Hund schnappt nach Kleinkindern

  • Hallo Ihr,

    ich weiß, dass es dieses Thema schon gab, dennoch frag ich jetzt nochmal so in die Runde...

    Pina ist nun 8 Wochen bei mir und immer noch sehr unkompliziert. Bisher ging es auch mit kleinen Kindern immer gut, aber gestern war ich bei meiner Nichte und meinem Neffen zuhause und die beiden wollten sie streicheln.

    Ich hatte sie an der Leine in der Wohnung (weil die Kinder so eine Angst haben) und die Kinder näherten sich ihr ganz vorsichtig. Insgesamt war die Situation doof, weil Pina nicht wegkonnte und die Kinder so eine Angst hatten, aber ich dachte, wenn ich dabei hocke, geht es schon gut. Ein paarmal hat Pina sich streicheln lassen, aber relativ schnell wurde es ihr zuviel, sie spannte sich an, zog die Nase kraus und schnappte zweimal nach den Kindern.

    Im Supermarkt angebunden hing sie wohl auch schonmal nem kleinen Jungen am Hosenbein.

    Ich habe den Eindruck - auch bei andren Hunden - dass sie sich ziemlich schnell bedroht fühlt. Bei mir nicht, ich kann alles mit ihr machen, obwohl ich sie erst 8 Wochen habe..
    Und auch sonst bei Erwachsenen ist sie extrem vertrauensselig, schmeißt sich direkt auf den Rücken, lässt sich überall kraulen etc....

    Habt Ihr Ideen?

    Liebe Grüße

    Steffi

  • eben, gib dem Hund Sicherheit, bind ihn nciht vorm Supermarkt an und lass ihm die Chance, zurück zu weichen, wenn ihm etwas zuviel ist

    Hunde, die eingeschränkt sind und nicht zurück können, gehen halt schon mal nach vorne
    völlig natürlich

  • Ich denke auch, daß du als Sofortmaßnahme darauf achten solltest deinen Hund nicht mehr in solche Situationen zu bringen. Da du deinen Hund erst eine sehr kurze Zeit bei dir hast, würde ich dir raten dir Hilfe bei einem kompetenten Trainer zu holen, daß hätte den Vorteil, daß ein Trainer euch gleich zeigen kann wie ihr optimal mit dem Thema Angst beim Hund umgehen könnt und sich so die Beziehung zu eurem Hund und euer Hund selbst sich optimal entwickeln können und nicht erst durch eine womöglich falsche Vorgehensweise, belastet werden würde.
    Denn gerade der Umgang mit ängstlichen Hunden ist nicht ohne und massive Ängste können im Alltag zu großen Problemen führen.

    LG

    Franziska mit Till

  • Bei Ginger hat geholfen, Kinder aus der Distanz schön zu füttern: Wir sind zu Pausenzeiten vor dem sicher umzäunten Hof des hiesigen Kindergartens spazieren gegangen, ich habe angehalten und wortlos Leckerlis auf den Boden geschmissen, dann langsam -- also über mehrere Wochen hinweg -- Stück für Stück näher, immer nur für kurze Zeit, sehr ruhig und nie außerhalb ihrer "comfort zone". Irgendwann konnte sie am Zaun sitzen, da habe ich dann eingeclickert, dass sie mich anschaut, wenn ein Kind sich nähert. (Meist waren die Kinder ziemlich weit weg vom Zaun, das kam mir sehr gelegen.)

    Irgendwann hatte sich eingebürgert, dass sie zu mir hoch schaut, wenn ein Kind vorbei rennt oder sich sonstwie beunruhigend verhält, das habe ich auch immer belohnt / gelobt. Inzwischen reagiert sie meistens überhaupt nicht mehr, genauso wie bei rennenden Erwachsenen. Kein Vergleich zu früher, wo rennende Kinder fluchtartige Bewegungen und/oder Knurren und Luftschnappen ausgelöst haben.

    Einmal -- es war nach einigen Monaten intensiven Übens -- habe ich sie vor einem offenen Geschäft in der Fußgängerzone sitzen lassen, während ich im Geschäft Brot gekauft habe, ich war vllt. drei Meter weg. Ich habe immer wieder zu ihr hingeguckt... just in dem Moment, wo ich zahlen wollte, also mit anderem beschäftigt war, höre ich ein lautes kreischendes WAUWAU!!! und sehe eine schätzungsweise Zweijährige mit wedelnden Armen und torkelndem Gang auf Ginger zustürzen.

    Sowas kann IMMER vorkommen, ich war trotzdem geschockt, dachte nur an Gingers früheres Verhalten. Es war wie in einem Autounfall, die Zeit blieb stehen. Dann hat sich Ginger vom Kind abgewandt und mich angeguckt. Ich vergaß das Brot, schnappte den Hund und ging mit ihr schnell weg, während die zwei Leute, zu denen das Kind gehörte, weiterhin seelenruhigst das Ganze beobachteten.

    Inzwischen habe ich mehr Vertrauen zu Ginger, ich lasse aber immer noch nicht zu, dass ein Kind sie streichelt. Leckerli auf den Boden werfen, oder wenn es ein ruhiges Kind ist, auch aus der Hand geben, ist bei Ginger inzwischen OK, alles andere muss nicht sein.


    Liebe Grüße
    Kay

  • Zitat

    Habt Ihr Ideen?

    Die Antwort ergibt sich doch von selbst.

    Solche Situationen zukünftig zu unterlassen.

    Zitat

    Im Supermarkt angebunden hing sie wohl auch schonmal nem kleinen Jungen am Hosenbein.

    Einen unsicheren Hund vor einem Supermarkt anbinden und allein lassen geht gar nicht.
    Mal davon abgesehen, dass man generell seinen Hund nicht vor nem Supermarkt oder sonst wo allein angebunden lässt.


    Zitat

    Ich hatte sie an der Leine in der Wohnung (weil die Kinder so eine Angst haben) und die Kinder näherten sich ihr ganz vorsichtig. Insgesamt war die Situation doof, weil Pina nicht wegkonnte und die Kinder so eine Angst hatten, aber ich dachte, wenn ich dabei hocke, geht es schon gut. Ein paarmal hat Pina sich streicheln lassen, aber relativ schnell wurde es ihr zuviel, sie spannte sich an, zog die Nase kraus und schnappte zweimal nach den Kindern.

    Unsicherer Hund, an der Leine "gefangen", unsichere kleine Kinder, die sich dem Hund gegenüber in dessen Augen seltsam verhalten ........
    was erwartest Du?

    Ziemlich sicher hat sie schon vor dem Anspannen gezeigt, dass es ihr zuviel war - nur Du hast die Anzeichen übersehen. Sie hat vermutlich schon bei der Annäherung der Kiddis Zeichen gegeben (Gähnen, Schnauze lecken, Ohren leicht zurücknehmen, Kopf leicht abwenden, ....... ), dass ihr die Situation zuviel war. Und irgendwann als sie dann gar nicht mehr konnte, hat sie sie halt zugeschnappt.

    Vermutlich haben die Kiddis sich nach dem Schnappen auch sofort zurückgezogen .... was nun dazu führt, dass Hund eine tolle Erfahrung gemacht hat - "ich schnappe und komme damit aus der Situation, die mir unangenehm ist, raus".


    Grundsätzlich - zwing deinen Hund nicht in solche Situationen. Wenn sie von sich aus Kontakt sucht und gestreichelt werden will - OK. Aber nicht gezwungenermassen.

    Generell würde ich Dir empfehlen, einen sehr kompetenten Trainer (leider sehr schwer zu finden - die meisten Hundetrainer sind ihr Geld nicht wert, das sie verlangen) oder einen Tierarzt für Verhaltenstherapie zu suchen. Die können Dir am ehesten zeigen, wie man einem unsicheren Hund mehr Sicherheit gibt und daran arbeitet, dass Hund andere Hunde und kleine Kinder weniger bedrohlich wahrnimmt. Über ein Forum Tipps zu geben ist mE nicht wirklich gut. Wir sehen nicht den Hund in den jeweiligen Situationen, wir sehen auch nicht euer Zusammenspiel. Wir können uns nur auf dein Erzähltes verlassen - und ganz ehrlich - die meisten Menschen sehen nur die Hälfte oder gar ein Drittel dessen, was ihnen ihr Hund zeigt. Deshalb braucht es da jemanden, der das kompetent vor Ort sehen und bewerten kann. Und Dir dementsprechend auch Ratschläge geben kann.

    Du musst eines bedenken - wenn sie keine Probleme mit Erwachsenen hat, aber dafür mit kleinen Kindern:
    1. verhalten sich kleine Kinder völlig anders als Erwachsene, allein schon die Bewegungen und dann generell das ganze Verhalten

    2. Du hast sie erst seit 8 Wochen, sie ist aber schon 2 Jahre wenn ich das richtig gelesen habe - habe nur mal kurz in deiner Vorstellung geschaut, da in deinem Posting zum Alter nichts steht. Ich weiss jetzt nicht, woher Du Pina hast - aber kennst Du ihre Vorgeschichte? Weisst Du, ob sie mit kleinen Kindern überhaupt Erfahrung gemacht hat? Oder noch schlimmer, ob sie schlechte Erfahrung gemacht hat?

  • Hallo,

    siehst du dich in der Lage, bei unerwünschtem Verhalten, deinen Hund zu korrigieren???

  • Ich hätte da weniger Bedenken beim Ton als beim Inhalt. Der Hund wurde bedrängt - angeleint, festgehalten, gezwungen, "Schlimmes" auszuhalten, Kinder strahlten zudem noch Angst aus -- und hat mit Zähne zeigen gewarnt; als das nicht reichte, hat er in die Luft geschnappt.

    Wenn das als "unerwünschtes Verhalten" unterbunden wird, kann es sein, dass der Hund beim nächsten Mal gleich zubeißt.

    Liebe Grüße
    Kay

  • Zitat

    Insgesamt war die Situation doof, weil Pina nicht wegkonnte und die Kinder so eine Angst hatten, aber ich dachte, wenn ich dabei hocke, geht es schon gut. Ein paarmal hat Pina sich streicheln lassen, aber relativ schnell wurde es ihr zuviel, sie spannte sich an, zog die Nase kraus und schnappte zweimal nach den Kindern.

    Hi,

    lies mal selbst, was du geschrieben hast ... du hast also bemerkt, dass deine Pina "nicht wegkonnte" und die Kinder offensichtlich Angst hatten ... du hast Pina sozusagen in eine ihr unangenehme situation gedrängt, da hast du zum thema vertrauen leider einen dicken minuspunkt gezogen ...

    wenn du merkst, dass sie sich bedrängt fühlt dann musst du handeln! DU bist derjenige der seinen Hund vor solchen Situationen "beschützen" muss, der das für ihn regelt ... da du das nicht getan hast, hat Pina das leider selbst geregelt und geschnappt ... was hätte sie auch sonst tun können, weggehen konnte sie ja leider nicht ... wenn du beim nächsten mal siehst, dass sie sich bedrängt fühlt dann gehst du dazwischen und schirmst sie ab ... dann zeigst du ihr, dass du das für sie regelst und sie sich nicht selbst ihrer haut erwehren muss ...

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