Alltag nicht ereignisreich genug?

  • Liebe Hundefreunde,

    hatte euch schon mal um Rat gebeten wegen dem Alleinbleiben, aber darum soll es heute nicht gehen, mehr als Üben kann ich nicht und beobachten, wie es weiterhin läuft.

    Meine ca. 1-jährige Labbi-Mix-Hündin aus Griechenland ist nun 4 Monate bei uns und hat sich ganz gut gemacht. Das Alleinebleiben klappt noch nicht so, deshalb habe ich eine Hundesitterin (rüstige Rentnerin, die den Hund eigentlich nur beaufsichtigt, aber nicht beschäftigt, da sie ja lernen soll, dass es auch Ruhephasen gibt).
    Die meinte jedenfalls heute zu mir, ich soll doch den Hund noch mehr auslasten, dann ginge auch das Alleinebleiben leichter. Nun zweifle ich, ob es dem Hund hier tatsächlich zu langweilig ist und ich ihr noch mehr "Action" bieten muss ???

    Hier ein typischer Tagesablauf:
    6 Uhr: Aufwachen & Warten, bis Frauchen sich endlich geduscht und gefrühstückt hat. Dauert mir viiiieeeel zu lang :sleep:
    6.30 Uhr - 7 Uhr: Gassi, unterwegs kleine Leckerlisuche
    7-7.10 Uhr: Bissl Kopfarbeit (Leckerli aus diversen Schachtel/Döschen/Bechern befreien o. in der Wohnung suchen, dann bekomme ich Hauptgang serviert
    7.30 Uhr: Frauchen geht aus dem Haus :hilfe: Gibt mir vorher komisches Teil aus hartem Gummi, aus dem ich Futter pulen muss, geht mir zu langsam
    12.30 Uhr: Frauchen kommt wieder, juhuuuuuu
    12.45 Uhr-14 Uhr: GAAAAAASIIIIIII, manchmal Treffen auf andere Hunde, das gefällt mir. Muss dabei aber auch oft Grundgehorsam üben, zurückkommen, bleib und sowas, das nervt...na ja, wenigstens gibt es als Gegenleistung Putenleberkäse-Würfel. Manchmal laufen wir auch in die Stadt und gehen in diverse Geschäfte. Da riecht es immer so gut. Und in der Stadt gibt es auch Tauben, die ich jagen kann...Oder wir fahren mit dem Auto in die Hundeschule
    14-17 Uhr: Dösen in meinem Körbchen, weil Frauchen Unterricht vorbereiten muss :sleep:
    17-17.30/45 Uhr: Gassi (wieder so doofe Gehorsamsübungen oder Leckerlispuren im Gras folgen). Manchmal wirft mir Frauchen auch so ein lustiges Tier, aber das bringe ich nicht zurück, ich bin doch nicht doof, das behalte ich lieber.
    18 Uhr: Fressi :D
    Danach bin ich müde und will mit Frauchen auf der Couch kuscheln. Um 22 Uhr scheucht sie mich immer vom Sofa und ich geh nochmal kurz zu meinem Pipi-Baum, danach lege ich mich wieder hin. Gute Nacht

    Was meint ihr dazu ??? Ist sie wirklich nicht ausgelastet oder ist das in Ordnung? Es ist mein 1.Hund, deswegen bin ich noch kein perfekter Hundehalter. Meine Hundeschule meinte, wir arbeiten darauf hin, dass sie sich zu einem ruhigen und ausgeglichenen Hund entwickelt, da sie i.A. dazu neigt, schnell hochzupushen und hibbelig zu werden. Deshalb laut Hundeschule auch kein Agility o.ä.

    Andere Frage noch: Als wir sie bekamen war sie SEHR unruhig und hibbelig, dann war sie gleich läufig, dann scheinschwanger. Vor und während der Scheinschwangerschaft war sie SEHR gelehrig, ruhig, fast träge und ausgeglichen, brav an der Leine. Seit 2 Tagen hab ich das Gefühl, sie hat alles vergessen. Abruf nur nach mehrmaligem Rufen, an der Leine wie ein Eichhörnchen auf Ecstasy, allgemein unruhig daheim. Ist das Pubertät ? Oder sind die ruhigen Woche nur auf den veränderten Hormonhaushalt zurückzuführen und sie ist jetzt wieder "die Alte" ?

    Sorry für den langen Text und danke schonmal für die Antworten !!
    LG

  • Ok, danke für deine Meinung ! Also vor allem abends werde ich jetzt auch versuchen, nicht mehr so viel zu machen, sondern einen einfachen Leinenspaziergang. Ich weiß eben nicht genau, wie viel es sein soll, damit sie ausgelastet ist, aber eben doch nicht zu viel.
    Aber wenn es man sich mal überlegt ist so ein Hundeleben schon langweilig, denn sie soll ja nachts ruhen und morgens, wenn ich weg bin. Da dachte ich eben, dass wenigstens nachmittgas mal bissl was los ist. Aber ich lasse mich gerne von erfahrenen Hundebesitzern eines Besseren belehren ;)

  • Zitat


    Aber wenn es man sich mal überlegt ist so ein Hundeleben schon langweilig, denn sie soll ja nachts ruhen und morgens, wenn ich weg bin. Da dachte ich eben, dass wenigstens nachmittgas mal bissl was los ist. Aber ich lasse mich gerne von erfahrenen Hundebesitzern eines Besseren belehren ;)


    Ein erwachsener Hund schläft mind. 16 Stunden! (Ein Welpe noch mehr, bis zu 20 Stunden).

    Du siehst also, so arg viel muß man gar nicht tun ;)

    Sicher, sollte der Hund raus und auch geistig beschäftigt werden, gar keine Frage!


    Aber ich würde vielleicht nicht so an Deinem Plan "festhalten", sondern flexibel werden - also nun nicht alles so lassen und "nur" abends runterfahren - nein, mal mittags weniger, mal abends weniger, mal beide Spaziergänge wieder so lange wie jetzt, mal beide weniger. Mal mehr im Haus spielen, mal weniger oder auch ab und an gar nicht.

    Damit bleibt es für Euch beide "spannend" - was passiert heute - mehr? weniger? was anderes? usw...


    Und der angenehme Nebeneffelt ist der: es kann immer mal was sein! Vielleicht liegst Du mal total "auf der Schnauze" oder beruflich ist mal für 1, 2 Tage "der Wurm drin" ect.
    Glaub mir, es ist ungeheuer angenehm, wenn Hundi nicht gleich ausflippt, nur weil mal einen oder zwei Tage "Sparflamme" gekocht wird und nur zum Pipi raus.

  • Hallo,

    auf jeden Fall, denke ich, ist eins wichtig: Geduld, Liebe und Konsequenz. Vieles erledigt sich dann von ganz allein. Sicher weiß man auch nicht, was sie in ihren ersten Lebensmonaten in Griechenland so alles erlebt hat, oder? Wenn sie sich weiter in deinen Tagesablauf hineingefunden hat und wirklich "angekommen" ist, werden sich die Unsicherheiten legen. Ich schließe mich Mücke an: Nicht zu viel action und nicht zu hohe Erwartungen. Es dauert eine Weile, bis Vertrauen aufgebaut ist und ihr eine Einheit bildet. LG

  • Puh du machst schon echt viel mit deinem hund und nicht abwechslungsreich würde ich das nicht nennen.
    Ich denke immer wenn man zuviel macht kommt der Hund gar nicht runter!
    Gut finde ich deine Morgenrunde da du danach ja auch 5h weg bist.
    Mittags ist auch gut allerdings reicht da auch mal nur 45 Min oder ne Stunde..ich würde das auch flexibel machen so wie das Wetter ist und auch DU Lust hast raus zu gehen.

    Ich geh mit meinem Hund morgens ne Runde mal 5min (bei wenig Zeit) und mal 40-60 Minuten wenn ich am vormittag frei habe. Da kann er dann auch über Wiesen rennen und ist danach schön müde.

    Kurz kann man eigentlich sagen: Ich geh im Schnitt 3x am Tag mit ihm raus: 1x lange also ca 1-1,5h und 2xkurz 5-15 Minuten. Und er ist sehr entspannt aber ich denke das hängt natürlich auch viel von der Rasse ab.

  • Vielen Dank für eure Antworten. Werde nun das Programm etwas variieren/reduzieren

    Von ihrer Vergangenheit weiß ich nur, dass sie mit ca. 2 o. 3 Wochen neben einer Mülltonne gefunden und dann von einer Griechin gerettet wurde, bei der sie dann, zusammen mit anderen Hunden, noch einige Zeit in einem Zwinger gelebt hat. Dann auf in die Pflegestelle nach Deutschland (auch mit 2 anderen Hunden, deswegen gefällt ihr das Alleinebleiben so ganz ohne Artgenosse bei mir wahrscheinlich gar nicht...), dann 1 Woche im Tierheim, nun seit September bei uns.

    Wie hatten seit einigen Wochen echt das Gefühl, dass sie richtig angekommen ist, war super ruhig und ausgeglichen und folgsam, wie gesagt, seit 2 Tagen von jetzt auf gleich alles weg, verhalten wieder wie vorher. Na ja, ich beobachte und hoffe, dass es eine Phase ist und werde ihr weiterhin mt viel Geduld, Liebe und Konsequenz das kleine Hundeeinmaleins beibringen.

  • Ich denke auch, Du machst ne ganze Menge. Also zuwenig Auslastung ist das eher nicht.
    Natürlich will die Lütte Action, Gassi, Lernen, Spaß und das möglichst immer und überall. Sie wird sich nicht demonstrativ vor Dich hinlegen und einpennen wenn Du mit der Leine wedelst :headbash:
    das ist eine junge Hündin, die will dabeisein und mitmischen und möglichst den Ton angeben.
    Du bist diejenige, die entscheidet, wann was geboten wird. Fordere die Ruhezeit von ihr ein, sie wird lernen, sich darauf einzustellen, daß zu Hause eben nichts geboten wird. Das dauert aber und fordert von Dir Konsequenz und Nerven. Nicht sie bestimmt das Programm sondern Du.

    Das wird schon.

  • Hey

    Also ich denke auch nicht, dass Dein Hund ein langweiliges Leben hat ;)

    Meine Schwester hat gerade auch einen Junghund, die Kleine lernt das Alleinebleiben auch gerade. Da ist es so, dass es viel besser klappt, wenn vor dem Alleinebleiben gar nicht so viel Action gemacht wird, sondern ein ruhiges Gassi, ohne viel üben, spielchen usw, da sie da nochmal hochdreht - und umso schwieriger ist es dann für sie wieder runterzukommen und zu entspannen.

    Viele Grüße,
    Christine

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