Hund und junge Kaninchen

  • Hallo allerseits

    Mein Hündin ist nun 4 Jahre alt. Sie lebt erfolgreich mit Katzen und freilaufenden Hühnern zusammen. Der Auslauf der Hühner ist an die 1000qm gross, sie könnte da also locker Jagd auf das Geflügel machen. Tut sie nicht. Wir haben sie, als die Hühner kamen mit in den Stall genommen, schnüffeln lassen und gut war.
    Nun blutet mein Helferherz beim Gedanken, dass beim Nachbarn in den nächsten Wochen die "ungeeigneten" Kaninchen "aussortiert" werden. Und verliebt bin ich auch schon. Und Söhnchen ist soooo süss mit den Hasen. Langer Rede, kurzer Sinn, ich stehe wie jedes Jahr vor der Frage, Kaninchen, ja oder nein?
    Mein Hund hat Jagdtrieb. Einen Feldhasen würde sie jagen. Ob sie ihn töten würde, weiss ich nicht. Bisher konnte ich sie zurückpfeiffen. Wenn ich mit Hund zum Nachbarn gehe, dann bellt sie vor dem Käfig, dreht auf. Ich interpretiere es als Spielaufforderung, aber vielleicht ist das Wunschdenken.
    Ich bin ziemlich unsicher. Früher jagte sie mal Katzen hinterher. Heute interessieren sie die überhaupt nicht mehr. Auch nicht draussen, oder fremde. Freilaufende Hühner auf anderen Höfen lässt sie links liegen. Babykatzen werden nur beschnüffelt.
    Man liest ja oft vom "Burgfrieden". Ist das etwas, das man generell so stehen lassen kann? Wie sind eure Erfahrungen? Wie sehr hängt das Verhalten des Hundes, vom Verhalten des Kaninchens ab? Sprich, sich ruhig beschnuppern lassen, oder panikartig fliehen.
    Die Kaninchen würden bei den Hühnern im Auslauf rumlaufen und wären somit mit einem Sprung über den Zaun von meiner Hündin gut zu erreichen.
    Hat schon jemand von euch einen älteren Hund an junge Kaninchen gewöhnt? Wie habt ihr das gemacht?

    Lieben Dank euch allen

  • Zitat

    Burgfrieden

    Den Ausdruck hat ja K. Lorenz geprägt und da ist definitiv was dran.
    Ich hab ja immer wieder Gasthunde hier...auch ausgemachte Katzenjäger...bisher war es aber immer noch relativ unkompliziert Hunde innerhalb des Hauses an unsere Katze heranzuführen.

    Zitat

    Wie sehr hängt das Verhalten des Hundes, vom Verhalten des Kaninchens ab? Sprich, sich ruhig beschnuppern lassen, oder panikartig fliehen.


    Das hängt sehr davon ab. Schnelle Bewegungsreize (panikartige Flucht) sprechen den Jagdtrieb fast jeden Hundes an.

    Zitat

    Hat schon jemand von euch einen älteren Hund an junge Kaninchen gewöhnt? Wie habt ihr das gemacht?


    Nee, bei uns ging es da um einen Welpen...das war einfacher...den hab ich einfach dazugesetzt...

    Zitat

    Die Kaninchen würden bei den Hühnern im Auslauf rumlaufen und wären somit mit einem Sprung über den Zaun von meiner Hündin gut zu erreichen.


    Kurze Verständnisfrage:
    Wenn der Hund zu den Kaninchen hineinspringen kann, dann können auch die Kaninchen rausspringen. Deren Sprungvermögen steht einem mittelgroßen Hund nicht nach...vielleicht solltest du einfach den Zaun erhöhen...wie hoch ist er denn?

  • eine freundin hat ihren älteren hund (jagdhund aus reiner arbeitslinie) an katzenbabys gewöhnt. die eigenen katzen werden "betüddelt", fremde katzen werden aber gejagd.
    mit kaninchen kenne ich es noch nicht - kann mir aber vorstellen, das das gut geht.
    lg

  • Wir sind kläglich daran gescheitert Aiko an die vorhandenen Kaninchen zu gewöhnen (hat bei den Vorbesitzern bereits ein Kaninchen in Nachbars Garten "erlegt"). Wenn wir ihn gelassen hätten, hätte er stundenlang vor dem Kaninchengehege gesessen, versucht den Draht zu zerstören, oder alternativ, wenn er ein Kaninchen gesehen hat, um das Gehege zu rennen und zu "schreien" wie am Spieß.
    Vielleicht haben wir uns auch einfach nur zu blöd angestellt; ich weiß es nicht. Mir kommt kein Kleintier mehr ins Haus, solange Aiko hier sein Unwesen treibt.

  • Vielleicht ist es ja möglich, dass dir der Nachbar erstmal eines "ausleiht"?

    Wenn der Hund dann bei euch zu Hause kein interesse daran hat geht´s ja eventuell.

  • Wie hoch ist denn der Zaun?
    Fliegen die Hühner nicht drüber>?
    Unser Zwerge leben im Gehege, Zaunhöhe ca. 80cm.
    Elvis könnte locker drüber springen, tut er aber nicht, er steht lieber am zaun und jagt sie von unten ^^, was die Fellknäule null interessiert und sogar ncoh schnüffeln kommen.

    Evtl. das Gehege nach oben absichern mit einem Netz?

  • Also ich habe auch zwei Kaninchen, die in der Wohnung lebe. Diese waren vor meinem Hund da. Am Anfang war ich auch extrem vorsichtig. Aber es kristalisierte sich immer mehr raus das mein Hund die beiden zwar interessant findet aber eher als SPielgefährten sieht. Der Stall ist offen, er könnte ran macht auch ab und zu aber nur zum schüffelb. Auch wenn sie im Wohnzimmer rum hüpfen macht er nix. Er schnüffelt mal am Hintern der beiden, aber das wars dann auch.

    Ach ja mein Hund hat ein ausgeprägten Jagdinstinkt. Als ich meine Trainerin mal fragte warum er diese nicht jagen würde aber in der Natur sofort drauf anspringt, bekam ich als Antwort, das meine Kaninchen einen anderen Geruch haben...

    Also es kann super klappen.

  • Hallo,

    ich sehe kein Problem darin wenn der Hund erzogen ist.
    Alle meine Hunde haben keine Probleme mit Tieren im und am Haus und akzeptieren auch Grenzen die ich ihnen setzte.
    So darf kein Hund ins Schildkrötengehege springen und da ist die Umrandung grad mal 30cm hoch und ich habe Bordercollie und einen Aussimix sowie einen Terrier/Pinschermix.

    Am Anfang muss man halt ständig schauen und dem Hund klarmachen dass er dort nichts zu suchen hat. Das ist halt schon Arbeit, aber dann ist es auch gut.
    So jedenfalls meine Erfahrung.

    Unsere Colliehündin früher hat Hasen gejagt, unsere Zwergkaninchen aber geliebt.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Herzlichen Dank.

    Der Zaun ist 1m hoch. Mit einem Netz überspannen oder höher machen ist zu aufwändig, da die Fläche eben +/- 1000qm gross ist, am Hang liegt und Hochstammbäume drin hat ;-) Da müsste schon eine Voliere aus dem Zoo her :-)
    Die Hühner fliegen nicht drüber. Es sind Orpingtons, die sind schlicht zu träge, zu schwer und zu gemütlich. Sie könnten, aber einen Grund haben sie ja nicht und wie gesagt, solche Hühner sind eher Notfallflieger ;-)
    Das ganze Grundstück ist wegen dem Kind eingezäunt. Und die Hühner dann noch zusätzlich von unserem Garten abgetrennt. Mein Hund könnte da locker drüber. Sie akzeptiert aber den Garten als ihren Bereich, verlässt das Grundstück nicht allein und geht nur in den Auslauf, wenn wir ihr das Tor aufmachen.

    Die Rasse der Kaninchen wären Schweizer Schecken. Die sind ziemlich gross, vielleicht würde das auch eine Rolle spielen. Andererseits, Rehe jagt sie auch und die sind noch grösser...
    Schnelle Bewegungen sind ja wie schon jemand geschrieben hat das Problem. Nun können solche Kaninchen auf einer so grossen Fläche schon mal ein beachtliches Tempo erreichen. Fragt sich, was stärker ist, das "was zum Haus gehört wird nicht gefressen", oder der Jagdtrieb? Ich fürchte etwas der Trieb wird dominieren.

    Ich werde mich mal mit dem Nachbarn unterhalten. Mir überlegen, ob ich zumindest gegen den Garten stärker einzäunen soll.

    Vielen Dank und schön zu hören, dass es bei vielen geklappt hat!

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