Riesengroßes Jagdproblem!

  • Hallo und guten Morgen,

    gestern hatte ich ein geradezu schauderliches Erlebnis mit meinem Dobi Burli.

    Wir waren an unserer üblichen abendlichen Spazierroute unterwegs und haben eifrig mit der Beißwurst gezerrt. Urplötzlich lässt er ab, hat augenscheinlich "was in der Nase" und rennt los. Da ich von Burlis unschönem Jagdtrieb weiß, darf er nur an der Schleppleine Freilauf haben, sobald ich bemerke, dass er stöbert und wittert, muss er an die normale Leine. Zurück zum Vorfall: Ich rufe, brülle, renne weiter, usw. aber Burli lässt nicht von seinem Tun ab, reagiert nicht auf den Rückruf und schnuppert wie irre vor einem Maisfeld hin und her, plötzlich rennt er los, und in all dem Unglück reißt die Schleppleine ab und ich sehe wie ein Reh aus dem Maisfeld läuft. Er natürlich wie einer Irrer hinterher.
    Ich rufe, schreie wieder...aber alles zwecklos und war bereits überzeugt den restlichen abend damit zu verbringen meinen Hund suchen zu dürfen. :verzweifelt:
    Reh und Burli sind in Richtung Fuss gelaufen, davor ist glückerweise einiges an hohem Gestrüpp, wo die beiden hin sind.
    Bruli war wie vom Erdboden für 3-4 Minuten verschluckt, kam dann aber in einem Affenzahn auf mich zu galoppiert. Ich habe ihm den Weg abgeschnitten und ihn sofort an die andere Leine genommen.
    Er war immer noch total auf in seinem Jadgtrip, hat geschnüffelt wie ein Wahnsinniger, wollte wieder wegrennen usw....
    Er konnte nicht mehr zur Vernunft kommen, bis ich ihn ins Platz verwiesen habe und festhielt bis er wieder ruhig war. als wir aufstanden wollte er wieder losrennen, mein Popoklaps hat ihn gleich null interessiert.
    ich habe mit ihm dann so schnell wie möglich den Ort des Grauens verlassen und wir haben unseren Spaziergang wie gewohnt fortgesetzt. allerdings war er immer noch sehr heiß auf Mauselöcher und wollte jedem Vögelchen hinterherrennen.

    Ich achte sobald er an der Schlepp ist, immer darauf dass er beschäftigt ist, das heißt: Wasserapport, Dummytraining, Beißwurst, blöd im zickzack rennen, und und und....
    Aber: oft genug hat er keine Lust auf meinen Unfug und möchte vor sich hin bummeln oder macht einfach was er will. An der Schleppleine funktioniert "Hier" ganz gut (ohne Ablenkung), aber der schlaue Fuchs weiß ganz genau wenn ich die abmache.

    Er steckt jetzt mitten in seiner Sturm und Drang Phase und wird nächste Woche ein Jahr alt.

    ich hab schon alles versucht und bin leider ziemlich ratlos.
    Normalerweise, wenn er losrennt um zu jagen, bleib ich stehen und rufe "hier". Selbst wenn es ihn dann am Ende der Schleppleine hinbeutelt und er hinfällt, wird ihm der Unfug nicht zu blöd :sad2:

    Was soll ich nur tun um das wegzubekommen....????

  • Geduld haben, Schleppleine dran lassen und weiterüben... :D Das wird schon wieder, Teddy war in dem Alter genauso drauf. Jetzt langsam ist er soweit, dass er zumindest so lange zögert, bevor er hinter etwas hinterherschießt, dass mein "Hier" noch seine Ohren erreicht... :headbash:
    Schleppleine haben wir in wildreichen Gebieten (hier also fast überall) aber sicherheitshalber immer noch dran. Es ist einfach nicht witzig, seinen Hund in einem Riesenmaisfeld verschwinden zu sehen... :headbash:

    LG Sonja

  • Huhu,

    klassischer Fall von selbst schuld ;-)
    Ich sehe da kein riesengroßes Jagdproblem, sondern einen ganz normalen Jagdhund.

    Es gibt unterschiedlich gelasteten Jagdtrieb.
    Pia Gröning hat es mal nett formuliert:
    http://www.grosse-muensterlaenderin.de/GM/AntiJagdtra…agdtraining.htm

    Warum jagd mein Hund? ...

    Auf meine Dame treffen a-d zu.
    Und gerade bei Punkt d ist es wichtig, ruhige Aktivitäten durchzuführen.
    Zum Dummy etc. gehört Steadyness, die zum Toben mit der Beißwurst weniger gehört, gelle?

    Bei meiner Dame sehe ich es so.
    Je entspannter sie ist, desto weniger neigt sie zu solchen Übersprungshandlungen.
    Daher versuche ich, sie nie zu sehr hochzupuschen, sondern auf einem niedrigeren Erregunngslevel zu halten, so dass sie ansprechbar bleibt.

  • öhöm.... und aua....

    ich hoffe du hast meinen Beitrag gelesen. Burli ist nicht gelangweilt auf unseren Trips. Wir spielen, üben, balgen, zwischendrin kommt Gehorsam, aber unbeschäftigt ist der garantiert nicht.

    was soll ich tun wenn der Pappenheimer mit mir an der Beißwurst zerrt, was riecht und losrennt....

    Was heißt hier selbst schuld? was kann ich dafür, wenn die dumme Schlepp (zugelassen für 50 kg) nicht hält was sie verspricht???

    vorm Spielen muss er ins Platz/Sitz und dann darf er los. Wenn ich ihn "langweile", dann findet er überhaupt keinen Sinn dahinter mitzuspielen.
    im Prinzip siehs so bei uns aus: wenn du das und das für mich machst, bekommst du von mir das und das.
    Sprich: erstmal Fuß, Sitz, Fuß, Platz und dann fliegt der Dummy oder er darf zerren....

  • Hör auf, "hier" zu rufen, wenn er schon durchgestartet ist - das ist quasi die Krönung des Abrufs, und soweit seid ihr noch lange nicht. Arbeite weiter am Gehorsam in niedrigeren Erregungslagen, das ist das Fundament, ohne das kein jagdlustiger Hund kontrollierbar wird.

    Geh nicht von A nach B spazieren, sondern geh lieber ziellos aufs Feld mit dem gesicherten Hund, lass dir viel Zeit. Wenn er nicht weg kann, und es nicht weitergeht, wird der Hund oftmals viel empfänglicher für gemeinsames Tun mit dem Menschen. Verlass nicht den "Ort des Grauens" (und bitte nicht so theatralisch reagieren, es war bloss ein Ort, wo dein Hund Wild gewittert hat und sich deiner Kontrolle entzogen hat), sondern bleib nach Möglichkeit da, bis der Hund wieder einigermassen runtergekommen ist. Dass er nach einem Jagderlebnis heftiger auf ähnliche Reize reagiert, ist völlig normal.

    Ruhe und Gelassenheit ist gefragt, nicht Panik. Lies dich ins Jagdkontrolltraining ein, oder besser, such dir jemanden, der damit vertraut ist und es dir zeigt. Schnelllösungen wird es allerdings nicht geben.

    Ach ja, besorg dir eine stabilere Schlepp. Wenn 30 kg mit 40 kmh in die Leine donnern, wirken da weit mehr als 50 kg Kräfte.

  • hmmm nun ja, ich habe eher den Eindruck Burli putscht sich hoch, wenn man ihn "unbeaufsichtigt" rumtrödeln lässt, dann steckt er die nase zu Boden und will Mäuse graben. Und dann rastet er sozusagen vollkommen aus und ist nicht mehr wegzubekommen.

    Für mich ist das Jagen und keine echte Alternative.

    Darum lasse ich ihn nicht sich langweilen, er macht dann oft genug Unfug und sucht sich selber seinen Spass.

    Gerade dieses Stöbern und Suchen ist ein Vorbote für die Aufnahme einer Jagt.

    Darum lasse ich ihn auch gerne Wurst und andere Leckerbissen auf den Spaziergängen suchen, sozusagen als "sinnvolle" Alternative. Das macht er auch recht gern....

  • Zitat

    Hör auf, "hier" zu rufen, wenn er schon durchgestartet ist - das ist quasi die Krönung des Abrufs, und soweit seid ihr noch lange nicht. Arbeite weiter am Gehorsam in niedrigeren Erregungslagen, das ist das Fundament, ohne das kein jagdlustiger Hund kontrollierbar wird.

    Geh nicht von A nach B spazieren, sondern geh lieber ziellos aufs Feld mit dem gesicherten Hund, lass dir viel Zeit. Wenn er nicht weg kann, und es nicht weitergeht, wird der Hund oftmals viel empfänglicher für gemeinsames Tun mit dem Menschen. Verlass nicht den "Ort des Grauens" (und bitte nicht so theatralisch reagieren, es war bloss ein Ort, wo dein Hund Wild gewittert hat und sich deiner Kontrolle entzogen hat), sondern bleib nach Möglichkeit da, bis der Hund wieder einigermassen runtergekommen ist. Dass er nach einem Jagderlebnis heftiger auf ähnliche Reize reagiert, ist völlig normal.

    Ruhe und Gelassenheit ist gefragt, nicht Panik. Lies dich ins Jagdkontrolltraining ein, oder besser, such dir jemanden, der damit vertraut ist und es dir zeigt. Schnelllösungen wird es allerdings nicht geben.

    Ach ja, besorg dir eine stabilere Schlepp. Wenn 30 kg mit 40 kmh in die Leine donnern, wirken da weit mehr als 50 kg Kräfte.

    da gibst du mir zu denken und hast vollkommen Recht. Gerade auf den Wiesen wo wir immer Spielen fordert er es mittlerweile sogar regelrecht ein und schaut mich mit aufforderndem Blick an. Das unterstütze ich natürlich und sehe es mittlerweile als Schitt in die richtige Richtung.

    Ein schwieriges Alter momentan. Er ist ein toller Kerl, mit übrigens 40 kg ;), aber gerade einerseits unsicher, andererseits hat er "dicke Eier" und dann möchte er am liebsten die Welt erobern und dann ist er wieder der gelehrigste und wissbegierigste Hund der Welt....

  • bei meiner ist das auch ... seitdem ist sie an der Leine. Pech gehabt.
    Ich mache auch UO-Übungen und Spiele, aber wenn Emma was in der Nase hat sind die Ohren auf Null und sie würde gerne.
    Im Moment bin ich soweit das ich sie absitzen lassen kann, und ich bekomme sie schneller runter von ihrem Trip als noch am Anfang.
    Da ich auf meinen Wegen dort lang muss kann ich diese nicht meiden, möchte ich auch nicht, denn sie soll es ja lernen.
    Derzeit bin ich in der Hundeschule und wir hoffen das wir auch dies irgendwann in den Griff bekommen. :gott:

  • bring ihm Ruhe bei ;-)

    im Haus anfangen und wenns da klappt, dann draußen

    einfach irgendwo hinsetzen und nix tun ... anfangs mit wenig Ablenkung
    er sollte lernen, auch runter zu fahren
    sich nicht zwanghaft Beschäftigung suchen zu müssen ...

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