Pech, selbst schuld oder einfach nur Zufall?

  • Mir fällt auf, dass der Hund wenig Ruhe hat, sobald du zu Hause bist. Eine hibbeliges Kind, würdest du so nie ruhig bekommen.

    1.Kannst du die beiden Spaziergänge am Nachmittag zu einem großen Spaziergang zusammenlegen und danach gezielt "Ruhe" in deinem Beisein üben?
    2. Müssen die Tricks denn auch noch sein? Hier wäre auch RUHE halten angesagt.
    3. Du weißt nicht, was sie machen, wenn du nicht da bist. Das sollte sich ändern, denn auch hier gilt "im Haus ist Ruhe".

    Selbst wenn du die o.g. Punkte berücksichtigst, kommst du auf ca. 3 Stunden Bewegung/Bespaßung am Tag OHNE das ganze Gedöns am Abend (Agility etc.). D.h. dein Hund würde tatsächlich lernen zu ruhen und sich in den 3 Stunden gezielt auszutoben. Bei deinem "Plan" reißt du den Hund aus jeglicher Ruhephase und bietest im wieder Action und Abwechslung...kein Wunder, dass er nicht lange ruhig sein kann. Er muss lernen sich zu langweilen. Zu Hause würde ich, wenn überhaupt, mal ein Knochen geben zum Knabbern...irgendwas Ruhiges und ohne, dass du dich auf den Hund konzentrierst.

    Ich bin selbst ungeduldig, aber meine Schüler und Tiere müssen lernen, Ruhe und Langweile auszuhalte.

  • Entschuldige bitte, aber das ist totaler Blödsinn....
    Natürlich gibt es ADS und ADHS bei Kindern.
    Ich arbeite täglich und schon sehr lange mit Kindern mit Kindern.
    Sicherlich wird die Diagnose z.Zt. oftmals etwas voreilig gestellt und es gibt auch durchaus Ärzte, die zu schnell Medikamente verschreiben. Dennoch darf man nicht die Augen davor verschließen, dass manche Kinder nicht ohne auskommen.
    Du tust mit deinen Aussagen allen Betroffenen großes Unrecht...

  • Man sollte erst alles andere probieren, aber manchmal helfen einem Medis, beim Hund überhaupt einen Fuß in die Tür zu bekommen.

    In eurem Fall braucht man aber noch garnicht an Medikamente zu denken. Bei DEM Programm würde meine Hibbellise auch total abdrehn und wieder alles angreifen, was 2 Beine hat.

    Sicher, man kann MAL 1 oder 2 Tage viel unternehmen, wir machen auch mal eine lange Wandertour o.ä.
    Aber dann heists die nächsten 2 Tage ziemliche Ruhe, 2 mal täglich eine knappe Stunde entspanntes Schnuppergassi ohne andere Hunde oder Erziehung und sonst garnix!

    Ein Hund muss den Stress ausgleichen können. Und bei so hochgepuschten wie unseren kann es Wochen dauern, bis Hund endlich runterfährt erstmal.

    Ich wollte es selbst nicht glauben. Hatte selbst nach 4 Stunden Gassi noch ein schlechtes Gewissen. Es gab zweimal wöchentlich 2 Stunden im Hundeverein, 5 Wochentage Gassirunde mit über 5 anderen quirligen Hunden, waren wir mal allein unterwegs dann gabs Dummytraining, Fährtenarbeit, UO...

    Seit wir VIIIIEEEL mehr Ruhe haben, VIIIEEL weniger machen, haben sich auch Happys Aggressionsprobleme von ganz allein deutlich verringert und die Reizschwelle angehoben. Somit können wir JETZT an den wirklich wichtigen Baustellen endlich wirklich erfolgreich arbeiten. Mein Hund kann sich jetzt schon recht gut beherrschen, wenn ich Spielzeug in die Hand nehme, kann ein Nein akzeptieren und wird zunehmend gut von Wild abrufbar.

    Wie gesagt, bei mir kam die Einsicht erst durch die Zwangspause wegen meiner Krankheit, sonst hätte ich es wohl auch niemals geglaubt und umgesetzt. Doch ich hatte regelrecht den Eindruck, dass mein Hund tatsächlich regelrecht DANKBAR war und sie wurde einen Monat lang soo ruhig, dass ich mir schon Sorgen machte und sie zum TA schleppte. Aber sie holte einfach nur die ganze fehlende Ruhe nach, die sie jahrelang verpasst hatte.

    LG Lily und Happy

  • ich könnte mir vorstellen, dass dein problem eventuell hausgemacht ist.

    dein tagespensum ist ja schon ganz ordentlich. zusätzlich dazu noch hundesport (zwei verschiedene sportarten) und spaziergänge mit dauerbespaßung. glaub mir, da würde mein rüde hier auch am rad drehen...und er hat kein adhs ;)

    es ist wirklich nicht bös gemeint, aber ich persönlich würde einiges ändern, bevor ich solche diagnosen überhaupt in erwägung ziehen würde.

    ich würde alles, was an ballspiel gemacht wird erst einmal ersatzlos streichen.

    auslastung sollte den hund erden, nicht aufputschen. also würde agi bei mir auch rausfallen. hinzukommen würde allerdings mehr nasenarbeit, aber auch nicht täglich. die stunde radfahren würde ich auf eine halbe stunde kürzen und stattdessen die halbe stunde in einen ruhigen unbespaßten spaziergang stecken.

    unterordnung und kopfarbeit sollte, gerade bei nem bc, eher kompakt, kurz und mit einer klaren ritualisierten ein- und ausleitungspahse beginnen. wenn du auf einem spaziergang mit action vollstopfst, ohne den hund gezielt hoch- und wieder herunter zu fahren, ist es eine logische konsequenz, dass der hund nicht weiß, wann action und wann ruhe angesagt ist. gleichzeitig rennt er dir mit nem extrem hohen erregungslevel durch die gegend, denn es könnte ja sein, dass du gleich wieder action machst.

    mein pensum mit einem solchen hund würde folgendermaßen aussehen:

    erst einmal ein paar wochen nichts machen, wirklich gar nichts, außer langen ruhigen spaziergängen. innerhalb der spaziergänge sollte ruhige unterordnung stattfinden, die belohnung sollte leckerlie statt spielzeug darstellen.

    schnüffeln, die umwelt erleben sollte erst einmal sein programm werden. jegliches fordern wird erst einmal ignoriert.

    dann würde ich stück für immer mehr nasenarbeit machen. allerdings würde ich hier ein klares ritual einführen, wie z.b. ein wechsel des geschirrs, ein bestimmter ort. es sollte so klar sein, dass dein hund lernt: "aha, wenn dies oder jenes passiert, geht es los. und wenn dies oder jenes passiert, gibt es ruhe."

    nicht umsonst gibt es bei rettungshunden z.b. sehr klare rituale. einerseits sind die wichtig, damit die hunde sofort wissen, dass sie loslegen sollen. und andererseits weiß der mantrailer oder flächensuchhund, dass er abschalten kann, wenn das geschirr/die kenndecke nicht drauf ist. das ist enorm wichtig.

    im endeffekt würde ich mit einem solchen hund täglich etwa 1,5 bis 2 h in einer ruhigen umgebung spazieren gehen und höchsten 15 minuten bespaßung über den gesamten spaziergang verteilt in drei mal 5 minuten-einheiten machen.

    das fahrrad fahren würde eine halbe stunde dauern, mehr nicht.

    und ich würde nicht zig sachen machen, sondern eine aulastung, die ihn wirklich fordert, wie z.b. mantrailing etc. pp.

    wenn z.b. kinder anzeichen von adhs u.ä. zeigen, ist es enorm wichtig, dass sie lernen, sich auf eine sache zu konzentrieren.

    zum jagdverhalten hab ich eine frage: jagd dein hund auf sicht?

  • Mir fiel auf: "Er schläft auch mal unter dem Tisch".
    Ich finds nicht schlimm, wenn ein Hund mal unter dem Tisch liegt, aber gerade ein unruhiger Hund profitiert davon, wenn er einen ungestörten Platz hat, von wo aus er nicht alles mitkriegt, und auf dem er absolut ungestört tiefenentspannt schlafen kann. Ich würde ihm in einer ruhigen Ecke eine Höhle (Box mit offener Tür) oder wenigstens einen Korb mit hohem Rand anbieten und daran arbeiten, dass er den Platz auch akzeptiert. Was durchaus ein bisschen dauern kann.

    Unter dem Tisch, vor der Tür, mitten im Raum und auch auf dem Sofa sind so "ich will alles mitkriegen" Plätze - finde ich für einen solchen Hund nicht geeignet.

    Bzw. ich würde beiden Hunden solche Plätze anbieten, jedem seinen.

  • hhhäää? blacky?
    das versteh ich jetzt nicht das war doch der, der gerne schmust mit kinder und deiner kleinen chi´, der keine lust auf Agi hat und nicht losrennt. und der im haus eher der schmusebär ist. versteh ich jetzt nicht warum er nun ADHS haben soll :???:

  • Zitat

    hhhäää? blacky?
    das versteh ich jetzt nicht das war doch der, der gerne schmust mit kinder und deiner kleinen chi´, der keine lust auf Agi hat und nicht losrennt. und der im haus eher der schmusebär ist. versteh ich jetzt nicht warum er nun ADHS haben soll

    ??


  • Ich habe zwei Kinder mit ADS und ADHS. Das wurde in einem Zeitraum über 1 Jaht diagnostiziert. Mich regt es einfach nur auf, wenn jemand der keine Ahnung und Erfahrung damit hat, solche Behauptungen in den Raum wirft. Für Kinder ist diese Krankheit eine enorme Belastung, wenn man sie nicht richtig behandelt. Meine Kinder bekommen keine Medikamente aber sie haben einen straff organisierten Tagesablauf und feste Regeln. Ergotherapie und Bio-Feedback-Therapie. Besonders mein kleiner Sohn mit ADHS hat es vor der Diagnose immer sehr schwer gehabt. Er wurde ständig ausgegrenzt und vom Kindergarten gab es Vorwürfe wie schlecht er sich wieder mal benommen hat. Das ist für die Kinder die Hölle. Wir können jetzt endlich auf unsere Kinder eingehen ihre STärken bewußt fördern und ihnen eine Basis schaffen mit der Krankheit zurecht zukommen.

    Aber jetzt zum Hund (Entschuldigt den kleinen Ausbruch, aber da kann ich einfach nicht anders)

    Vielleicht hilft es ja auch die Strukturen für deinen Hund überschaubarer zu machen. Feste Zeiten und nur wenig, aber gezielte Förderung seiner Stärken. Bei meinem Sohn mit ADHS ist es Kontraproduktiv ihn auslasten zu wollen (körperlich). Er dreht dann nur noch mehr hoch. Ich weiß zwar nicht ob man das vergleichen kann (Mensch/Hund) aber es könnte ein Ansatz sein. möglicherweise hilft es zu sehen wo genau er besonders konzentriert arbeitet oder motiviert ist und dort anzusetzen. Alles andere würde ich erstmal lasse. Man kann das dann je nach Erfolg steigern und auf andere Bereiche ausdehnen. Oft hilft es auch eine Ritual einzuführen, das ihn aus der hyperaktiven Phase rausbringt. bBei uns ist das ein ganz bewusstes Anfassen der Schultern mit Augenkontakt und einem ruhigen "STOP". Dieser Prozess hat sich automatisiert und hilft. Allerdings sind das Methoden für Menschen, ob die beim Hund funktionieren weiß ich nicht.
    Trotzdem drücke ich dir die Daumen und wünsche deinem Hund alles Gute

    LG Andrea

  • Wir haben einen Hund, der ähnlich auffälllig ist wie Deiner, wenn nicht sogar noch schlimmer... ich hatte hier: https://www.dogforum.de/2-jahre-und-ke…ht-t143597.html darüber berichtet. Eine der Userinnen hat mir ebenfalls die Links der ATN ans Herz gelegt und ich habe daraufhin den kompletten Tagesablauf umgekrempelt.
    Er kriegt aktuell eine kleine Übungseinheit zuhause/im Garten von ca. 10 Minuten, vielleicht auch weniger... leichte Dinge wie Sitz/Platz/Pfötchen/etwas Nasenarbeit. Am späten Nachmittag bekommt er einen Gassigang - alleine, ohne die anderen beiden Hunde. Wir gehen extra erst so spät, dass wir keine anderen Hunde mehr treffen. Angefangen haben wir mit 20 Minuten vor 2 Monaten, mittlerweile sind wir schon bei 45 Minuten. Vorgestern sind wir auf dem Hinweg eine andere Route gegangen (ja, es ist sonst jeden Tag der gleiche Weg gewesen) und da habe ich den Spaziergang dann wieder auf 30 Minuten verkürzt. Und das war definitiv genug für ihn.
    Ich merke auch erste, konstante Verbesserungen. Er ist ruhiger, entspannter, er ist -das erste Mal überhaupt!- draussen ansprechbar. Er beginnt, die 10m-Schleppleine als SEINEN Radius zu akzeptieren. Auf dem Weg zurück zum Auto läuft er sogar ganz eng bei mir, ohne ziehen und zerren. Er reagiert auf gesprochene Richtungskorrekturen... das ist für IHN ein gigantomanischer Fortschritt. Es gab seitdem keinerlei Vorfälle mehr mit unseren Hunden zuhause. Bei fremden Hunden bellt er zwar noch, aber kontrollierter und er ist abrufbar - auch das, ein Novum!
    Ich habe ihn sogar schon dabei erwischt, wie er im Garten liegt und sich entspannt - bis vor kurzem noch undenkbar!

    Ich weiss, man darf sowas eigentlich nicht laut sagen: Ein 2,5 Jahre alter Beagle, ein Laufhund, muskulös, in Saft und Kraft - und dann 45min Gassi gehen - aber ihm tut es gut. Glücklicherweise gibt es hier niemanden, vor dem ich mich rechtfertigen muss (Stichwort: Über-Hunde-Halter) und wenn es ihm damit gut geht, muss man sich einfach ein dickes Fell zulegen und sich in Ignoranz üben, bzw. da erklären, wo interessiert gefragt wird.

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