Fragen zum Schleppleinentraining....

  • Hoffe es ist ok, wenn ich hier was neues aufmach :ops:
    Aaalso ich hab ein problem mit meinem 3 jährigen aussirüden. Der herr jagt seit ca einem 3/4 jahr furchtbar gerne. Früher ist er perfekt frei gelaufen, entweder ein paar meter vorne oder in kniehöhe, wenn der abstand zu groß wurde blieb er stehen und wartete. Seine jagerei fing ziemlich plötzlich an finde ich ( das 1. Mal hat er wie jeder normale hund am wegrand geschnüffelt und dann zack!- war er im maisfeld unterwegs. Und seitdem ist der wie ausgewechselt. Deswegen soll er jetzt an die schlepp.
    Jetzt hab ich hier viel gelesen über schleppleinentraining und auch über impulskontrolle, aber es bleiben noch ein paar fragen offen...

    -das problem ist, wir sind zuhause zu dritt die mit den hunden spazieren gehen, aber die anderen beiden sind nicht von der idee begeistert ( " ist ja alles halb so wild, der kommt ja immer wieder" -.-) jetzt meine frage: wenn ich das schleppleinemtraining konsequent durchführe, besteht die chance, dass er wenigstens von mir abrufbar ist?

    - und wie arg ist das IMMER schleppleine? Also muss er im garten dann auch an die schlepp? ( werd dann halt meine klappe halten, wenn ich weiss dass er die kommandos sowieso nicht ausführt :roll: obwohl das im garten eigentlich selten der fall ist)

    - wenn ich ihn jetzt z.b rufe, er aber nicht reagiert, "angel" ich ihn mir mit der schlepp?

    Ok, mehr fällt mir erstmal nicht ein, aber ich hoffe mir kann jemand helfen. :gut:

  • Wäre schon gut, wenn alle 3 Personen an einem Strang ziehen würden. Jede Jagd ist für den Hund ein Erfolgserlebnis, die den Lernerfolg wieder zunichte machen kann.
    Immer Schlepp ist dann nicht schlimm, wenn du das Schlepp-Training als "Freilauf mit Stop" siehst, also ihn nicht führst, sondern die Schlepp nur als Sicherung nutzt.
    Ich würde ihn nicht an der Schlepp ranangeln, sondern hingehen und ihn am Geschirr aus der Situation holen.

    Und den Abruf intensiv trainieren, zunächst nur rufen, wenn du sicher bist, dass er kommt.
    Wichtig: die Schlepp gibt DIR Sicherheit und Souveränität.
    LG

  • Jagen ist sehr selbstbelohnend. Wenn der Hund bei dir an der Schlepp ist und sonst die Möglichkeit hat, zu hetzen... Ich glaub kaum, dass er so wirklich zuverlässig bei Wildsichtung wird. Vor allem, die Schlepp alleine ändert Null. Man hindert den Hund damit daran, etwas bestimmtes Tun zu können, da ist eine Begrenzung. Klar, man könnte ihn auch ranziehen. Aber das einzige was der Hund lernt ist, dass die Schlepp eine Begrenzung darstellt. Das ist ja kein "Anti-Jagdtraining", kein Beibringen von zuverlässigem Abruf. Die Schlepp ist ein Hilfsmittel, um den Erfolg des Hundes mit dem Durchstarten zu verhindern, das ist alles.

    Warum meinst du, er bräuchte die auch im Garten :???:

    Du kannst deinem Hund (meinetwegen auch mit Absicherung durch die Schlepp) beibringen, dass eigenständiges Jagen von Wild definitiv nicht geht. Dann dürfte das tatsächlich bei dir irgendwann funktionieren, auch wenn alle anderen ihn weiter hetzen lassen. Aber dafür bräuchtest du deutlich mehr, als nur Schleppleinentraining. Was da funzt bei euch, ist so auf Distanz schwer zu sagen. Aber ein Aussie sollte da eigentlich nicht unbelehrbar sein...

    Du schreibst, er "überhört" allgemein (auch im Garten) das ein oder andere Kommando? Warum kommt er z.B. nicht, wenn du ihn rufst? Wie sieht es mit Abbruchkommando aus oder mit Ansprechbarkeit in höheren Reizlagen?

  • Die frage mit dem garten war, weil irgendwo stand, dass der hund IMMER an der schlepp sein sollte, und im garten "jagt" er schon den ein oder anderen vogel. Im garten überhört er eig nur kommandos, wenn er meint einen fuchs oder was auch immer im hintersten garteneck gefunden zu haben und da dann rumbellt. Gut, er ist auch ein leinenpöbler, aber nur weil er schiss vor hunden hat, da ist er dann weniger ansprechbar ( obwohl das auch viiiiel besser geworden ist), aber das ist auch eine andere geschichte. Sonst zuhause oder so, da macht er alles auf den kleinsten fingerzeig.


    Ich spiele ja auch wieder mit dem gedanken mich an eine hundeschule zu wenden, aber wir waren schon in 3 verschiedenen und haben bescheidene fahrungen gemacht... Vielleicht wisst ihr ja eine möglichkeit an einen guten hundetrainer zu kommen? ( wohne in ba-wü nähe mannheim/heidelberg)

  • Zitat


    -das problem ist, wir sind zuhause zu dritt die mit den hunden spazieren gehen, aber die anderen beiden sind nicht von der idee begeistert ( " ist ja alles halb so wild, der kommt ja immer wieder" -.-) jetzt meine frage: wenn ich das schleppleinemtraining konsequent durchführe, besteht die chance, dass er wenigstens von mir abrufbar ist?


    Schlag dir den Gedanken aus dem Kopf einen Jäger zurück rufen zu können. Wenn du deinem Hund ein Stück Fleisch hin legst und er gerade am Fressen ist kannst du in sicherlich auch nicht Abrufen. Jagd dürfte noch deutlich aufregender sein - der Hund ist stark fokussiert (konzentriert) und voller Adrenalin. Sag mal einem Boxer mitten im Kampf "los komm wir gehen jetzt den Wochenendeinkauf machen". Die Schlepp ist eine Sicherung die erst mal von der Selbstbelohnung abhält.

    Zitat


    - und wie arg ist das IMMER schleppleine? Also muss er im garten dann auch an die schlepp? ( werd dann halt meine klappe halten, wenn ich weiss dass er die kommandos sowieso nicht ausführt :roll: obwohl das im garten eigentlich selten der fall ist)


    Schlepp ist nicht weiter schlimm. Im Garten würde ich, wenn er z.B. Vögel jagt, ich aber üben will z.B. Lauern oder so und damit Impulsekontrolle, eine Schleppleine nutzen - allein schon um die Selbstbelohnung und damit das von mir unerwünschte Verhalten zu verhindern.

    Zitat


    - wenn ich ihn jetzt z.b rufe, er aber nicht reagiert, "angel" ich ihn mir mit der schlepp?


    Nö - nur wenn Gefahr im Verzug ist z.B. ein Auto kommt oder ein Fahrradfahrer. Ansonsten lernt der Hund "wenn ich das Ding dran habe bin ich unter Frauchens Knute und ohne eben nicht" ;)

    Ein Trainer oder ein Seminar sind sicher keine schlechte Idee.

  • Zitat

    Schlag dir den Gedanken aus dem Kopf einen Jäger zurück rufen zu können. Wenn du deinem Hund ein Stück Fleisch hin legst und er gerade am Fressen ist kannst du in sicherlich auch nicht Abrufen. Jagd dürfte noch deutlich aufregender sein


    Dass ein Australian Shepherd stark auf Bewegungsreize reagiert und "Spaß" am Hetzen hat, gut, sollte sicher auch so sein. Aber im Normalfall sollte ein Aussie dabei durchaus noch ansprechbar sein, üben vorausgesetzt. Ganz so schwarz würde ich es bei einem Aussie sicher nicht sehen.
    Zum zweiten Teil, von wegen vom Futter abrufen: ich halte dies für einen guten Ansatz (also nicht zwingend mit Futter), aber generell Ansprechbarkeit/Kontrollierbarkeit/Impulskontrolle üben in weniger hohen Reizlagen, als es das Jagen noch darstellt. Und das eben langsam steigern. Da ist ja durchaus viel in den Alltag einbaubar. So die Richtung: Hundefreundin, auf die er sonst zurennen darf, erst nach Erlaubnis begrüßen; erst nach Erlaubnis dem Ball hinterher jagen; erst nach Erlaubnis das Stück Fleischwurst auf dem Boden nehmen, den tollen Nachbarn begrüßen, zum Bach runter laufen ... was auch immer.

  • Also mit futter kann er es auch, aber sozusagen mit ankündigung, also ich leg ihn ab, schmeiß kekse,wurst oder was auch immer und dann wartet er. Aber ich denke mal ich werde das mit dem ball üben...

  • Lucy - Ansprechbar ist nicht gleich rückrufbar ;) Zum Hetzen sollte es nicht kommen weil dann ist es meist völlig zu spät - vorher wittert der Hund was, beschleicht irgendwas und das muss zeitlich verlängert werden über Training.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!