Zwei nicht ganz so kleine Probleme mit unserer Hündin
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Hallo, wir haben eine 7 Monate alte Tibet Terrier Hündin. Ansich ist sie eine ganz liebe (Und verdammt clevere) Maus. Aber wir haben 2 Problemchen mit der "Kleinen" und ich wollt Fragen ob ihr da evtl irgendwelche Tipps geben könnt.
1. Das Essen. Madame frisst für ihr Leben gern all das was sie eigentlich nicht fressen soll. D.h. Wir Essen in der Küche zu Mittag, der Hund liegt gemütlich im Wohnzimmer oder Flur und schläft. Kaum verlassen wir die Küche, springt sie auf, rennt los, springt auf den Tisch und schnappt sich Ruckzuck die Reste. "wegräumen" ist da leicht gesagt, weil wenn sie da nichts bekommt, ist sie auf der Hut und flitzt sobald im Haus irgendwo ne Wohnungstür aufgeht (Gott sei dank nur familienmitglieder) rein und steuert auf Ess- oder Wohnzimmertisch los. Bei uns wohnen 2 kleine Kinder. Dementsprechend wird sie immer fuendig. Meine Frage: wie kann man ihr das "auf Tische springen und ans essen gehen" abgewöhnen wenn sie es grundsaetzlich dann macht wenn keiner im Raum ist?
Problemchen 2. Das pinkeln. Sie ist stubenrein und sie kann definitiv lange einhalten aber sie pinkelt mit Vorliebe irgendwohin wenn sie nicht bekommt was sie will.
Sie pinkelt z.b (direkt nach dem Spaziergang) bei meinen Eltern vor die tuer wenn diese die Wohnung nicht aufmachen. Also bellt oder macht anderweitig auf sich aufmerksam- Tür bleibt zu- Hund pinkelt.
Oder gestern Abend habe ich meinen Sohn ins Bett gebracht. Die kleine Hexe weiß das sie nicht ins Kinderzimmer soll, aber das ist für sie kein Grund es nicht immer wieder zu versuchen. Sie hat mehrmals versucht sich ganz "unauffällig" reinzuschleichen und ich hab sie wieder vor die Tür gesetzt. Irgendwann kam sie reingeflitzt, setzt sich vor mich, pinkelt & rennt wieder raus. Ich kann mir das verhalten nicht erklären, aber ichhabe das Gefühl das sie es macht weil sie ihren Sturkopf nicht durchsetzen kann. Wie reagiert man in so Situationen?
Lg, Leni - Vor einem Moment
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Hallo,
hmm sag mal was macht ihr denn generell so mit ihr und geht ihr oft auf ihre Forderungen ein?
Punkt zwei liest sich wirklich so, als würde sie pinkeln, um Aufmerksamkeit zu bekommen (sofern sie wirklich stubenrein ist). Die Frage ist: Wendet ihr euch dann ihr zu?
Ich denke, sie will ausgesten, will ihren Kopf durchsetzen (ist es wahrscheinlich auch gewohnt). Was zu tun wäre? Ganz einfach: Sie unter keinen Umständen beachten. Das ist vor der Haustüre wahrscheinlich leichter als drinnen (da würde ich sie einfach in einen anderen Raum geben, wenn ich den Sohnemann ins Bett bringe. Hund muss ja nicht überall dabei sein.)Zu Problem 1: Wegräumen scheint mir aber trotzdem eine gute Idee zu sein...bzw.: man könnt ja generell die Küche als Tabu-Zone einführen.
Du musst einfach den längeren Atem haben als sie und dafür sorgen, dass sie mit ihren aufmerksamkeitsheischenden Aktionen nicht bekommt, was sie will. -
Generell gehen wir mindestens 4 mal am Tag mit ihr raus. Meist 5 mal. Eine ziemlich große Runde wo sie sich richtig auspowert gegen Abend und die anderen etwas kleiner. Je nach Wetter spielen wir Ball im Garten, fahren zur Hundewiese o.Ä.
Ansonsten bekommt sie viel Aufmerksamkeit. Viel kuscheln, spielen, toben mit den Kindern. Wollen uns (obwohl sie eigentlich recht gut hört - zur zeit zwar was schlechter aber das ist dem alter ja normal) auch endlich mal nach einer Hundeschule umsehen.
Sie ist ein Riesen Sturkopf und will eigentlich immer bestimmen wo es lang geht. Das lassen wir nicht durchgehen aber sie gibt nicht auf. Sie läuft z.B toll an der Leine aber sobald es in Richtung Haus geht, springt sie hoch, zerrt an der Leine und und und. Nicht immer, aber es kommt vor.Bisher haben wir geschimpft wenn sie in so Situationen gepieselt hat. Aber dann werden wir es mal mit ignorieren versuchen. Klingt ja eigentlich auch logisch.
Die Küche ist bald (nach der Renovierung) ein durchgangsraum zum Wohnzimmer. Da ist das mit der tabuzone nicht leicht durchzusetzen Denk ich.
Vielen dank für die antwort schonmal :)
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Vielleicht macht ihr einfach zuviel mit ihr?
Die Fausregel besagt: 5 minuten pro Lebensmonat. D.h. rund 40 - 45 Minuten und das keine 3, 4, 5x. Sondern vielleicht 1x/Tag so eine Runde, die anderen Runden nur zum lösen, mal ein paar kleine Gehorsamsübungen einbauen ect.
Ein Hund im ersten Jahr sollte vor allem Ruhe lernen! Das Schlafbedürfnis eines erwachsenen Hundes liebt bei rund 16 Stunden am Tag, bei jüngernen Hunden bis zu 20 Stunden.
hat sie einen "Rückzugsort" der auch von den Kindern akzeptiert wird?
Ich denke sie ist aufgedreht und kommt nicht zur Ruhe - und die Probleme sind Überprungshandlungen, wie bei einem überdrehten Kleinkind

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Ich glaube gar nicht dass sie so ein Sturkopf ist. Einige Denkweisen, die du ihr "unterstellst" sind Hunden in der Art fremd.
Ich habe eher das Gefühl, dass sie für einen jungen Hund sehr "aufgezogen" ist. Sprich, zu viel Action hat. 5 Gassigänge, plus Kindertoben und und und........ Liegt sie auch mal 2 Stunden auf ihrem Platz und pennt einfach nur?Ich bin der Meinung ein Hund ist so ruhig, wie er ruhig gelassen wird.
Das Pipi machen vor der Haustür und auch vor dir, zähle ich zur Aufregung dazu. Da kann mancher Hund das noch nicht so gut halten. (mal sehen was die anderen so meinen)
Wegen dem Essen holen gilt generell (und das ganz strikt), es gibt nur das was du ihr zuteilst und das gibt es aus ihrem Napf oder eben Belohnungsleckerlies unterwegs. Aber sonst nichts. Nicht einen Krümel vom Boden. Sie darf gar nicht wissen, dass es in der Küche Essen gibt.
Bei mir würde sie in hohem Bogen vom Tisch fliegen
, sobald ich sie nur einmal darauf erwische. Und das wäre das letztemal das sie das gemacht hat! 
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Hallo,
mit "Dickköpfigkeit" hat es meines Erachtens wenig zu tun.
Hunde lernen durch Verknüpfungen, Verhaltensketten, Bestätigung und auch Selbstbelohnung.Zum Pinkelproblem:
Wie meine Vorschreiberin schon antwortete, stellt sich die Frage, wieviel Aufmerksamkeit, Ansprache und Zuwendung bekommt sie im Laufe des Tages?
Fordert sie Streicheleinheiten ein?
Wie reagiert ihr darauf?
Drängelt sie sich zwischen die Familienmitglieder, wenn du z.B. mit deinen Kindern kuschelst, sie umarmst oder mit ihnen spielst?
Ich vermute einfach, dass sie nicht gelernt hat, mit Frust umzugehen, man spricht von mangelnder Frusttoleranz.
Das entsteht unbemerkt recht schnell bei Hund und Halter.
Der Hund fordert etwas ein:
Steht vor der Haus- oder Terrassentür, will raus oder auch rein, kläfft rum, der Halter springt auf, unterbricht seine Tätigkeit, um den Hund herauszulassen.
Der Hund möchte gestreichelt werden, legt den Kopf auf die Knie des Haltes, schaut gaaaanz lieb und schon rutscht die Menschenhand liebevoll über Hundis Kopf.
Der Vierbeiner wirft einem den Ball vor die Füße, Frauchen wirft.
Frauchen verlässt die Küche, Hundchen dackelt hinterher.
Mutter kuschelt mit den Kindern, Hund setzt sich dazwischen oder daneben.Das sind alles nur Beispiele, die Reihe kann man beliebig fortsetzen, ein Hund fordert etwas ein, damit der Halter seine "Ruhe" hat, geht man darauf ein und schon kann ein Hund, nach einer gewissen Zeit, nicht mehr damit umgehen, wenn seine Wünsche nicht erfüllt werden, das nennt man mangelnde Frusttoleranz.
Das wiederum könnte bei eurem Hund mit Verhaltensketten gepaart sein:
Sie macht etwas "Verbotenes" (einfach ins Kinderzimmer gehen), schon wird sie herausgebracht (wieder Aufmerksamkeit erhalten).
Genau zu der "Kinderzimmer-Szene" passt auch der Grund, warum sie so etwas macht:
Du schenkst deinem Sohn Aufmerksamkeit, nicht dem Hund, also drängt sie sich quasi dazwischen, um ihr Ziel zu erreichen:
Das Herausbringen ist Aufmerksamkeit, auch wenn negativ, sie hat ihr Ziel eigentlich (!) erreicht, aber ihr ist das nicht genug, da du sich weiter deinem Sohn widmest.
Es kommt zu großem Frust der Hündin, das führt bei ihr zu Stress, da sie nicht mit Frust umgehen kann und Stress wirkt sich bei ihr auf den Harntrakt aus.
Sie uriniert (bekommt sie dafür auch Aufmerksamkeit, auch wenn negativ?).
Das wäre wieder eine Bestätigung für sie > Pinkeln führt wieder dazu, angesprochen zu werden.
Puuuuh, verstehst du, was ich vermute?Das Fressproblem ist selbstbelohnend, nicht mehr und nicht weniger.
Du musst peinlichst darauf achten, dass sie keinen Erfolg mehr hat.
Alles wegräumen, Türen schließen.Gruß
LeoPS:
Zeitlich haben sich einige Antworten nun überschnitten, ich lese das erst mal, lasse meinen Text aber so stehen.
Antworten werden wahrscheinlich schon oben enthalten sein.
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Ne Leo, so viel Kenntniss wie du hab ich nicht. Ich gebe immer nur meinen laienhaften Bauchimpuls dazu.
Super erklärt! -
Puh das klingt nicht, als wenn wir das pieselproblem leicht in den Griff bekommen.
Hatte grad schon was abgesendet aber es ist verschwunden(?!?)
Also nochmal: morgens früh und vor dem schlafen gehen wir nur auf die wiese (ca 5 minuten) mittags und nachmittags ca 15 Minuten und gegen Abend eine halbe Stunde. Ist somit wohl wirklich etwas zu viel. Andererseits habe ich das gefuehl das sie an Tagen wo wir weniger unterwegs sind, nicht wirklich ausgelastet ist. Dann wird abends alles kaputtgeknabbert was ihr zwischen die beißerchen kommt.
Ruheorte hat sie. Ihr Körbchen und ihre Box (in der sie grad liegt)
Das ist für ihr Kinder Tabu. Viel lieber liegt sie allerdings unter der Couch.
Also wenn sie will, kann sie sich jederzeit zurückziehen und tut das auch. -
Hi,
Also ich find die Gassigänge jetzt nicht unbedingt zu viel. Dass ihr häufig rausgeht ist gut, denn die Maus ist ja noch jung!
Ich denke auch, dass sich viel um das Thema Aufmerksamkeit/Frust dreht. Sie ist es wahrscheinlcih gewohnt, von euch viel Aufmerksamkeit zu bekommen und wenn sie die dann mal nicht bekommt, kann sie damit nicht umgehen.
Ich würde hier auch im Kleinen anfangen und besonders darauf achten, dass sie im Alltag nicht so viel beachtet wird. Sie muss lernen dass sie nicht im Mittelpunkt steht und dass sie auch nicht entscheiden kann, wann jemand Zeit für sie hat.
lg,
Sanne
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