• Im Grunde kannst Du nur eins tun: Beobachten, was sich zu gegebener Zeit zeigt.

    Schweißhunde sind Hunde, die einer einzelnen Spur ausdauernd und intensiv nachgehen.

    Was mir bei der Mischung aber fast noch mehr auffällt: Der Wachininstinkt. Es sind zwei Rassen beteiligt, die sehr distanziert gegenüber Mitmenschen sind und ihre Terretorium in der Regel deutlich verteidigen.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo,leider kann ich dir bei deinen fragen nicht helfen....
    Aber dir hoffnung machen das auch ein Jagthund gut neben dem pferd läuft.Ich habe einen pointer mix ,mehr pointer als mix^^.Und ich kann sagen wenn das grundgehorsam stimmt und der hund zuverlässig aus jeder situation auf das wort hier (oder welches kommando man eben zum kommen ruft) kommt.(geübt hab ich das an der schleppleine) dann denke ich das das jagen dann kein problem ist. ;)

  • aussiemausi:

    vielen vielen lieben Dank für Deinen langen, ausführlichen und sehr informativen Beitrag.
    :gut:

    flying paws: Danke auch Dir. Ja, schnüffeln tut sie schon jetzt sehr sehr gerne. Und die Distanziertheit (gibt es das Wort?) zu fremden Menschen ist ebenfalls vorhanden. Sie ist sehr vorsichtig mit fremden, eher unsicher und ängstlich. Ich bitte fremde Menschen auch immer, sie einfach in Ruhe zu lassen und ihr Zeit zu geben, und nicht mit einem lauten "Aaaach wie süüüüßßßß" und ausgestreckten Händen Richtung Kopf auf sie zu zu gehen. (Maaaan, das ist ein Hund wie jeder andere auch, wieso glauben die Leute immer, bei Welpen einen Freibrief zu haben??? :headbash: )
    Und unbekannt Geräusche, die Türglocke und der Besuch werden schon jetzt verbellt, allerdings bleibt sie immer gleichgültig oder freundlich, sie hat noch nie aus Angst geschnappt oder auch nur geknurrt. Sie sucht nur Schutz hinter mir bzw. gibt Fersengeld.

    Beide Elterntiere sind wie gesagt bekannt und absolut tolle und ruhige Hunde. Ja ich weiß, das hat nicht unbedingt was zu sagen, aber wenn es nicht so wäre wäre die Gefahr doch größer.

    Ansonsten packen wir sie nicht in Watte, nehmen sie mit wohin es geht, zeigen ihr immer wieder neues, sei es die Fußgängerzone oder die Nikolausfeier bei Verwandten. Und dort verhält sie sich wirklich absolut vorbildlich, d.h. sie liegt stundenlang unterm Tisch und schläft.

    @ chester: Danke, das macht mir Mut.

  • Zitat

    Mich würde eben auch interessieren:

    - Gibt es Spiele, die das Jagdverhalten fördern und deshalb besser nicht gespielt werden sollten? Welche Beschäftigungsmöglichkeiten sind stattdessen unbedenklich?
    Mach keine unkontrollierten Ball-Hetzspiele. Also kein stupides Bällchenwerfen zum auspowern. Als Belohnung und zum Apportiertraining eignet sich der Ball aber sehr gut - falls sie sich überhaupt was draus macht.
    .
    - Und wo liegt die Grenze zwischen normalem Welpenverhalten und jagen?
    Ein lebhaftes Interesse an der (auch und vor allem) belebten Umwelt gehört IMHO zu einem gesunden und halbwegs wesensfesten Welpen dazu, samt Erkundungsverhalten: man möchte das unbekannte belebte Objekt erforschen. Erstmal ist ALLES für einen Welpen interessant, er muss sich ja ein Bild von der Welt machen. Die Differenzierung in lohnenswerte und weniger lohnenswerte Objekte findet erst nach und nach statt, und kann vom Halter in einem gewissen Rahmen beeinflusst werden. Für viele Hunde ist Jagen rein experimentell, und sie lassen es, wenn es sich nicht lohnt, und sie auch eine andere, lohnenswerte Beschäftigung erhalten. Für einige ist es aber tief drin in den Genen, und durch nichts anderes zu toppen. Erste Hinweise liefert die Intensität, mit der der Welpe auf jagdliche Reize anspricht - das zu erkennen, und vom normalen Schnuffeln zu unterscheiden, erfordert aber einige Erfahrung, insbesondere mit Jagdhunden.

    - Und mal noch generell: stimmt es, dass der Appenzeller eher wenig Jagdtrieb hat?
    Sagen wir mal so, ich habe noch keinen getroffen, der ein echter Jäger war.... Dafür waren es alle gute Wächter, und mal kurz nachhetzen und Haxen schnappen auch nicht unüblich.

    Mein Rat wäre, beobachte deinen Welpen gut, aber lass ihn dabei auch seine Erfahrungen machen. Beobachte auch möglichst viele andere Hunde und Welpen, um deinen Blick für Hundeverhalten zu schulen. Und gb dem Hundekind eine solide Gehormsamserziehung. Dabei solltest du dich auf den Abruf, und ein Stoppsignal konzentrieren - ist für jeden Hund von höchster Priorität, aber für einen mit jagdlichen Ambitionen ist es das A und O. Verlass dich nicht drauf, dass dein Hund nicht jagen wird - bei manchen Hunden bricht das erst sehr spät durch, wenn sie erwachsen sind. Erwarte keine Perfektion von deinem Welpen, aber mach den erfolgreichen Abruf zum absoluten Highlight. Dazu musst du gut beobachten lernen, anfangs ruft man nur ab, wenn der Welpe sich eh nach einem umschaut. Gut Ding will Weile haben, anfangs ruft man nicht ab, wenn der Welpe grad einem Blatt oder Vogel hinterherhüpft.

  • naijra:
    Super !!!! vielen Dank !!!!
    Naja, sie liebt das Ball spielen, spielt regelrecht Fußball damit. Allerdings lasse ich sie damit bisher nur alleine spielen, oder ich lasse sie den Ball apportieren, das klappt schon super gut obwohl sie erst so jung ist, also sie nimmt den Ball auf, bringt ihn her und gibt ihn ab auf Kommando "Aus". Das hat meine Tochter ihr innerhalb kürzester Zeit über tauschen gegen ein Leckerlie beigebracht.

    Jetzt sprecht Ihr alle den Wachtrieb an, das habe ich bisher noch gar nicht so sehr bedacht.
    Ich hoffe es nervt Euch nicht, wenn ich hierzu auch gleich Fragen habe:

    - Wie erkenne ich Wachtrieb?
    - Welche Vorteile birgt der Wachtrieb und welche Risiken?
    - Und wie kann ich die Risiken schon von vorne herein so gering wie möglich halten?

    Mensch, da dachte ich wir hätten alles bedacht, dann tauchen aber doch noch so viele Fragen auf. Ich hoffe Ihr haltet mich nicht für den totalen Vollhonk. :ops:

  • Wenn Du ihr mit dem Ball beibringst, dass sie ungebremst hinter Beute herrennen darf, wird sie das bei anderer Beute dann auch tun.

    Das Bewachen erkennst Du daran, dass der Hund anschlägt, knurrt oder ersteinmal nur stark distanziert ist, wenn jemand auf das Grundstück möchte, die Wohnung oder bei manchen Hunden auch, wenn einem draußen jemand begegnet (der Besitzer ist für manche Hunde auch das Terretorium oder häufig genutzte Spazierwege). Der Hund zeigt das evtl. nur gegenüber Menschen oder Hunden oder beides.

    Vorbeugen kannst Du Zuhause, indem Du jetzt schon übst, dass der Hund ein Ritual kennt, wenn Besuch kommt, bei dem er z.B. beim Begrüßen und Reinlassen des Besuchs nicht mit dabei steht.

    Gehst Du in eine Hundeschule? Normalerweise können die einen nämlich ganz gut begleiten, kennen die typischen Entwicklungsphasen für Wachinstinkt, Jagdinstinkt etc. und können Dir da auch Einschätzungen geben wie massiv das Problem wird und wie man daran arbeitet.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Einen Unterschied zwischen jagen und normalem Welpenverhalten gibt es nicht...alle Hunde üben in der Welpenzeit das Jagen und zeigen im Spiel alle erforderdlichen Sequenzen, aber ernst wird es erst, wenn die Triebe rauskommen, das passiert erst so mit...äähh ich glaube einigen Monaten- wir haben das in der HuSchu ausführlich besprochen, ich schau nochmal nach...jedenfalls ging es darum, dass hunde ihre "Spezialisierungen" erst nach der Welpenzeit ausprägen- heißt- wenn Wepi noch nicht jagd/beschützt/was auch immer bedeutet das noch nix, wie doll der Trieb durchkommt emrkt man erst später...

  • Habe auch einen Schweißhundmix zu Hause (Mutter alpenländische Dachsbracke und Vater bayerischer Gebirgsschweißhund) mit sehr viel Training (Impluskontrolle, kontrolliertes Verfolge von Spuren, Gehorsam, Fährtenarbeit usw.) ist sie heute wirklich super abrufbar! Wichtig ist es das du den Hund ganz genau kennst und jedes kleine Zeichen lesen kannst und so der Hund früh genug abrufen kann! Wenn du nicht merkst, dass der Hund was in der Nase hat und nicht früh genug handelst, dann wars das erstmal!

    Doch ich muss sagen, dass ich sie auch oft zum joggen mitnehme und das geht nicht ohne Leine! Da bin ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt und da nutzt sie dann schon aus und geht auf Jagdausflüge! Deshalb weiß ich nicht, ob der Hund dann wirklich zum Reitbegleithund geeignet ist!

    War letztens auf einem Treffen mit fast 30 bayerischen Gebirgsschweißhunden und dort hatten die Besitzer ähnliche Erfahrungen! Ableinen kein Problem mit genug Training, aber als Begleitung, wenn man mit ganz was anderem beschäftigt eher nicht ohne Leine!

    Kannst aber natürlich auch das Glück haben, dass in dem Punkt eher eine der anderen Rassen durchkommt! :)

  • Zitat

    Leider sind wir Hunde-Anfänger, deshalb würde mich erstens mal interessieren, was die Anzeichen für "Jagdtrieb" sind, also bereits jetzt im Welpenalter, und zweitens, was genau ich jetzt schon wie üben oder unterbinden sollte damit sie das jagen gar nicht erst anfängt.

    Vielen Dank schonmal für Eure Tipps.

    Hallo Mara,

    ich empfehle dir das Buch "Grunderziehung für Welpen" und "der HUnd an der Leine" von http://www.fichtlmeier.de/

    Grundsätzlch ist jetzt am Anfang sehr sehr wichtig, dass du keinerlei "hinterherrennen" zu läßt.
    (ausser hinter dir :-))
    Also kein Hetzten hinter bewegten Gegenständen.
    Keine Kinder, Vögel, Bälle, Blätter.
    Gefangen wird nicht! Nichts und nie.

    Wenn du das Apportieren angefangen hast und sie schon so toll gegen Futter tauscht ist das toll!
    Aber sie muss warten bis du sie losschickst zum Apportieren, nicht einfach hinterherhetzten lassen.

    Auch anderes Jagdverhalten wie Buddeln würde ich nicht zulassen.

    Ich finde einen Jagdhund als Ersthund übrigens geeigneter als einen "Schutzhund" :-)

    Viel Spaß mit der kleinen.

  • Soooo, ich dachte ich gebe mal wieder ein kleines update:

    Mara ist mittlerweile fast 18 Wochen alt. Und wir sind schon ein gutes Stück weit gekommen:

    - Beim Füttern lasse ich sie abliegen und stelle den vollen Napf auf dem Boden. Hingehen und fressen darf sie erst auf Kommando "Lauf". Ich lasse sie derzeit so 20-30 Sek. warten. Und das klappt schon super. Die Zeit wird natürlich langsam gesteigert.

    - Das gleiche passiert wenn wir einen Ball oder Spielzeug (ihr Highlight derzeit ein ca. 1m langes, dickes Seil) werfen. Sie muss warten bis wir sie auffordern, das Seil zu holen. Als Belohnung gibt es dann ein Zerrspiel wenn sie es wieder bringt. Auch das funktioniert tadellos.

    - Ich arbeite akribisch am Rückruf. Das Superleckerlie hierfür ist Leberwurst aus der Tube. Die liebt sie und da wetzt sie auch richtig her wenn ich sie mit HIER abrufe, zumindest zu 90%.

    - Generell mache ich eigentlich nichts ohne diese "Kontrolle", beim ableinen, beim herrufen bevor sie wieder loslaufen darf, wenn ich unsere Katze zur Balkontür hereinlasse muss sie warten und darf sie erst begrüssen wenn ich sie freigebe

    Auf die Art konnte ich sie neulich von ner Katze abrufen. Sie war schon durchgestartet aber mein scharfes Hiiiieeeer hat sie zum umdrehen bewegt. Da war ich schon ein bisschen stolz

    Bin ich damit auf dem richtigen Weg?

    Wie sollte ich das jetzt steigern? Irgendwelche Ideen?

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