Ist (m)EIN Hund manchmal dumm?

  • Hi liebe Foris

    Bevor nun wieder die Frage oder Behauptung kommt das ich meinen Hund deswegen weniger Liebe, möchte ich direkt vorher Antwort, nein dem ist nicht so. Ich sehe es als herrausforderung udn freue mich über jeden kleinen Lernerfolg. Es schade das man viele Dinge die man sich Vorgenommen hat (und evtl auf grade deswegen diesen Hund genommen hat) nicht machen kann. Wenn man sich Dinge wie Agility, Dummyarbeit oder Longieren überlegt hat. Eins von denen hätte der Hund sicher Spaß dran, ja Spaß schon, aber es sind keine Fortschritte zu erziele und man bleibt Monatelang auf einer Stelle. Klar deprimiert das. Und man hätte sich dann ja auch einen Hund holen können der GENAU für diese Aufgabe perfekt wäre, aber sicher gäbe es auch da Intelligente und weniger intelligente Vertreter der Rasse. Natürlich fragt man sich manchmal was man falsch macht oder gemacht hat. Für nichts auf der Welt möchte ich meinen Hund hergeben, aber manchmal stell ich mir (oder machmal stellen sogar Fremde mir) die Frage, "ob es dumme Hunde gibt?" Undwarum Lino, wenn es diese ginbt, dazugehört.

    ich habe mal geschrieben das Lino "dumm" ist, ohne dies weiter zu erläutern. In einem anderen Thread wurde dies dann wieder aufgefasst als ich mich nach unserem Zukünftigen Hund informieren wollte und mir wurde Vorgeworfen das ich mir deswegen einen "neuen" holen will weil der jetzige ja doof ist. Aber ein Kind mit lerntschwache geb ich doch auch nicht weg oder will DESWEGEN ein neues. man kann und sollte daran arbeiten und einen weg finden.

    Ich erzähl euch mal ein paar Beispiele

    Ich werfe den Ball, Lino bringt ihn wieder. ich täusche zur einen Seite an, werfe dann aber in die andere Richtung. Seit 1 Jahr bin ich jedesmal der Depp der den Ball holen muss weil er es einfach nicht schnallt, das es nur ein "fake2 war. JEDER Hund den ich kenne guckt sich das 2-3mal an und dann fängt er an nicht nur den Arm sondern den Ball zu beobachten und macht die Fehler nicht mehr zur falschen Seite zu laufen.

    ich habe meinem alten Spanier aus jux das "geh rum" beigebracht. Also wenn er um eine Bank gehen soll um an das Leckerli zu kommen, wenn er über die 3m entfernte Brücke gehen soll um auf die andere Seite des Flusses zu kommen, um die Leine von der Laterne zu wickeln wenn er sich vertüddelt hat. usw. Artax hat das nach mehrmaligen zeigen verstanden. Lino kann ich 50mal "rum" (ÜBER die Brücke) führen, er wüsste beim 51mal immer noch nicht wie er über den Fluss kommt.

    wir kommen von einem Feld wo so Autoabsperrungen sind für Fußwege, wo man so im "zickzack" rum muss. ich geh vor, laufe weiter. Artax kommt, richt am Boden (man sieht ja auch sehr gut wo der "Trampelpfad" ist) läuft im zickzack hinterher. Lino SIEHT mich und Artax darum laufen, was macht Lino, kommt zur Absperrung, guckt da drunterdurch und bleibt steht und fiept weil er ja nicht weiter kommt. ich geh weiter, locke, rufe und ermutige ihn zu kommen, er will ja auch aber er kann nicht, er kapiert nicht das er mal 2m nach links gehen müsste anstatt den direkten Weg zu nehmen(da wurde er das erste mal von einem Fremden als Inteligenzsparleuchte betitelt....)

    nächstes Beispiel. Eine Freundin hat einen Bauernhof. Sicht von dem Gehweg: Links ein großes Tor, dann das Haus und dann führt der Zaun mehrere hundert Meter weiter. Hunde auf den Hof, hinten ums Haus rum, kommen wieder nach vorne zum Gehweg und sind von uns getrennt durch den Zaun, Artax und der andere Hund laufen um das Haus zurück durchs Tor zu uns.- Lino läuft weiter am Zaun (bis der Garten eben zuende war) er hat nicht verstanden was er zun muss um zu uns zu kommen.

    Auch versteht er nicht das wenn zB die Leine sich um den Fuß vertüddelt hat das er das Bein heben muss. Er humpelt dann lieber vor sich hin.

    Als er grade anfing zu lernen das bei zu heben hat er sich jedes zweitemal ins Gesicht gestrullt, 3 Monate lang

    Also ich weiß nicht ob ich da übertreibe, aber machmal Zweifel ich echt an meinem Hund. Also nun die frage: denkt ihr mein Hund ist dumm, oder kann er nur wenig oder hab ich nur noch nicht den Draht gefunden ihm etwas begreiflich zu machen. Wie kann ich ihm beibringen das er selber "Mitdenkt" außer ihm die Lösung zu zeigen oder ihn langezeit da stehen lassen das er selber Nachdenken muss.

  • Vielleicht machst Du einfach den verständlichen Fehler, zwei vollkommen unterschiedliche Hunde auf ein- und dieselbe Art ausbilden zu wollen.

    So wie es Menschen gibt, die einen Text verstehen und behalten können, wenn sie ihn hören, gibt es andere, die ihn nur verstehen und behalten können, wenn sie ihn lesen. Ähnlich ist es bei Hunden, auch da gibt es unterschiedliche Arten des Lernens.

    Vielleicht hast Du einfach für den Buben noch nicht SEINE Lernmethode herausgefunden.

    LG, Chris

  • Huhu !

    Also erstmal; du hast das echt toll geschrieben und entschuldige, ich musste paarmal wirklich lachen :ops: :D

    Zum Thema ansich:

    Hört sich nicht gerade danach an, als würde Lino grossartig mitdenken. Er ist wohl da, wie es sich liest, tatsächlich einfach gestrickt (hört sich iwie besser an^^).

    Wenn der auch den Weg nicht findet, wenn du nicht dabei bist, bzw nicht bei einem Spaziergang, sondern @home,muss er ja selbständig handeln, wenns dann nicht klappt....

    Kannte er das Grundstück, indem die anderen Hunde hinten ums Haus liefen ?


    Lg Nina

  • Willkommen im Club :solace:
    Ich weiß wie es ist einen dummen Hund zu haben - aber ich habe gelernt damit zu leben. Mein Hund hat einfach keinerlei Freude beim Lernen und ich habe in den 3 Jahren auch nichts gefunden, um ihn das Lernen an sich schmackhaft zu machen. Wir sind jetzt an einem Punkt, an den ich ihn einfach akzeptiere und ihn sein ding machen lasse - er ist glücklich damit, den Hof bewachen und schlafen zu können - und ich such mir halt andere Hobbys ;)

  • Hi

    Chris, Nur weil ich Artax einen Trick begebracht habe heißt es nicht das ich ihn trainiere. Bitte nicht falsch verstehn. Artax kann Hier und Bleib und das reicht für seine Vergangenheit und seine Zukunft. An mehr ist er auch nicht interessiert.

    Aber selber Probleme lösen ist doch eigl nichts was ich Lino beibringen muss oder?
    Es geht mir nochnicht mal um das befolgen dieses einen Triicks sondern ums generelle "mitdenken" Wenn ich hier nicht durchkomme such ich einen anderen Weg und bleib doch nicht sitzen und warte bis sich das Hintderniss von selber auflöst?

    Außerdem scheint es nicht an den "Methoden" zu liegen den Sitz Platz Fuß, Bleib, auf dein Platz, in die Ecke, ab, auf, warte, halt, Steh, das kann er ja auch alles. Nur das sind Dinge die ich AKTIV beigebracht habt,

    wooni, nein alle drei kannrten das Grundstück nicht, aber 2 von drei wussten das sie den Weg zurück laufen mussten den sie gekommen waren, um zu uns zurückzukommen

    sahia, das macht mir ja Mut :( Er ist mit Leckerlies und Spielzeug schnell zu begeistern aber wehe er muss dafür "denken" um an seine Beute zu kommen,.. dann ist wieder so eine große weite Leere in seinem Kopf

  • Zitat

    Aber selber Probleme lösen ist doch eigl nichts was ich Lino beibringen muss oder?
    Es geht mir nochnicht mal um das befolgen dieses einen Triicks sondern ums generelle "mitdenken" Wenn ich hier nicht durchkomme such ich einen anderen Weg und bleib doch nicht sitzen und warte bis sich das Hintderniss von selber auflöst?

    Doch, manchen Hunden muss man das erst wieder bei bringen. Abgesehen davon gibt es einfach sehr unterschiedliche Wesenszüge, auch unter Hunden. Ein neugierig-forscher Hund wird eher auf eigene Lösungen kommen, als ein zaghafter-schüchterner. Das geht uns Menschen ja auch nicht anders.

    Unsere Angsthündin z. B. hat für allersimpelste Clicker-Übungen ewig lange gebraucht - eben WEIL sie es entweder nie gelernt hat, Eigeninitiative zu zeigen oder weil es ihr ausgetrieben worden ist, als dann erst mal der Groschen gefallen ist, dass sie selbst aktiv werden soll, klappte es dann. Dafür war die Clickerei einfach genial.

    LG, Chris

  • Zitat

    Aber selber Probleme lösen ist doch eigl nichts was ich Lino beibringen muss oder?
    Es geht mir nochnicht mal um das befolgen dieses einen Triicks sondern ums generelle "mitdenken" Wenn ich hier nicht durchkomme such ich einen anderen Weg und bleib doch nicht sitzen und warte bis sich das Hintderniss von selber auflöst?

    Das ist wohl das Problem. Lino läuft glücklich seines Weges und plötzlich "doinggg" er kommt nicht durch. Da scheint's dann halt einfach fertig zu sein bei ihm, das gibt es, nichtmal so selten.

    Ich hätte bisher auch noch nicht erlebt dass sich das grossartig ändert. (habs aber auch noch nicht zu Trainieren versucht, da gibts sicher auch Wege)

    Sehr selten ist dieses Phänomen nicht...

    LG

  • Kommt mir auch ein wenig bekannt vor...
    Paco ist auch manchmal so trottelig, allerdings würde ich ihn deswegen nicht als ernsthaft als "dumm" bezeichnen. Er ist eben in seiner eigenen Welt - veträumt trottelig. Dutzende Male habe ich angetäuscht das ich den Ball werfe und er fällt immer noch darauf rein, ich könnte es wahrscheinlich 100 Mal hintereinander machen und er würde immer noch genauso fröhlich auf die Wiese hopsen und den Ball suchen. Ich habs aufgegeben ihm beizubringen das er den gleichen Weg zurück laufen muss wenn er auf der anderen Seite der Straßenlaterne als ich läuft. Mein Hund hat schon in einem Gebüsch gestanden und wußte nicht mehr wie er dahin gekommen ist, geschweige denn wie er jetzt wieder zurück kommt. Genauso ist es mit Zäunen, Gräben, Absperrungen...

    Dafür lernt Paco dann andere Dinge schnell und begeistert. Die paar "Tricks" die er kann hat er schnell und ohne Probleme gelernt, was mich dann widerum wundert warum er bei anderen Dingen so "doof" ist.

    Aber zu deiner Frage: Ich glaube nicht das dein Hund dumm ist. Vielleicht mußt du es wirklich anders versuchen, vielleicht liegen ihm andere Dinge besser und du mußt diese erst noch finden :) Oder er verlässt sich einfach auf dich, das du ihm schon irgend wie hilfst.

  • Schön geschrieben. =D

    Es gibt halt Hunde, in der Oberstübchen nicht all zu viel Licht fällt.

    Freyr, der Hund meiner Mutter gehört auch dazu. Mein Vater hat ihn mal eine halbe Stunde lang im hinteren Teil des Wohnzimmers "eingesperrt", indem er einen 40 cm hohen Hocker im schmalen Durchgang immer dahin geschoben hat, wo der Hund gerade durchwollte. Obwohl das Freyr-Monster durch einen kleinen Hüpfer locker über den Hocker hätte hinwegkommen können, zog er es vor, verzweifelt zu jaulen: "Hilfe, da steht ein Mini-Hocker im Weg, ich werde hier hinten einsam verrotten".
    Ich musste ungelogen 6 mal selber über den Hocker hüpfen, bis bei Freyr der Groschen fiel.

    Spasseshalber haben wir das Ganze mit meiner Hündin Tama wiederholt. Da fiel mir das erste Mal auf, wie kreativ der kleine Teufel ist. Anstatt über den Hocker zu hüpfen, ist sie auf meinen Vater los, um ihm die Schlabberzunge über's Gesicht zu ziehen. Als der prompt die Hände vom Hocker nahm, um sie abzuwehren, ist sie ratzfatz durch die Lücke geschlüpft. Problem gelöst, aber ganz anders, als ich vermutet hätte.

  • Ich halte meine Fibi eigentlich für sehr plietsch (wie man bei uns im Norden sagt).
    Abere es gibt eine Sache, die sie absolut nicht begreift: Dass sie die Tür, wenn sie nur angelehnt ist, einfach mit der Nase aufstupsen kann. Wir haben es ihr nie gezeigt, sie soll es alleine begreifen. Nun ist sie seit August letzten Jahres schon bei uns, und ist bestimmt schon 1001 mal an einer angelehnten Tür gescheitert.
    :D

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