Schlecht Sozialisierter Angsthase wird langsam zum Aggrohund

  • Hallo !
    Ich habe einen Welpen in der Tagesbetreuung der jetzt 14 Wochen alt ist. Ich sitte ihn seit rund 3 Wochen und er war anfangs extrem ängstlich bei anderen Hunden (ausgenommen meiner Hündin) sprich:
    Er ist mit Katzenbuckel und schuppen, knurrend und bellend in die andere Richtung gerannt, sobald er einen anderen Hund gesehen hat.

    Ich geh jedes mal mit ihm und Nele auf die Hundewiese und schmeiss ihn einfach in jedes Rudel rein, dass ich finde, was auch gut geholfen hat. Die Angst ist weg aber Interesse an Hunden ist immer noch keins da.

    Langsam kommt das Testosteron in ihm hoch und er fängt an Hündinnen zu besteigen und kleinere Hunde zu mobben, wenn er Kontakt sucht. Meine Hündin wird langsam heiss und da sie sich nicht von ihm besteigen lässt wird er richtig aggressiv und springt ihr knurrend ins Gesicht, was natürlich alles direkt und konsepuent bestraft bzw. unterbunden wird, durch "Bisse" meinerseits.
    Vom gehorsam her ist er ansonsten ein Traum.

    Hoffe ich hab keine Infos vergessen und bräuchte dringend euren Rat !

  • Sorry du schmeißt einen unsicheren Hund mit 14 Wochen in jedes Rudel rein, obwohl er gar kein großes Interesse hat. Du verdirbst aktiv seine Sozialisierung und wunderst Dich dann über sein Verhalten. Mit 14 Wochen ist er noch ein Welpe und da ist nix mit sexuellem Interesse .... er mag wild sein aber aggressiv ist ein Welpe in dem Alter bestimmt noch nicht.

    Wie sehen denn die Bisse Deinerseits aus? Ich rate Dir dringend an Dich mit aktueller Literatur zu Hunden zu beschäfigen, auch damit Du den Knirbs der Dir anvertraut wurde nicht verdirbst.

    Betreibst du die Tagesbetreuung professionell?

  • Hallo!

    Zitat

    Ich geh jedes mal mit ihm und Nele auf die Hundewiese und schmeiss ihn einfach in jedes Rudel rein, dass ich finde, was auch gut geholfen hat. Die Angst ist weg aber Interesse an Hunden ist immer noch keins da.

    :???:
    Ich frage mich grad, ob ich dies wörtlich nehmen soll.
    Also, nicht dieses "schmeißen", wohl aber, daß er einfach so zu jedem Hund gepackt wird, und dann selbst sehen soll, wie er damit klar kommt.

    Zitat

    Langsam kommt das Testosteron in ihm hoch und er fängt an Hündinnen zu besteigen und kleinere Hunde zu mobben, wenn er Kontakt sucht.

    8O
    Ähm, das aufreiten kann streßbedingt sein.
    Er weiß nicht, was er tun soll, ist überfordert, sucht sich ein Ventil, wo er sich abreagieren kann, und springt als "Alternative" bei den Hunden hinten drauf.

    Zum Mobben: Wenn er nicht schon vorher gelernt hat, was "richtig" ist, und wie er bei einer Horde Hunde umgehen soll, ist klar, daß ihm Alternativen fehlen.
    Wer weiß?
    Vielleicht kennt er nur Mobben als "Spiel", weil er vorher selbst immer als "Punchingball" mißbraucht wurde?

    Zitat


    ... was natürlich alles direkt und konsepuent bestraft bzw. unterbunden wird, durch "Bisse" meinerseits.

    :schockiert:
    Nee, ne?

    Warum hilfst Du ihm nicht mehr?
    Warum zeigst Du ihm nicht, was er statt dessen machen darf.
    Vor allen, wenn dies hier tatsächlich zutrifft?

    Zitat

    Vom gehorsam her ist er ansonsten ein Traum.


    Warum er jetzt aggressiv wird?
    Die einzige Erklärung, die mir dabei einfällt:
    Er hatte nie Hilfe bekommen, als er sie nötig gehabt hatte.
    Er mußte sich selbst helfen.
    Alternativen kennt er nicht, er weiß nicht, was er darf.
    Also, reagiert er nun, was sich für ihn bisher als "erfolgsversprechend" erwiesen hat.


    Gruß
    SheltiePower

  • Du verwechselst die Reihenfolge !
    Erst war er unsicher und "schmeissen" ist wohl übertrieben ! :) Ich und meine Hündin sind zu dem Rudel mit Menschen hingegangen und haben gezeigt, dass die anderen Hunde überhaupt nicht schlimm sind. Dabei haben wir kaum einen Hund oder eine spielende Gruppe ausgelassen. Er hat schnell gemerkt dass die anderen Hunde keine Gefahr darstellen und hatte ab da an kein Interesse. Er legt sich einfach irgendwo hin und wartet bis wir weitergehen. Und nein es ist ein dominant bis aggressives Verhalten, dass er an den Tag legt und kein wildes Spielen !
    Meine Bisse sehen einen kleinen kurzen Schubs mit der Hand an der Seite vor !
    Nein ich betreibe die Tagesbetreuung nicht professionell.

  • Ähm,
    Du schreibst selbst, daß der Hund 14 Wochen alt ist!


    Eine Frage von meiner Seite!
    Glaubst Du wirklich, daß das zutrifft?

    Zitat

    Und nein es ist ein dominant bis aggressives Verhalten, dass er an den Tag legt und kein wildes Spielen !
    .


    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, daß ein "Baby" dominant und aggressiv ist :ka:
    Ich glaube tatsächlich, daß er mit irgendetwas überfordert ist, und er nur versucht, sich irgendwie selbst zu "helfen", bzw. zu "beschützen".


    Gruß
    SheltiePower

  • Wenn er schutzt sucht kommt er für gewöhnlich zu mir :/ also noch mal der Ablauf:

    Angst
    keine Angst dafür kein Interesse

    seit Montag:
    versucht kleine Hunde einzuschüchtern (er geht zu ihnen gezielt hin und bellt sie mit verzogener Schnauze an und knurrt sie an während sie sich Schutz bei Herrchen/Frauchen suchen)
    und genau das gleiche mit Hündinnen sucht sie sich gezielt aus, geht hin, versucht sie zu decken, wenn sie das nicht zulassen gibt es Ärger von ihm und er attackiert sie, was ich dann halt mit "Aus" und nen Schubs("Biss") in die Seite sanktionier

  • Pan zog mit 16 Wochen hier ein und eine seiner ersten Handlungen war rammeln. Und nein...ich denke nicht, dass sowas in diesem Alter bereits sexuell motiviert ist. Auch an Dominanzgehabe glaube ich nicht in dem Alter, nicht wenn es um Kontakt mit adulten Hunden geht..
    Wenn hier ein Hund rammelt, wird das von mir abgebrochen. Fertig! Aber ohne 'Bisse' o.ä. von meiner Seite aus.
    Ebenso breche ich mobben ab.

    Laß ihn doch kein Interesse haben. Passt doch :nixweiss:


    Btw. wäre das mein Welpe, wärst du den Hund als Sitterhund los und zwar sofort!

  • Rammeln und Mobben breche ich ja sofort ab, aber er wiederholt es ja trotzdem immer wieder und ich weiss nicht woher dieses Verhalten rührt !
    Die "Bisse" waren ein Hinweis/Bitte von den Haltern.

    Es handelt sich übrigens um einen Labrador-Spitz-Mix

  • Zitat

    Rammeln und Mobben breche ich ja sofort ab, aber er wiederholt es ja trotzdem immer wieder und ich weiss nicht woher dieses Verhalten rührt !

    Ich bleibe dabei.
    Dieser Hund hat Streß.
    Irgendetwas behagt ihn da nicht.
    Er versucht nur, seinen Streß abzubauen.


    Was wäre denn, wenn Du ihn nicht in einem "Rudel" schickst.
    Laß ihn doch mal außen vor.
    Laß ihn das Ganze doch aus der sichere Entfernund anschauen.
    Wie benimmt er sich dann?


    So lange die "furchterregende Situation" für den Hund immer noch gegeben ist, wird er sicherlich immer wieder mit dem Mobben und Rammeln weiter machen.
    Andere Alternativen, wie zum Beispiel aus der Gruppe rausgehen, scheint er wohl nicht zu kennen.


    Gruß
    SheltiePower

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