Noch ein paar Anfängerfragen ...

  • Hallo,

    folgendes:

    1. Ich habe festgestellt, daß ich ziemlich Angst vor Hunden habe. Nicht lachen, ich liebe Hunde wirklich, aber nur die, die ich kenne bzw. deren Besitzer ich kenne.
    Ich fühl mich einfach noch überfordert das Verhalten anderer Hunde zu lesen.
    Zur Zeit geh ich einmal am Tag mit Carla (Schweizer Sennenhund 10,5 Wochen) für 5 Minuten zum Bindungsspaziergang auf ein Feld / Wiese.
    Sie läuft dann frei und mir hinterher :-)

    Was mach ich wenn ein unangeleinter Hund auf uns zustürmt der laut Besitzer "nichts tut" und spielen will ?
    Trainerin sagt: Noch in die Hocke gehen, Carla Sicherheit vermitteln und den anderen Hund abblocken oder wegschieben oder Besitzern sagen, sie sollen ihren anleinen, besser jetzt noch einen Kontakt als negativen Kontakt.
    Hab ich gestern gemacht (fand mich ganz mutig) und wurde prompt angemotzt ich müssen den Hund doch seine Erfahrungen machen lassen.
    Carla hat aber auch immer Angst wenn etwas auf sie zustürmt und sucht Schutz bei mir.

    Dieses "andere Hund Treffen Thema" ist echt so ein großer Unsicherheitsfaktor bei mir, hoffe das gibt sich dann.

    Carla hat Kontakt zu anderen Welpen in der Welpenstunde, ich isolier sie also nicht und auch zu großen Hunden mit Trainerin Kontakt aufnehmen ist in einer Stunde geplant ...

    Nur alleine bin ich mir so unsicher !

    2. Wann habt ihr Eure Hunde zum ersten Mal mit in ein Cafe / Italiener etc. genommen und wie lief das ab ?

    3. Wie lange bleiben Eure Hund emit 6 Monate alleine ?

  • hi holly
    ich fang mal von hinten an. mein hund ist erst kanpp 5 monate alt und bleibt max 3,5 std. alleine aber das auch schon seit er 3,5 monate alt ist.
    mit ins cafe habe ich ihn erst einmal, vor ca. 6 wochen. hat gut geklappt. er hat was zu knabbern bekommen und ich einen kaffee (den habe ich aber direkt bezahlt). ich habe ca. 30 min im cafe verbracht.
    kontakt lasse ich immer zu. die anderen hundebesitzer kenne ihre hunde in der regel. bisher war das für unsere fellnase nur positiv. er wurde max. angeknurrt - er kann schon recht nervig sein - ist halt noch jung. ich finde es wichtig das er die hunde der nachbarschaft gut kennt und auch einschätzen lernt. wir werden denen ja immer wider begegnen. am anfang habe ich ihn an der leine gelassen, denn nicht jeder erwachsenen hund mag einen heranstürmenden welpen. mitlerweile kennen wir die meisten hunde und phelan weiss wie er mit wem umzugehen hat. zu manchen geht er erst gar nicht, mit manchen spielt er direkt.
    wenn er angeleint ist darf er natürlich nur zu dem anderen hund, wenn ich ihn lasse. daran arbeiten wir gerade. das ich den weg bestimme und nicht er (bei ablenkung sind wir da nicht immer einer meinung).
    du solltest vermeiden deine ängstlichkeit auf den hund zu übertragen. ich versuche an jede hundebegegnung positiv heranzugehen. jeder hund ist erst mal "nett". ich versuche ganz neutral zu sein, weder auf den hund zu noch von dem hund weg. wir gehen unseres weges.
    lg

  • Hallo,

    also ich habe ja einen kleinen ca. 15 Wochen alten Wurm bei mir sitzen.

    Ich gehe im Wald immer ohne Leine mit ihr Spazieren, sie hat täglich zu min. 5 Hunden Kontakt (wohne in Berlin, da sind so viele Hunde, da ist das unvermeidbar).
    In der Regel schaue ich wie der Besitzer und der Hund sich verhalten, leint der Besitzer an, mache ich es auch.
    Wenn ich sehe das der Hund sich flach auf den Boden legt oder anfängt zu fixieren, rufe ich Jascha heran, sie geht dann wenn der Hund angestürmt kommt automatisch hinter mch so das ich quasi die Bremse für den anderen Hund bin. Wenn ich sehe sie schnüffelt mit dem anderen Hund oder spielt bleib ich stehen, wenn ich sehe der andere Hund ist ihr zu wild gehe ich schnell weiter, sie rennt dann mit.

    Zu dem Alleine bleiben kann ich nix sagen, wir sind gerad bei 2 Minuten- wenns gut läuft :sad2:

    Mit ins Caffee hab ich sie nach ein paar Tagen genommen, sie rollt ich dann auf dem Boden auf meiner Tasche zusammen und schläft tief und fest bis ich wieder gehe.

    Lg

  • Zu Frage 2:
    gar nicht, weil es mir nicht wichtig war und ist. Wenn ich die Hunde allerdings heute in ein Cafe mitnehme, dann suche ich einen ruhigen, abseitsgelegenen Platz wo nicht jeder vorbei läuft.

    zu Frage 3:
    kommt darauf an wie sauber man trainiert hat. In dem Alter konnten meine Hunde bereits gut 3 Stunden alleine bleiben ohne Probleme.

    zu Frage 1:
    wie du es gemacht hast, ist es wirklich top :gut: Ein dickeres Fell bzgl. schwachsinniger Aussagen wird dir erst noch wachsen und manchmal wächst man da nie rein :roll:
    Ich würde es heute mit einem Welpen genauso machen. Du bestimmst die Kontakte die dein Welpe haben darf. Du bestimmst wie weit dieser Kontakt geht, ob evtl. zu wild, zu unsicher usw. Auf die Ausreden und Begründungen anderer solltest du erstmal nichts geben, wenn es zu einer unschönen Szene kommt, dann hast du später das Problem und nicht die.

    Du solltest allerdings auch an deiner eigenen Unsicherheit arbeiten, denn diese kann sich auf den Welpen übertragen und massive Probleme verursachen. Sprich ganz ehrlich mit deiner Trainerin, frag sie worauf du bei fremden Hunden achten mußt (Körpersprache, Ohrstellung, Bewegungsablauf usw.) Lies dich ruhig mal in div. Bücher ein, mit der Zeit lernt man zu beobachten und Hund sowie Situationen richtig einzuschätzen. Das kann dir bei deinem eigenen Hund auch sehr nützlich sein.

  • Huhu,
    ins Kaffee würde ich auch schon (wenn es für dich wichtig ist, dass es später klappt), sehr früh üben. Vorher den Hund müde machen, dann verpennt er eh die ganze Zeit :)

    Deine Hundeangst hat mir beim Lesen ein bisschen Bauchweh gemacht :-/ Wenn du selbst total unsicher bei Hundebegegnungen bist, überträgst du das automatisch auf deinen Hund. Ich würde dir empfehlen, dringend ein Seminar/Vortrag zu besuchen, wo es genau darum geht, die Körpersprache des Hundes zu lesen. Ich war vor nicht allzu langer Zeit auf ein Seminar, dass dir echt helfen würde. Dort wurden die Hunde spielen gelassen und dabei gefilmt (auch der Erstkontakt wurde gefilmt). Das ganze ging etwa eine Stunde und danach gings weiter in einen Seminarraum und das Video wurde analysiert, man konnte Fragen los werden, warum Hund xy so oder so reagiert hat und so weiter. Ich bin sicher, sowas in die Richtung bieten einige Hundeschulen an :)

    Für den Anfang könntest du auch mal schauen, was der DVD-Markt hergibt. (ich würde Film auf jeden Fall einem Buch vorziehen, bringt dir sicherlich mehr). Keine Ahnung, was es da momentan alles gibt, aber sicher hats da auch einiges zu dem Thema.

    Auf jeden Fall würde ich an deiner Stelle alles daran setzen (und dass du gewillt dazu bist, merkt man ja an deinem Post), diese Ängste abzubauen. Die meisten Hunde sind nett und wenn man doch mal an den falschen gerät, ist das sehr ärgerlich, aber deswegen vor allen Angst haben ist unnötig :)

    lg Nadine

  • Zitat

    ...kontakt lasse ich immer zu. die anderen hundebesitzer kenne ihre hunde in der regel. ...

    Das habe ich ganz anders erfahren müssen. Am schlimmsten war eine Situation, wo ich gefragt wurde, ob ein Münsterländer zu meinem damaligen Welpen könnte. Ich dachte auch, klar, warum nicht, die wird ihren Hund schon kennen. Denkste! Jagdhund hält Welpi für Kaninchen, ist natürlich nicht abrufbar in Gegenwart von anderen Hunden, und ich muss total verängstigtes Welpi aus Gebüsch retten, wo Maja Gott sei dank nicht mehr weiter weglaufen konnte und in der Falle saß. Natürlich nachdem ICH, nicht die Besitzerin, Jagdhund weggedrängt hatte. Den knurrt Maja heute noch aus einer Riesenentfernung an...

    Hundekontakt gibt es für meine nur noch, wenn ich den anderen Hund für ok befinde. Im Zweifelsfall lieber nicht. Und mir braucht auch keiner mehr sagen, dass mein Hund Hundekontakte braucht. Aber da wächst einem im Laufe der Zeit ein dickeres Fell.

    In ein Cafe würde ich sie ziemlich schnell mitnehmen. Halt darauf achten, dass es nicht gerade supervoll und laut ist und dass der Hund nicht ständig von Fremden angetatscht wird. Auch würde ich das erste Mal nicht lange bleiben.

    Alleine bleiben haben wir extrem langsam angehen lassen. Als Maja nach ein paar Tagen anfing, mich nicht mehr ständig im Blick haben zu müssen, fing ich an, die Grundlagen zu legen (Tür zu, kurz Müll runter bringen o.ä.). Aber die Zeitabstände größer werden zu lassen, damit haben wir uns ganz viel Zeit gelassen. Selbst jetzt mit 11 Monaten sind wir erst bei 2 Std. Das geht aber mit Sicherheit schneller :lol:!

  • Der Reihe nach und die unpopuläre Antwort zuerst:

    1. Hier bei uns in Spanien sind maximal die Hunde angeleint, die nicht verträglich sind. Man hat Platz sich aus dem Weg zu gehen und die Hundedichte ist geringer. Die Hunde sind es gewohnt, selbstständig Kontakt aufzunehmen und auch zu unterlassen - dementsprechend routiniert und gelassen sind sie. Ich nehme an, dass jeder Hund, früher oder später mal auf einen Hund trifft, der ihm entsprechend die Leviten liest... das prägt fürs Leben und nimmt dem Besitzer viel Arbeit ab. :lachtot:

    Nein im Ernst: die unverträglichen Hunde sind immer die von Touristen und man kann mit zuschauen, wie sie hier tagtäglich entspannter werden. Die Hunde der Leute die hier leben, geniessen einfach ihr Leben und gehen auch mal hallo sagen... also meistens, manche haben auch keinen Bock... und hin und wieder entwickelt sich auch ein Spiel.

    Ich weiss, dass es in Deutschland anders ist. Und wenn ich böse wäre, würde ich sagen, dass viele der Probleme hausgemacht sind, Frustration durch Leinenzwang, durch ständiges unterbinden von hündischen Kontakten (auf beiden Seiten) entstehen auch immer mehr "reindonnerer" oder Hunde die schon auf Distanz fixieren - letztlich nützt dir das aber nix, weil wenn du erstmal einen schlechtgelaunten Hund triffst, kann das für deinen Zwerg böse ausgehen.
    Such dir Hunderfahrene Bekanntschaften, die auch die Hunde vor Ort kennen... die werden dir dann schon sagen, welcher Hund okay ist und welcher mit Vorsicht zu geniessen. Letztlich muss deine Hündin auch ihre Erfahrungen sammeln und ein ungestümer Hund, der wirklich NIX TUT, lässt sich meist auch von hysterischem "hilfe friss mich nicht"-jaul-bellen abhalten. Ansonsten läufst du nämlich auch Gefahr, dass du nachher einen Hund hast, der schon beim rennenden Hund in 100m Entfernung anfängt Rabatz zu machen.

    2. Ich habe mit meinem Welpchen damals das volle Programm gemacht, also jeden Tag was neues, auch Café und so war dabei.. würde ich heute nicht mehr machen. Die kann mit, wenn sie sich benehmen kann, das wiederum übe ich auf neutralem Terrain - erst zuhause, dann beim Gassigehen. Dann wird der erste Restaurantbesuch für beide Seiten zum tollen Erlebnis.

    3. Mit 6 Monaten konnte meine nicht alleine bleiben, die blöde Nuss hat bis zum 8./9. Monat alles gefressen, was ihr vors Maul kam - war nix da, hat sie sich was gesucht. Als dann endlich alle Zähne da waren, konnte ich sie problemlos bis zu 3h alleine lassen :)
    Das Problem war nicht die Trennungsangst, sondern das dauernde beissen :)

  • Nun ich würde auch nicht jeden Kontakt abblocken und den Hund tatsächlich Erfahrungen machen lassen, aber darauf achten, das diese durchaus positiv sind.
    Warum, weil der Hund lernen muss, mit Artgenossen zum kommunizieren und entsprechend auch den höflichen Umgang mit anderen Hunden. Dazu kommen die rassespezifischen Unterschiede, welche ich als ganz wichtig erachte.

    Mit ins Café habe ich unsere auch schon recht früh....

  • Also zu Punkt 1: An Deiner Angst bzw. Unsicherheit wirst Du arbeiten müssen damit sich Deine Unsicherheit nicht irgendwann auf Carla überträgt.Gab ja bereits schon Vorschläge diesbezüglich.
    So wie Du Dich auf der Wiese verhalten hast ist in meinen Augen goldrichtig,Du bist die Halterin und Du allein bestimmst mit wem und wann Carla Kontakt zu anderen Hunden hat!
    Zumal heranstürmende für einen unsicheren Welpen nicht gerade das ideale sind ;) Hab dasselbe mit meiner Maus auch gehabt und zig Hunde deshalb blocken müssen.
    Du wirst noch öfter solche komischen Leute antreffen die einen dann doof anmachen,versuch das nicht an Dich ranzulassen.Es ist nunmal Dein gutes Recht so zu handeln,egal was die sagen.

    Wenn Du Dir allein so unsicher bist dann warte bis es in der Welpenstunde soweit ist,ausser Du hast evtl. wen im Freundes/Bekanntenkreis der einen souveränen Hund hat,so daß man da evtl. mal ein Treffen arrangieren kann,destso eher die Kleine soziale Kontakte zu Artgenossen hat destso besser,wichtig halt nur das die dann positiv sind.

    Punkt 2: Hab ich mit unserer nie gemacht weil keinerlei Interesse dran besteht.
    Punkt 3: Gar nicht :D Irgendwer ist immer zuhause,da ich sie nicht mit den Katzen allein lassen will und räumlich trennen will ich die Fellnasen auch nicht.

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