht inzwischen gerne raus, bzw. springt sie schon munter durch die Gegend und macht fleißige ihr Geschäft. Wir haben einfach mal ne ruhige Gegend (unseren Garten) aufgesucht und sie dort die Welt erkunden lassen...seitdem hat sie auch kein Problem mehr im Park vor der Tür gassi zugehen. Leider beginnt jetzt das Problem mit der Leinenführung, sprich, sie versucht schon die Führung zu übernehmen. Wir versuchen immer die Leine locker zuhalten und rufen sie zu uns, wenn Spannung auf die Leine kommt. Das funktioniert natürlich nicht immer, da sie auf rufen noch nicht richtig hört. Kann man uns da Tipps geben, wie wir uns richtig verhalten, bzw. wie wir ihr das ziehen an der Leine von Anfang an gewöhnen können?

  • Versucht mal, einfach immer konsequent stehen zu bleiben, sobald Zug auf die Leine kommt. Ist der Zug weg, geht's wieder weiter. Das dauert eine Weile, bis sie das Prinzip versteht - also Geduld ;)

  • Leinenführigkeit bei nem 6 Wochen alten Welpen?? Also ich hab's mir da einfacher gemacht: Die erste Woche (meine war 8 Wochen alt - fand ich immer noch nen bissi jung) hatte ich gar keine Leine und hab meine Maus in den Hinterhof, bzw. in den Park um die Ecke getragen. In dem Alter laufen die nicht weg - da kann man auch ganz wunderbar den Rückruf üben. Den finde ich persönlich wichtiger als LEinenführigkeit. Als ich dann ein Welpengeschirr für sie hatte, hab ich das einfach die ganze Zeit drangelassen. Hinter mir hergezogen habe ich sie fast nie, schon gar nicht am Hals. Wenn gar nix mehr ging hab ich sie getragen. Manchmal können die Würmer auch einfach nicht mehr. So mit uns an der Leine zu laufen ist für die doch noch total anstrengend und länger als 5 Minuten (pro Lebensmonat) sollen die das eh nicht.

    Das mit dem 'Führung überhmenem' klingt ein bisschen nach Resten der alten Dominanztheorie. Damit es Euch nciht so geht wie dem TS eines aktuellen threads (Mein Hund hat Angst vor mir) hier was nett geschriebenes zum Lesen.
    http://www.sag-nein-zu-gewalt.de/?p=166

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