Rennen wirkt wie Droge
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Hallo,
mein Terriertier macht mir ein kleines Problem.
Andiamo ist nun 2 3/4 J. alt und rennt für sein Leben gerne. Da er dabei schnell große Distanzen hinter sich legt, habe ich in der Vergangenheit längere Zeit Schleppleinentraining mit ihm gemacht.
An der Schlepp läuft er auch inzwischen ganz gut.
Da es mit dem Abruf durch das Training auch wieder gut klappte, habe ich ihn in der letzten Zeit aber hauptsächlich frei laufen lassen.
Dabei war sein Radius zwar wieder etwas größer als an der Schlepp, aber er hat häufigen Blickkontakt gesucht und ließ sich auch gut abrufen.Im Wald ist es auch nach wie vor völlig ok, aber auf dem Feld hatte ich schon wiederholt Probleme.
Nun sind hier im Winter die meisten Felder kurz und so hat man bzw. Hund ja eine sehr lange freie Sicht und Schwupps, ist der Radius plötzlich viel größer.Naja, egal, Abruf klappt ja - - - dachte ich
Solange es eine Begrenzung durch Pflanzenwuchs etc. gibt, ist das auch kein Problem, Hundi hat ja genug zu schnüffeln und guckt regelmäßig zu mir und kommt auch.Aber sobald er anfängt zu rennen, ist es vorbei. Er rennt, wird schneller, und ist plötzlich wie auf Drogen: Tunnelblick, nicht mehr ansprechbar, ich bin anscheinend für ihn gar nicht mehr vorhanden.
Vorgestern hatten wir so ein unschönes Erlebnis: Ich auf Feldweg, Andiamo auch, wechselt aber zwsichendurch immer mal wieder aufs abgemähte Maisfeld. Ok, warum auch nicht.
Dann rennt er plötzlich los.
Ich denke, ach, gehst du einfach mal weiter, er wird schon kommen. Hund rennt aber immer weiter weg: in den Furchen hin und her. Ich denke, ok, hat er eben was erschnüffelt und kommt bestimmt gleich, wenn ich die Richtung wechsele (das hilft eigentlich immer).
Pustekuchen, Hundi bemerkt mich gar nicht mehr und rennt immer weiter Feld hoch, runter, irgendwann Richtung Straße.
Die Straße ist aber ja weit genug weg. Sicher 200 / 300m. So weit entfernt sich mein Hund doch nicht von mir und da endet ja sicher auch eine Spur, sollte es denn wirklcih eine sein (sein Weg und seine Haltung sehen absolut nich nach Spurverfolgung aus)
Von wegen. Hundi ist irgendwann fast auf der Straße angelangt.
Da bin ich dann so schnell ich konnte hinterher. Er rennt immer noch links, rechts, im Kreis. Auf mich wirkt es als renne er einfach um der Rennens willen. Die Nase ist nicht am Boden, eine Spur schein es nicht zu sein.
Ich schaffe es, kurz vor erreichen der Straße, die Leine vor ihn zu schleudern. Er erschrickt, guckt mich an, als hätte ich ihn komplett aus einer anderen Welt geholt und lässt sich plötzlich wieder normal abrufen.Ein ähnliches Erlebnis mit ihm hatte ich schon einmal in offener Feldgegend und auch schon mal am weitläufigen Strand.
Apropos Strand, auch da ist sein erster Gedanke immer rennen, rennen, rennen. Auch an der der Schlepp versucht er dann wie verrrückt im Kreis um mich herum zu jagen, was ich aber unterbinde.
Im Wald oder im eingezäunten Freilauf zeigt er dieses Verhalten aber nicht. Da sind die Strecken wohl zu begrenzt oder es gibt immer mal wieder neue Gerüche, als dass er sich so in Rage rennen kann.
Es ist für mich auch ganz offensichtlich, dass er beim Rennen einfach rennt, um zu rennen, und nicht um dabei zu jagen, Spuren zu verfolgen, etc.
Hat von Euch jemand ein ähnliches Problem?
Das bedeutet für uns ja nun wahrscheinlich, dass er in weitläufigem, offenem Terrain zeitlebens nur an der Schlepp laufen kann, oder?
Trainieren / Simulieren kann ich diese Situation abgesichert ja wohl kaum, da er offensichtlich ja immer Strecke und Tempo braucht, um diesen Kick durchs Rennnen zu bekommen.

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11. Januar 2012 um 11:15
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Rennen wirkt wie Droge - Vor einem Moment
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Ja, diesen Renn/Lauf"flash" hat meine Lizzy auch häufiger! Sie läuft dann einfach und wird immer schneller und schneller ... keine Ahnung wie Du das in die richtigen Bahnen lenken kannst.
Ich habe das Glück das meine liz sich in einem gewissen Radius um mich herum bewegt. Sie rennt also wie von allen Sinnen befreit immer in meiner Nähe.
Anfangs hab ich gedacht das sie auf Jagd ist - aber nein ... sie liebt es einfach zu laufen.War es denn nicht auch so das rennen/laufen bestimmte Hormone freisetzen die auf Hunde wie Glückshormone wirken? Oder trifft dies nur bei einer tatsächlich stattfindenden Hatz zu?
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Meiner hat auch solche Anfälle, der ist dann völlig aus dem Häuschen und man merkt und sieht ihm richtig an, wie glücklich er in diesen Momenten ist. Ich weiß auch nicht, wie und ob man so etwas abtrainieren oder verbieten kann
Deshalb machen wir es im Moment so, dass wir zu zweit auf´s Feld gehen, mein Mann und ich, dann gehen wir jeder in eine andere Richtung mit mehreren 100 m Distanz. Dann kann er immer zwischen uns hin und her rennen, immer von einem zum anderen. Das klappt super und er liebt es
Allerdings klappt bei ihm das Rückrufen generell noch nicht so gut, deshalb bleibt er meist an der Leine, wenn nur einer von uns mit ihm geht. -
Ich würde auf jeden Fall weiterhin am Abruf arbeiten, bzw. parallel dazu ein Supersignal aufbauen.
Ansonsten könntest du versuchen gezielt Energie abzubauen, indem du z.B. bevor du an den Strand gehst mit ihm joggen oder Fahrrad fahren gehst.
Hast du schon mal einen Hundetrainer kontaktiert?
ZitatWar es denn nicht auch so das rennen/laufen bestimmte Hormone freisetzen die auf Hunde wie Glückshormone wirken? Oder trifft dies nur bei einer tatsächlich stattfindenden Hatz zu?
Ich würde auf jeden Fall nicht ausschließen, dass das Rennen Hormone freisetzt (bin mir aber auch nicht sicher, und konnte auf die Schnelle auch nichts genaues dazu finden), aber bei Menschen ist es ja so, dass Sport Glückshormone freisetzt

lg
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Oh ja, das kenne ich zu gut, das ist der Grund warum Mia nicht ohne Leine laufen darf, gut, sie ist da aber auch nicht so weit wie Deiner, was die sonstige ABrufbarkeit angeht, Mia rennt und rennt und ist wie im Wahn, letztens meinte einer "die hat Tollwut"
Einerseits finde ich schön sie so herrlich rennen zu sehen und denke schon an den relaxten Hund zu Hause, aber eben nur dort wo es wirklich sicher ist.
Helfen kann ich dir da leider nicht, denn ich habe noch keinen Weg gefunden Mia irgendwie darauf zu bringen wenigstens etwas wahrzunehmen in dieser Rennphase.LG Penny
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Ahhh, zumindest sehe ich ja schon, dass ich nicht der einzige Besitzer so eines Rennjunkies bin

Fahrradfahren wäre ja vielleicht mal ein Versuch wert. Aber das müsste ich bei meiner 4 kg-Portion wohl sehr vorsichtig beginnen??!
Der Kurze hat übrigens eine mega Ausdauer. Da kann unser Aussie nicht mithalten

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Meine Maus ist auch ein "Rennjunkie" - aber GsD nur am Strand - bei ihr kommt da noch ein bißchen der Effekt "Wellen jagen" hinzu - aber eigentlich geht's ums Rennen....
Anfangs hatten wir da auch unsere Probleme mit dem Abruf - sie war wie "weggetreten" .... (ist aber trotzdem immer nach einer bestimmten Strecke umgedreht, zu uns zurück, vorbei und wieder von Neuem - und dabei Ohren auf "Durchzug")Wir haben das mit mehreren Strategien in den Griff bekommen (nicht in Reihenfolge sondern zeitgleich bzw. abwechselnd):
1. ausrennen lassen (kann man am Strand ja gut machen) - Hundi ist dann wirklich mal (körperlich) "kaputt", ist wieder aufnahmefähig für Ansprache (und hat am nächsten Tag Muskelkater...
)2. wenn sie weit weg war (sie entfernt sich dann tatsächlich ca. 300-400 Meter, vielleicht mehr - ist schwer zu schätzen) - haben wir uns ab in die Dünen bzw. hinter den Strandaufgang versteckt und sie tatsächlich richtig suchen bzw. leichte Panik bekommen lassen. Entweder dann mit Pfiff "erlöst" oder gewartet, bis sie uns gefunden hat. Wir hatten sie meist über die Hügel hinweg im Blick (ist der Vorteil am Strand) und es hat manchmal schon einige Minuten gedauert (dehnt sich ja in der eigenen Wahrnehmung extrem...). Das haben wir übrigens auch ab und zu mal im Wald gemacht, wenn sie mal wieder zu weit Voraus oder in ihrer Schnupperwelt war - fordert zwar gute Nerven - aber es zeigt wirklich guten Erfolg - der Hund beobachtet einen genauer, entfernt sich nicht mehr so weit und merkt sich den Effekt "Unaufmerksamkeit" - "Rudel" weg - auweia....
Das hat zumindest bei unserer gewirkt, weil sie uns nicht wirklich verlieren will - könnte natürlich bei sehr selbstständigen Hunden schwierig werden - aber da würde ich dann erstmal an anderer Stelle/Bindung arbeiten.3. Gehorsamsübungen am Strand mit "Reizauslöser" Meer und Wellen in direkter Nähe (anfangs abgesichert durch Leine) - also bevor sie laufen durfte (und später auch zwischendurch) immer mal wieder Einheiten mit "Fuß", Ablegeübungen mit Heranrufen usw. - ist ihr anfangs seeeehr schwer gefallen - quitschen, fiepen, das volle Programm.... - mittlerweile kein Problem.
4. "Freigabe"-Übungen für das Rennen am Strand bzw. mit ihr um die Wette laufen und anfeuern.
Läuft so ab, dass man Hund ablegt, sich selbst etwas Vorsprung gibt und dann auf Kommando beide wie blöde loskeulen - bringt Hundi voll Spaß und will er immer wieder haben. Sowohl die Spannung bis zur Freigabe, das Mitlaufen als auch das "Anfeuern", wenn sie anschließend wieder zurück und vorbei kommt findet sie riesig - hat zur Folge, dass sie sich immer öfter bei einem einfindet und auffordernd anguckt : "wann gehts los?"Positiver Nebeneffekt von allem:
wir können sie rennen lassen (auch sooooo weit weg) - sie hat uns (fast) immer im Blick, folgt sofort, wenn wir Richtung Strandübergang gehen und ist mittlerweile auch ansprechbar und abrufbar.
Wir müssen aber auch dazu sagen, dass wir relativ relaxt sind und ihr das Rennen gönnen und (am Strand) keine Probleme mit diesen Entfernungen haben - wir genießen es einfach, zu sehen, wieviel Freude sie hat...Weiß ja nicht, ob du einen Strand ständig verfügbar in Wohnnähe hast - aber gerade jetzt lässt sich dort doch hervorragend an diesen Situationen üben. Meist hat man keine Straße in der Nähe, man hat weite Sicht und es gibt keine Jagd-Spuren (Wild). Da würde ich jetzt ganz gezielt hingehen und üben. Später lässt sich das dann auch auf Wald übertragen (zumindest ging es so bei uns).
Fahrradtraining ist auch super - vielleicht ist er einfach einer, der mehr körperlich ausgepowert werden will - das ist bei unseren auch so - die Hündin steht auf Bewegung, der Rüde auf Kopfarbeit - also wirklich ganz individuell und unterschiedlich.
Viel Spaß und Erfolg....
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Man kann aus einem Hund ganz schnell einen Leistungssportler machen!
Das möchte ich mal vorweg schicken.Aber mir kam auch gleich die Idee: der will rennen - dann gib ihm doch die Möglichkeit!
Ich sammle bei meinem Gassiservice ganz oft die Hunde per Fahrrad ein...und es ist immer wieder faszinierend...Hunde, die das nicht gewohnt sind, die rasen die ersten zwei, drei Male wie die Verrückten am Rad...aber das scheint anstrengend zu sein...:-)...spätestens beim vierten Mal laufen die alle hauptsächlich in einem lockeren Trab nebenher...
Lass ihn am Fahrrad rennen...aber bau es langsam auf und übertreib es nicht...fährst du nämlich jeden Tag 10 Kilometer mit dem Hund ist der irgendwann so fit, dass der das einfordert... -
biewer, kann es sein, dass Dein Andiamo einer Spur hinterhergeht?
Würd ich jetzt beim Terrier eher vermuten.
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Ja...Rennen setzt Endorphine frei und verstärkt die Dopamin-Ausschüttung!
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