Aus Eins mach Zwei! - Grundvorraussetzungen?

  • Ach, wir hatten die Ersthündin auch erst 5 Monate, als vor 3 Wochen Paco dazu kam. Beide kannten noch weniger als ein Welpe vom Züchter, Paco war nicht stubenrein, Tassia hört(e) zwar, aber nicht 100%ig. Dennoch läuft es hier bisher sehr gut. Tassia blüht mit Paco auf, Paco orientiert sich an Tassia und an mir, ist super gelehrig und beide hören zusammen viel viel besser als zu der Zeit, als Tassia noch alleine war.


    -Der Zeitaufwand: Paco musste nach 4 Tagen mit Tassia 5-6 Stunden alleine bleiben und es klappt bisher...toi,toi,toi. Tassia war bereits stubenrein, bei Paco hat es 2 Wochen gedauert und v.a. nachts war es mühsam. Letzte Wochen hatten dann beide parallel Durchfall und die Kotzerei, da auf dem Feld wohl gedüngt wurde und sie das Gras fraßen. 3 Nächte war ich nur mit Putzen beschäftigt und mein Mann war mit ihnen ständig draußen...tja, Hundekranktage gibts leider nicht. Wir haben bei der Auswahl von Paco darauf geachtet, dass beide ähnlich groß und belastbar sind. Paco ist zwar fideler, aber bzgl. Gassi gehen haben sie ähnliche Ansprüche. Getrennt laufen wir nie, da der jeweils andere sofort parat steht und mit will. Allerdings dauern die Spaziergänge länger. Was vorher 1 Stunde gedauert hat, dauert nun 1,5h...man muss ja viel mehr schnuppern. Insgesamt gehen wir 4-5 Stunden spazieren, da selbst das Pipi machen am späten Abend länger dauert. Zuhause pennen sie den ganzen Tag, daher ist diese Belastung = 0. Ob wir mit einem oder zwei Hunden in die HuSchu gehen ist egal, kommt zeitlich ja aufs Gleiche raus.

    -Die Größe der Wohnung/des Hauses: Wir haben 220qm² und beide halten sich zu 80% auf 80qm² auf, wobei sie da wirklich nur schlafen, fressen, kuscheln. Sie wollen weder auf die Terrasse, noch auf den Balkon oder in den Garten...anscheinend waren sie lange genug in ihrem Leben draußen.

    -Was die Zukunft möglicherweise bringt (Umzug, neuer Job - weniger Zeit?, Familienzuwachs...): Wir haben Eigentum und werden erstmal nicht umziehen und wenn, dann wird es ebenfalls hundegerecht. Was den Job angeht, so sind wir ganz gut organisiert, allerdings mussten wir bei einem Hund immer alles alleine regeln und bei zweien ist es nicht anders. Wenn Kinder kommen, gehe ich eben mit Kinder und Hunden raus. Ich bändige jeden Tag mehrere hundert Jugendliche, da werde ich es daheim auch schaffen...allerdings ist bei uns z.B. klar, dass keiner von uns beiden zu Hause bleiben wird.

    Das Finanzielle (doppelte Steuern, doppelte Futter- und TA-Kosten, Ungeplantes wie plötzlich auftretende Krankheiten oder die bisherige Krankengeschichte des Ersthundes)?: Steuer Ersthund = 100 Euro, Steuer Zweithund = 200 Euro. Haftpflicht für beide = 130 Euro. Futter + Kausnacks = 150 Euro/ Monat...Paco frisst wie blöd, Orijen ist nicht billig und Kausnacks...die werden hier inhaliert. Aus 2 Geschirren (60 Euro) werden gleich 4 (120 Euro), aus einer Leine und Box werden zwei. Aus 3 Körbchen werden 6. Die HuSchu muss für beide bezahlt werden. Ich habe für beide eine Krankenversicherung = 82 Euro/Monat + 50 Euro/Monat auf ein Sparkonto - ist mir wohler bei. Momentan gäbe es finanziell keine Probleme, aber wenn beide angefahren werden würden und ich 6000 Euro oder mehr locker machen müsste, wäre es zwar kein Weltuntergang, aber trotzdem blöd.
    Das Finanzielle war für mich ein wichtiges Kriterium, da unsere Ersthündin krankheitsbedingt viel Geld verschlugen hat. Wenn ich ein Tier oder Kind bekomme, will ich mir über die Kosten keine Gedanken machen müssen. Ich schränke mich bereits zeitlich und persönlich ein, da will ich nicht noch überlegen müssen, ob für mich eine Reise in die USA drin ist oder ob der Hund diese oder jene TA-Untersuchung bekommt oder nicht.

    Alles in allem, würde ich zu 90% immer wieder einen zweiten Hund dazu nehmen, v.a. wenn ich sehe, wie meine Hündin mit Paco aufblüht und beide friedlich zusammen im Körbchen liegen. Die anderen Zeit verfluche ich sie, weil sie sich beide im Dreck wälzen, mir die Bude vollkotzen, andere Hunde angrummeln oder in der HuSchu zusammen irgendeinen Blödsinn veranstalten.

  • Zitat

    Alles in allem, würde ich zu 90% immer wieder einen zweiten Hund dazu nehmen, v.a. wenn ich sehe, wie meine Hündin mit Paco aufblüht und beide friedlich zusammen im Körbchen liegen. Die anderen Zeit verfluche ich sie, weil sie sich beide im Dreck wälzen, mir die Bude vollkotzen, andere Hunde angrummeln oder in der HuSchu zusammen irgendeinen Blödsinn veranstalten.

    Aber das mach ich ja auch schon mit einem einzelnen Hund durch :headbash: Und ob mir dann ein Hund nach einem ordentlichen Matschspaziergang die Bude dreckig macht, oder zwei... Putzen müsste ich ohnehin :D

    Das alles klingt wirklich sehr ermutigend und schürt das Feuer in mir. Wenn nicht das nächste Hindernis Rest der Familie dazwischen stehen würde, würde ich mir direkt einen Zweiten in die Familie holen :tropf:

  • Ich muss dazu sagen, dass sich der Dreck mit dem 2. Hund hier vervielfacht hat. Ich bin nur am Putzen und Saugen...schwarze Haare machen sich auf hellen Fließen und Bucheparkett auch gaaaanz toll.

    Du schreibst auch, dass deine Hündin zurückhaltend ist. Meine auch und durch Paco wurde sie wirklich selbstbewusster. Bei allen anderen Hunden, die wir uns angeschaut hatten, zeigte sie null Interesse oder hatte Angst, große Angst. Paco und Tassia mögen sich richtig, die Chemie hat von Anfang an gestimmt und Tassia guckt sich von Paco ab, wie man z.B. Kindern oder anderen Hunden begegnet, ohne sich gleich vergraben zu müssen.

  • Also vielleicht war "zurückhaltend" das falsche Wort oder ich muss das einmal genauer beschreiben. Kida will zu jedem Hund, den sie sieht. Bevor wir mit dem Training zu dem Thema begonnen haben, begann sie richtig an der Leine zu ziehen und zu zerren, immer Richtung Hund. Egal ob groß oder klein, ob ruhig oder Kläffer.
    Wenn sie frei läuft und uns ein anderer Hund begegnet, läuft das so ab, dass sie ihn sieht, aufmerksam beobachtet und dann auf ihn zuschleicht. Ich sage dann immer, sie verhält sich wie ein BorderCollie, der ein Schaf fixiert:

    Kopf/Hals bilden eine Linie mit dem Rücken, Ohren nach vorn aufgerichtet, leicht geduckt, schleichender Gang, Rute herabhängend - Ihre Augen seh ich zwar nicht, weil sie ja dann immer von mir weggeht, auf den Hund zu, aber ich denke mir, dass der Hund angeschaut wird. Zwischendurch wird sich dann abgelegt und gewartet, bis ich dann wieder mit ihr auf einer Höhe oder unmittelbar hinter ihr bin, dann schleicht sie weiter.

    Kommt der Hund dann näher, beginnt die hängende Rute leicht zu wedeln und wird dann, je näher der Hund kommt, zwischen die Beine gezogen, Ohren nach hinten, den Blick ab und an abgewendet. Aber geschnuppert wird dennoch und oft danach auch gleich gespielt - wenn der andere Hund denn mal kein Senior ist :headbash:. Ganz selten seh ich dann auch mal, wie Kida mit aufgerichteter, wedelnder Rute auf einen anderen Hund zugeht, das sind meist kleine Terrier.

    Also ich könnt mir nicht vorstellen, dass sie mit einem anderen Hund gestresst ist. Wie gesagt; Hunde, die sie kennt, werden freudig begrüßt. Da gibts keine Probleme. Es gibt auch keinen Hund, den sie nicht mag.

  • Bei uns ist es definitiv das Zeitmanagement, aber das bessert sich mit jeder Woche die der Welpe älter wird und besser erzogen ist. Die Anfangszeit ist wahnsinnig anstrengend und geht auf Kosten aller. Nur zum Glück stehen alle hinter der Entscheidung Zweithund, sogar unsere Ersthündin, die schon ziemliche Muttergefühle ausgepackt hat und einem dadurch doch einiges einfacher macht. Aber ich freu mich jetzt schon auf die erste Nacht dich ich nicht mehrmals schlaftrunken mit Welpe auf den Arm in den Garten stolpere, weil er muss..

    Der Rest ist bei uns nun weniger ein Thema, finanzielle - wäre das ein Thema gewesen, dann hätten wir keinen zweite Hund, sonderlich hätte das Geld lieber in unsere Ersthündin investiert. Hundesteuer wurde bei uns (vielen Dank) schon für den Ersthund teurer.. Statt 35 € nun 50 €, der Zweithund 150 €.. Also 200 € nur Steuern, dann die Haftpflicht noch für beide Hunde. Aber das sind feste Größen, die man vorher weiß. Auch die tierärztliche Erstversorgung eines Welpens (Impfen etc) kann man gut abschätzen. Platz ist kein Thema, haben Haus, zwei Autos in die auch problemlos zwei Hunde passen

  • 35 Euro für den Ersthund? Insgesamt 200Euro für Beide? :schockiert: Bei mir wären das dann pro Hund 192Euro, also 384Euro für beide im Jahr und 32Euro im Monat :(. Nagut, dass das von Stadt zu Stadt unterschiedlich ist, wusste ich, aber so... krass? Da wählt man seinen Wohnort wohl am Besten danach aus :headbash:.

    Ich stelle mir gerade eine grobe Liste mit all den Fixkosten auf.

    Futter für zwei Hunde
    Steuern für zwei Hunde
    Versicherung für zwei Hunde
    Impfungen, Entwurmungen, Zecken-Floh-Schutz
    Spielereien wie Spielzeug, Leinen, Halsbänder/Geschirr
    ...

    Hab ich was Elementares vergessen? Das kommt mir so wenig vor.

  • zu allen genannten Überlegungen kam bei mir noch dazu wo ich den "Zweithund" unterbringen kann, wenn ich mal ein paar Tage weg muss, oder auch (z.B. im Sommer) die HUnde mal nicht ne Zeit lang im Auto bleiben können. War für mich ein sehr schwerwiegende Voraussetzung, für RaffiAffi hab ich die ein oder andere Anlaufstelle, 2 HUnde unterzubringen is dann schon ne andere NUmmer, und grad die Anfangszeit wollt ich sie auch nicht irgendwo rumschoggern.

    besten Gruß
    polli

  • Die Listenhundsteuer ist sowieso eine Unverschämtheit. Weiß die Summe nicht ganz genau, aber über 400Euro pro Hund im Jahr. Wofür? Dafür, dass die Leute mit ihren super-tollen und vor allem zumeist auch top erzogenen und sozialisierten "Kampfhunden" nur Ärger mit kleinen, verzogenen, aber ja total 'lieben' Kläffern haben? Über das Thema könnt ich mich ja auch STUNDEN aufregen, aber was solls - Zumal ich ja finde, dass die Steuern sowieso eine Frechheit sind.

    Stimmt, die Unterbringung. Also bisher war es bei mir noch nie nötig - auch in der Zeit ohne Hund - dass ich für länger weg war. Aber damals hat man darüber auch kaum nachgedacht :roll:. Und jetzt würde ich auch nirgends in den Urlaub fahren, wo der Hund nicht mitkann. Habe schon auf viele Veranstaltungen verzichtet, weil meine Kröte da nicht hätte hingekonnt. Entweder, weil Hunde nicht erwünscht waren oder es für sie zu viel Stress gewesen wäre. Aber bei uns ist eigentlich immer jemand da. Wenn nicht ich, dann mein Vater, seine Freundin oder nebenan meine Großeltern. Und wenn es hart auf hart kommt, lässt sich gewiss für beide (zusammen oder jeweils einzeln) jemanden finden.

  • Ich habe ja drei Hunde, die im Abstand von vier Jahren eingezogen sind, die ersten beiden als Welpe, der dritte war bereits 4 Jahre alt.

    Für mich steht an erster Stelle das Finanzielle. Bei den ersten beiden hat noch das Taschengeld ausgereicht, der dritte ist ne mittlere "Baustelle" und braucht spezielles Futter und ist öfter mal beim Tierarzt oder Physiotherapeuten. Ohne Vollzeitjob ginge das bei mir gar nicht.

    An zweiter Stelle sehe ich den Zeitaufwand in der ersten Zeit, wenn man sich z.B. einen Welpen holt. Ich hatte Glück und die erste konnte bis zum Alter von 5 Monaten betreut werden, bei der zweiten war ich über ein Jahr zu Hause. Meine sind klein gewesen, d.h. konnte oder sollte der Welpe nicht mehr laufen, wurde er eben getragen, ich habe den Welpen aber auch schon allein gelassen zu Hause und bin mit dem erwachsenen Hund gelaufen.

    Und nicht zu vergessen der Zeitaufwand bei der Hausarbeit, der durch Nr. 3 extrem angestiegen ist.

    Über das was die Zukunft bringt, denke ich im Bezug auf die Hunde nicht nach. Man hat mir schon vor 12 Jahren gesagt, dass ich mir mit dem Hund mein Leben und meine Zukunft verbaue. Das das nicht so ist, sehen diejenigen jetzt auch.

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