Hilfe, Probleme beim Alleinebleiben und mit der Familie

  • Hallo zusammen,

    seit einer guten Woche besitze ich meinen ersten Hund.
    Es ist ein 10 Jahre alter Chow-Chow-Husky-Mix, der ein Scheidungsopfer wurde und bedingt durch die Trennungssituation seiner Vorbesitzer bis zu 20 Stunden täglich alleine war. Er hatte seine 3 Gassi-Runden
    täglich und hat angeblich keine Probleme gemacht.
    Im täglichen Umgang ist er total lieb und hört auch schon gut.

    Ich habe den Hund vor der Übernahme mehrfach besucht und habe auch selbst keine Probleme mit ihm, er ist aber sehr auf mich fixiert.
    Allerdings verbellt er meinen Mann und meinen Sohn sehr agressiv(mit Knurren und Zähnezeigen), wenn diese das Haus betreten und (wie ich von meinen Nachbarn erfahren habe,bellt er die ganze Zeit, wenn ich das Haus verlassen habe. Ich war einige Male ca 1 Stunde weg.

    Habt ihr Tipps, wie ihm diese Bellerei abgewöhnen kann?

    Danke schonmal und liebe Grüße von einer ratlosen
    Claudia

  • Wie wäre es mit Urlaub nehmen, den Hund ankommen und eingewöhnen lassen, die eigenen Erwartungen zurückschrauben und schon mal vorsorglich nach einen guten Hundetrainer schauen?

    By the way, was hast Du denn erwartet? Das Leben vom Hund hat sich komplett geändert und nun hat er bitteschön zu funktionieren?

  • Du hast den Hund erst eine Woche...gib ihm etwas Zeit! Er war seeehr oft/lang alleine, das könnte irgendwelche Traumata ausgelöst haben.
    Jedenfalls würde ich das ganze einmal filmen. Hat er Angst oder protestiert er sozusagen, weil DU weg bist?
    Ich find das schon bedenklich, wenn der Rest deiner Familie angeknurrt wird (wie reagieren sie?). Macht er das nur, wenn die beiden nach Hause kommen oder auch sonst?

    Ich würde mich nach einem guten Hundetrainer umsehen und die Situation beurteilen lassen. Der Hund ist zwar noch nicht so lange bei dir, aber Mann und Sohn anknurren und Zähne zeigen...

  • Hallo,

    der Hund ist 10 Jahre alt und wurde jetzt in eine neue Umgebung mit neuen Personen verpflanzt.
    Klar, dass der nach einer Woche noch nicht so funktioniert wie man das gerne hätte.

    Wenn ein Hund in einer gewohnten Umgebung alleine bleiben kann, dann heißt das noch nicht, dass er es auch woanders kann. Hier brauchst Du noch viel Geduld und lass den Hund ankommen.
    Ich muss hier auch keine Kamera installieren um zu wissen, dass der Hund schlicht und ergreifend Angst hat in der neuen Umgebung alleine zu bleiben. Er muss sich erst sicher fühlen und das geht nicht von heute auf morgen.
    Zudem hat der Hund nun einiges in kurzer Zeit erlebt. Trennung seiner Menschen, neue Personen, neue Wohnung, neue Gassiwege, neuer Tagesablauf.
    Das muss ja auch erstmal verarbeitet werden.

    Ich bin mir sicher, dass er nach einiger Zeit auch bei Dir alleine bleibt, aber jetzt im Moment ist er einfach zu unsicher dafür. (neue Gerüche, neue Geräusche usw)

    Mich würde zudem auch interessieren wie er sich sonst gegenüber Deinem Mann und Deinem Sohn verhält?

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Abessinierin
    Ich habe mir 2 Wochen Urlaub genommen, damit der Hund erstmal in Ruhe ankommen kann.

    @all
    Vielleicht bin ich das Ganze ja wirklich zu naiv angegangen. Ich habe mich so gut ich konnte, nach der Vorgeschichte und den Eigenschaften des Hundes erkundigt und erst "zugeschlagen" als ich wirklich der Meinung war, dass alles passt.
    Da ich berufstätig bin (mit einigermaßen freier Zeiteinteilung und der Möglichkeit den Hund zumindestens teilweise auch zur Arbeit mitzunehmen), dachte ich , dass es kein Problem sein wird, den Hund mal eine bis maximal 4 Stunden alleine zu lassen. Aber heute hat er die ganzen 1,5 Stunden, die ich unterwegs war gebellt, und das obwohl mein Sohn im Haus war und versucht hat, ihn zu beruhigen.

    Jacky hört super im Rahmen seiner Möglichkeiten (er kennt nicht viele Kommandos) und ist zu mir superlieb.
    Bei meinen Männern geht es, wenn sie mit im Raum sind. Er hört auch und nimmt Leckerchen von Ihnen an. Kommen sie allerdings die Treppe herunter in Richtung Erdgeschoss wo sich der Hund aufhält, geht die Kläfferei und Knurrerei mit Zähnezeigen los und er kriegt sich erstmal nicht wieder ein, auch wenn ich dabei bin. Das wirkt wirklich sehr bedrohlich und wird von meinen Männern, die auch über wenig Hundeerfahrung verfügen, auch so empfunden.
    Ich mache mir da wirklich Sorgen, besonders da mein Sohn öfter mal mitten in der Nacht allein nach Hause kommt.

    LG
    Claudia

  • Öhm, was sind zwei wochen Urlaub? Für einen Hund aus diesen Verhältnissen und in einem komplett neuen Umfeld?

    Such dir bitte einen guten Hundetrainer und lass dem Hund Zeit zum ankommen und eingewöhnen. Was u.a. auch bedeutet, dass er momentan zumindest noch nicht alleinsein kann.

  • Hallo nochmal,

    ob du naiv warst oder nicht, der Hund ist jetzt da. Bitte schau, dass du mehr Urlaub bekommst.

    Zum Alleinebleiben: Dein Sohn - wie alt, wenn ich fragen darf - (nachdem du Männer schreibst denke ich, er dürfte schon älter sein) versuchte, ihn zu beruhigen und es hat nichts gebracht?
    Das könnte vielleicht daran liegen, dass er ihm nicht vertraut (gut zureden ist aber in so einer Situation sowieso verkehrt) oder er ist vielleicht nicht damit einverstanden, dass DU ihn alleine lässt. Keine Ahnung, ob ein Hund, der einen Woche bei dir ist, schon so auf dich fixiert sein kann. Oder aber er hat wirklich ein Trauma, da ihn seine Vorbesitzer oft alleine gelassen haben und er nun Angst hat, wieder verlassen zu werden?
    Wie ist es denn, wenn du zuhause bist. Verfolgt er dich da auf Schritt und Tritt? Kannst du zB. kurz raus gehen ohne ihn? Wenn du duschen gehst, die Türe hinter dir zu machst - was tut er dann? Liegt er vor der Tür und wartet, bist du wieder rauskommst oder liegt er entspannt auf seinem Platz?

    Zum anderen Problem: Vielleicht hat der Hund schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht?! Waren die zwei mit, als ihr den Hund kennen gelernt habt?
    Wie geht er denn auf sie zu: Ängstlich-knurrend oder selbstbewusst knurrend?
    Ich könnte mir vorstellen, dass ihm Männer unheimlich sind. Wenn du dabei bist, geht's, aber wenn sie alleine auf ihn zu kommen, dann "mag er sie nicht".

    Mein Rat: Gerade bei einem Hund aus zweiter Hand und einer Aggressionsthematik würde ich nicht lange fackeln und einen Profi hinzuziehen. Hat ja keinen Sinn, dass deine Familie Angst vor dem eingenen Hund hat. Und ungefährlich ist das ja auch nicht...vor allem, wenn dein Sohn nachts heimkommt, wie du sagst.

  • bei JEDEM Hund fängt man erstmal an, das Alleinsein dadurch zu üben, dass du ihm die Tür im Zimmer vor der Nase zumachst, kommst dann aber sofort wieder rein.
    Diese Zeit dehnst du langsam aus.

    Erst wenn du dich ohne Problem ne halbe Stunde im Nebenraum ohne Gewinsel, Gebelle oder sonstiges Trara aufhalten kannst, Kannst du ihn dran gewöhnen, alleine zu bleiben.

    Und auch das geht am Anfang MINUTENWEISE. Du fängst bei 30 Sekunden an, die du draußen vor der Wohnungstür stehst, kommst dann rein ohne den Hund weiter zu beachten (auch nicht angucken).
    Schrittweise die Zeit draußen um ne Minute erhöhen.

    Erst wenn ihr bei 5 Minuten angekommen seid, dann kannste um 5 Minuten auf 10 Minuten erhöhen, von 10 Minuten auf 20 Minuten, von 20 Minuten auf 30 Minuten. Wenn er die halbe Stunde durchhält ohne zu bellen, dann auch ne Stunde, dann zwei Stunden, dann vier.

    SOO geht das! In Minischritten und mit ZEIT!!! Für diese Schritte kannste schon mal ca. 4 Wochen einplanen!! :)


    und zum Knurren und Zähnezeigen:
    ab sofort kein Futter mehr aus dem Napf. Nur noch aus der Hand von deinem Sohn und deinem Mann.
    und Männe und Sohnimann zu je enem Gassigang am Tag mit Hundi vergattern!!! :D

  • Nachtrag, da ich nicht mehr editieren konnte:
    ich vermute mal, der hat augenscheinlich keine Bindung zu den beiden. Dann kann er auch noch nicht einordnen, wie die so einzuschätzen sind. Deshalb meine Idee, ihn existentiell von beiden abhängig zu machen. Auf der anderen Seite Beschäftigung und Spiel und Spaß mit ihnen: das schafft Bindung.

    P.S.
    ich würde den Wuffel neben dem Bett im Schlafzimmer schlafen lassen, damit er zum Rudel dazugehört.

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