Kreuzbandriss/Bänderdehnung-Erfahrungen?!

  • Hallo allerseits :)

    Beim Spaziergang gestern trafen wir einen kleinen drolligen Labradorwelpen mit dem Finn ausgelassen spielte. Irgendwie hat Finn es geschafft sich das Bein dabei zu vertreten. Es schien so mittelmäßig weh zu tun, aber Finn ist auch ziemlich tough was Schmerzen angeht (er rennt öfters mal mit voller Wucht irgendwo gegen, weil er mit den Gedanken ganz woanders ist...). Er humpelte den Weg nach hause, setzte das Bein nicht mehr auf, aber die Beweglichkeit war in allen Richtungen ok und ich konnte auch nicht so recht erkennen, wo der Schmerz eigentlich herrührt.

    Nun ja, heute morgen war es nicht besser, er setzte den Hinterlauf immer noch nicht auf und in der Nacht jammerte er auch gelgentlich. Also ab zum TA. Finn bekam Schmerzmittel, es wurde Blut für ein Blutbild abgenommen, das Knie wurde abgetastet und die TA ging direkt von einem Kreuzbandriss aus, mit sehr viel Glück ist es "nur" eine starke Überdehnung. Die TA meinte, dass man das nur bei einer OP genau sagen kann. Stimmt das so? Ich habe inzwischen von einigen Tests gelesen wie bspw. dem Schubladentest, der doch auch ohne OP gemacht werden kann?!

    Die TA sagte, dass wir bis Mittwoch warten und wenn sich keine Besserung eigestellt hat, operieren. Reicht eine Woche um bei einer evtl. Bänderdehnung eine Besserung erwarten zu können? Muss das so schnell operiert werden?

    Die TA bereitete mich außerdem auf Kosten von 1800-2500EUR vor. Ist das normal oder eher überteuert? Ich möchte nicht an der Operation sparen, aber es kommt mir doch etwas viel vor.

    Die nächsten Tage soll Finn sich natürlich schonen. Es wurde Leinenpflicht verordnet, nur das Problem ist, dass er an der Leine zerrt und dann auf Schmerzmitteln beide Hinterläufe benutzt um voran zu kommen (vor allem eben wenn er mal muss) und frei hüpft er ganz gut auf 3 Beinen durch die Gegend - ist es dann nicht besser ihn frei laufen zu lassen um die Belastung zu vermeiden? Die Treppen trage ich ihn jetzt natürlich hoch und runter...
    Ansonsten kriegt er ab morgen Schmerzmittel in Tablettenform, ist aber sonst das gleiche Sonnenscheinchen wie immer und vergisst eben oft, dass sein Bein eigentlich weh tut.

    Ich würde mich freuen, wenn ihr mir von euren Erfahrungen berichtet, denn ich weiß überhaupt nicht wie ich damit umgehen soll. Ich hole nächste Woche noch eine zweite TA Meinung ein, aber eigentlich ist auf das Forum ja auch immer Verlass.

    Bis dahin vielen Dank und viele Grüße
    Szandorina und Finn

    PS: Finn ist ein 14Monate alter Australian Shepherd, mit seinen 63cm ziemlich groß, dafür mit 23,8kg eher ein Leichtgewicht. Schmerzen bzw. Probleme mit den Beinen hatte er schon während des Wachstums.

  • Es gibt unterschiedliche OP-Methoden.
    Allerdings scheint mir der Preis doch sehr hoch zu sein.

    Hier siehst Du die Methoden:
    http://www.felix-und-perry.de/html/kreuzbandriss.html

    Wo kommst Du denn her?

    So eine OP sollte ein Spezialist machen, der damit schon Routine hat.

    Den Schubladentest kann man ohne OP machen, bei manchen Hunden allerdings nicht ohne Sedierung, weil sie sich dagegen stemmen.

    Ich würde die Schmerzmittel so runter reduzieren, dass er sich selbst schont, denn wenn er das Bein mit Schmerzmittel ständig überlastet wäre es auch nicht klug.

    Ist das Knie denn geschwollen oder heiß?
    Was sagt das Blutbild?

  • Hallo und danke für die Antworten!

    Ich habe einen Termin bei einer anderen TK am Dienstag ausgemacht. Die machen TPLOs wöchentlich und sind auch auf darauf spezialisiert. Am Telefon wurde mir gesagt, dass die OP etwa 800-1500EUR kostet, je nach Größe des Hundes. Zudem wird dann noch versucht den Schubladentest zu machen (sie meinte, man muss den Hund dafür hinlegen, das hat die TA gestern nicht mal versucht), denn ich hoffe ja immer noch, dass die Bänder nur sehr gedehnt oder angerissen sind.

    Finn gehts ansonsten gut. Er liegt zwar viel rum, aber er vergisst immer noch, dass er verletzt ist, wenn er sich freut. Er belastet das Bein auch mehr, deshalb ist es vielleicht gar nicht schlecht, wenn ich ihm die Schmerztabletten in einem größeren Abstand gebe.

    Ich halte euch auf dem Laufenden.

    PS: Ich komme aus Lüneburg, aber fahre Dienstag zu einer Klinik nach Hamburg.

  • Ich glaube auch, dass man ein Kreuzband nicht unbedingt operieren muss?
    Also ich selber hatte einen Kreuzbandriss und die Hündin meiner Tante auch. Ich wurde operiert (hätte aber nicht gemusst) und die Hündin nicht. Denke aber mal, das hat viel damit zu tun wie alt der Hund ist und ob er sehr viel rumrennt/springt. Bei deinem Hund würd ichs operieren lassen wenns denn ein Riss ist. Andererseits lässt sich das Kreuzband aber auch durch eine gute Muskulatur einigermaßen ersetzen. Ich weiß aber nicht genau wie das beim Hund ist.

  • Finn ist ein sehr agiler Hund, er rennt gerne und springt viel. Ich fürchte, dass es schon besser wäre seine Bänder zu operieren, da er ja Halt im Knie braucht... Ich habe mit ihm ja auch noch viel vor! (weite Wandereungen usw. wenn er ausgewachsen ist...hoffentlich ist er nach einer OP wie neu :,( )

  • Soweit ich weiß, ist ein Kreuzbandriss beim Hund nicht mit dem beim Mensch zu vergleichen. Kaputt ist beim Hund kaputt, da geht nix mehr zu reparieren.
    Bei der TPLO wird mit einer runden Säge der Knochen der Tibea durchtrennt und so gedreht, dass ein anderer Winkel entsteht. Somit wird das Kreuzband nicht mehr benötigt. Der durchtrennte Knochen wird mit einer Platte wieder verschraubt und muss dann wie ein normaler Knochenbruch wieder zusammenwachsen.
    Bei uns war's erfolgreich, zurückgeblieben ist nur ein sexy O-Bein, wo vorher keins war :D

    Viele meinen aber, dass die TTA OP-Methode besser sei.

    Eine Raffung der Bänder soll nur Sinn machen, wenn der Hund ziemlich klein ist. Also bei meinem 20kg Hund stand eine Raffung nie zur Diskussion.
    Kreuzband nicht zu operieren, bedeutet für den Hund aber ziemliche Schmerzen. Meine konnte nachts vor Schmerzen nicht mehr schlafen. Und es können sich zeitnah Arthrosen bilden.

    Alles Gute dem Finn

  • Aaaaalso:

    Ich bin am Dienstag zur Tierklinik in HH-Wandsbek gefahren. Die TA hat sich 1,5h Zeit für uns genommen, der Hammer! Finn wurde auf Herz und Nieren untersucht, letztendlich fühlte er sich auch ganz wohl auf dem Behandlungstisch und wollte gar nicht mehr aufstehen, weil er von jeder Seite gestreichelt wurde :D
    Sie legten ihn in eine kurze Narkose und machten den Schubladentest. Leider war das Knie vollkommen locker und die Diagnose damit klar. Die TA meinte, dass ein MRT bei solchen Verletzungen nichts bringt, weil die Aufnahmen zu ungenau sind und man einen Kreuzbandriss einfach am besten mit dem Schubladentest feststellen kann. Alles andere verursacht unnötige Kosten.
    Auf HD wurde er ebenfalls geröngt. Es ist nicht mehr ganz HD A, aber er wird keine Probleme damit haben. Ein Grund zur Freude :headbash:
    Ich sprach die TA auf die unterschiedlichen Methoden an. TPLO und TTA weisen gleich gut Ergebnisse auf und in so einer Tierklinik muss man sich irgendwann für eine Methode entscheiden. TTA dauert bei der Heilung länger und hat ein erhöhtes Arthroserisiko, deshalb ist bei so einem jungen Hund TPLO auch besser. Anders als bei TTA wird Finn sein Bein in den nächsten Tagen auch wieder von selbst belasten und verhindert somit einen allzu großen Muskelschwund.
    Auch das andere Bein wurde unter die Lupe genommen. Die Kniescheibe ist etwas locker, das kann sich auch noch geben, aber am Freitag vor dem OP Termin sagte der behandelnde TA, dass mit 60% Wahrscheinlichtkeit auch das andere Bein betroffen ist. Also kann ich anfangen für den Ernstfall zu sparen, aber ich fands gut, dass mir das gesagt wurde. Es muss ja nicht passieren.
    Ja, dann gestern: Finn wurde etwas über 1,5h operiert, ziemlich lange für so einen kleinen Hund. Danach war er auch vollkommen im Eimer, ich machte mir schon Sorgen, aber am Abend fing er wieder an herum zu laufen. Mit Schmerzen und Gejammer, aber er freute sich trotzdem über alles und jeden und hatte ganz gute Laune, er ist eben ein Sonnenscheinchen :D
    Er bekommt Schmerzmittel und Antibiotika für die nächsten 3 Wochen. Der TA in Wandsbek fragte wo ich zur Nachsorge gehen will, da ich ja aus LG komme. Ich erzählte von meinem Pech mit Tierärzten und er empfahl mir seinen langjährigen Freund, rief nach der OP auch direkt dort an, erklärte ihm die Situation und sagte ihm, dass ich nächste Woche zur Wundkontrolle komme. Einfach gut.
    Die Kosten für die OP beliefen sich auf 1350EUR mit allem drum und dran. Ich muss nur noch die Nachsorge und evtl noch ein paar Medikamente bezahlen. Alles in allem bin ich mit zwei Voruntersuchungen mit 1650EUR dabei. Trotzdem weniger als die veranschlagten 1800-2500EUR, wo allerdings auch ein völlig unsinniges MRT dabei sein sollte...

    Nun muss ich mir wirklich überlegen wie ich Finn die nächsten 6 Wochen beschäftigen will. Er ist ein ausgelasteter Hund, kann auch ruhig da liegen, aber ohne Bewegung wirds wirklich schwierig. Er läuft doch so gerne. Ich muss mir ein paar Denkspielchen für die langweilige Heilungsphase ausdenken. Wer Vorschläge und Ideen hat: her damit!
    Leine ist die nächsten 6 Wochen Pflicht, Treppen runtertragen ebenso. Es kann nämlich passieren, dass alles kaputt geht, wenn er losprescht oder sich auf der Treppe vertritt... Was sein muss, muss eben sein.

    So, bis auf weiteres...

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!