wer kann dieses Verhalten deuten?

  • Zitat


    bie Hunden ist er erstmal abwartend, eher freundlich gestimmt, läßt sich beschnuppern, reagiert auch auf Spielaufforderung mit Spiel-willen, egal ob Rüde oder Hündin. die erste Minute ist also immer ok. Aber sobald der andere Hund die leiseste Andeutung Richtung "mein Stöckchen, meine Strasse, o.ä." macht, beißt er ohne die geringeste Vorwarnung (knurren, Haare aufstellen, versteifen) richtig zu. Nicht schnappen, sondern zubeissen, in den Nacken des anderen, und läßt nicht mehr los. Es ist für mich aber kein Schema erkennbar, keine Rasse, kein Geschlecht, kein eindeutiges Verhalten des anderen Hundes, welches ihn zu dieser Reaktion veranlaßt.

    Zu deinen Problemen mit anderen Tierarten kann ich leider nichts sagen, da fehlt mir jede Erfahrung (außer dass Neo jagen gehen würde - wir arbeiten mit Impulskontrolle/Schlepp daran).

    Bei deinen Hundebegegnungen hört es sich aber so an, als würde es dem Hund rein um die Ressource "Spielzeug" gehen. Du schreibst ja, dass er zu Anfangs immer erstmal freundlich gesinnt ist. Wie ist es denn, wenn kein Stöckchen oder ähnliches im Spiel ist?
    Bei meiner Hündin hab ich prinzipiell eine 25/75 Chance, dass sie andere Hunde mag. Aber sollten die ein potenzielles Spielzeug anschleppen, ist es aus und vorbei (außer es handelt sich dabei um meinen Rüden).
    Wenn du derzeit noch keinen Trainer, findest der dich zufrieden stellt, vielleicht gibt es ja jemand im Bekannten/Freundeskreis, der Ahnung von Hunden hat und einfach mal einen unbefangenen Blick auf die Situation werfen kann?

  • Moin,

    also, auch Straßenhunde haben ein gesundes Repertoire an Verhalten, Drohungen, Fletschen und was immer dazu gehört. Normalerweise versuchen alle gesunden Tiere erst einmal durch Drohgebärden die Konflikte zu lösen..... in de Natur kämpfen gewöhnlich immer gleichstarke Tiere miteinander, der Schwächere gibt einfach auf, das ist eine Schonung von Ressourcen.

    Wenn Diego z.B. einen Kauknochen hat, darf mein Ersthund nicht an ihm vorbei gehen..... er knurrt gar finster - aber das ist eben eine Drohung, er beißt nicht sofort zu.....

    Und das ist der Teil, den ich unbedingt durch einen Trainer begutachten lassen würde, Situationsbedingt, weil, dazu kann man aus der Ferne einfach nichts sagen.

    Wenn Du nur den einen Hund hast, würde ich zur Handfütterung übergehen und vermutlich nur noch draußen füttern..... das ging bei uns, mit zwei Hunden und drei Kindern nicht..... aber manchmal denke ich, es wäre eine Lösung gewesen, für Draußen..... immerhin, heute hört mein Hund schon, solang er an der Leine ist und er kann super bei Fuß gehen.

    Und ja, ich denke oft, mein Hund weiß, das er mich nicht braucht, da wäre so eine Handfütterung unterwegs, eine Lösung.....? Diego würde einfach wieder alles fressen, was man so finden kann..... notfalls sind das auch Tempotaschentücher oder Burgerpapier...... jedenfalls war das zu Beginn so.

    Schau Dich in Deinem Umkreis um, vielleicht gibt`s da einen guten Hundetrainer, der sich mit Auslandshunden auskennt und so ein Verhalten anders beurteilt, als bei einem Hund, der hier aufgewachsen ist. Ein "normaler" Trainer mit normalem Repertoire schadet da mehr, als es nutzt.

    LG Sundri

  • Zitat


    Bei deinen Hundebegegnungen hört es sich aber so an, als würde es dem Hund rein um die Ressource "Spielzeug" gehen. Du schreibst ja, dass er zu Anfangs immer erstmal freundlich gesinnt ist. Wie ist es denn, wenn kein Stöckchen oder ähnliches im Spiel ist?


    Nein, um Spielzeug geht es nicht, er kennt ja gar kein "Spiezeug", ich denke es geht einfach um die Tatsache, daß er von anderen Hunden gemaßregelt wird ("meine Küche", "meine Straße") und sich das nicht bieten läßt. Diese Maßregelung der anderen Hunde war aber in jedem Fall sehr subtil, nie wirklich dominant, zum Beispiel waren wir zu BEsuch in der Küche einer Hundedame, die mein Hund interessant fand, die aber herumzickte, daraufhin legte er sich in der Küche neben meinen Füßen auf den Boden und schien sie ncith weiter zu beachten. Die Hündin, im angrenzenden Zimmer in sicherem Abstand, kam dann langsam schleichend um uns herum, knurrte kurz, und ich flog fast von den Füßen, weil er in einem Satz aufsprang und sie packte (obwohl ich ihn an der kurzen Leine hatte, aber so schnell konnte ich gar nicht reagieren, geschweige denn habe ich damit gerechnet, da ich ihn da erst 2 Tage hatte). Komisch ist halt, daß er ohne Drohung, ohne Vorwarnung reagiert und richtig zubeisst udn nciht losläßt, was bei mir auch mal den Verdacht des Hundekampfes aufkommen liess, aber ich weiss nicht, wie die trainiert werden... wäre an der Theorie was dran?
    Das mit der Handfütterung ist eine gute Idee, das werde ich machen (geht hier gut, Kinder sind relativ gross und unsere Katze, die täglich in höchster Lebensgefahr schwebt, kommt ja nicht mit auf die Spaziergänge ;-)

  • Hey,
    das klingt ja übel, der Große muss ja echt einiges mitgemacht haben :-/
    Zum Thema beißen ohne Drohen kann ich was sagen (zum Rest nicht, außer wie die anderen auch, mach dich auf die Suche nach nem echt guten Trainer), weil wir ein ähnliches Problem haben (mit anderer Motivation, aber wurscht). Fureto hat lange Zeit auch nach Hunden geschnappt, ohne vorher zu drohen bzw. hat nur ein ganz kurzes Versteifen gezeigt um dann loszuwettern. Der Grund war bei ihm, dass er gelernt hat, dass knurren, weggehen, etc. einfach nichts bringt. Die Hunde haben ihn immer weiter genervt (er riecht gut, unser Problem sind liebestolle Rüden). Also hat er sich z.B. das Knurren einfach abgewöhnt und brüllt drauf los. Mittlerweile üben wir mühsam, dass ich jedes Knurren belohne und selbst dafür sorge, dass die Rüden dann gehen (also sie werden von mir gegangen). Hund kann also auch wieder umlernen, wenn auch langsam und müssig :)

    Vielleicht wurde er ja wirklich auf große Tiere gehetzt oder Ähnliches. Aber auch da würd ich mit nem kompetenten Trainer sprechen.

  • Bei einem als "Boxermix" vermitteltem Hund mit unbekannter Vorgeschichte, der sich boxeruntypisch benimmt, Narben und ein derartiges Jagd- und Sozialverhalten aufweist, würde ich tatsächlich auch an sowas wie Hundekämpfe denken - oder zumindest an idiotische Vorbesitzer, die sich daran hochgezogen haben, ihren "Kampfhund" alles attackieren zu sehen, was so des Weges kam, und das gefährliche Vieh andererseits zur Unterwerfung geprügelt haben. Sowas ist ja leider nicht so furchbar selten.
    Die Kopfverletzung, die du da beschreibst, könnte er sich bei der Jagd auf Pferde geholt haben, ein Tritt hinterläßt ähnliche Folgen - aber das ist jetzt reine Spekulation.

    Insofern, wär's mein Hund: Er würde erstmal zur Sicherheit einen Maulkorb tragen, bevor er die Katze erwischt hat, bliebe draußen angeleint (an einer Schlepp wirst du so ein Kaliber beim Durchstarten kaum halten können, weil er da gut Schwung holen kann), und ich würde SCHLEUNIGST versuchen, einen Fachmann zum Draufgucken un Helfen aufzutreiben.

    Auf jeden Fall wünsch ich euch allen viel Glück und bald möglichst viele Trainingserfolge!

  • Zitat


    Er hat auch eine Riesennarbe auf dem Kopf mit fast deformiertem Schädel, sieht mir nach einem sehr harten Schlag aus, möchte es gar ncith so genau wissen.

    Inwieweit wurde da bezüglich Spätfolgen abgeklärt?

  • Zitat


    Inwieweit wurde da bezüglich Spätfolgen abgeklärt?


    Gar nicht, fürchte ich. Der zuständige TA der Organisation hat nur die üblichen Dinge abgeklopft, Mittelmeerkrankheiten, sonst nichts. Hund fehlt auch ein ganzer Zeh, haben wir nicht sofort gesehen, auf der Innenseite des Hinterlaufs ist eine lange Narbe und am Ende der Narbe fehlt eben der Zeh, nur der Nagel ist da. Er humpelt aber nicht und es scheint ihn (noch?) nicht zu beeiträchtigen. Aber die Beschreibung der Organisation stimmte auch in Teilen nicht, zum Beispiel stand da: "Jagdtrieb: nein". Ich wollte nie einen Hund mit Jagdtrieb haben, und habe bei den Beschreibungen drauf geachtet, aber , tja......
    Nun ja, wir haben ihn nun, und möchten ihn auch behalten, aber es wäre für unser aller Zusammenleben eben schön und streßfreier, wenn wir einige Macken besser in den Griff bekämen.
    Habt ihr, die ihr Auslandshunde habt, versucht, etwas über die Vergangenheit des Hundes herauszufinden? Mit Erfolg?

  • Moin,

    das würde ich auch dringend empfehlen, eine gründliche Untersuchung auf Schmerzsymptome, bei solchen Verletzungen kann es eben doch allerhand Spätfolgen geben.

    Wir wissen über unser Hundchen nur so viel, weil er den Kindern im Urlaub "zugelaufen" ist, also zu der Zeit noch Strassenhund war und weil er dann die 14 Tage, die sie dort waren, beobachet werden konnte - er aber zu den Kindern Kontat suchte - und ich dann die Erlaubnis gab, ihn mitzubringen. Dann musste er bei einer sehr kleinen, sehr privaten Orga noch einige Tage auf einen Flugpaten warten und lief dort im Hausrudel mit..... beinahe hätten sie ihn behalten ;) weil er so problemlos war.

    Aber mehr wissen wir über ihn nicht, manches können wir halt nur aus seinem Verhalten und unserem Wissen über Hunde, deuten - die Harthalsigkeit z.B. ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Folge von Anbindehaltung. Das er Angst vor Männern hat, besonders vor südländischen Typen, lässt vermuten, das sie ihn, zumindest vertrieben haben..... er beschwichtigt sehr viel, körpersprachlich.... und, als er ankam, konnte er mit Sprache (auch mit spanisch) nix anfangen..... egal ob große Freude oder ernstes Wort, es hat ihm nichts bedeutet, Körpersprache hingegen und Zeichensprache klappte sofort.

    Liebe Grüße
    Sundri

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