Der VDH und die Qualzuchten

  • Zitat

    Also die Gesundheit kann, wenn sie nicht offensichtlich beeinträchtigt ist, gar nicht auf einer Ausstellung kontrolliert werden. Wie das eben genannte Beispiel der Hd. Das sieht man dem Hund ja nicht zwangsläufig an. Da gibts auch noch ganz viel mehr Beispiele.

    Ein paar Meter laufen können sollte ein Hund allerdings schon. Das Gangbild wird ja im Ring auch bewertet. Da ist dann der Richter gefragt, diesen Hund rauszuschicken.

    ...vom Handy getippt

    Ok. Dann werden auf Ausstellungen demnach auch keine Papiere diesbezüglich geprüft, das dachte ich nämlich immer. Denn, ob HD/ED vorliegt das wird ja untersucht, und ich dachte dass es für sowas vielleicht Zertifikate gibt die man vorlegen muss oder so.

    Aber für bestimmte Rassen ist dann doch das Ausstellungswesen eher Fluch als Segen, oder?

    Und für Leute, die sich gerne einen Welpen holen wollen als Info-Quelle auch nicht unbedingt erste Wahl, meiner Meinung nach.

    wollyfrauchen: demnach hatten wir beide den selben Denkfehler, bin ich wenigstens nicht alleine

    @ flying paws: der Dummbrot-Otto-Normal-Stammtisch-Ersthundehalter denkt aber genau das. Siehe ich selbst.

  • Zitat

    ...und da man ja auch das Wesen auf Ausstellungen nur bedingt beurteilen kann, gibt es bei einigen Zuchtvereinen da nochmal Extra-Tests.

    Hier kannst du mal nachlesen, was für einen langen Weg etwa ein junger Hovawart gehen muß, um in einem dem VDH angeschlossenen Verein zuchttauglich geschrieben zu werden - das geht über Jahre:

    http://www.hovawart-info.de/zuchttauglichkeitspruefung.htm

    Vielen Dank für diesem Link !!!!

  • Zitat

    Ich glaube, ich lasse mir "Dummbrot" schnell patentieren und gebe das dann speziell für Foren frei...dann werde ich reich :lachtot:

    Genau.

    Wobei - "Stammtisch-Dummbrot" käme fast noch besser. :lol:

    Das sollte jetzt so ein Begriff sein wie "Vermehrer", nicht zwangsweise böse aber eben auch nicht der hellste und auf jeden Fall ahnungslos.

  • Zitat

    Hä? Die Ausstellungen werden doch ausgerichtet um zu ermitteln, welcher Hund wie sehr dem Standard/Schönheitsideal entspricht. Das ist doch primär keine Verkaufsveranstaltung...

    Deswegen schrieb ich ja bei Denkfehlern bitte korrigieren.

    Mein bisheriges Denken belief sich darauf, dass ich auf einer Ausstellungen sowohl die Züchter, als auch meine Rasse begutachten kann, mich informieren usw.

    Susanne und Xena

  • Susanne,

    alle Hunde, die Du auf Ausstellungen siehst, kommen dem Standard nahe, bzw. liegen im Standard.

    Der Standard beschreibt mit wenigen Worten das Wesen, beschreibt dann das Exterieur vom Kopf über den Rumpf bis zur Rute. Bei manchen Rassen wird noch ein typisches Gangbild erwähnt, beim Neufundländer z. B. das "Rollen" des Bauches :D

    Der Standard beschreibt den perfekten Hund. Der Hund, der diesem Standard(bild) am nächsten kommt, erhält die beste Formwertnote. Den Standardhund wird es nicht geben, wie auch. Zu viele Faktoren spielen da mit.

    Und leider eben auch der Geschmack der Züchter, der Käufer, der Richter.

    All das liegt im Standard. Du wirst daher keinen Mops mit Schäferschnauze sehen, denn so ist er nun mal im Standard nicht beschrieben.

    Im Standard wird auch nicht auf die Gefahren einer verkürzten Nase hingewiesen, sondern nur auf gravierende Fehler im Exterieur.

    An den gesundheitlichen Problemen ist keine Beschreibung des Phänotyps und nichts anderes ist der Standard, verantwortlich, sondern der Mensch, der nach seinem Schönheitsideal züchtet. Manchmal eben auf Deibel komm raus.

    Meiner Meinung nach, kann nur ein TschG, das dezidiert aufzeigt was unter Qualzucht zu verstehen ist, diese übertypisierten Zuchten verhindern.

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Zitat

    Ok. Dann werden auf Ausstellungen demnach auch keine Papiere diesbezüglich geprüft, das dachte ich nämlich immer. Denn, ob HD/ED vorliegt das wird ja untersucht, und ich dachte dass es für sowas vielleicht Zertifikate gibt die man vorlegen muss oder so.

    Aber für bestimmte Rassen ist dann doch das Ausstellungswesen eher Fluch als Segen, oder?

    Und für Leute, die sich gerne einen Welpen holen wollen als Info-Quelle auch nicht unbedingt erste Wahl, meiner Meinung nach.


    Nein, eine Ahnentafel muß nur vorgelegt werden, wenn der begründete Verdacht besteht, der Hund im Ring ist nicht der Hund, der gemeldet wurde. Dann wird die Chipnummer oder Tatowierungsnr. des Hundes mit der der Ahnentafel verglichen.

    Die gesundheitlichen Untersuchungsergebnisse müssen nur den jeweiligen Zuchtbuchstellen vorgelegt werden. Zusammen mit den Ergebnissen der Zuchttauglichkeits- und Wesensprüfung wird dann eine Zuchtzulassung erteilt oder nicht.

    Aber wie gesagt, Zucht und Schau sind zwei paar Stiefel.

    Das Ausstellungen nicht erste Wahl sein sollten, kann ich so pauschal nicht sagen.

    Es gibt Welpeninteressenten schon einen gewissen Blick auf den Hund. Dazu kann man Züchter und Aussteller befragen.

    Man sollte sich aber immer vor Augen halten, man bekommt nicht den Hund, den man auf einer Ausstellung sieht.

    1. sind ausstellungshunde in der Regel sehr gut erzogenen Hunde, speziell die großen Rassen, sonst wären sie in dem Gedränge nicht händelbar.

    2. sind die Hunde meist außerordentlich bis zu "überpflegt" hergerichtet.

    3. Du wirst z. B. kaum einen sabbernden Neufundländer sehen, aber jeder Aussteller hat ein Handtuch in der Hand :???: Zu Hause fliegen die Fäden dann bis an die Decke...

    Man kann durchaus etwas über die Hunde, diese eine spezielle Rasse erfahren, erleben kann man sie aber besser bei den Treffen der einzelnen Landes - oder Ortsgruppen. Gäste, die sich für den eigenen Hund, die eigene Hunderasse interessieren, sind in der Regel gern gesehen.

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Meine liebe Gaby - ich umarm Dich einfach mal virtuell und sage danke, das wußte ich wirklich nicht, ich habe mir zwar immer mal vorgenommen auf eine Ausstellung zu gehen, aber getan habe ich es doch nicht :headbash:

    Was den Begriff Qualzuchten betrifft - der muss m.M. nach wirklich mal genau definiert werden, es muss ein Möglichkeit geben, diese so weit wie möglich zu unterbinden und nicht auch noch Interessenten für diese zu werben.

    Aber da sind Leute gefragt, die was vom Fach verstehen und sich damit auskennen.

    Ich beurteile ein Situation aus dem Augenblick heraus, inwieweit da noch mehr dran hängt, weiß ich ja nicht, aber ich finde es eben schade, dass viele Tiere unter diesem sog. Standart zu leiden haben.

    Ich habe immer gern die Zeitschrift mein Hund oder Partner Hund gelesen, das war für mich informativ und ich hatte auch Züchterangebote mit drin, von daher hat mir das Netz nicht gefehlt. Ich habe alles, was ich wissen wollte drin gehabt und mehr brauchte ich nicht.

    Aber nun bin ich ja im Netz, im DF und lerne jeden Tag auf´s Neue - hat doch auch was :D

    Susanne und Xena

  • Bzgl. Standard und dessen Auslegung auf den Ausstellungen:
    Das heißt also z.B. beim Mops, die Länge der Nase ist nicht festgeschrieben sondern da steht wie in einem vorherigen Post gelesen dann "ziemlich kurz". Und dieses "ziemlich" lässt sich natürlich nicht in cm festmachen. Und wenn der Trend rein optisch derzeit zu sehr kurz geht, weil die Leuten das extreme Kautschgesicht mit den Kulleraugen so niedlich finden und sich das gut verkauft, dann gefällt auch das auf den Ausstellungen obwohl es nicht gesund und der Hund nicht frei atmend ist.

    Richtig?

  • Habe mal ne Frage: Wenn jemand seinen Hund ausstellen lässt und eine recht gute, bis sehr gute Bewertung bekommt, dann auch noch zuchttauglich geschrieben ist (was ja keinen sonderlichen Aufwand darstellt), dann steigt doch die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund als Zuchttier gefragter ist?
    Ausstellungen sind für manche Aussteller also eine Art Braut/ Bräutigamshow?

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