Wenn man auf taube Ohren stößt...!

  • Was gibt es zu sagen?
    Meine Schäferhündin ist jetzt sieben Monate alt und scheint in der Blüte ihrer Pubertät zu stecken. Was sonst immer prima klappte, wird jetzt jedes Mal dezent ignoriert. Ob es das Heranrufen ist - woraus sie dann ein lustiges Fangenspiel machen will. Oder ob es das Absitzen ist, wenn wir spazieren gehen.

    Eben waren wir zum Beispiel draußen, sie hat ihr Geschäft erledigt, ich habe mein Häufchentütchen rausgekramt und wollte, dass Madame absitzt, während ich ihre Hinterlassenschaften einsammel. Und was macht sie? Genau. Nichts!
    "Sitz!", sage ich und sie schaut mich an und findet dann doch wieder etwas anderes interessanter und schnuppert am Boden. "Sitz!", wiederhole ich deutlich und schonwieder: Keine Reaktion. Nagut. Es gibt eine Reaktion. Sie hört mich schließlich. Ignorieren und Weitermachen ist da die Reaktion :muede2:

    Meist stell ich mich dann direkt vor sie oder mich auf die Stelle, an der sie schnuppert, um sie davon abzuhalten und auf mich aufmerksam zu machen. Das klappt oft auch - heißt aber nicht, dass sie sich deswegen dann auch hinsetzt. Denn dann schaut sie mich an, aber weicht Stückchen um Stückchen zurück, setzt sich nicht. Aber man muss ja dranbleiben... dann nehm ich die Leine eben kürzer, sodass kaum noch was geht und DANN kann es passieren, dass sie sich setzt! :gott:

    Eine andere Situation ists dann, wenn andere Hunde in sichtweite sind. Sie DANN auf einen aufmerksam zu machen, ist nochmal eine Nummer schwieriger. Je nachdem, wie nah oder weit weg der Hund ist. Sind es noch einige Meter, reagiert sie nach dem zweiten oder dritten "Hier hin!", kommt und setzt sich neben mich, den Blick Richtung Hund. Wenn er näher kommt - und wenn ich es bis da geschafft habe, sie im Sitz zu behalten - springt sie natürlich auf und will hin. Da bringt dann auch kein Reden und Anstuppsen mehr... Sie will und will und will hin! :datz:

    Mich gibt es in solchen Situationen garnicht mehr, wobei es dann in anderen wieder prima klappt. Auf dem Spaziergang, zwischendurch, lasse ich sie ja auch immer mal wieder absitzen, lobe sie und dann gehts auch wieder weiter. DASS es funktioniert, weiß ich, aber wie ich dann die Kontrolle behalte... ist mir ein Rätsel.
    (Erschwerend kommen dann noch die Hundbesitzer dazu, die ihren Hund natürlich zum eigenen lassen, OBWOHL man da gerade einen Erziehungsversuch startet :-x )

    Ich weiß, dass es anderen Hundebesitzern auch so geht - und das mag jetzt böse klingen, aber es macht mich irgendwie glücklich! - und ich hoffe, dass mir hier irgendjemand einen oder vielleicht mehrere gute Tipps geben könnte!

  • Versuche doch mal anstatt sie weiter zu bedrängen und immer weiter auf sie zu gehst, die Distanz zu vergrößern. Mach einfach nen Schritt zurück, im wahrsten Sinne des Wortes, so kann dein Hund wieder entspannen.

    du nimmst die Spannung raus, der Hund kann durchatmen , dann kannst du sie mit nem Schnalzen aufmerksam machen und dein Kommando geben.

    Das Schnuppern am Boden kann beschwichtigend gemeint sein und verdeutlicht den Stress des Hundes. Vermeide einfach zuviel Druck aufzubauen und den Hund unter Stress zu setzen.

  • Das Absitzen bei Hundebegnungen find ich eher ungünstig, ist aber Geschmachssache. Soll sie keinen Kontakt haben, gehe unbeeindruckt weiter, will sie ziehen, versperre ihr den Weg. So vermeidest du das Anstauen von Spannung und das Aufspringen.

  • Das Absitzen habe ich mir eigentlich ausgesucht, damit sie MIR Aufmerksamkeit schenkt und nicht dem Hund. Je nachdem, wie die Situation es zulässt, gehe ich einfach weiter - soweit man das dann als "Gehen" beschreiben kann - oder möchte, dass sie sitzt. Wenn wir dann vorbeigehen, halte ich es auch so, dass ich zwischen ihr und dem Hund bin.

    Das Ziel ist wahrscheinlich klar: Sie soll möglichst ruhig und entspannd an anderen Hunden vorbeigehen. Sie können zwar bemerkt und angeschaut werden, sollen aber nicht zum Mittelpunkt werden. Ist es da ratsam, sie GAR NICHT mehr in Kontakt mit anderen Hunden kommen zu lassen, wenn sie an der Leine ist? Schließlich kommt sie ja zum Ziel, wenn ich sie lasse. (Außer natürlich, - und das jetzt mal rein hypothetisch - sie würde sitzenbleiben und ich lasse sie hin.)

  • Baldur macht das ja auch ganz gern. :D

    Allerdings schaut es für mich nicht so aus als hätte er da Stress oder würde beschwichtigen. Wenn er beschwichtigt legt er grundsätzlich die Ohren an. Aber in dem Moment hat er aufgestellte Ohre und schnuppert irgendwo rum, von wegen "Ui, was ist hier denn.". Erst wenn ich auf ihn zugehe legt er kurz die Ohren an, beschwichtig also, dann habe ich seine Aufmerksamkeit, locke ihn freudig und alles ist wieder prima.

    Das mit Hundebegegnungen ist bei uns ähnlich. Ich habe es auch erst mit Absitzen versucht, aber ruhig sitzen zu bleiben fällt ihm sichtlich schwer. Inzwischen versuchen wir im Fuß vorbei zu gehen und das klappt auch viel besser. Natürlich nur jenachdem wie die anderen Hunde bzw. Besitzer drauf sind.
    Kommt ein frei laufender Hund auf uns zugestürmt, hab ich keine Chance. Der wuselt so flink um mich heraum, dass er sich nur schwer blocken lässt, mal davon ab, dass die meisten Hunde hier davon total unbeeindruckt sind, und zusätzlich muss ich noch irgendwie Baldur halten, der in der Leine hängt. *seufz*

    Tjaja, wir haben mit den gleichen Problemen wie du zu kämpfen. :headbash:

  • Zitat

    Tjaja, wir haben mit den gleichen Problemen wie du zu kämpfen.

    Und DAS macht mich eben so unglaublich glücklich! Man ist nicht allein damit und jeder macht es durch...! Nicht nur ich hock also da im Regen und red auf den Hund ein, die Laune wird immer schlechter und man steht da, wie ein Trottel :gott:

  • Zitat

    Ist es da ratsam, sie GAR NICHT mehr in Kontakt mit anderen Hunden kommen zu lassen, wenn sie an der Leine ist? Schließlich kommt sie ja zum Ziel, wenn ich sie lasse.

    Im Prinzip ja, denn umso schneller wird sie generalisieren, dass Kontakt an der Leine Tabu ist. Eben wenn du ihr klar machst, dass an der Leine bei dir geblieben wird.

    Je öfter sie Erfolg mit Theater hat, umso öfter wird sie es wieder versuchen.

    Bandit fängt bei fremden oder gestressten Hunden sehr oft an zu schnuppern und markieren, ich lass ihn dann auch und zwing ihn nicht, neben mir her zu laufen, weil das auch die Spannung ( auch beim Gegenüber ) raus nimmt.

    Was du mit dem Absitzen lassen bezweckst, ist mir schon klar.

    Als Bandit noch jung war hab ich im Grunde seinen Gedanken zum anderen Hund hinzuwollen, bereits korrigiert mit " weiter" , hab eine Geste eingeführt, die das noch unterstrichen hat und das ging immer sehr gut.

  • Hallihallo,

    mein Schäfi ist jetzt 13 Monate alt und ich kenne das Problem mit Hundebegegnungen.Am Anfang habe ich ihn mal ran gelassen,mal nicht.
    Seit ca.4 Wochen darf er an der kurzen Leine gar nicht mehr ran und muss Fuß gehen.Klappt immer besser,wird kaum noch gezogen. An der Schlepp darf er,es sei denn ich sage "Fuß" und mache die Leine kurz.Absitzen ist nicht so meins,finde es besser zügig vorbei zu gehen.Ab und zu gibts mal ein enttäuschtes "Wuff",aber kaum noch.Als welpe hat er gerne andere angebellt,das hat zum Glück aufgehört.

    Ich denke du solltest dich für einen Weg entscheiden und ganz klar und eindeutig diesen gehen.So kapiert dein Hund die klaren Ansagen und nach einiger Zeit hört das bestimmt auf.

    Wir können ja eine Schäferhund in der Pubertät-Gruppe starten. :smile:

    LG

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!