Frustrationsgrenze beim Junghund

  • Hallo zusammen,

    ich habe ein Problem mit unserem 18Wochen alten Aussie!

    Der Kleine ist eigentlich ein prima Kerl, aber ich habe nicht den ganzen Tag Zeit ihn zu bespaßen - das will ich auch gar nicht. Also soll er während ich am PC arbeite, oder putze etc. in seinem Körbchen liegen und ruhen. Müde ist er dann sowieso, da wir meistens vorher eine große Runde gedreht haben. Nur er WEIß immer nicht, dass er müde ist :fear: Beim Sitzen zittern zwar schon seine Beine, aber er kriegt keine Ruhe.

    Wie gesagt, er muss dann ins Körbchen. Und dort geht dann immer das Theater los. Er weiß, dass er drinnen bleiben soll, und das tut er auch meistens. Er bellt dann wie bescheuert, springt im Körbchen in meine Richtung, fletscht die Zähne etc.
    Ich ignorier ihn (und habe Kopfhöhrer auf :lepra: ) so gut es geht. Doch er versucht dann natürlich raus zu gehen. Ich schicke ihn dann zurück und wenn er nicht allein geht, schiebe ich ihn in die Richtung. Da fängt er dann auch an in meine Beine zubeißen. Nehme ich ihn hoch bzw. am Geschirr flippt er noch mehr aus und verbeißt sich in meiner Hand/im Arm/im Ärmel...

    Ein drohendes SCHLUSS hilft nicht. Nein etc. auch nicht. Hocke ich mich einfach vors Körbchen will er mir mit angelegten Ohren ins Gesicht springen. Wenn er eine Sekunde ruhig ist schieb ich ihm ein Leckerchen rein, aber das will er nicht oder er macht danach weiter. Das geht nun schon seit etwa zwei Wochen so, und NEIN kann er im Normalfall schon sehr gut. Nur wenn er so rasend ist fruchtet nichts.

    Ich schaue ihm nicht in die Augen sondern rede mit seinem Körper wenn ich vorm Körbchen stehe und SCHLUSS sage. Also kann er davon ja nicht so agro werden, oder?

    Gibts Tipps, wie ich in der Situation reagieren soll? Ich denke, ich zeige ihm schon deutlich, dass ich sauer bin. Aber das interssiert ihn so wenig wie ein Sack Reis in China...

    Ihn "unterwerfen" (umschubsen und festhalten bis er ruhig ist) will ich nicht und bringt auch nichts, das habe ich trotzdem schon ausprobiert. Da wird er einfach immer noch schlimmer. Und er beißt wirklich richtig zu. Löcher im Pullover und im Finger sind das Resultat...
    Man merkt richtig, dass er sauer ist, weil er machen soll, was ich will. Er beißt auch ins Körbchen, kullert sich da drinnen rum - wie son kleines Kind, was auf dem Boden liegt und mit den Fäusten hämmert :/

    Gerade eben war wieder das Theater. Nach einer Stunde "Kampf" liegt er nun erschöpft im besagten Körbchen und pennt.... Aber kann ja nicht sein, dass er da so nen Aufstand macht und ich Angst vor ihm hab!

    Was kann ich machen? Sonst springe ich auch bald Zähne fletschend vor ihm rum, denn er macht mich damit auch böse :hust:

    LG

  • Hallo, erst einmal!


    Beim Lesen hat mich erst einmal das hier stutzig werden lassen:

    Zitat

    Hallo zusammen,

    ich habe ein Problem mit unserem 18Wochen alten Aussie!

    Der Kleine ist eigentlich ein prima Kerl, aber ich habe nicht den ganzen Tag Zeit ihn zu bespaßen - das will ich auch gar nicht. Also soll er während ich am PC arbeite, oder putze etc. in seinem Körbchen liegen und ruhen. Müde ist er dann sowieso, da wir meistens vorher eine große Runde gedreht haben. Nur er WEIß immer nicht, dass er müde ist :fear: Beim Sitzen zittern zwar schon seine Beine, aber er kriegt keine Ruhe.

    Was bedeutet bei Dir eine große Runde drehen?
    Wie lange seid Ihr unterwegs?

    Warum ich das frage?
    Es gibt bei jungen Hunden die sogenannten "Fünf - Minuten - Regeln".
    Also, pro Lebensmonat fünf Minuten Gassi gehen.

    Das muß man nicht unbedingt wortwörtlich nehmen.
    Ein wenig kommt es auch auf die Hunde selbst an.

    Aber, Tatsache ist schon, daß weniger oft mehr ist.
    Warum?
    Wenn ein junger Hund von irgendetwas "zuviel" bekommen hat, dann kann dieser aufdrehen.
    Auch wenn er eigentlich müde ist und schlafen sollte, so kann er es nicht, weil sein Körper in einem hohen Streßlevel steckt.
    Darum würde ich, wenn ich richtig mit meiner Vermutung liegen sollte, die Gassizeiten kürzen.


    Zitat


    Ein drohendes SCHLUSS hilft nicht. Nein etc. auch nicht.

    Kennt er diese beiden Begriffe überhaupt?
    Wenn nein, dann kannst Du so viel drohen, wie Du willst. Er versteht ja nicht, was Du von ihm willst.
    Und mit Deiner Erwartungshaltung, daß er ja schon richtig reagieren müßte, setzt Du ihn schon wieder unter Streß. Und Streß putscht nun einmal hoch.

    Zitat

    Hocke ich mich einfach vors Körbchen will er mir mit angelegten Ohren ins Gesicht springen. Wenn er eine Sekunde ruhig ist schieb ich ihm ein Leckerchen rein, aber das will er nicht oder er macht danach weiter. Das geht nun schon seit etwa zwei Wochen so, und NEIN kann er im Normalfall schon sehr gut. Nur wenn er so rasend ist fruchtet nichts.

    Für mich liest es sich so, als ob Dein Hund unter Streß steht.
    Angelegte Ohren und ins Gesicht springen sind Beschwichtigungsgesten.
    Und, daß er sein Leckerchen nicht fressen kann, deutet auch auf Streß hin.

    Kann es sein, daß Du da noch etwas zu viel von ihm verlangst, was er im Augenblick eh noch nicht umsetzen kann?
    Natürlich kann er nicht auf NEIN reagieren, wenn er im Übersprungshandlung-Modus ist.

    Zitat

    Ich schaue ihm nicht in die Augen sondern rede mit seinem Körper wenn ich vorm Körbchen stehe und SCHLUSS sage. Also kann er davon ja nicht so agro werden, oder?

    Was meinst Du hier mit "aggro"?
    Könnte es sein, daß Du nur sein Verhalten falsch deutest?
    Sonst solltest Du diese Situation etwas deutlicher schildern.

    Zitat

    Gibts Tipps, wie ich in der Situation reagieren soll? Ich denke, ich zeige ihm schon deutlich, dass ich sauer bin. Aber das interssiert ihn so wenig wie ein Sack Reis in China...

    China ist ein gutes Stichwort!
    Stell Dir mal vor, Du wärst in China. Du bist im Begriff, in einem Loch zu fallen.
    Die Leute dort sehen das und rufen Dir alle etwas zu.
    Du verstehst natürlich kein Wort!
    Jetzt wirst Du nervös, besonders, weil sie Dich alle so eindringlich anschauen.

    Du willst dann nämlich nur noch eines: Weg aus dieser Situation.
    Wirst dann also schneller. Das Loch kommt immer näher.
    Die Leute immer lauter und hektischer.

    So ähnlich fühlt sich auch Dein Hund. ;)
    Er merkt, daß Du was von ihm willst. Aber, er weiß nicht was, weil von Dir noch keine Hilfe kommt.


    Zitat


    Ihn "unterwerfen" (umschubsen und festhalten bis er ruhig ist) will ich nicht und bringt auch nichts, das habe ich trotzdem schon ausprobiert. Da wird er einfach immer noch schlimmer. Und er beißt wirklich richtig zu. Löcher im Pullover und im Finger sind das Resultat...

    Schade, daß Du es trotzdem gemacht hast.
    Wir sind wieder in China, Beispiel oben.
    Die Leute fangen jetzt an, auf Dich einzuschubsen, damit Du erst gar nicht in das Loch fallen kannst.
    Was meinst Du, wie Du Dich dabei fühlst? ;)

    Zitat


    Man merkt richtig, dass er sauer ist, weil er machen soll, was ich will. Er beißt auch ins Körbchen, kullert sich da drinnen rum - wie son kleines Kind, was auf dem Boden liegt und mit den Fäusten hämmert

    Weil er im Grunde genommen auch ein kleines Kind ist.
    Warum machen kleine Kinder das?
    Die gleiche Gründe könnte auch Dein Hund haben.

    Zitat

    Gerade eben war wieder das Theater. Nach einer Stunde "Kampf" liegt er nun erschöpft im besagten Körbchen und pennt.... Aber kann ja nicht sein, dass er da so nen Aufstand macht und ich Angst vor ihm hab!

    Ich will Dir jetzt echt nicht böses,
    aber glaubst Du nicht, daß es umgekehrt genauso ist?
    Dein Hund könnte Angst vor Dir haben, weil er Dich nicht einschätzen kann.
    Du bist in seinen Augen so etwas von unberechenbar.
    Er kann Dir nichts recht machen!


    Ich an Deiner Stelle würde etwas ruhiger und gelassener werden!
    Dein Hund ist noch jung!
    Alles kommt langsam mit der Zeit.
    Setzt Dich und vor allem Deinen Hund nicht so sehr unter Druck!
    Denn Streß ist nun einmal ein schlechter Lehrmeister!


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • danke fürs schnelle Antworten!

    Vielleicht liest sich das einfach etwas komisch. Große Runde heißt, keine reine Gassirunde sondern draussen spielen, üben etc. Diese dauert etwa eine halbe Stunde - ist das zu viel? Meistens zweimal am Tag, manchmal nur eine dieser Runden. Und ich kenne die 5-Minuten-Regel.

    Drinnen spielen wir nur ruhige Spiele (FutterHütchen, Denkspiele...)
    Ob er Angst vor mir hat habe ich mich auch schon gefragt. Aber warum? Ich springe ihn natürlich nicht an oder belle irgendwelche Kommandos durch die Gegend wenn er so abdreht. Ich gehe auch nicht auf Gesichtshöhe und knurre ihm da ein NEIN hin. :p
    Sondern ich sage energisch SCHLUSS/NEIN und drehe mich weg, wenn er nicht aufhört. Holt er Luft zum Bellen kommt das Leckerchen, was er dann aber eben nicht nimmt bzw. nach dem Fressen sofort weiter bellt und knurrt.
    NEIN und SCHLUSS kennt er beides, Nein sitzt auch schon recht gut. (Nein= du darfst das nicht, Schluss=hör auf mit dem was du tust)

    Und er kann gerne stundenlang in seinem Körbchen Theater machen und rumbellen, dafür habe ich die Kopfhöhrer (ich hoffe ja, er lernt, dass bellen nichts bringt. ich habe immerhin Nachbarn...). Nur wenn er raus geht und ich ihn zurück bringe, will ich nicht gebissen und bedroht werden. Und auch dann renne ich nicht wie eine Furie auf ihn zu. Ich versuche, ihn zu mir zu rufen (was in so einer Situation aber nie klappt) und stelle mich ihm in den Weg und dränge ihn so in die Richtung oder nehme ihn halt hoch und trage ihn ins Körbchen. Und ins Gesicht springen und beißen wollen sind Beschwichtigungsgesten???? :???:

    mit "aggro" meinte ich, dass er mich anbellt, immer in meine Richtung springt und mich beißt - wirklich immer in dieser Situation. Ich wüsste nicht, wie ich das Verhalten sonst deuten soll.

    Und ich wollte nicht den Eindruck entstehen lassen, dass er sofort nach der Runde ins Körbchen soll. So ist das nicht, aber wenn ich abeiten möchte soll er an einem Platz sein, wo ich ihn dann auch finde (sonst legt er sich genau vor die Haustür zum schlafen - da fallen alle drüber)

    und an stress habe ich auch schon gedacht, aber wodurch?

    gegen um 6/7 stehen wir auf dann gehts gleich raus zum pipi machen. nach dem frühstück und fertigmachen machen wir dann die große runde. dann arbeite ich zuhause. zwischendurch üben wir zuhause sitz, platz, pfötchen etc. etwa 5 minuten. dann wird gespielt und nochmal ein bisschen geübt. wenn mein freund gegen um 5 von arbeit kommt gehen wir zur zweiten runde (immer mit schleppleine) danach sind dann nur noch pipirunden angesagt. ich biete ihm außerdem immer wieder knabberkrempel an. Abends wird dann zuhause nochmal ein papar Minuten geübt und ausgiebig gespielt - mit dem Ball, mit Seilen etc.
    Der Tagesablauf ist nie 100% gleich, kann auch mal weniger oder mehr sein, aber im Grunde glaube ich nicht, dass ich ihn über oder unterfroder. Oder liege ich da falsch?


    und jetzt läuft er hier hin und her, bellt mich an, obwohl ich ihn nicht beachte. er beißt in meine füße, beine etc. wenn ich schimpfe bellt er nur weiter. verlasse ich den raum bellt er. aber beschäftigt werden will er auch nicht. und er ist grade eindeutig im stress, er kratz sich dauernd und jault nebenbei. schmerzen hat er keine, denn würde ich jetzt die tür aufmachen wäre ruhe. ich habe es schon ausprobiert!
    mal müssen tut er auch nicht, war vor 5 Minuten draussen... er versucht also seinen willen durchzusetzen. :verzweifelt:

    Wie begene ich ihm also? Ruhe ist immer gut, die brauchen er und ich beide ;) Nur ich möchte ja aktiv etwas tun können in so einer Situation und mich nicht immer nur anbellen und beißen lassen.

  • in der huschu haben wir eine border collie hündin, die besitzerin hatte ähnliche probleme (vor allem nachts). diese rassen müssen oft erst das ruhehalten lernen.
    sie hat mit einem kennel gute erfahrung gemacht. erst den hund an den kennel gewöhnen. das ist ihr rückzugsort, der ist geschlossener (vor allem von oben), als ein körbchen, dort fühlt sie sich super wohl. da darf aber auch keiner ran. sie weiss genau - hier ist mein platz, hier herrscht ruhe -. seit dem ist sie viel ausgeglichener und gibt auch nachts ruhe.
    wie schon geschrieben ist weniger oft mehr. also lieber kleine einheiten und die dann öfter.
    lg

  • Hallo,

    ich hab mal eine mögliche Ursache deines Problems fett markiert. Das ist bei einem 18 Wochen alten Hund keine gute Idee. Der dreht dann logischerweise noch mehr auf weil du ihn völlig verunsicherst. Nicht nur mit dem umwerfen und umschubsen bis er ruhig ist sondern auch mit dem vor ihm aufbauen und nicht anschauen und deiner Wut und Angst.Du schaukelst ihn hoch, weil er gar nicht weiß wie er sich verhalten soll.
    Du hast dir da ein klassisches selbstgestricktes Problem geschaffen. Lass ihn doch rumlaufen wenn du putzt. Früher oder später legt er sich von ganz alleine hin. Du machst ihn total nervös wenn du ständig versuchst ihn mit "Gewalt" zur Ruhe zu zwingen. Meiner ist jetzt 6 Monate alt. Am Anfang habe ich ihn in einen Auslauf im Wohnzimmer gebracht wo er sein Körbchen hatte aber auch noch rumlaufen konnte. Da gabs auch Spielzeug. Dann hab ich mein Zeug gemacht und wenn ich nach meinem Hund gesehen habe hat der schon geschnarcht. Heute kann ich um ihn drumrumsaugen ohne das er sich stören läßt. Du kannst von einem Hund mit 18 Wochen noch nicht verlangen, das er wie angetackert in seinem Körbchen bleibt. Da kommt es immer wieder vor das er aufsteht und neugierig ist. Da braucht man Ruhe und Geduld damit er nicht unsicher reagiert.
    Sperr ihm doch einfach einen Bereich um sein Körbchen ab wenn du beschäftigt bist. So kann er sich bewegen ohne dich zu nerven. Wenn er RAndale macht achtest du gar nicht darauf. Er kommt zur Ruhe wenn er merkt das nichts passiert und das "Problem" erledigt sich von selbst.
    Viel Glück

    LG Andrea

    P.S. Wieso muss man einen Hund immer gleich "unterwerfen", wenn er sich wie ein Hund benimmt??????

  • Zitat

    danke fürs schnelle Antworten!

    Vielleicht liest sich das einfach etwas komisch. Große Runde heißt, keine reine Gassirunde sondern draussen spielen, üben etc. Diese dauert etwa eine halbe Stunde - ist das zu viel? Meistens zweimal am Tag, manchmal nur eine dieser Runden. Und ich kenne die 5-Minuten-Regel.


    Hm üben und spielen - ich kann mich noch erinnern an meinen Junghund. Ich irrte und dachte man hat da einen ausgewachsenen Hund der alles schon können muss. Der Hund muss nicht dauerbespaßt werden und es muss nicht viel geübt werden. Üben sollte sich bei so jungen Hunden auf max 1-2 Minuten beschränken genau und unter dem Motto laufen "wir machen mal was just for fun - egal ob dus kannst aber mal sehen was du mir zeigst".
    Spiel dreht den Hund auch schnell hoch.

    Zitat


    Drinnen spielen wir nur ruhige Spiele (FutterHütchen, Denkspiele...)


    Mach das nicht jeden Tag - auch alles nur just for fun 2 mal die Woche reicht. Der Welpe muss noch nicht geistig ausgelastet werden.

    Zitat


    Ob er Angst vor mir hat habe ich mich auch schon gefragt. Aber warum?


    Das brauchst du dich nicht fragen - die hat er. Warum? Ich hätte als Welpe auch Angst vor dir mit dem »drohenden« "Schluss". Ein Welpe muss nicht bedroht werden (eigentlich auch der ausgewachsene Hund nicht)

    Zitat


    Ich springe ihn natürlich nicht an oder belle irgendwelche Kommandos durch die Gegend wenn er so abdreht. Ich gehe auch nicht auf Gesichtshöhe und knurre ihm da ein NEIN hin. :p
    Sondern ich sage energisch SCHLUSS/NEIN und drehe mich weg, wenn er nicht aufhört.


    Weil er von dir nur zischen und jaulen höhrt. Er muss wissen was dein zischen und jaulen bedeutet.

    Zitat


    Holt er Luft zum Bellen kommt das Leckerchen, was er dann aber eben nicht nimmt bzw. nach dem Fressen sofort weiter bellt und knurrt.


    Warum bestärkst du ihn auch noch? Willst du ihn ruhig füttern?

    Zitat


    NEIN und SCHLUSS kennt er beides, Nein sitzt auch schon recht gut. (Nein= du darfst das nicht, Schluss=hör auf mit dem was du tust)


    Das wage ich zu bezweifeln aber ganz doll. Das dauert Wochen bis Monate der Hund verstanden hat was das bedeutet.

    Zitat


    Und er kann gerne stundenlang in seinem Körbchen Theater machen und rumbellen, dafür habe ich die Kopfhöhrer (ich hoffe ja, er lernt, dass bellen nichts bringt. ich habe immerhin Nachbarn...).


    Deine Nachbarn lernen eher dass es jetzt langsam anstrengend wird Ruhe zu finden.

    Zitat


    Nur wenn er raus geht und ich ihn zurück bringe, will ich nicht gebissen und bedroht werden. Und auch dann renne ich nicht wie eine Furie auf ihn zu. Ich versuche, ihn zu mir zu rufen (was in so einer Situation aber nie klappt) und stelle mich ihm in den Weg und dränge ihn so in die Richtung oder nehme ihn halt hoch und trage ihn ins Körbchen. Und ins Gesicht springen und beißen wollen sind Beschwichtigungsgesten???? :???:


    Dein Hund muss echt Angst haben vor dir - das komische zischende Ding tut mit seinen langen Stelzen ihm immer im Weg rumfuchteln und ihn bedrängen. :headbash:

    Zitat


    Und ich wollte nicht den Eindruck entstehen lassen, dass er sofort nach der Runde ins Körbchen soll. So ist das nicht, aber wenn ich abeiten möchte soll er an einem Platz sein, wo ich ihn dann auch finde (sonst legt er sich genau vor die Haustür zum schlafen - da fallen alle drüber)


    Wie soll er verstehen dass er in das Körbchen soll? In dem du sagst "Ins Körbchen"? Du musst ihm das Körbchen erst mal schmackhaft machen.

    Zitat

    und an stress habe ich auch schon gedacht, aber wodurch?


    Höchstwahrscheinlich durch dich. Sorry aber bei mir wars auch so. Ich würde gern noch mal von vorne anfangen.

    Zitat


    gegen um 6/7 stehen wir auf dann gehts gleich raus zum pipi machen. nach dem frühstück und fertigmachen machen wir dann die große runde. dann arbeite ich zuhause. zwischendurch üben wir zuhause sitz, platz, pfötchen
    etc. etwa 5 minuten.


    Übe nur einwas am Tag und später zwei was. Der Hund braucht anfänglich noch nicht viel können. Sitz sollte reichen. Für den Rest ist später Zeit.

    Zitat


    dann wird gespielt und nochmal ein bisschen geübt.

    Lass es mit dem üben danach. Schlafen ist viel wichtiger.

    Zitat


    wenn mein freund gegen um 5 von arbeit kommt gehen wir zur zweiten runde (immer mit schleppleine) danach sind dann nur noch pipirunden angesagt.
    ich biete ihm außerdem immer wieder knabberkrempel an.


    Knabberkram sollte eine Belohnung sein.
    Wenn ich du währe würde ich folgendes machen:
    Warte bis dein Hund sich hin gelegt hat und mal Ruhe gegeben hat - also entspannt hat (vielleicht auch kurz vorm einschlafen) und dann zauberst du (!) aus dem Nichts Knabberkram hervor und legst es ihm vor die Nase
    Genau so lernt dein Hund sich zu entspannen. Das machst du ein paar Wochen und ein Hund fährt schneller runter wenn nichts passiert.

    Zitat


    Abends wird dann zuhause nochmal ein papar Minuten geübt und ausgiebig gespielt - mit dem Ball, mit Seilen etc.


    Übertreibs nicht und bleib bei einem Spielzeug.

    Zitat


    Der Tagesablauf ist nie 100% gleich, kann auch mal weniger oder mehr sein, aber im Grunde glaube ich nicht, dass ich ihn über oder unterfroder. Oder liege ich da falsch?


    Mehr auf keinen Fall - versuchs mal mit weniger.

    Zitat


    und jetzt läuft er hier hin und her, bellt mich an, obwohl ich ihn nicht beachte. er beißt in meine füße, beine etc.


    Ja weil er wohl extrem aufgedreht ist.

    Zitat


    wenn ich schimpfe bellt er nur weiter. verlasse ich den raum bellt er.


    Schimpfe nicht und gehe einfach als ob nichts ist.

    Zitat


    aber beschäftigt werden will er auch nicht. und er ist grade eindeutig im stress, er kratz sich dauernd und jault nebenbei. schmerzen hat er keine, denn würde ich jetzt die tür aufmachen wäre ruhe. ich habe es schon ausprobiert!


    Dann mach das doch. Wenn er nicht mehr bellt gibts etwas Futter (zumindest ca 10 Sekunden danach).

    Zitat


    mal müssen tut er auch nicht, war vor 5 Minuten draussen... er versucht also seinen willen durchzusetzen. :verzweifelt:


    Mit solch einer Denke redest du dir nach einer Weile ein dass er dich ärgern will oder dass er dich Maßregeln will oder lauter so vermenschlichenden Unsinn.

    Zitat


    Wie begene ich ihm also? Ruhe ist immer gut, die brauchen er und ich beide ;) Nur ich möchte ja aktiv etwas tun können in so einer Situation und mich nicht immer nur anbellen und beißen lassen.


    Dem Hund beibringen, das Entspannung gut ist und souverän bleiben.

    Lass dich von dem Hund nicht aus dem Konzept bringen, erwarte von dem Welpen nichts und mach alles just for fun. In den nächsten Monaten wir dein Welpe nichts bringen müssen aber versuche zusammen mit ihm heraus zu finden was er alles bringen möchte.

    Olli den das alles stark an die Zeit erinnert als die Angie noch kein war und er so viel falsch gemacht hat

  • Ok,

    also mein Verhaltensplan für die nächsten Wochen:

    weniger spazieren gehen, weniger üben, weniger spielen. - eine Runde von 30Minuten + Gassi gehen.
    2 Minuten am Tag bleiben und Sitzen üben. Während des Gassi/Spazierengehens nebenbei Leinenführigkeiten üben.
    10Minuten am Tag spielen.

    Auslauf habe ich vor etwa 2Stunden gebastelt. Er hat das Schlafzimmer, wos Körbchen drinnen ist und ein Stück Wohnzimmer. Da kann er sich frei bewegen und jederzeit hinlegen, wo er will. Er motzt und bellt trotzdem die ganze Zeit. Ich sitze am Rechner und ignoriere ihn.
    Da kann er jetzt jeden Tag drinne sein, mal schauen was passiert. Gerade eben wollte er aufs Regal klettern. Als ich NEIN gesagt habe (ruhig und leise, vom Sofa aus) ist er aus 1m Entfernung auf mich draufgesprungen und hat gebellt - ein paar cm von meinem Gesicht weg, auch hier wollte er grade wieder seine Zähne in mich schlagen. Das ging blitzschnell....

    Wenn er also bellt wird er völlig ignoriert. Ist er ruhig (mindestens 5 Minuten?) bekommt er eine Belohnung - Leckerchen oder Kauartikel. Und das soll helfen, diesen kleinen Kläffer das ständige bellen abzugewöhnen?
    Ich meine gelesen zu haben, dass bellen selbstbelohnend ist weils ein Glückshormon ausschüttet?

    Und ich schreibe ihm keine menschlichen Eigenschaften zu (bockig etc.) aber man merkt doch, dass er total unzufrieden ist, wenn ich seinen Freiraum durch die ganze Wohnung einschränke/er keine Aufmerksamkeit bekommt oder nicht das Spielzeug was er möchte. Wie gesagt, darf er überall hin, wo er hin möchte bellt und beißt der kein einziges mal! Desswegen war ich ja der Meinung, dass er halt noch nicht gerlernt hat zu akzeptieren, dass er nicht alles haben kann was er will = Frustrationsgrenze erhöhren :smile:

    Und das Aussies und BC etc. Ruhe lernen müssen weiß ich. War mir klar bevor ich mir den Hund angeschafft habe. Und das möchte ich ja mit dem Körbchentraining erreichen. Das ist sein ungestörter Platz. Dort wird er ja nicht angefasst etc. Nachts liegt er da auch entspannt drinnen. Nur tagsüber hat er soooo viele Hummeln im Hintern. Er weiß ja selber nicht, was er will und ober er müde ist ;)

    Aber für das unglaubliche Gebelle ist ignorieren die beste Methode ja?

  • Zitat

    Ok,

    also mein Verhaltensplan für die nächsten Wochen:

    weniger spazieren gehen, weniger üben, weniger spielen. - eine Runde von 30Minuten + Gassi gehen.
    2 Minuten am Tag bleiben und Sitzen üben. Während des Gassi/Spazierengehens nebenbei Leinenführigkeiten üben.
    10Minuten am Tag spielen.


    Ja klingt schon mal nicht schlecht. Entwickle ein Gefühl dafür, wenn der Hund langsam auf dreht und genau dann beendest du das Spiel. Wenn er dich beißt beendest du das Spiel. Danach ein zwei Minuten Pause wärend du den Hund nicht beachtest und dann, sofern er sich nicht aufregt (also bellen oder zwicken) gehts weiter.
    Versuch einen Blick für die Erregung deines Hundes zu bekommen. Oft sieht man an den Pupillen schon, wie erregt der Hund ist.

    Zitat


    Auslauf habe ich vor etwa 2Stunden gebastelt. Er hat das Schlafzimmer, wos Körbchen drinnen ist und ein Stück Wohnzimmer. Da kann er sich frei bewegen und jederzeit hinlegen, wo er will. Er motzt und bellt trotzdem die ganze Zeit. Ich sitze am Rechner und ignoriere ihn.
    Da kann er jetzt jeden Tag drinne sein, mal schauen was passiert. Gerade eben wollte er aufs Regal klettern. Als ich NEIN gesagt habe (ruhig und leise, vom Sofa aus) ist er aus 1m Entfernung auf mich draufgesprungen und hat gebellt - ein paar cm von meinem Gesicht weg, auch hier wollte er grade wieder seine Zähne in mich schlagen.


    Glaube ich - auch wenn man in den Momenten innerlich ziemlich überkocht ist es ratsam sehr ruhig zu bleiben.

    Zitat


    Wenn er also bellt wird er völlig ignoriert. Ist er ruhig (mindestens 5 Minuten?) bekommt er eine Belohnung -
    Leckerchen oder Kauartikel.


    ... zum Beispiel oder auch wenn er sich hin legt (aber nicht steif auf die Uhr gucken) - allerdings ohne Kommentar von dir und ohne das er es kommen sieht. Es lohnt sich hier bissel Futter mit sich immer rumzutragen.

    Zitat


    Und das soll helfen, diesen kleinen Kläffer das ständige bellen abzugewöhnen?


    Das hilf, dass der Hund lernt das ein entspannter Zustand für ihn vorteilhafter ist. Ist er wenig erregt bellt er nicht.

    Zitat


    Ich meine gelesen zu haben, dass bellen selbstbelohnend ist weils ein Glückshormon ausschüttet?


    Ja aber vergiss nicht - es gibt keinen Hund der dauernd bellt weil er ein Endorphinjunkie ist ;)

    Zitat


    Und ich schreibe ihm keine menschlichen Eigenschaften zu (bockig etc.) aber man merkt doch, dass er total unzufrieden ist, wenn ich seinen Freiraum durch die ganze Wohnung einschränke/er keine Aufmerksamkeit bekommt oder nicht das Spielzeug was er möchte.


    Ich meine nur wenn man von solchen Eigenschaften spricht denkt man früher oder später auch in solchen Dimensionen.

    Zitat


    Wie gesagt, darf er überall hin, wo er hin möchte bellt und beißt der kein einziges mal! Desswegen war ich ja der Meinung, dass er halt noch nicht gerlernt hat zu akzeptieren, dass er nicht alles haben kann was er will = Frustrationsgrenze erhöhren :smile:


    Ja klar hat er das auch noch nicht gelernt - gib ihm mal ein paar Monate :)

    Zitat


    Und das Aussies und BC etc. Ruhe lernen müssen weiß ich. War mir klar bevor ich mir den Hund angeschafft habe.
    Und das möchte ich ja mit dem Körbchentraining erreichen.


    Auch hier gib ihm Zeit - erst muss er lernen dass entspannen gut ist. Nebenbei kannst du ihn, wenn er von alleine ins Körbchen gegangen ist z.B. besonders köstlich belohnen. So lernt er nebenbei das das Körbchen gut ist und der Platz ist wo es am tollsten ist.

    Zitat


    Das ist sein ungestörter Platz. Dort wird er ja nicht angefasst etc. Nachts liegt er da auch entspannt drinnen. Nur tagsüber hat er soooo viele Hummeln im Hintern. Er weiß ja selber nicht, was er will und ober er müde ist ;)
    Aber für das unglaubliche Gebelle ist ignorieren die beste Methode ja?


    Was sonst? Hütehunde verfallen nun mal schnell ins Bellen was an das Erregungslevel gekoppelt ist. Weniger erregt zu sein, sich gut entspannen zu können sind hier meines Erachtens das a und o.
    Und wenn man selbst erregt ist überträgt sich das auch schnell auf den Hund.
    Ich weiß nicht wie dus mit Englisch hast aber die Videos von der Youtubenutzerin sind sehr wertvoll - da kann man mal gezielt nach puppy suchen
    http://www.youtube.com/user/kikopup

    Auch hier im Forum findest du sicher noch einige gute Tipps.
    Olli

  • "Honig" hat ja schon vieles erklärt und auch schön geschrieben, so werde ich jetzt nicht mehr auf einzelne Sachen eingehen.


    Eines noch:
    Wenn Du jetzt erst anfängst, die "neuen" Sachen, wie mehr Ruhe, einzuführen, dann ist es normal, daß Dein Hund jetzt noch extrem hochfährt.
    Ganz einfach deswegen, weil er es noch nicht anders gewohnt ist und es halt eine Weile dauert, bis sich der Streßpegel im Körper gesenkt hat.

    Weniger spazieren gehen und weniger üben klingen schon mal gut.
    Mit der Zeit, wenn der Hund älter wird, kann man das Ganze auch wieder langsam steigern.
    Will man allerdings keine "Sportskanone" haben, so ist es nicht verkehrt, auch dann flexibel in den Gassirunden zu sein, auch mal kürzer zu gehen, und so weiter.


    Wegen dem Rest, da wirst Du einfach lernen müssen, ein Gefühl für Deinen eigenen Hund zu entwickeln.
    Und vergiß auch sein Alter nicht, wenn Du mit ihm schon trainierst.
    Im Grunde genommen ist er wie ein Kindergartenkind. Das heißt, er kann sich noch nicht lange konzentrieren. Deshalb bringt es auch nicht, mit Sachen anzufangen, die zum "Hundeabitur" gehören. ;)
    Ihr habt Zeit!

    Bring wirklich Ruhe rein.
    Bist Du selbst auch recht ruhig, überträgt sich das auch auf Deinen Hund.

    Ich persönlich würde jetzt noch nicht wirklich unbedingt die Leinenführigkeit während des Gassis üben. Es könnte schon etwas zu viel sein, wegen der großen Ablenkung draußen. Dein Hund wird sich für alles interessieren, nur vielleicht nicht für Dich. Dann würde Dein Trainigsversuch Euch zwei frusten.

    Du kannst dies aber, in einer wirklich recht kurzen Trainingseinheit, zu Hause schon damit anfangen.
    Ganz einfache Übung: Du leinst Deinen Hund an, und hältst die Leine leicht unter Spannung, also straff, aber ohne den Hund zu ziehen. Und dann wartest Du ganz einfach ab.
    Löst der Hund von sich aus die Spannung, indem er zu Dir geht, solltest Du ihn dafür belohnen.
    Dann bringst Du die Leine wieder unter Spannung.
    Das kannst Du so zwei, drei Mal machen, und dann reicht es erst einmal.


    Wenn Du dann später mal merken solltest, daß Du auch draußen die Konzentration Deines Hundes auf Dich gerichtet hast, kannst Du dann anfangen, die Leinenführigkeit mit ihm zu üben. Aber auch da alles lieber ganz kurz halten.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Was ich noch hinzufügen möchte, da wir auch den Fehler machten: Da der Hund noch so Jung ist muss er seine Welt erkunden. SheltiePower schrieb schon dass die Leinenführigkeit draußen zu viel sein könnte. Lasst den kleinen rumschnüffeln und alles erkunden - das braucht er (auch hier keinen falschen Scharm was andere Leute denken könnten ... war bei uns so). Nehmt euch Zeit beim Gassigehen - nichts mit Eile machen.
    Olli

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