Zickigkeit gegenüber Zweithund

  • Ich bin mir nicht sicher wie ichs nennen soll- meine große Hündin Arya (9 Monate, grade erste Läufigkeit durch, Malimix) ist zum teil extrem zickig gegenüber unser Zweithündin Yuki (5 Monate, seit knapp 3 Wochen hier, Terriermix?).
    Es gibt Moment da geht arya völlig ohne Grund (zumindest für mich keinen ersichtl.) auf Yuki los- das ganze ist dann von Arya´s Seite aus viel Knurren, Grummeln, beissen,schnappen- während Yuki unter ihr fiept und schreit als ob sie bei lebendigem Leib aufgerissen wird- Yuki unterwirft sich sofort und wird starr- Arya lässt dann ab. Im nachhinein hat Yuki aber nichts- nichtmal ne nasse stelle- das ist so viel Drama aber ohne irgendwas :lepra:

    Es gibt aber auch Situationen wo Arya meint einen Grund zu haben- manchmal wenn Yuki sich ins Speil einmischt, manchmal wenn Yuki kuscheln will, aber Arya der Meinung ist sie darf nicht, manchmal wg fressen (obwohl sie sich da in 95% der Fälle verstehen) und so Sachen. Arya benimmt sich wie ein kleiner Diktator manchmal....find ich.

    Achso, die Zickigkeiten sind auch schon vor der Läufigkeit gewesen- nur in der Phase schlimmer geworden da sie nicht richtig laufen konnte, nur an der Schlepp.....


    Ansonsten ist das Verhältnis zwischen beiden hunden super, sie vertragen sich, kuscheln, spielen- Yuki darf fast alles bei Arya- Yuki ist ein mörderfreches kleines Miststück :D und arya lässt ihr das auch zu 90% durchgehen- nur hin und wieder knallts dann.....


    Dasselbe verhalten hatten wir bei unser ehemaligen Pflegehündin und Arya auch.


    Meine Frage ist- schreite ich da ein? Lass ich die beiden, denn es gibt ja keine wunden.....oder pflück ich arya dann runter und schick sie auf die Decke? Ich beobachte sie schon sehr genau und kann häufig die situationen "umschiffen" oder sie ablenken und dann ists gut, aber das geht nicht immer....

    Tolle situation gestern abend- Yuki hat sich ein Tempo geklaut und ist damit auf eine der Hundedecken (im Wohnzimmer liegen drei stück- es gibt aber keine besonderen Vorlieben, bzw Arya bevorzugt die am schrank, die benutzt Yuki gar nicht) und Arya ist ohne das was war sofort auf sie drauf..... :headbash:

  • Zitat

    Es gibt aber auch Situationen wo Arya meint einen Grund zu haben- manchmal wenn Yuki sich ins Speil einmischt, manchmal wenn Yuki kuscheln will, aber Arya der Meinung ist sie darf nicht, manchmal wg fressen (obwohl sie sich da in 95% der Fälle verstehen) und so Sachen. Arya benimmt sich wie ein kleiner Diktator manchmal....find ich.

    Die beschriebenen Situationen sind solche, die Du im Grunde prima regeln kannst. Wenn ich weiss, es gibt Stress unter meinen Hunden, wenn ich mit dem einen spiele, dann achte ich eine Zeit lang verstärkt darauf, dass der andere derweil aussen vor bleibt und abwartet. Das heisst, ich kaspere mit dem einen herum und den anderen bestätige ich derweil dafür (anschauen, loben, immer wieder), weil er so schön warten kann.

    Beim Einzel-Kuscheln genauso - der eine wird geknuddelt, der andere fürs geduldige Abwarten gelobt. Das kann man grad anfangs auf ganz kurze Distanz machen, der eine wird mit dem ausgestreckten Arm abgehalten, wenn er das kann, auch gern im Sitz oder Platz, während der andere geknuddelt wird, und allmählich die Distanz erhöhen. Das gilt natürlich jeweils für beide Hunde. Beide müssen lernen dürfen, dass auch mal nur der andere dran ist. Der, der warten soll, muss Geduld lernen und der, der dran ist, muss lernen, dass er Dich teilen können muss und nicht er derjenige ist, der bestimmt, wer wann von wem gestreichelt wird. Das kann man den Hunden auf nette, freundliche, ruhige Art vermitteln.

    Beim Fressen kann man ebenfalls von vorneherein klare Regeln aufstellen. Mit Abstand füttern, anfangs dazwischen stehen bleiben (oder gleich 2 Zimmer nutzen) und korrigieren, sobald der eine an den Napf des anderen will. Bei Kausachen genauso.

    Das wird immer leichter und einfacher, je öfter und geduldiger man das macht. Die Hunde müssen als hauptberufliche Egomanen erst einmal lernen dürfen, sich auch mal zurückzunehmen und geduldig abzuwarten, bis sie dran sind und auch ein wenig, dass sie vieles gar nicht "entscheiden" sollen. Meist kommt man dann auch dahin, dass die Distanzen sich allmählich verringern lassen, man beide Hunde gleichzeitg entspannt knuddeln kann und auch Spielen zu dritt/mehreren möglich ist.

    Es gibt Hunde, denen sind manche Ressourcen extem wichtig - Spielzeuge, etc. - da muss man ggf. noch zusätzliches Management betreiben, indem man Spielis nur "zuteilt" und nicht zur freien Verfügung liegen läßt. Es gibt Hunde, die sind extrem futterneidisch, da mag es auf Dauer nötig sein, getrennt zu füttern und bei Kauknochen in der Nähe zu bleiben, wo man auch keine Kausachen liegen lassen kann (wie z. B. die Monatsknochen in Form von riesigen OS-Knochen). Es gibt Hunde, die grossen Wert auf "Mein Kissen, mein Napf, meine Decke" legen, das kann man durch ganz klare Regeln managen. Das muss man also auch ein wenig abhängig von den jeweiligen Kandidaten machen. M. M. nach profitiert jeder Hund von solchen Hilfestellungen und Regeln, denn im Grunde fällt all das unter das Stichwort "Impulskontrolle". Etwas, das jedem von uns, Mensch und Tier gut tut.

    Anfangs mag einem das als aufwändig und sehr arbeitsintensiv erscheinen - aber da das Ergebnis eine recht harmonische Gruppe von Hunden ist, lohnt sich das auf jeden Fall.
    Gerade bei zwei Hündinnen, die sich im Alter so nahe sind, würde ich grossen Wert darauf legen, gleich jetzt mit sehr klaren Vorgaben für die Hunde anzufangen.

    Ein wenig Hilfestellung auf dem Weg dorthin bietet das Büchlein "Einmal Meutechef und zurück" von Patricis McCornell.

    LG, Chris

  • Morgen,

    was deine Tipps angeht, das haben wir so gemacht. Beim normalen Füttern z.B. fressen die beiden nebeneinander ohne Probleme.....da geht es nur um Leckerlies- aber auch hier nicht immer- und es ist nicht so das Yuki Arya was wegnehmen wollen würde- Arya ist eh die erste die fertig ist, aber wenn yuki sich nur bewegt, aufsteht ect bekommt sie eine....

    Kuscheln/Spielen- auch hier hab ich darauf geachtet- aber Arya knallt Yuki auch gerne direkt im Anschluss dann eine :???:


    Grade eben gabs ne Situation, die ich gar nimmer lustig finde- wir waren im schlafzimmer und arya lag bei uns- als mein Jüngster (3 Jahre) rein kam und mit/hinter ihm Yuki- Arya ist einfach auf Yuki drauf, direkt! neben dem Kleinen, der GsD einfach nen Stück zurück und erstarrt ist....ich hab Arya runter und weggeholt, geschimpft und nu liegt sie im Schlafzimmer und ist völlig eingeschüchtert....aber das geht nicht.....

  • Zitat

    , aber wenn yuki sich nur bewegt, aufsteht ect bekommt sie eine....

    ...

    Kuscheln/Spielen- auch hier hab ich darauf geachtet- aber Arya knallt Yuki auch gerne direkt im Anschluss dann eine :???:

    ....
    Grade eben gabs ne Situation, die ich gar nimmer lustig finde- wir waren im schlafzimmer und arya lag bei uns- als mein Jüngster (3 Jahre) rein kam und mit/hinter ihm Yuki- Arya ist einfach auf Yuki drauf, direkt! neben dem Kleinen,

    Vorweg - da wird es schon etwas mehr als 3 Wochen benötigen, um solch "eingefahrene" Verhaltensweisen bei Deiner zwar älteren, aber mit 9 Monaten auch noch sehr lebensunerfahrenen Hündin wieder gerade zu rücken. Deshalb musste ich bei diesem Satz: "was deine Tipps angeht, das haben wir so gemacht."schon etwas schmunzeln.

    Wenn Yuki sich in Eurer Wohnung nicht frei bewegen darf - sei es nur in bestimmten Momenten oder sei es über den Tag verteilt - ist das schon eine ziemliche Nummer. Eine 9 Monate alte Hündin kontrolliert Aufenthalt und Bewegung einer 5 Monate alten Hündin. Das ist heftig.

    Auch da musst Du unbedingt eingreifen. Arya wird ja vermutlich Yuki ziemlich oft "beobachten", dieses starre Anschauen und nur drauf warten, dass der andere Hund sich regt, wird auch "fixieren" genannt. Bereits dieses Fixieren/Beobachten/Anstarren musst Du unbedingt unterbinden. Fixiert Arya Yuki bereits, bist Du mit Deinen Management-Maßnahmen schon um einiges zu spät dran.
    Stell Dir eine lockere Gruppe von Strassenhunden vor - eine der Hündinnen dort wird versuchen, "Konkurrenz" zu vertreiben, das geht mit ähnlichen Attacken, wie zwischen Deinen beiden Hündinnen, man bloss, dass die eingeschüchterte Hündin dort abhauen kann und sich einer anderen Gruppe anschliessen kann. Deine Yuki kann das nicht. Die Tür ist ja zu. Das ist für beide Hündinnen maximaler Stress, die eine kann nicht einfach weg gehen und traut sich kaum noch, sich zu rühren, die andere kann nicht verstehen, dass die jüngere nicht abzischt. Irgendwann, wenn Ihr nicht ganz entscheidend was ändert, wird es richtig krachen, lass die kleine noch etwas älter werden und bei Hündinnen ist das wahrlich kein Spaß mehr. Die machen dann irgendwann richtig Ernst.

    Wenn Arya Yuki NACH dem Kuscheln/Spielen eine verpasst, stimmt mit dem Management was noch nicht ganz. Dann hat Arya vielleicht zähneknirschend akzeptiert, dass Ihr es "wagt", Euch auch mal mit der Kleinen zu beschäftigen, aber dass sie die Kleine dafür nicht zu maßregeln hat, hat sie dennoch nicht gelernt.

    Ich denke mittlerweile , dass Ihr dringend (!) Hilfe von aussen benötigt - und zwar möglichst bald.
    Holt Euch einen Hundetrainer ins Haus, der sich mit Mehrhundehaltung auskennt und Euch alle miteinander sehen kann.
    Von hier aus nur anhand von Beschreibungen, fehlt sehr vieles an Informationen, vor allem müsste man die Hunde sehen können.

    Ihr greift noch viel zu spät ein, das müßte sich ändern, aber dafür muss man all die kleinen Signale deuten können, die die Hündinnen schon lange, bevor es zu einer Attacke kommt, aussenden. Dann muss auch noch "richtig" eingegriffen werden, damit die Situation nicht erst recht eskaliert.

    Beide Hündinnen sind noch extrem jung und unerfahren. Beiden Hündinnen fehlen Souveränität und Reife, beide Hündinnen machen gerade für einen Junghund, der momentan mehr über das Leben an und für sich lernen sollte, viel zu schlechte Erfahrungen, was den Umgang von Hunden untereinander angeht und was die ausbleibende Führung durch Euch Menschen angeht. Beiden Hündinnen fehlt gerade etwas, an dem sie sich orientieren können. Also machen sie selbst, so gut sie in dem Alter halt können. Das soll nun nicht heissen, dass Ihr nur Fehler macht, so ist das überhaupt nicht gemeint, aber für das Zusammenleben in einer "gemischten" Gruppe von Hunden und Menschen, brauchen Hunde nun mal ganz eindeutige Regeln, innerhalb derer sie sich dann aber recht frei und auch sicher bewegen können. Diese Regeln fehlen bei Euch momentan.

    Bitte holt Euch Hilfe dazu. Ein dreijähriges Kind zwischen zwei Hündinnen, die es irgendwann sehr bald ernst meinen werden, wenn das so weiter geht, ist ein absolutes No-Go.

    LG, Chris

  • Der Altersunterschied ist einfach zu eng. Die Ältere müsste eigentlich die Jüngere erziehen, kann das aber nicht, weil sie ja selber gerade herausfinden muss, wer sie ist.

    Die einzige Möglichkeit, die ich da sehe: Beide Hunde sehr, sehr stark managen. Und das sinnvoll. Wenn Du das nicht leisten kannst, würde ich einen der Hunde abgeben, denn das, was Du jetzt hast, dürften gerade mal die ersten "Vorwehen" von dem sein, was da noch kommt. Denn die Jüngere kommt ja auch noch in die Pubertät und da ist die Ältere noch längst nicht fertig...

    Viele Grüße
    Corinna

  • Deine Situation unter den Hündinnen ist hoch explosiv und gefährlich für deinen Sohn.

    Dein Management ist hier gefragt und zwar dringend, deine Hunde schreien danach.

    Im äußersten Notfall würde ich eine der Hündinnen abgeben.

  • So, ich hab jetzt hier mit ner Hundetrainerin telefoniert, die nä Woche vorbei kommt zum kennenlernen. Am Telefon war sie sehr nett, mal schauen wie sie im Umgang hier ist und was sie für Ideen hat.

    Zum abgeben- das ist keine Option. Zumindest nicht solange ich net mein letztes Hemd für nen Hundetrainer gegeben hab :D

  • Schön, dass Du gleich Nägel mit Köpfen machst.

    Was mich gedämpft optimistisch stimmt, ist, dass die Konflikt-Situationen immer "nur" in Eurer Anwesenheit stattzufinden scheinen (ich hoffe, ich hab das richtig rausgelesen), also Eure Anwesenheit von der Älteren als wichtige Ressource gesehen wird, denn DAS liesse sich mit gutem Management sicher deutlich verbessern. Schlimm und kaum zu managen wäre es dagegen, wenn die Hündinnen sich in Eurer Abwesenheit bekriegen würden. Aber das scheint ja nicht der Fall zu sein bisher?

    Leicht wird es so oder so nicht - aber ich drücke Euch auf jeden Fall die Daumen.
    Ganz aus dem Hinterkopf verdrängen sollte man den Gedanken an "ehe die Flüsse sich rot färben, käme auch eine Abgabe in Frage", dennoch nicht. Denn solche Gedanken brauchen immer etwas Zeit, um ihren Schrecken zu verlieren. Wenn gar nichts mehr geht, wäre eine Abgabe für beide Hunde eine extreme Erleichterung.

    Die Konstellation zweier Hündinnen, die sich altersmäßig arg nahe liegen und die beide noch wichtige Entwicklungen der Persönlichkeit vor sich haben, ist schon eine Nummer für sich. Deshalb schliesse ich mich Corinnas Frage aus menschlichem Interesse an. Wußtet Ihr, was da evtl. auf Euch zukommen kann?

    Bitte schreib, wie sich das Ganze weiterentwickelt und gern auch, was für Tipps die Trainerin für Euch hat und wie sie die Lage einschätzt.

    LG, Chris

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!