• mich würde mal interessieren welche Arten der Belohnung es gibt und wann und wie ihr sie einsetzt.
    Wie man starke Belohnungen richtig abbaut, den Hund dabei aber bei Laune hält usw.
    Auch ob es Situationen gibt, in denen ihr überhaupt nicht mehr belohnt, oder ob ihr auch in "normalen Abläufen" noch belohnt.

    Ich glaube, dass ich manchmal zu wenig belohne, manchmal falsch und manchmal auch besteche. Ich kann nichtmal sagen, wie ich es mache, weil ich einfach sehr chaotisch dabei bin und das möchte ich in gewissen Situationen ändern (besonders fürs Dogdance)

    vielleicht habt ihr hier schon gute Tipps oder Buchtipps oder auch Internetseiten, wo es gut erklärt wird...

    Mein Problem ist eigentlich, dass Milo zu leicht ablenkbar ist und manchmal die Belohnung (futter oder auch spielzeug) z.B. außerhalb des Gartens zu uninteressant findet - ich denke dass es daran liegt, dass ich es falsch benutze

    Mir geht es garnicht um normale Abläufe, den Spaziergang oder das Leben im Haus - das klappt und da mache ich viel nach Bauch und das funktioniert auch, aber die Dinge die ich zur Bespaßung machen möchte, da will ich meinen Hund mehr motivieren. Da soll er total konzentriert sein und sich richtig anstrengen und da ist es momentan noch so, dass er phasenweise richtig abgeht und dann auch wieder mal kein Bock hat oder sich garnicht richtig über meine Belohnung freut.

    Ich hoffe ihr versteht in etwa mein "Problem" und ich hoffe, dass ihr mir tolle Anregungen geben könnt, die ich dann einfach mal ausprobiere!

  • Zitat


    Mein Problem ist eigentlich, dass Milo zu leicht ablenkbar ist und manchmal die Belohnung (futter oder auch spielzeug) z.B. außerhalb des Gartens zu uninteressant findet - ich denke dass es daran liegt, dass ich es falsch benutze

    Aufs erste Lesen klingt dieser Absatz nicht nach Belohnung, sondern nach Bestechung.
    Wobei es aber auch schlichtweg die falsche Belohnung sein kann.

    Eine richtige Belohnung muss zuerst einmal für den Hund eine Belohnung sein.
    Nehmen wir ein Extrembeispiel um es zu verdeutlichen: Macht ein Hund Schutzdienst, dann kann man mit einem Steak winken, eine Belohnung ist das nicht. Hund wird es in diesem Moment nicht als Belohnung sehen. Auch lobendes Anfassen wird ihm eher unangenehm sein und ein stimmliches Lob ziemlich wenig wert. In diesem Moment muss es der Anbiss in den Ärmel und das Gewinnen desselben sein.
    Ein Hund, der gerade eigentlich den Enten hinterher möchte, der wird zwar durchaus gehorchen und sich abrufen lassen, aber ein wenig Trofu wird ihn kaum reizen, wahrscheinlich nimmt er es dann nicht.
    Im täglichen Leben und beim Erlernen von Tricks ist das zwar nicht so extrem, aber man muss eben doch sehen, WAS den Hund in diesem Moment wirklich belohnt. Also nicht stumpf Leckerchen oder Spielzeug, sondern wirklich hinschauen, was es denn sein soll. Mal ist Anfassen oder Loben besser, mal ein Zerrspiel, mal ein geworfener Gegenstand, mal ein schnöder Keks und mal eine Schale Katzenfutter.

    Der zweite Punkt ist nicht zu bestechen. Hat der Hund die Wahl, ob er gnädig mitmacht oder doch einfach sein Ding macht, wird man immer mal uninteressant sein. Gearbeitet wird nur mit einem Hund, der auch arbeiten möchte, wenn es "nur" um tricks oder UO geht, da kann man sich das leisten. Wenn Hund nicht möchte ok, aber ich habe dann eine Menge Spaß allein.

    Es muss punktgenau kommen. Der Hund muss wissen, was richtig war, weil er dann weiß, wie er das Ganze beeinflussen kann. Das macht die Geschichte für den Hund richtig interessant.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Denke das es von Hund zu Hund unterschiedlich ist. Meine Hündin hät ich in ihrere Jugend mit streicheln eher bestraft. Mein Rüde findests toll auch mal den Hintern geschrubbelt zubekommen als belohnung.

    Hab mich aber auch manchmal verzettelt beim belohnen. Darum sag ich meinem Rüden jetzt immer "Sehr gut" und gib nen leckerlie. Das selbe prinzip wie beim clicker eigentlich, damit fahr ich derzeit sehr gut :).

    Meine Hündin hat was ähnliches derzeit. Da die zu verfressen geworden ist, hat sie gelernt sobald ich den Target Stick in der Hand hab gibts Arbeit und Sie hat die chance sich ein leckerlie zu verdienen. Muss Sie also nichtmehr mit nem Leckerlie motivieren, weil sie da eh wie Hypnotisiert einfach hinterehrgelaufen ist und eh nichts mehr gelernt hatte.
    Belohnen tu ich sie mit clicker und Leckerlie. Die Hand und die fixierung aufs Leckerlie lenken die zu sehr ab.

    Vielleicht wär ja ein clicker auch das richtige für dich, damit du auch beim Belohnen eine Ordnung rein bekommst.

  • Ein Fehler ist es anzunehmen, dass Belohnung immer nur Futter, Spielzeug oder im Höchstfall noch streicheln ist.
    Es gibt aber völlig andere Arten der Belohnung

    Ein Hund belohnt sich z.b. beim jagen gehen selber. Alleine der Adrenalinstoß bei der Aktion ist für ihn wesentlich reißvoller, wie es die meisten Futterbelohnungen fürs zurückkommen sein können. Mal ganz abgesehen davon, wenn sogar noch ein Jagderfolg dabei ist.

    Belohnung kann auch sein, für ruhiges Verhalten z.b. bei Hundebegegnungen einen Schritt auf den anderen Hund zu zumachen oder aus der Situation komplett rauszugehen, eben je nach Hund.

    Also überlege am besten Mal, was ist für deinen Hund ein positiver Aspekt? Was macht er gerne?

  • Bei uns gibt es diverse Leckerchen, ganz unterschiedliches Zeugs (Kekse, Chewies, Trockenfutter, getrockneter Fisch, Leberwurst aus der Tube, Fleischwurst, Käsestückchen, Frolic).

    Und Spiel (Ziehtau, kleiner Ball, Fußball).

    Leckerchen werden immer zum Erlernen von Tricks mit Clicker eingesetzt und für den Rückruf.

    Für einfache alltägliche Sachen wir "Sitz" und "Platz" gibt es meist nur normales Lob. Auch so Tricks wie "Dreh dich" oder "Gib laut", die Joschi super beherrscht, muss nicht immer ein Leckerchen her.

    Joschi will auch sehr oft keine Leckerchen, etwa wenn er gerade seine Schnupperminuten hat oder am Anfang auf dem Hundeplatz, wo zu viel Ablenkung ist.

    Und Spiel kommt bei uns immer besser, da kann er dann plötzlich alle Kommando abspulen, auch die neuen. ;)

  • danke schonmal für eure Tipps!

    den Belohnungsguide finde ich schonmal interessant, denn ich konnte zB bei Milo bemerken, dass er das Bellen auf Kommando toll findet, oder auch Pappe zerfetzen als Belohnung... da wäre ich nie drauf gekommen!

    Zu dem Buch von Viviane Theby: auf welche Bereiche geht sie ein? Mehr auf Alltagserziehung und Unterordnung oder schon sehr auf Trickslernen und Hundesport - oder ist das Buch allgemein gehalten?


    Ich suche nach etwas das mir ganz viele Anregungen gibt und ich einiges selbst ausprobieren kann um meinen Weg zu finden. Also keine genaue Anleitung wie: wenn der Hund etwas richtig macht, sollte man clickern und ihm dann ein Stück Futter geben. Macht er es ganz besonders kann man auch ein Spielzeug schmeißen.... - sondern ich suche etwas recht Abstraktes, das mich mein Konzept selbst entdecken lässt, mir aber die Grundlagen für ein gutes und stabiles Konzept gibt, wenn ihr versteht was ich meine...

    Also welche Belohnungen sind möglich (wie bei dem Guide) und wie finde ich raus, worauf mein Hund so richtig steht. Wie trenne ich Belohnung strikt von Bestechung (wie schaffe ich es, das mein Hund nichtmal unbedingt merkt, dass ne Belohnung für ihn rausspringen könnte) und wie halte ich diese Motivation auch bei größter Ablenkung. Muss ich viel varieren oder reichen 3 Dinge.

    All sowas möchte ich dringend lernen :)

  • Zitat

    danke schonmal für eure Tipps!

    den Belohnungsguide finde ich schonmal interessant, denn ich konnte zB bei Milo bemerken, dass er das Bellen auf Kommando toll findet, oder auch Pappe zerfetzen als Belohnung... da wäre ich nie drauf gekommen!

    Hast du gesehen, dass es da nch viele weitere gibt? Ich hatte ja nur den einen verlinkt. Ich glaub es waren über 50 verschiedene Hunde - klar, manche "Interessen" überschneiden sich, aber es kommen verdammt viele Ideen zusammen.


    Zitat


    Ich suche nach etwas das mir ganz viele Anregungen gibt und ich einiges selbst ausprobieren kann um meinen Weg zu finden. Also keine genaue Anleitung wie: wenn der Hund etwas richtig macht, sollte man clickern und ihm dann ein Stück Futter geben. Macht er es ganz besonders kann man auch ein Spielzeug schmeißen.... - sondern ich suche etwas recht Abstraktes, das mich mein Konzept selbst entdecken lässt, mir aber die Grundlagen für ein gutes und stabiles Konzept gibt, wenn ihr versteht was ich meine...


    Schreib Dir ALLES auf, was Dein Hund gerne macht und ALLES, von dem Du sagen würdest, "Menno, dass lenkt ihn immer ab!" Erstmal ganz egal, ob du es dann tatsächlich als Bestärker einsetzen kannst, oder willst.
    Manche Sachen gehen nicht, weil sie gefährlich sind, für den Hund selber oder andere. Manche mag man nicht geben, weil man das ekelig findet. Ich schicke meinen Ridgeback gelegentlich für einen schönen Rückruf, oder für tolles Trike-Ziehen auf einen Misthaufen... stinkt, klar, aber bei dem kurzen Fell ist das schnell weggewaschen!
    Wenn Du die Liste wertneutral zusammen hast, überlegst Du, welche von den Dingen ohne weiteres gehen, welche auf keinen Fall gehen, welche nur abgewandelt machbar sind.
    Z.B. Hasenhetzen geht logischerweise nicht - aber man kann sich Echtfell kaufen, an eine Reizangel binden und damit belohnen, oder man läßt andere Sachen hetzen - z.B. geworfene der gekullerte Leckerchen, Kongs, oder andere Spielzeuge, die unvorhersehbar springen und querschießen. Oder man kann die Hasenspur abschnüffeln lassen.


    Zitat


    Also welche Belohnungen sind möglich (wie bei dem Guide) und wie finde ich raus, worauf mein Hund so richtig steht. Wie trenne ich Belohnung strikt von Bestechung (wie schaffe ich es, das mein Hund nichtmal unbedingt merkt, dass ne Belohnung für ihn rausspringen könnte) und wie halte ich diese Motivation auch bei größter Ablenkung. Muss ich viel varieren oder reichen 3 Dinge.

    All sowas möchte ich dringend lernen :)

    Wie du das rausfindest: Austesten. Auf welches Spielzeug steht er, mag er lieber fluffiges Zeug, der gummiartig oder richtig hart? Seile, Kongs, der Plüschtiere?
    Zerrupft er, schüttelt er, zergelt er der zerkaut er, trägt er es durch die Gegend?
    Was hat er für "Hobbies?

    Wie trennst Du:
    Bestechungen zeigt man vorher. Bestärkungen erfolgen mehr der weniger überraschend: überraschend DASS etwas kommt und WAS genau kommt.

    Je mehr du variierst, desto überraschender bist du und desto weniger ist Dein Hund sicher, ob und wenn ja welche dabei herausspringen wird - logisch, oder?

  • Angenommen ich will mit einem plüschtier belohnen - wie soll ich das verstecken, damit er nicht weiß dass es kommen könnte.
    Oder auch ne reizangel. Das weiß der Hund doch dann schon, oder nicht?


    Achso und ich hatte auch andere Listen gesehen, total interessant!

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