HILFE 2 1/2 Jahre alter spanischer Strassenköter!
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Guten Tag Liebe Hunde Freunde,
ich benötige ein paar Tipps und Hilfe. Nach fast 15 Jahren mit meinem Hund, ist er vor 9 Monaten verstorben und nun habe ich mich entschieden, mir einen neuen Gefährten zu holen.
Wie es nun mal so ist macht man sich ein wenig schlau und überlegt was der richtige Hund für einen wäre. Man hat sich für eine Rasse entschieden, Züchter abgecheckt, und ist kurz davor loszulegen. Naja wie das Schicksal nun mal ist, habe ich mich entschieden doch noch mal, nur aus anstand (vlt. finde ich einen jungen passenden Hund) ins Tierheim zu gehen.
Klar es wäre nicht anders zu erwarten gewesen, ich habe mich verliebt! Ein 2 ½ Jahre alter spanischer Strassenköter, keine Erziehung hyperaktiv und clever, ist die Folge!Und jetzt kommt ihr ins spiel. Nachdem ich ihn für ein Tag mit nach hause nehmen konnte, habe ich mich entschlossen ihm ein zuhause zu geben. Und jetzt benötige ich viele Tipps und Ideen um ihn zu erziehen.
Zum Hund: Es handelt sich um einen nicht kastrierten Rüden, um die 22 Kg, irgendwas Schäferhund, Laprador vlt. Pit Bul mix, der zum Glück keinerlei aggressives Verhalten gegenüber Menschen und anderen Tieren aufzeigt. Er ist äußerst aktiv und aufgeweckt, ich vermute nicht zu 100 % Stubenrein und er beherrscht so gut wie keine Kommandos. Am Probetag habe ich die Schleppleine vorgekramt um mal grob zu sehen, ob für mich eine Grunderziehung möglich ist. Erstaunlich war, dass Kommandos wie Hier und auch ab und zu Sitz schnell verstanden wurden.
Zu Mir: Ich bin selbst sportlich und kann dem Hund 3-4 Stunden Aufmerksamkeit pro Tag schenken. Er müsste aber auch mehrere Stunden am Tag alleine auskommen. Den Ersten Monat könnte ich mich ganz auf ihn konzentrieren, also so zu sagen eine Arbeits-Hundepause einlegen. Hunde Erfahrung, ist bei Hunden vom Welpenalter vorhanden, doch solch ein Fall ist gänzlich neu für mich.
Hoffnungen und Ziele: Bei der Erziehung ist es mir äußerst wichtig denn Hund so gut wie kaum mit Leckerli zu erziehen. Grundgehorsam; Sitz, Platz, Fuß etc. Sind mir sehr wichtig! (mir ist aber bewusst, dass dieser Weg lange dauert.) Ich hoffe denn Hund überall mit hinnehmen zu können, und ihn perfekt unter Kontrolle zu haben.
Nun seit Ihr gefragt: Wie würdet ihr vorgehen? Schleppleinentraining, wann und wie? Wie erkläre ich Platz etc. ?
Mit freundlichen Grüßen Mea Culpa
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
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Da bist du bei mir genau richtig; ich habe eine etwa 11jährige Straßenköterine aus Rumänien, die ich allerdings als Gassigängerin und ehrenamtliche Trainerin im Tierheim schon ein Jahr begleitet habe, bevor sie bei mir einzog.
Zuallererst habe ich mir alle Erwartungen abgeschminkt, denn meine Senta kannte und konnte NICHTS.
Komischerweise hat sie meine Erwartungen bei weitem überboten. Sie hat zuvor noch nie drinnen gelebt, war aber von ersten Tag an stubenrein, und sie lernt schnell, ist also auch ein Cleverle, so wie dein Neuzugang (wie heißt der Gute übrigens? Und kriegen wir Fotos?).Warum möchtest du mit wenig Leckerlis erziehen? Versteh mich nicht falsch, ich werde den Teufel tun, deinen Weg zu kritisieren, aber es würde mich interessieren. Ich habe bei all den Hunden mit Vergangenheit, die ich im Tierheim trainiert habe, gerade mit Leckerlis sehr gute Erfahrungen gemacht. Gut, ich arbeite auch viel mit Angsthunden, da bin ich über jedes Hilfsmittel froh.

Wenn der neue Mitbewohner einzieht, lass ihn erst einmal ankommen. In den ersten Wochen würde ich noch gar nicht viel machen bzgl. Erziehung; der Hund muss sich erst einmal in der neuen Umgebung einleben und zurechtfinden. Natürlich sollst du ihm die Hausregeln erklären, z.B. wo er liegen darf und wo nicht, welche Räume darf er betreten, woran wird (nicht) gekaut, wie sind die Fressregeln etc.
Wenn du glaubst, er könnte noch nicht ganz stubenrein sein, trainierst du das auch schon; geh wie bei einem Welpen vor, und wenn du feststellst, dass er das doch schon packt, kannst du einige Schritte überspringen.Ansonsten ist noch wichtig, dass du den Hund nicht bedrängst, sondern ihn zu dir kommen lässt. Senta hat in den ersten beiden Tagen die Küche kaum verlassen und meine Nähe überhaupt nicht gesucht, obwohl sie mich schon über ein Jahr lang kannte. Das war okay, und als sie dann kam, hat sie mir gezeigt, dass sie sich allmählich sicher fühlt in der Wohnung.
Schleppleine würde ich zunächst noch nicht verwenden, denn du kennst seine Reaktionen auf den Spaziergängen ja noch nicht: Wie reagiert er auf vorbeifahrende Autos und Räder? Wie reagiert er auf Menschen, Hunde, Wild? Die Schleppleine kannst du verwenden, wenn du ihn etwas besser einschätzen kannst. So würde ich es jedenfalls machen, ich bin mir sicher, da kommen noch andere Tipps. Wenn du noch Fragen hast, immer her damit.
LG,
Sun und die unsichtbare Senta
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warum denken immer viele das es schwer oder sogar unmöglich ist einen Straßenhund zu erziehen? Rocco ist seit 3 Monaten hier, Sitz Platz, Hier, am Rad, an der Leine, von der Jagt abrufen, bleib, runter vom Bett,.. klappt alles :)
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Bei mir lebt ein 1,5 Jahre junger Rumaene, der null mit Menschen sozialisiert war und somit auch keinerlei Erziehung hatte. Er kannte nix, konnte nicht an der Leine gehen und hatte Schiss vor allem und jedem.
Also nicht zu 100% vergleichbar...Aber trotzdem er das Handicap seiner Angst mitschleppt, ist er im Lernverhalten genauso wie ein Welpe, nur eben nicht ganz so schnell. - Wenn du Erfahrung mit der Welpenerziehung hast - gut. Ist bei einem erwachsenen Hund auch nichts anderes, es brauch manchmal nur eben noch ein bisschen mehr Geduld.
Wobei ich auch hier denke, dass man das sowieso nicht pauschalisieren kann - gibt begriffstutzige Welpen und ebenso auch sehr aufgeweckte Oldies.Wichtig finde ich am Anfang einfach, dass man den Hund nicht ueberfordert.
Erstmal ankommen lassen und nicht "hauruck" gleich alles, was man von Hund erwartet, sogleich erfuellt haben wollen.
In kleinen Schritten kommt man manchmal schneller ans Ziel, als mit grossen, unkontrollierten Spruengen ;-) -
Wenn dein neuer Mitbewohner auf Leckerlies steht, dann würde ich das auf jeden Fall ausnutzen. Du willst doch, dass er motiviert mitarbeitet!

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Zitat
warum denken immer viele das es schwer oder sogar unmöglich ist einen Straßenhund zu erziehen? Rocco ist seit 3 Monaten hier, Sitz Platz, Hier, am Rad, an der Leine, von der Jagt abrufen, bleib, runter vom Bett,.. klappt alles :)
Ich hab nicht gesagt, dass es unmöglich ist, aber je nachdem, was der Hund an Erfahrungen mitbringt, kann es sich schon etwas schwieriger gestalten. Senta ist eine Angsthündin, was wahrscheinlich auf ihre Erfahrungen auf der Straße zurückzuführen ist. Klar, auch Hunde, die zuvor bei Menschen gelebt haben, können zu Angsthunden werden, wenn sie entsprechende Erfahrungen gemacht haben.
Aber beim Straßenhund kommt noch hinzu (und das merke ich bei Senta deutlich), dass er gelernt hat, ohne Menschen zu überleben. Meine Schöne ist zwar ängstlich, aber in gewissen Bereichen auch ganz schön unabhängig. Kann manchmal eine interessante Mischung sein.
Alle Erwartungen zu streichen finde ich aber immer gut, wenn man einen Hund adoptiert, denn dann überfordert man ihn nicht von Anfang an. Das heißt aber nicht, dass der Hund nicht die eine oder andere positive Überraschung in Petto haben kann. Seh ich ja bei Senta und bei vielen Hunden, mit denen ich im Tierheim gearbeitet habe - egal ob von der Straße, aus Abgabe oder beschlagnahmt.
Den Rat, den Hund erst einmal ankommen zu lassen, hätte ich auch beim Welpen vom Züchter oder bei jedem anderen Hund gegeben (obwohl ich mich beim Welpen zurückgehalten habe, denn ich hab erst einen erzogen, und der wohnte damals auch im Tierheim).
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Zitat
Den Ersten Monat könnte ich mich ganz auf ihn konzentrieren, also so zu sagen eine Arbeits-Hundepause einlegen.
Das ist super. Da würde ich sofort anfangen den Tagesablauf so zu üben wie er nach der Pause sein wird. Vor allem das Alleinbleiben sofort als Ruhezeit einführen.
ZitatHoffnungen und Ziele: Bei der Erziehung ist es mir äußerst wichtig denn Hund so gut wie kaum mit Leckerli zu erziehen.
Warum auch immer Du nicht mit Futter arbeiten möchtest: Du musst Dir dann eine Alternative überlegen, die Du effektiv als Belohnung einsetzen kannst.
ZitatGrundgehorsam; Sitz, Platz, Fuß etc. Sind mir sehr wichtig!
Mmh, mir sind am Anfang eher die Alltagstauglichkeitsverhaltensweisen wichtig. Also gescheit an der Leine laufen, ohne Leine in meinem Radius bleiben, Rückruf, Abbruchsignal und vor allem Ruhezeiten, an der Leine warten, sich ruhig verhalten, ruhiges Verhalten in der Wohnung... Sitz, Platz und Fuß kommt bei mir immer erst dran, wenn der Rest funktioniert.
Viele Grüße
Corinna -
Stimmt, Corinna, das hatte ich noch vergessen: Zusätzlich zu den Hausregeln auch die Draußen-Tauglichkeit einüben. Meine Unsichtbare wird sicherlich kein "Platz" draußen machen (hat mit ihrem Angstproblem zu tun), aber sie ist gassitauglich.

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Erstmal vielen dank an alle die so schnell geantwortet haben.
Es ist bei mir wie folgt, eher die Angst einen Hund aufzunehmen und ihn dann aus unvermögen wieder abgeben zu müssen.
Ich habe grundsätzlich nicht das Denken das Strassenhunde enorm viel schwerer zu händeln sind als andere "Problemfälle", drotzdem denke ich, dass man es mit Verstand angehen sollte um dem Hund das Zuhause zu geben was er braucht.Ich habe an meinem "Probetag" mich eindeutig in denn Hund verliebt! Und möchte verhindern ihm mehr Leid zuzufügen als ihm zu "nutzen".
Bilder werden folgen sobald ich ihn bei mir habe, sein Name ist Negro und dass was mich am meisten beeindruckt hat war seine Umgänglichkeit mit anderen Hunden und Menschen! Er ist offen jedem gegenüber und zeigt keinerlei Ängste, bellen sowie in irgendeiner einer weise Agresion konnte man nicht feststellen. Was mich, ich glaube zurecht, forerst sehr zuversichtlich macht.
Keine Leckerli zu benutzen ist bei mir eher eine Überzeugungs Frage als wirkliches Wissen. Ich möchte das der Hund über Vertrauen und einem Zugehörigkeitsempfinden hört, anstatte mich als Futterautomat zu bedrachten. Mir ist aber bewusst, dass gewisse Dinge wie Sitz und Platz am einfachsten mit einer leckeren Belohnung gezeigt werden. Daher denke ich das ich mich diesem Hilfsmittel nicht vollständig entziehen kann.
Mein "Plan" bzw meine Vorstellung der Herangehensweise wäre folgend:
Die ersten Wochen leichte Trainingseinheiten, vertrauen aufbauen. Regelmäßiges rausgehen aun der Leine und evt. die Schleppleine mit positiver Verstärkung beim Futtergeben streicheleinheiten einzuführen. Dann nach und nach das erst Training im Grundgehorsam vlt nach 10 Tagen mit der Schleppleine zu beginnen. Da Negro sehr aktiv und wusselig wirkt halte ich es für wichtig ihm Ruhezeiten als positiv zu vermitteln und diese auch klar einzuführen.
Ich bin im Luxus meinem Hund die Möglichkeit zu geben an warmen Tagen in einem 1000 m² grossen Garten rumzutollen denke aber, dass ich dies erst einfüge wenn er in der Wohnung ohne "Auffälligkeiten" klar kommt.
Was denkt ihr darüber wie man die ersten Wochen verbringt?Ps: Ich glaube dass es eine richtig Gute Idee war mich hier anzumelden, und hoffe das ihr mir, immer mit Rat zur Seite stehen werdet sobald ich an Grenzen stosse.
Wie schon im ersten Satz gesagt vielen Dank nochmal an euch! -
Hat er denn nur auf der Straße gelebt oder nur zwischenzeitlich?
ZitatKeine Leckerli zu benutzen ist bei mir eher eine Überzeugungs Frage als wirkliches Wissen. Ich möchte das der Hund über Vertrauen und einem Zugehörigkeitsempfinden hört, anstatte mich als Futterautomat zu bedrachten.
Vertrauen erzeugt man durch ein für den Hund nachvollziehbares Training. Das funktioniert am besten, wenn man sich mit den Möglichkeiten des Lernens auseinandersetzt. Du hast die Möglichkeit Verhalten zu bestätigen - dadurch tritt es häufiger auf - oder es zu bestrafen - dadurch wird es weniger.
Wobei der Hund die positiveren Emotionen hat, erklärt sich quasi von selber. Ein Hund hat nur über dieses System die Chance zu erkennen, was Du von ihm willst.
"Aus Liebe" ist noch kein Hund "gehorsam" geworden... auch, wenn manche Hundebesitzer sich das einreden wollen. Das sind dann meiner Beobachtung nach oft die, die viel über Strafe arbeiten und es nicht merken...
ZitatDie ersten Wochen leichte Trainingseinheiten, vertrauen aufbauen. Regelmäßiges rausgehen aun der Leine und evt. die Schleppleine mit positiver Verstärkung beim Futtergeben streicheleinheiten einzuführen.
Siehste, an dieser Stelle ist es Dir klar

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