Artikel "Hier bin ich Hund, hier darf ich's sein"

  • Reine Provokation, unzulässige Verallgemeinerung, unbequeme Wahrheit, oder von allem etwas?

    Zitat

    Ob wir das nun zugeben oder vehement bestreiten, dort wo der (Jagd)hund nicht in erster Linie gehalten wird, um seine eigentliche Funktion zu erfüllen, - und bitte keine Ausreden, denn das kann man ihm auch als Laie in beträchtlichem Maße ermöglichen - ist die ihm zugedachte Rolle eher eine Mischung aus idealisiertem Kind- und Partnerersatz.
    Warum zum Beispiel nimmt ein Mensch beachtlichen Mehraufwand bei der Reinigung seiner Wohnstätte auf sich, nur damit der Hund unbehelligt auf allen Sesseln, Teppichen und im Bett liegen kann? Wer will diese Gleichberechtigung, der Hund oder sein Halter?


    Quelle: http://www.sabinemiddelhaufeshundundnatur.net/verhaltensfor/…in_ich_hund.htm

    Mich würde interessieren, was ihr nicht nur zu dem Zitat, sondern zu dem gesamten verlinkten Artikel meint. Fühlt sich jemand erwischt, oder beleidigt, oder geht der Schuss weit daneben? Freue mich auf eine rege, aber sachliche Diskussion.

  • Puuhh.. Was ein Text..
    Insgesamt finde ich ihn recht reißerisch und mit alten "Parolen" gespickt.
    Andererseits regt er auch mich zum nachdenken an.
    Ich bin aber der Meinung das der Hund gerne bei seinerm Menschen ist und das genießt. Lieber als den ganzen Tag. außer zum arbeiten, fern von ihm zu sein.
    Der Artikel ist auch sehr von Vorurteilen gespickt, nach dem Motto tust du dies nicht passiert das. So kann man es einfach nicht verallgemeinern.

    Meine Hunde dürfen aufs Sofa und ja sie dürfen Aufmerksamkeit einfordern. Trotzdem haben wir kein Bindungsproblem.

    Klar gibt es diese extreme die den Dackel zu hause haben. Ihn zutexten, alles durch gehen lassen usw. Aber Hey wenn Dackel Waldi dann Probleme macht verdiene ich damit mein Geld.
    Auch muss ein Jadhund nicht notwenidger weise jagen gehen im Sinne von Tierbeute machen. Ich denke und meine Erfahrungen zeigen es mir das sie auch gut mit Beutespielen auszulasten sind.

  • Die Wahrheit liegt für mich irgendwo dazwischen. Ich sehe das nicht so rigide und würde mich eher an der Individualität der Rassen und der einzelnen Hunde orientieren.
    Wichtig finde ich in der Mensch- Hund- Beziehung eigentlich nur, dass ich die Bedürfnisse meines Hundes erkenne und respektiere und versuche im Sinne des Hundes zu handeln. Daher ist es mir wichtig die Verhaltensweisen und Körpersprache des Hundes, vor allem meines Hundes zu kennen.
    Ich persönlich brauche den Hund nicht, um meine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und sehe es durchaus kritisch, dass es immer mehr Menschen zu geben scheint, die ihre eigenen emotionalen Defizite durch die Anschaffung eines Hunde zu kompensieren versuchen.
    Ich denke aber auch, dass es viele Hunde gibt, die die menschliche Nähe suchen und brauchen, den Menschen als "Partner" ansehen und ich finde es auch nicht verwerflich, wenn ich als Mensch den Hund als Partner sehe, wenn auch nicht als gleichwertigen. Hauptsache ich verliere mich nicht in der Vermenschlichung.
    Vermenschlichung sehe ich bis zu einem gewissen Grad auch positiv. Ich bin der Meinung, dass der Hund ähnliche Gefühle hat wie der Mensch, wenn auch nicht in der Intensität oder nach der menschl. Definition, und solange mir Niemand das Gegenteil beweist, bleibe ich dabei! ;)

  • Hallo :)

    Anfangs fand ich die Idee von einer "mental-emotionalen Distanz" ganz ansprechend, aber dann wird der Text für mich ziemlich unerträglich... Die aufgeworfenen Fragen sind nicht schlecht, aber die prompt folgenden vermeintlichen Antworten scheinen mir nicht durchdacht, unwissenschaftlich und oberflächlich.

    Wieso sollte ein Hund in Feld und Wald gehören? Hunde sind erst Hunde geworden, weil sie sich gemeinsam mit Menschen entwickelt haben, in engem Zusammenleben. Hunde gehören also viel mehr in die Wohnung, sogar mehr aufs Sofa und ins Bett als in Feld und Wald, wenn man es so sehen will.

    Das geht mir alles zu sehr in die "Hunde sind kleine Wölfe"-Richtung und die mag ich genauso wenig wie die "Hunde sind haarige Menschen"-Idee. Hunde sind Hunde und das vermutlich seit 100.000 Jahren... in etwa, seit wir "Menschen" sind. Ich wohn auch nicht auf nem Baum, weil meine Vorfahren Affen waren... Ich mag Bananen, aber doch nicht dauernd!

    Und Hundepäpste sind Hundepäpste und ihre Natur ist es, Thesen zu predigen und Jünger um sich zu scharren. Fragen stellen finde ich gut, aber die Antworten so "dominant" gleich dazu zu liefern, finde ich unsympathisch.

    Ja, es ist spannend, sich mit der Frage auseinanderzusetzen: "Was bedeutet mein Hund für mich?" und auch: "Was ist eigentlich hundegerecht?" und "Wie ist die Mensch-Hund-Beziehung heutzutage aus Sicht des Hundes?" und so weiter...

    Das sind aber Fragen, auf die es keine schnellen, perfekten und immer stimmigen Antworten gibt und deshalb mag ich den Text nicht. Hier werden diese ungelösten Fragen nur benutzt um Thesen zu propagieren, die mit den ursprünglichen Fragen wenig bis nichts zu tun haben.

    Lieben Gruß

    Kirsten

  • Den Grundgedanken des Artikels finde ich interessant, die Umsetzung geht für mich schon recht schwarzmalerisch in die Richtung der Vermenschlichung bei allen Hundehaltern, dieses über-einen-Kamm-scheren finde ich falsch. Mein Hund soll keine emotionalen oder sozialenn Lücken füllen, sondern mein Leben bereichern. Ja, er darf auf der Couch und im Bett liegen, für uns beide ist es nicht unangenehm. Die emotionale Distanz zwischen Mensch und Hund würde ich eher "unterschiedliche emotionale Bindung" nennen (was im Übrigen auch für die emotionale Bindung zu verschiedenen Menschen gilt - ich liebe meine Eltern, meinen Mann und meinen Hund - eben nur alle anders). Ich rede auch mit meinem Hund, aber das scheint ihn nicht weiter zu beeinflussen, wenn es um Erziehung und Gehorsam geht, bin ich doch recht schweigsam :D und allgemein ist in meinen Augen ein Umdenken am Werke, mehr über Körpersprache zu arbeiten. "Love me, love my dog" finde ich in einem gewissen Rahmenn durchaus ok bis wichtig. Niemand soll sich von meinem Hund belästigt fühlen, aber mich auch nicht wegen meinem Hund ablehnen. Er gehört nunmal zu mir, genau wie mein Mann, der ist aber auch nicht beim Mädelsabend dabei ;) .
    Es wird immer Hunde als Kinderersatz geben, aber überspitzt gesagt, würde ich mich heute fast fragen, ob der Mensch sich nicht zu sehr "verhundlicht" durch Körpersignale, Barfen, Kontaktliegen, usw ;) (nicht falsch verstehen, ich mach das auch alles)

  • Hey Najira!
    Danke für diese Thread-Eröffnung. Könnte spannend werden.

    Nun ist der Text ja recht gemünzt auf "Jagdhunde"...sollen wir nicht Jagdhunde-Besitzer auch mitquatschen? Ich mache das einfach mal....

    Erstmal meine frische Meinung zu dem Text:

    Ich erkenne mich in vielen Aussagen der Autorin wieder!
    JA! Ich betexte meinen Hund, JA! sie ist ein Kuschelopfer, sie muss(te) überall mit hin...ich habe sogar extra einen Fahrradanhänger für Hunde gekauft, damit ich weiterhin mit Oma Fahrrad fahren kann...sie hat einen eigenen Sessel, sie darf betteln, sie lernt Kunststücke und spielt Intelligenzspiele...sie machte Agility, Laien-Disc-Dog.....JA! Oma ist eine Weggefährtin für mich, aber kein Kinderersatz...

    Ich bin genau das "Monster", dass die Autorin in ihrem Pamphlet beschreibt.

    Ich frage mich nur: JA UND?!?!?!

    Das Herrliche beim Hund ist ja, das keiner von uns wirklich weiß was gut für den Hund ist...wir reden es uns natürlich ein und es gibt richtige Hundexperten...aber validieren kann man das ganze nicht....selbst die hohen Gelehrten widersprechen sich in Studien und Veranstaltungen...

    Aber was wollte die Autorin mir jetzt sagen?

    Ich liebe meinen Hund.....und ob mein Hund mich liebt oder mir nur folgt, weil ich ihm Futter, Wasser und einen warmen Platz zum Schlafen gebe....das ist mir ehrlich gesagt egal...erfahren werden wir das eh nie....

    Und ob ich meinem Hund schade? NEIN, definitives NEIN. Da kann sonst wer kommen und mir das einreden wollen. Jill und ich sind perfekt aneinander adaptiert. Ich konditionierte sie und sie konditionierte mich.

    Das einzige was mir wirklich wichtig war: Jill musste von Anfang an wissen, dass ich Chef bin und das ich klare Regeln vorgebe, weil ich denke, dass es meiner Oma gut tat und auch noch gut tut.

    LG

  • Interessante Meinungen hier...

    Ich sehe es auch so, dass die Kernaussage viel Wahres hat, dass mehr emotionale Distanz so manchem Hund eine bessere Lebensqualität verschaffen würde. Das Überschütten des Hundes mit Liebesbezeugungen, die ewige Knuddelei, ist nicht unbedingt das, was dieser schätzt. Er hat dank seiner Anpassungsfähigkeit gelernt, sie zu ertragen, hat gelernt, dass es Frauchen Freude macht, dass er damit punkten kann.

    Zitat


    Wieso sollte ein Hund in Feld und Wald gehören? Hunde sind erst Hunde geworden, weil sie sich gemeinsam mit Menschen entwickelt haben, in engem Zusammenleben. Hunde gehören also viel mehr in die Wohnung, sogar mehr aufs Sofa und ins Bett als in Feld und Wald, wenn man es so sehen will.


    DA finde ich allerdings, dass die Autorin Recht hat. Der Hund hat Bedürfnisse, die bei urbanen Aktivitäten nicht gedeckt werden. Fast jeder Hund wird einen möglichst leinenlosen Spaziergang in Feld und Wald einem Nachmittag in der Wohnung von Freunden zu Besuch, oder beim Shopping vorziehen. Die gemeinsame Entwicklung von Mensch und Hund hat auch nicht in der Wohnung, und schon gar nicht auf Bett und Sofa stattgefunden - das sind recht junge Errungenschaften des Hundes. Es wird ja aber auch gar nichts gegen die Wohnungshaltung gesagt, bloss gegen das überallhin mitschleppen. Das ist wirklich sehr oft nicht hundegerecht.

    Zitat


    Ja, es ist spannend, sich mit der Frage auseinanderzusetzen: "Was bedeutet mein Hund für mich?" und auch: "Was ist eigentlich hundegerecht?" und "Wie ist die Mensch-Hund-Beziehung heutzutage aus Sicht des Hundes?" und so weiter...

    Das sind aber Fragen, auf die es keine schnellen, perfekten und immer stimmigen Antworten gibt und deshalb mag ich den Text nicht. Hier werden diese ungelösten Fragen nur benutzt um Thesen zu propagieren, die mit den ursprünglichen Fragen wenig bis nichts zu tun haben.


    Ich finde auch, dass zuviel pauschalisiert wird, es kommt zu schwarz-weiss rüber. Aber die Frage muss erlaubt sein, ob man dem Hund einen Gefallen tut, wenn man ihn über den Menschen erhebt. Wenn man seine Bedürfnisse durch eine idealisierte Brille betrachtet, oder gar völlig verkennt. Das mag vielleicht weniger auf die engagierten DF-HH zutreffen, aber selbst hier finden sich immer wieder entsprechende Postings. Schockierte Reaktionen auf völlig natürliche Verhaltensweisen und Bedürfnisse des Hundes. Hunde sind anpassungsfähig, ja. Damit ändern sich aber nicht zwangsläufig ihre Bedürfnisse und Anlagen. Und unsere Moralvorstellungen werden sie nie übernehmen.

  • ich pick mir mal ein paar Aussagen raus:

    Zitat

    Etwas überspitzt könnte man in manchen Fällen sagen: Menschen haben keine Hunde, sie sind ihre Hunde. Macht jemand eine negative Bemerkung gegenüber dem Vierbeiner, so fühlt sich der Mensch in seiner Seele verletzt. Ist das für Mensch und Hund gesund? Die Antwort liegt wohl auf der Hand respektive Pfote.

    Ersetze "Hund" durch Kind/Partner/Freund/ und es trifft genau das selbe zu - wir SIND nicht unser Kind, aber wenn jemand was schlechtes über das Kind sagt, werden wir empfindlich reagieren. Was daran ungesund sein soll, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Ich fände es ehr ungesund, wenn man da emotional unberührt bliebe! Was dann die Kursiv geschriebenen "Antworten" mit der oben zitierten aussage zu tun haben, erschließt sich mir nicht. Ich finde nicht, dass Hunde auf Großveranstaltung gehören, und natürlich ist es dem Hund jacke wie Hose, ob das Halsband rot oder blau wäre, er würde lieber Geschirr tragen :hust:

    Zitat

    Warum zum Beispiel nimmt ein Mensch beachtlichen Mehraufwand bei der Reinigung seiner Wohnstätte auf sich, nur damit der Hund unbehelligt auf allen Sesseln, Teppichen und im Bett liegen kann? Wer will diese Gleichberechtigung, der Hund oder sein Halter?


    Was hat Reinigungsaufwand mit Gleichberechtigung zu tun? Oder andere Frage: was hat "darf mit aufs Sofa" mit Gleichberechtigung zu tun? Kann ich nicht nachvollziehen. Die Frage ist wahrscheinlich ehr: was ist leichter: Staubsauger schwingen, oder dem Hund konsequenz zu vermitteln, dass er nicht aufs Sofa/Bett soll??


    Zitat

    Der Hund natürlich! Denn aus seiner Sicht gewinnt er ohne eigene Bemühung, ohne irgendeine Fähigkeit unter Beweis stellen zu müssen, an Status wenn er die diversen "Lager" seines Menschen mit benutzen darf.

    Gääääääääääääääääääääääääääähn.... Wer empfiehlt der Autorin aktuelle Literatur bezüglich Statusgedönsel? Das scheint sie dringend zu brauchen, davon folgt ja gleich noch mehr von...


    Zitat

    ....denn ihn durch übermäßiges Verhätscheln in Angst- oder sonstigen Stresssituationen in seiner Angst letztlich noch zu bestätigen ist sicher kontraproduktiv.....


    Und weitere Beweise, dass die Frau voll auf dem neusten Stand der Wissenschaft war, als Trumler noch lebte, circa.


    Zitat

    ...wir nehmen erhebliche Mühen in Kauf, weil wir den Hund ständig um uns haben wollen, denn seine Präsenz bedeutet uns Sicherheit, Trost, Gesellschaft...


    Öh, ja. Deshalb habe ich einen Hund. Wenn ich das alles nicht wollte, was sie unter einem Hund versteht, hätte ich einen Fisch.


    Zitat

    Der permanent präsente Hund wird fast zwangsläufig Opfer einer weiteren Fehleinschätzungen seine Intelligenz und seine Bedürfnisse betreffend.

    Der Satz trifft auch zu, wenn man "permanent präsent" streicht. Vielleicht gerade dann. Ob der Hund Fehleinschätzungen zum Opfer fällt hängt davon ab, wieviel Ahung der Halter hat, nicht davon, ob der Hund mit aufs Sofa darf, erstmal zur Tür rennt, oder als erstes Fressen darf, oder ob Frau Middelhauve denkt, dass er die Rudelführung an sich gerissen hat.


    Zitat

    Wo der Jäger pfeift oder dem Gehilfen ein klares Kommando zuruft, wird der Hund im Haus mehr und mehr "zugetextet", wie das auf Neuhochdeutsch heisst.


    Ich glaube, dem Hund ist es insgesamt lieber, zugetextet zu werden, als die in großen Teilen der Jägerschaft angewendeten Trainingsmethoden zu ertragen. Aber so wie sies schreibt klingts ja so viel romantischer...


    Zitat

    Hunde untereinander verständigen sich (so gut sie es mit Schlappohren, langen Lefzen, Bart und Brauen etc. noch können) durch Mimik und "Gesten" im Sinne von Körperhaltung und -bewegung. Dauerbeschallung gehört definitiv nicht zu ihrer bevorzugten Art der Kommunikation.
    Zweifel? Versuchen Sie mal für 3-4 Tage Ihrem Hund ausschliesslich kurze, klare, sinnvolle Anweisungen zu geben, sobald diese erforderlich sind, und ihn mit einem ebenso kurzen, ehrlichen "Brav" für die Befolgung zu loben. Ansonsten herrscht Funkstille.

    Wie war das mit der Fehleinschätzung? Unterschätzen trifft es ehr...
    Die Hunde lesen und interpretieren unsere Körpersprache sowieso (meistens richtig), ob wir nun dazu *texten* oder nicht. Klar ist "eindeutig" einfacher für den Hund. Aber was das nun wieder mit Gleichberechtigung zu tun hat, weiß ich nicht. Ehr im Gegenteil, oder? Wir machen unser Ding, und erwarten, dass der Hund es schon irgendwie versteht ("Der weiß genau, was Sitz heißt, der sture Köter!!!"), nachdem er das Wort drei mal gehört hat, bevor er stand, rannte und sich hinlegte, und wenn der Hund dann Fehler macht, geben wir ihm die Schuld. Ein echtes Zeichen von Gleichberechtigung!!!


    Und dann hatte ich ehrlich gesagt, keine Lust mehr, weiter zu lesen. Denn Gleichberechtigung erwächst nicht aus Ignoranz der Bedürnisse des Lebewesens Hund... Da kommt exakt das Gegenteil bei raus.

  • Zitat

    Das Überschütten des Hundes mit Liebesbezeugungen, die ewige Knuddelei, ist nicht unbedingt das, was dieser schätzt. Er hat dank seiner Anpassungsfähigkeit gelernt, sie zu ertragen, hat gelernt, dass es Frauchen Freude macht, dass er damit punkten kann.

    Das ist halt eine These von dir...aber ob das wirklich stimmt?!

    Ich zweifle das an....es gibt Hunde, die richtige Schmusebären sind...und das nicht nur, weil sie gelernt haben es zu ertragen.....
    Jill gehört zu den Hunden, die eher auf dieses "Kontaktliegen" stehen...ich zwinge ihr daher keine Kuscheleien auf...
    Hunde sind Individuen.

    Darum geht es doch in einer guten HH-Hund-Beziehung! Zu Erkennen was der Hund mag und was nicht unter Berücksichtigung von Regeln und Konsequenz.

  • naja,

    manchmal bekomme ich erheblich mehraufwand bei der reinigung, weil ich eben meinen hund, hund sein lasse. weil ich ihr erlaube sich in sand und grass zu wälzen, wenn sie sich beim spaziergang vor freude hinschmeisst oder wenn sie wieder diesen komischen baumpilz findet mit dem sie sich unbedingt damit pärfümieren muss, der nach feuchtem keller stinkt. Da wünsche ich mir machmal wirklich zwingerhaltung zurück ;)

    der text spricht vieles an, jedoch empfinde ich mehr hinwendung zu der frage nach den bedürfnissen des hundes erstmal positiv. es gibt einige extreme, die mich schaudern lassen, z.B. hab ich mal einen chi mit ohrstecker gesehen, wo ich schon überlegte, wie ich den tierschutz informieren kann. aber generell hab ich das gefühl unsere hunde profitieren größtenteils davon. in ländlicheren gebieten (nicht unbedingt deutschland), kommt erst langsam der gedanke durch, der hund brauche auch mal auslauf. ehemalige kettenhunde sehe ich momentan spazierengeführt und zwar an schleppleinen. in deutschland gibt es diese entwicklungen schon länger, aus diesem grund vergessen wir gern, wie das leben als "Nutztier" für den hund damals ausgesehen hat. Da idealisiert der autor mir zu sehr, mein hund jagd lieber seine ersatzbeute und verfolgt spuren, seiens die meinen, als an der kette zu hängen oder im zwinger zu sitzen bis zur nächsten jagd.

    ich nehme viel zusätzliche arbeit auf mich um meinem hund zu ermöglichen möglichst artgerecht gehalten zu werden. spuren zu legen durchs gebüsch geht auf den rücken, trotzdem versuche ich damit den speziellen bedürfnissen des jagens nachzukommen. klar würde sie lieber tiere töten, ich aber nicht, wir arrangieren uns ich erlaube ihr fliegen zu jagen :) und denke mir schon, dass die tote ratte im garten auf ihr konto geht. die wildschwiene und rehe jage ich - mit der kamera, da muss sie durch.

    Zutexten tue ich mein menschliches gegenüber, welches mich beim spazierengehen begleitet, wenn ich alleine gehe bin ich bis auf minimum schweigsam. aber der hund wird schon zuhause mit ganzen sätzen bedacht- er sucht sich die schlüsselwörter und kommt dem nach was ich will - so intelligent ist der schon :hust:

    ich glaube jeder erkennt sich dem einen oder anderen beispiel, mal mehr mal weniger, wieder, aber dennoch denke ich die hunde sind nicht soo schlecht dran, besonders auf dem sofa. da muss ich den hund immer wieder runterverweisen, der schleicht sich immer in meiner abwesenheit darauf - warscheinlich weil ich es unterbewusst signalisiere, dass ich möchte, dass er dort ist. :D

    doch ich hinterfrage schon, wann und wie ich den hund vermenschliche-versuche seine körpersprache zu beobachten zB mag mein hund eben kein umarmen oder das streicheln an sich - dafür hinter den ohren oder am rücken und bauch kraulen. das kann man sehr gut erkennen - wird er eben nicht gestreichelt.

    lg annia

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