FRUST – uaaaargh!

  • Was wir gerade trainieren? Kann ich euch sagen: nichts tun! Am aller schwersten fällt meinem Hund das nichts tun, denn dann schiebt sie Frust! Das äußert sich in folgenden Situationen:

    ...rausgehen und nicht lospreschen dürfen
    ...Kofferraum auf und warten
    ...im Wald sitzen und nix tun
    ...anderen beim Spielen und Rennen zugucken (ganz besonders hart)
    ...an Hunden die ihr Angst machen vorbei gehen
    ...Frauchen im Wald beim abzappeln zugucken müssen

    Und das äußert sich lautstark! Da ich einen Entlebucher habe, und jeder der auch einen hat oder einen kennt könnte hier wissen was ich meine, reicht die Geräuschkulisse von Kreischen über Fiepen, Bellen bis Heulen, Quaken bis Winseln, Brummen bis Grunzen oder hysterischem Plappern. Es ist nicht nur laut, es tut auch weh. Und man macht sich recht unbeliebt. Wer gern unauffällig durch den Wald will hat die Rechnung nicht mit meinem Hund gemacht. Manchmal habe ich Sorge das sie vor Frustration platzt.

    Also üben wir genau das was ich oben beschrieben habe. Es ist nicht wirklich schön, aber es hilft wohl nur aussitzen. Ich habe bei ihren Geräuschen manchmal die Befürchtung, dass Jemand den Tierschutz alamiert. Man könnte glauben ich würde meinen Hund quälen ;) Ja gut, sie würde das sicher mit "Ja!" beantworten :hust:

    Was für Tipps zum Frusten fallen euch noch ein und kennen eure Hunde Frust? Ich bin gespannt und freu mich drauf. LG

  • Kommt mir seeeehr bekannt vor, aber Aussitzen hat bei uns nicht gereicht, da hilft nur rigoroses Abbrechen, aber das sollte dir besser ein Trainer zeigen ;)

  • muecke: meine Entlebucher Hündin ist 2 und ich habe in einigen Situationen von Anfang an trainiert, alles das was sein musste, wie mit zur Arbeit, im Seminarraum schlafen wenn 20 Leute über einen rüberlaufen oder klatschen, U-Bahn, Auto, vorm Napf warten, dem Ball erst auf Kommando hinter her jagen usw.. Im Wald rumsitzen und nichts tun habe ich nicht trainiert. Sehr wohl aber dass sie nicht zu Beginn des Spaziergangs gleich hochdreht. Diese Sachen sind im Trainingszustand super bis gut.

    Nicht mitspielen lassen war bisher nicht nötig, da es nie Probleme gab. Jetzt wurde sie insgesamt 4x gebissen und ihr Verhalten gegenüber großen Hündinnen die Ähnlichkeit mit den "Beißern" haben werden von ihr vor Angst und Unsicherheit angebellt und sie plustert sich auf. So provoziert sie natürlich die nächste Situation. Ziel ist, dass sie an Hunden die sie komisch findet einfach gelassen vorbei geht und sie meidet. Meine Trainerin hat ihr Verhalten so beurteilt, dass sie eben auch in diesen Situationen extremen Frust hat und damit nicht umgehen kann als selbst in die Offensive zu gehen. Daher muss sie Frust in allen Situationen lernen. Es kommt auch immer drauf an: wenn ich mich mit ihr irgendwo hinsetze ist es ganz o.k.. Wenn ich stehe und für sie "auf dem Sprung" bin, fällt es ihr schwerer. Wenn ich mit 10 Hunden zusammen losgehen will zum spaziern gehen (selten aber ist vorgekommen) dann ist sie sehr aufgeregt und wenn sie nicht mit darf auch frustriert. Nun neigt ein Entlebucher ohnehin zum "reden" und daher ist es bei ihr auch normal, dass sie auch vor Freude und wenn wie ganz alleine in Ruhe gehen mal anfängt zu quaken.

    Als ich mit ihr mal zur Ausstellung war und 100te Hunde um uns herum waren hat sie z.B. keinen Mucks gemacht, obwohl wir das nicht oft machen. Gestern bei der Spielstunde in der Hundeschule hat sie die ganze Nachbarschaft zusammen geschrien, weil sie die anderen Hunde mal in Ruhe spielen lassen sollte.

    @Nightscaler: gewisse Dinge breche ich auch rigoros ab und habe das auch mit Trainerin geübt. Das klappt natürlich und ich verwende es immer wieder mal wenn es nötig ist.

  • Zitat

    Wie hast Du denn das "ruhige Bleiben" geübt?
    Hast Du ihr denn "gezeigt", welches Verhalten Du Dir von ihr wünscht?

    Also sie kennt natürlich den Befehl "bleib" (sei es im Sitzen, Liegen oder Stehen). Ich sage ihr also einmal klar wo und wie ich sie haben möchte. Wenn sie den Befehl bricht, wird sie ohne Wort am Geschirr geschnappt und genau dort wo sie vorher war wieder positionert. Das kann recht ermüdend sein und geht ins Kreuz ;) Und man muss sich selbst den Mund verbieten, um nicht doch "Nein" oder ein wiederholtes "Bleib" zu sagen.

    Sehr gut funktioniert aber auch, wenn ich mich neben oder hinter ihr in die Hocke setze und sie sobald sie aufspringen will in eine ihrer Flanken kneife. Diese Methode ist sehr wirksam :gut: und meine weiß sofort, dass es besser ist sitzen zu bleiben. Geräusche macht sie trotzdem mal mehr mal weniger. Sobald sie ca. 1min still ist (kommt auf den Trainingszustand an) darf sie dann auch mal laufen. Dann das gleiche wieder von vorn. Es wird langsam aber sicher besser!!!

    Der tolle Nebeneffekt dabei ist, dass sie immer nur mit Rückversicherung losläuft und sich anderen Hunden langsam nähert!

  • Dann arbeitest du ja schon genauso wie wir - auch meiner geht aus Frust auf andere Hunde los und unsicher ist er auch - und Schäfis neigen genauso zum Sabbeln ;)
    Zum Rest hast ne PN

  • :D

    Es läuft! Mein Training zahlt sich aus. Mittlerweile muss ich sie nicht mehr ständig zurück auf ihren Platz bringen, sie bleibt von sich aus. Heute konnte ich losrennen, auf und ab springen, im Kreis hopsen, Stöckchen werfen und singen, meine Wutz blieb liegen und hat kein einziges Geräusch von sich gegeben! Ach wie schön, wenn Training sich auszahlt.

    Mal sehen wie es die kommende Woche läuft und ob ich heute nur einen Zufallstreffer hatte oder sie so langsam aber sicher merkt, das ruhig bleiben und Geduld haben gar nicht so schlimm ist :gut:

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