Wie bringe ich das Kommando Platz bei?

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    Ich bin auch der Meinung, dass "Platz" ein wichtiges Kommando ist, da es noch stärker als "Sitz" eine Entspannungsposition bedeutet, die im Café, beim Essen bei Freunden etc. sinnvoll ist.
    Unsere Jungs tun sich aber auch alle sehr schwer damit, wirklich können tut es nur einer und Paul kann es nur draußen, wenn ich ihm mit der Leine anzeigen kann, was ich will. Scheint den Hunden nicht zu gefallen... :roll:

    Ne, es gefällt ihnen tatsächlich nicht. Wahrscheinlich weil sie somit zu absoluter Passivität verdammt sind. Instinktmäßig ist es sicher unangenehm, weil es eine evtl. Flucht viel mehr verzögert als "Sitz".

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    Ne, es gefällt ihnen tatsächlich nicht. Wahrscheinlich weil sie somit zu absoluter Passivität verdammt sind. Instinktmäßig ist es sicher unangenehm, weil es eine evtl. Flucht viel mehr verzögert als "Sitz".

    Sollte nicht so unbedarft klingen, mir ist klar, wieso sie es nicht mögen. Die beiden ShiTzus sind eh ruhig und im "Sitz" klein genug - die müssen es auch nicht. Paul ist aber ein kleiner Wirbelwind, dem dieses Kommando helfen könnte, zur Ruhe zu kommen. Wir arbeiten daher auch daran...

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    Und WARUM muss er überhaupt nun auch noch "platz" können????

    Diese irren Kommandos, die in meinen Augen einfach keinen Sinn machen.... :hilfe:

    Es ist wichtig, dass ein Hund auf Kommando herkommt, dass er bei einem bleibt, aber das reicht auch schon.
    Ob er das in Sitz-,Platz oder Wie auch immer - Form tut - WAS bitte spielt es für eine Rolle????

    Hauptsache, er TUT es! :headbash:

    Bei meinem Rüden ist das einüben von Kommandos auch eine Art von Beschäftigung. Und ich finde gerade Platz ist eines der wichtigsten Kommandos. Kommt auch viel auf den Hund an, aber bei meinem Rüden gebrauche ich es ständig. Allein schon wenn ich ihn draußen mit Suchspielen beschäftige. Dann lege ich ihn ins Platz und er muss warten, bis ich das Objekt versteckt habe. Klar, er könnte dabei auch stehen oder sitzen. Aber in diesen Positionen ist er schneller geneigt auch vor dem Kommando Such los zu rennen. Also Platz und warten und dann darf er tun, was er am Liebsten macht. Suchen.

    Meinen Hunden schadet es übrigens gar nicht, wenn wir Kommandos üben. Vielmehr ist es noch etwas das das Zusammengehörigkeitsgefühl bestärkt, weil wir etwas gemeinsam erarbeiten. Nur Ball werfen oder Spazieren gehen bringt es auf Dauer nämlich nicht. :)

  • Vielleicht verstehe ich hier etwas komplett falsch, aber es hat jetzt mehrmals so geklungen, als würde jemand als Training, also von Anfang an, erwarten, dass Hund sich hinlegt WEIL man Platz sagt oder ein anderes Signal gibt (Handzeichen, anderes Wort). Das ist vollkommen irrsinnig - weder eine flache Hand am Boden noch ein bestimmtes Wort sagt einem Hund irgendetwas, bevor ers als Vokabel gelernt hat.

    Also: ran ans Vokabellernen! Gilt übrigens auch für "hier", "aus", "nein" - da wird auch oft vergessen, dass das Verstehen von Wörtern nicht angeboren ist.

    Beim "Vokabellernen" wird das Vokabel (Hör- oder/und auch Sichtzeichen) zeitgleich mit dem gewünschten Verhalten gegeben - und zwar so oft, bis Hund es damit verknüpft hat.

    Also kannst du entweder deinen Hund durch irgendwelche Tricks zum hinlegen bringen und dann gleichzeitig, während er sich hinlegt, "Platz" sagen und vor allem belohnen - oder du bist im Alltag aufmerksam und tust es immer, wenn er sich von selbst hinlegt (das passiert ja doch recht oft).

    lg

  • Mein Tussi hat auch so ihre Schwierigkeiten mit dem Begreifen der Vokabel. Ich mache es auch mit der Hand flach auf den Boden mit Leckerlie Methode. Die mit dem Bein würde bei uns nicht klappen, da meine Beine zu kurz für große Hündin. :)

    Sie hat es in dem Sinne schon verstanden, dass sie sich hinlegen soll. Allerdings macht sie es je nach Untergrund überhaupt nicht gern. Deswegen wird erstmal nur dort geübt wo sie es okay findet und dann erst auf andere Bereiche ausgebaut.

    Mein Rüde hatte es damals nach 3 Versuchen verinnerlicht.

  • Hi,

    Der Trick mit dem Leckerli unter der Hand ist ein totales Geduldsspiel. Das kann schon mal mehrere Minuten (das fühlt sich seeeehr lang an, wenn man mit Leckerli unter der Hand dasitzt und wartet!) dauern. Da muss man einfach geduldig bleiben. Nachteil der Methode: Hund kann einem die Hand schonmal ziemlich zerkratzen, also je nach Charakter nicht unbedingt zu empfehlen.

    Wenn nichts anderes klappt, würde ich es so probieren:

    Immer Leckerli oder andere Belohnung mit sich führen. Immer wenn der Hund sich zufällig hinlegt, sofort "platz" sagen und dann direkt danach loben.
    Man kann das Signal auch noch geben, wenn der Hund schon liegt. Also z.B. dem liegenden Hund immer wieder Signal "Platz" geben und dann direkt ein Leckerli hinterher.
    Sprich man fängt an, das Verhalten das der Hund zeigt, zu benennen.

    Irgendwann machts klick und der Hund begreift, dass sein Verhalten (ich lege mich hin) mit dem Signal (Platz) zusammenhängt.
    Ab dem Moment kann man anfangen, das Spiel andersrum zu spielen. Sprich man sagt platz, der Hund soll sich hinlegen.
    Wichtig ist hierbei, dass man anfangs in einer angenehmen und ablenkungsfreien Umgebung (am Besten zu Hause oder bei schönem Wetter im Garten) übt. Der Hund sollte gerade nichts besseres zu tun haben und mitarbeiten wollen.
    Das funktioniert aber erst, wenn der Hund das Signal wirklich einwandfrei verknüpft hat und wirklich schon weiß, was er machen soll.

    Wenn das dann supergut klappt, sprich in neutraler Umgebung reagiert der Hund immer prompt und richtig, kann man Stück für Stück andere Umgebungen aufsuchen.

    lg,
    Sanne

  • [/quote] .... Nur Ball werfen oder Spazieren gehen bringt es auf Dauer nämlich nicht. :)[/quote]

    Warum denn nicht? Für meine Hündin ist Spazierengehen (sie darf einfach mal Hund sein, auch wenn an der SL) das Größte .... Die habe ich durch das ständige Abverlangen von irgendwelchen Kommandos unterwegs tot gearbeitet. Sie hat i-wann dicht gemacht. Seit wir nur noch Gassi-gehen habe ich einen wesentlich entspannteren Hund. Sicher bauen wir zwischendurch auch mal UO ein, aber nicht jedes Mal. Einfach mal nur laufen und die Seele baumeln lassen .... Finden wir schön. Und ich habe die Aufmerksamkeit von ihr wesentlich öfter, als zu der Zeit, wo wir unterwegs auch noch gearbeitet haben.

    Zum Kommando Platz: Ich weiß nicht mehr, wie ich es ihr beigebracht habe, ich glaube sogar, dass hat sie noch vor'm Sitz gekonnt. Aber Sitz ist mir wichtiger als Platz. Wenn mein Hund sitzt, nimmt sie weniger Platz weg, als wenn sie liegt - um auf das Beispiel von Bahn oder Bank zurückzukommen. Wenn die liegt, dann liegt die, und jeder muss über sie drübersteigen. Aus'm Sitz ist sie schneller aufgestanden, wenn erforderlich. Platz ist für meinen Hund ein schlechtes Kommando, sie kann von da unten super gut fixieren, sitzt sie, fixiert sie nicht. Ne Demutshaltung ist das bei ihr nicht - eher ein Auflauern. Daher: Sitz!

    LG Marion

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    Warum denn nicht?


    Weil das Ball werfen für den Hund permanent Stress ist. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Nicht auf jedem Spaziergang muss der Hund sein Kontingent an Kommandos abrufbar behalten. Das heißt ich rattere nicht ständig irgendwelche Kommandos runter. Meine Spaziergänge sind, sofern wir alleine gehen, gestaffelt. Machen wir einen ausgedehnten Spaziergang in Gegenden wo wir noch nie waren, oder nur sehr selten, wird gar nicht mit Kommandos oder ähnlichen gearbeitet. Da haben die Hunde genug mit der Umwelt zu tun. Handelt es sich um bekanntes Gebiet, macht mir meine Hündin sofort klar, dass einfaches Spazierengehen totlangweilig für sie ist: Sie fängt an zu jagen. Also wird bei solchen Spaziergängen eben was eingebaut. Bei ihr reichen Lektionen wie der Abruf, Sitz und Platz im Moment noch. Aber bei meinem Rüden... der kann sicherlich solche Spaziergänge machen, ohne das was passiert. Aber ich merke das er unausgelastet ist. Mache ich aber Sucheinheiten in die Spaziergänge (bei denen das Platz zB wie bereits erklärt unabdingbar ist), ist er ausgeglichener.

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    Ich bin auch der Meinung, dass "Platz" ein wichtiges Kommando ist, da es noch stärker als "Sitz" eine Entspannungsposition bedeutet,

    hmmmm - also bei meinen Hunden bedeutet "Platz" keine Entspannungsposition. Im Gegenteil.
    Wenn wir irgendwo sind, legen sie sich von allein hin und gut war.
    Es sei denn bei bestimmten Bekannten - da läuft "Meerschweinchen-TV" und zumindest das Chaostier hat da absolut nicht die Ruhe, sich zu entspannen.


    Robinn

    ich stimme Dir zu, dass ein Signal für's sofortige Herkommen oder für's dableiben schon fast völlig ausreichend sind für das alltägliche miteinander.
    ABER - es gibt Situationen, da würde es zu lange dauern, meinen Hund zu mir zu rufen. Passiert uns häufiger mal bsp. wenn Radfahrer auf Feldwegen angeschossen kommen. Teilweise sogar Autos.

    Und da ist ein Signal, das besagt "bleib auf dem Platz, auf dem Du gerade bist und rühr dich nicht bis die Freigabe kommt", recht nützlich. Welcher Art das Signal ist, ist prinzipiell egal, also ob jetzt Steh, Sitz oder Platz. Wobei mE Platz die beste Variante ist. Wenn Hund bsp. im Rennen ist, ist ein Halten aus vollem Lauf eher schwieriger. Sitz ist fast unmöglich vom Bewegungsablauf her. Platz ist da die vom Bewegungsablauf her beste Variante - VORAUSGESETZT Hund hat Platz nicht auf die :ugly: :mute: gelernt - nämlich aus dem Sitz :roll:

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    Weil das Ball werfen für den Hund permanent Stress ist. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Nicht auf jedem Spaziergang muss der Hund sein Kontingent an Kommandos abrufbar behalten. Das heißt ich rattere nicht ständig irgendwelche Kommandos runter. Meine Spaziergänge sind, sofern wir alleine gehen, gestaffelt. Machen wir einen ausgedehnten Spaziergang in Gegenden wo wir noch nie waren, oder nur sehr selten, wird gar nicht mit Kommandos oder ähnlichen gearbeitet. Da haben die Hunde genug mit der Umwelt zu tun. Handelt es sich um bekanntes Gebiet, macht mir meine Hündin sofort klar, dass einfaches Spazierengehen totlangweilig für sie ist: Sie fängt an zu jagen. Also wird bei solchen Spaziergängen eben was eingebaut. Bei ihr reichen Lektionen wie der Abruf, Sitz und Platz im Moment noch. Aber bei meinem Rüden... der kann sicherlich solche Spaziergänge machen, ohne das was passiert. Aber ich merke das er unausgelastet ist. Mache ich aber Sucheinheiten in die Spaziergänge (bei denen das Platz zB wie bereits erklärt unabdingbar ist), ist er ausgeglichener.

    Auf das Ball spielen bin ich jetzt gar nicht eingegangen ... ich lasse meinen Hund auch nicht hinterm Ball herrennen, höchstens als Entspannung nach einer UO-Einheit. Ansonsten mache ich es wie Du, Lola zeigt mir auch, dass sie "einfach nur Gassi-gehen" grad langweilig findet, dann baue ich auch UO, Suchspiele etc. ein.

    LG Marion

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