Deinen Hund wegen finanziellem Engpass abgeben?

  • Hallo liebe Fories, ich hoffe ich lieg mit der Rubik richtig und Ihr könnt mir einen Rat geben!

    Meine Frage: "Würdest du deinen Hund wegen einem finanziellen Engpass abgeben?"

    Zur Zeit beschäftigt mich die Frage sehr und ich komm zu keiner brauchbaren Antwort. Meine Finanzlage sieht momentan sehr bescheiden aus. Ich bin in der Ausbildung zur SPA verdiene aber nichts. Ich bekomme nur BaföG Kindergeld und Halbwaisenrente. Leider sind die Ämter hier sehr sehr unmenschlich und lassen sich extrem lange Zeit um den BaföG-Antrag zu bearbeiten. Ich bekomme zwar Halbwaisenrente und Kindergeld, dies reicht aber gerade so zur Deckung der Miete, Strom, Internet/Telefon und Essen. Ich steh auch kurz davor das Geld vom Amt einzuklagen wenn es weiter so dauert. Ansonsten verliere ich noch meine Wohnung etc. Ich konnte die Kosten zur Zeit decken in dem ich mein Konto überzogen habe und meine Kreditkarte leer geräumt habe. Nun sagen viele ich soll ´n Nebenjob machen! Klar nix lieber als das, ABER dann meckert das Amt wieder und ich bekomme weniger Geld (gibt ne gewisse Grenze,wieviel ich dazu verdienen darf) mir wird ja eh unterstellt ich hätte nebenbei irgendwo ne Geldquelle aber wie kann ich die vom Gegenteil überzeugen??

    Ich weiß das dieser Zustand nur so lange ist bis der Antrag durch ist und ich zusätzlich die Nachzahlung bekomme ABER WANN???? Spätestens August/September, wäre ich eh fertig und würde in den Beruf einsteigen.
    Nun habe ich das große Problem das meine Susi dauernd zum Tierarzt muss. In den letzten 2 Monaten gingen für sie über 100€ beim Arzt drauf und ich ahne es kommt noch mehr. Sie hat Epilepsie, also muss sie "lebenslang" Tabletten bekommen. Nun steht bei TA noch eine Rechnung von ca 95€ offen. Im März hatte sie ne Infektion darunter litt die Leber das musste behandelt werden. Nun stand wieder ein Besuch an, da sie mit den Analdrüsen Probleme hat aber wie soll ich das nun noch bezahlen??? Ich kann mir im Endeffekt kein Geld mehr leihen, da meine Mutter mich nicht unterstützen möchte und meine Schwiegereltern haben mir schon zu oft Geld geliehen welches ich noch nicht mal zurückzahlen kann...es wäre mir auch zu peinlich zu fragen.

    Deswegen bohrt mich die Frage wie lange ich meine Süße überhaupt noch halten kann? Muss ich mich von ihr trennen nur weil mich die Ämter so hängen lassen? Ich selber brauche nicht viel und habe nicht wirklich hohe Ansprüche...ich würde alles tun: putzen, kellnern, aushelfen aber zur Zeit find ich wirklich NICHTS...ich weiß das diese Situation nicht für immer sein wird aber zur Zeit ist es mehr als knapp...

    Ich bin innerlich sehr zerstreut und weiß nicht wirklich wohin mit dem seelischen Ballast... :hilfe: :shyly:
    Wie denkt ihr darüber

    Liebe Grüße Eure Tanja mit Susi

  • Ich kann es durchaus verstehen wenn man in eine Lebenslage kommt, die mit langanhaltender finanzieller Not verbunden ist, dass man überlegt, seinen Hund abzugeben...
    Aber hey...du redest von August/September...das sind ein paar Monate...
    Halt den Tierarzt so lange hin...dein Hund wird bis dahin auch mit Aldifutter überleben...mach dir nicht so einen Stress!
    Ich kenne das selber...war lange Student mit zwei Hunden...da hat man auch kaum Geld...ich hatte teilweise drei, vier Minijobs nebeneinander um irgendwie über die Runden zu kommen!
    Das soll jetzt gar nicht abgedroschen klingen, ich kenne Arbeitslosigkeit, ich weiß wie die Beschäftigungssituation in Deutschland aussieht...aber nen kleinen Job, einen Minijob...den findet man doch überall?!

  • Hallo Tanja,

    ich kann dir nachempfinden, wie es dir geht. Bei uns reicht das Geld momentan auch nur gerade so. Prompt schubste meine Tochter die Katze vom Kratzbaum, komplizierter Bruch des Oberschenkels, musste operiert werden, 640 Euro...

    Wann hast du die Anträge denn gestellt? Denn es dauert so etwa 2 bis 3 Monate mit der Bearbeitung (wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen), alles andere ist meiner Meinung nach Beamtenwillkür, da kann ich verstehen, dass du klagen möchtest, das würde ich auch!

    Was ich nicht würde ist Susi abgeben. Bis September oder auch bis die Anträge durch sind, die Nachzahlung kommt, ist es ja eine absehbare Zeit, du weißt, dass es wieder besser wird. Und dann kannst du dir deinen Hund auch wieder leisten.

    Ich an deiner Stelle würde

    - beim Amt den Bearbeitungsstand deines Antrages erfragen und wann du ca. mit dem Bafög rechnen kannst
    - dem Tierarzt sagen, wie es gerade bei dir aussieht und ihn bitten, die Rechnung zu stunden, bis das Bafög kommt
    - beim Tierschutzverein nachfragen, ob die dir helfen können (unser TSV bekommt jede Menge Futterspenden von Fressnapf, wo das MHD abgelaufen ist oder so, deswegen ist das Futter ja nicht gleich schlecht und dieser TSV gibt dann auch mal etwas an Personen weiter, die finanziell in einer Notlage stecken). Könntest ja deine Mithilfe als Gegenleistung anbieten.

    Mehr fällt mir jetzt leider auch nicht ein, aber ich drücke dir und Susi ganz dolle die Daumen!

    Alles Liebe,
    Nancy

  • Entscheidend sollte nicht der momentane Engpass sein, sondern die langfristige Kalkulation.

    Wenn man jedoch so mittellos ist, das man eine Durststrecke nicht durchstehen kann, muss man sich wohl von dem Hund trennen.

  • Hallo Tanja,

    ich kann deine Situation gut nachempfinden. Man fühlt sich eh schon miserabel, kann sich nichts mehr leisten, nichts mit Freunden unternehmen und die Kosten steigen einem trotzdem über den Kopf!

    Aber da du ja ab Ende des Jahres eine Vollzeitstelle anfangen kannst, ist doch Licht am Ende des Tunnels!
    Ich würde an deiner Stelle, wirklich das schlechte Gewissen und auch den Stolz (bei mir hat es viel damit zu tun) beiseite schieben und mir von irgendwem noch Geld leihen!

    Bei mir ist es schon etwas her, aber ich habe dann eben mal beim Keller entrümpeln oder Umzug geholfen, war dann eigentlich die erste Ansprechpartnerin wenns um Hilfe ging, bei den Leuten, die mir Geld geliehen haben. Vor allem fühlte ich mich dadurch besser.
    Kennst du vielleicht eine ältere Dame der du mal im Haushalt helfen könntest??

    Mit Ämtern persönlich habe ich noch keine Erfahrungen gemacht, ich weiß nur, dass es bei meinem Bruder auch ziemlich lange gedauert hat. Und als das Geld dann kam, war die Freude riesengroß weils mal eben so viel auf einmal war :)

    Ich bin mir sicher, ihr packt das!

  • Mein Tipp:
    Mach ein Schreiben an das Krisenreaktionsmanagement ( Widerspruchstelle bringt nich viel ) fertig und schicke denen das per Einschreiben.
    Sollten nämlich aufgrund von Verzögerungen in der Bearbeitung durch das Amt finanzielle Zusatzkosten für dich entstehen ( Mahngebühren, Inkasso etc. ) muss das sogar vom Amt getragen werden.

    Zitat: " ... sind nach § 22 Abs. 1 SGB II zu übernehmen. Mahngebühren auch, soweit sie auf einer rechtswidrigen Zahlungsverweigerung / - verzögerung der ARGE beruhen. Zitat Ende

    Erst wenn darauf keine Antwort / Bearbeitung deiner Anträge erfolgt, dann kannst du Klage bei Sozialgericht einreichen.

  • Hi,
    ich habe Verständnis für deine Überlegungen!
    Mal abgesehen von dem Amt und dessen Zahlungsmoral... hast Du bei dir in der Nähe eine Tierschutzorganisation? Wenn ja wende Dich mit deinem Problem mal an die, die helfen dir bestimmt! Bei uns gibt es die Arche 90, die immer mit Futter und teilweise auch mit finanziellen Mittel helfen!
    Der Zeitraum ist ja überschaubar...

  • Hallo Beagle,

    Ich habe selbst jahrelang BaföG bekommen und kenne mich da ganz gut aus. Hast du in den letzten Jahren Anspruch auf Gelder gehabt?

    Mein ganz dringender Tipp: Geh zu deiner Sachbearbeiterin und lass dir einen so genannten Vorschuss geben. Den bekommst du ohne Probleme, wenn absehbar ist, dass du in Zukunft auch wieder Geld bewilligt bekommst. Es wird dann von deiner Nachzahlung abgezogen. Du erhältst den Betrag, den du momentan dringend benötigst in Bar und musst etwas unterschreiben. Ich habe das auch schon gemacht und viele meiner damaligen Kommilitonen auch. War gar kein Problem. ;)

    Ach und wegen Nebenjob...400€ Jobs sind gar kein Problem, das darfst du ohne weiteres machen, wenn du die zeit hast neben deiner Ausbildung. Lass dich im Amt nicht einschüchtern und besteh auf deine Rechte.

    Liebe Grüsse
    Holly

  • Zitat

    Geh zu deiner Sachbearbeiterin und lass dir einen so genannten Vorschuss geben. Den bekommst du ohne Probleme, wenn absehbar ist, dass du in Zukunft auch wieder Geld bewilligt bekommst.

    Oh...das mag vom Einzelfall, oder vom jeweiligen Sachbearbeiter abhängen...ich kenne einige Leute, die diesen Vorschuss gebraucht hätten, ihn beantragt haben und ihn NICHT bekommen haben...

  • Zitat

    Entscheidend sollte nicht der momentane Engpass sein, sondern die langfristige Kalkulation.

    Wenn man jedoch so mittellos ist, das man eine Durststrecke nicht durchstehen kann, muss man sich wohl von dem Hund trennen.

    Wenn man noch jung ist und sich noch kein dickes Polster für Durststrecken anlegen konnte, kann sowas schneller gehen als man denkt!

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