Fragen zum Dummytraining

  • Hallo,
    ich habe einen 6 Monate alten Labrador Rüden mit dem ich gerne ins Dummytraining gehen möchte. Er apportiert für sein Leben gerne und wir bauen das auch immer mal in unseren Tagesablauf mit ein. Jetzt haben ich ein paar Fragen und hoffe ihr könnt mir da auf die Sprünge helfen.


    1. Wie alt waren eure Hunde als ihr mit dem Training ernsthaft begonnen habt?
    2. Wie oft geht ihr zum trainieren und wie lange dauert eine Einheit?
    3. Wie ist der Aufbau eines Trainings, wenn man es sportlich betreiben will?


    Der Labradorclub bei uns in der Nähe bietet Kurse an, die ich dann besuchen möchte. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir schon mal eure Erfahrungen mitteilt und meine Fragen beantworten könntet.
    Danke und LG
    Andrea

  • Leon haben wir ja erwachsen bekommen, er war ca. 1 Jahr alt, und es hat sich schnell herausgestellt, dass er ein Tragetier ist ;) . Mit Emma haaben wir schon im Welpenalter begonnen, spielerisch zu aportieren.
    Ich übe eigentlich fast jeden Tag mit Leon unterschiedlich lang, aber dabei ist der Dummy immer, ich benutze ihn z.B. auch, wenn der junge Mann zu unaufmerksam ist um ihn "aufzuwecken" oder als kleine Einheit zwischen UO-Übungen (für ihn ist die Dummyarbeit einfach ein riesiger Spaß). Oder wir üben ganz gezielt, wenns eine neue Lektion gibt. Meist dann so lang, wie er gut mitarbeitet, merke ich, dass er langsam das Interesse verliert, ist Schluss.
    Am Anfang haben wir aber immer nur kurze Einheiten von wenigen Minuten gemacht und IMMER mit einem Erfolgserlebnis für den Hund abgeschlossen (auch jetzt noch). Dafür dann halt öfter mal, wenn er einen guten Tag hatte.
    Bei meinen beiden habe ich gemerkt, dass sie sehr unterschiedliche Aufmerksamkeitsspannen und Anforderungen haben - Leon bringt dir den Dummy immer und immer wieder, läuft lieber kurze Strecken im schnellen Tempo, während für Emma 2-3mal reichen, dafür gerne quer und lang durchs Unterholz.

  • Hallo,


    wir machen das auch spielerisch. Er findet es einfach klasse mir den Dummy zu bringen. Er gibt ihn mir auch direkt in die Hand und bleibt sitzen bis ich ihn zum holen schicke. Im moment binde ich immer kleine Einheiten in die Spaziergänge mit ein (max. 5 minuten). Wenn ich merke, das er nicht bei der Sache ist, höre ich auch eher auf.


    Ich weiß nur nicht ob ich damit weitermachen soll, bis wir ins Dummytraining unter fachlicher Anleitung gehen oder ob ich jetzt vielleicht was falsch mache, das ich dann später nicht oder nur schlecht korrigiert bekomme.


    Über tipps freue ich mich


    LG Andrea

  • Ich habe noch kein professionelles Dummyseminar besucht, lediglich als Teil der Jagdhundeausbildung mitbekommen und mal mit unserem Trainer drüber geschnackt :smile: . Hört sich für mich aber soweit gut an :gut: Sprich doch mal mit deinem Trainer/deiner Hundeschule oder einem anderen Fachmann.

  • Hallo,


    1.) hab mit meiner Labradorhündin mit 12 Wochen begonnen...aber natürlich nicht viel und nicht lange, alles
    nur spielerisch...belohnen fürs tragen, belohnen fürs bringen...auf die Futterschüssel schicken mit "voran"


    2.) Heute ist sie 5 Jahre. Trainingseinheit intensiv (mit Trainer) 1 Stunde/Woche, aber mit Pause
    Zwischendurch "Hausübungen" auf Spaziergängen eingebaut ein paar Minütchen


    3.) Auch die hiesigen Retrieverclubs sind nicht immer das Mass aller Dinge. Achte auf guten und nicht zu schnellen
    Aufbau der Übungen. Hund MUSS verlässlich kommen, das Dummy tragen können, ein paar Schritte damit laufen
    und auf Abruf das Dummy bringen. Damit sitzen können.
    Markings (sichtige Dummys), Voran: Hund läuft in gerader Richtung, Suchpfiff (Dummy liegt in der Nähe),
    Stop-Pfiff VOR dem Einweisen (Hund rechts oder links schicken können).
    Du erkennst gutes Dummytraining daran, dass wirklich kontinuirlich aufgebaut wird, auf dein eigenes (und das vom
    Hund) Lerntempo eingegangen wird, der jagdliche Hintergrund erklärt wird und wenn du jagdliches Interesse hast, der Hund Wildgeruch kennenlernt und mal Wild apportieren darf. Ein guter Trainer erklärt dir Geländeübergänge und Windverhältnisse. Das alles ist wichtig für spätere sportliche Prüfungen, privat, also zum Spaß sind Fehler ja nicht so tragisch :-)
    lg Isi-Rider

  • Zitat

    Über tipps freue ich mich


    Was ich (für mich und meinen Hund) festgestellt habe:


    Das A und O ist ein LANGSAMER!!!! und sorgfältiger Aufbau!
    Beim Dummytraining baut ja viel aufeinander auf, man sollte zB erst mit dem Einweisen anfangen, wenn die Basics sitzen usw....


    Wir haben uns viel kaputt gemacht durch einen konfusen und unbedachten, zu schnellen Aufbau.
    Da betreiben wir noch Schadensbegrenzung.


    LG


    kathi

  • Hallo,


    danke für eure Antworten.


    Balu und ich machen immer mal kleine Einheiten auf unseren Spaziergängen. Er sitzt dann ab und ich werfe den Dummy. Auf Kommando "apport" läuft er dann los und bringt den Dummy. Er gibt ihn mir auch recht zuverlässig in die Hand. Im Augenblick üben wir das absitzen beim Übergeben des Dummys. Manchmal , je nachdem wie motiviert Balu ist, verstecke ich den Dummy im Gebüsch und er darf ihn auf KOmmando holen, wenn ich wieder bei ihm bin.


    Ich hoffe ich mache da nichts falsch, wenn ich Dummyarbeit mit ihm machen will der in den sportliche ambitionierten Bereich übergeht. Im Moment weiß ich das aber noch nicht. Ich mache das davon abhängig wie viel Spaß wir beide langfristig daran haben, da ich davon ausgehe, das man da ohne die entsprechende Motivation von Hund und Halter nicht rangehen sollte. Dann würde ich es eher auf dem Spaßlevel belassen.
    Das Dummytraining unseres hiesigen Labradorclubs hat einen sehr guten Ruf. Dort wird in verschiedenen Ebenen trainiert. Am Anfang einfaches apportieren und darauf erfolgt ein Aufbau der je nach Festigung der erlernten Einheiten komplexere Varianten enthält. Ich werde mir mal so ein Training anschauen, wenn es wieder losgeht. Da wir auch bei denselben Trainer einen Junghundekurs besuchen werden, sind die Voraussetzungen galube ich nicht schlecht.


    Vielen Dank und LG
    Andrea

  • Ich mal wieder auch ein paar Fragen :D :


    a.) Kann mir jemand ein Buch sagen, wo der jagdliche Hintergrund erklärt wird. Also sozusagen ein "Apportierbuch" für Jäger. Ich mache zwar keine Jagdausbildung (hab nen Elo), aber da sie es liebt zu apportieren, würde mich das Thema sehr interessieren.


    b.) Ist es eigentlich Characterabhängig, ob ein Hund apportiert oder hängt es stark von der Rasse ab?
    Also ein Retriever ist ja rein genetisch schon dafür gemacht zu apportieren. Trotzdem kenne ich einige Retriever, die mit der "Beute" weglaufen und sie nicht bringen. Wie sieht es mit den "Vorstehhunden" aus? Kann man denen beibringen das Apportel zu bringen? Oder bleiben die immer vorm Apportel stehen?



    Ich frage nur, weil im Elo, ja eigentlich kein "Apportierhund" drin ist und sie es trotzdem super gerne tut. Dafür ist ein "Wachhund" drin und das "anschlagen" an der Tür, kann ich ihr nicht abgewöhnen, das ist genetisch einfach drin. Allerdings konnte ich es lenken, also beeinflussen, ob sie wirklich "bellt" oder nur einmal "wufft", was sie nun tut.


    Freue mich über Antworten. :hilfe:


    LG Cafedelmar

  • Hi, ich hab dir grad auf deinen anderen thread geschrieben, zufällig die Bücher erwähnt, nach denen du hier fragst.
    Also das "3 Apporte" von Tineke Antonisse-Zijda hat jagdlichen Erklärungshintergrund, "Trainingsbuch für Retriever" von Norma Zvolsky nicht. Aber die Übungen sind sehr aufbauend beschrieben.


    Die Retriever die mit der Beute weglaufen, sind nur schlecht trainiert worden, aber könnten es durchaus besser :D


    Es gibt schon rassen die sich fürs apportieren nicht interessieren und andere Ambitionen haben. Ich kenne einen Profi der es nicht schafft seine Chow chow Hündin zum apportieren zu bewegen oder manche Hütehunde nehmen kein Apportel an.


    Eh super dass dein Hund so gerne apportiert. Wenn du es immer interessant gestaltest, werdet ihr noch lange Freude dran haben. :gut:
    lg Isi-Rider

  • Apropo ChowChow, da wird es dann auch wieder Unterschiede geben. Ich habe ja ne Elo Hündin, Mischung aus: ChowChow, Eurasier und Bobtail:-) Die Apportiert wie blöde! Außer im Wasser ;)


    LG Cafedelmar

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